• Perito Moreno 🧊

    3 gennaio, Argentina ⋅ ⛅ 14 °C

    Endlich… DER Gletscher!
    An der Kante bis zu 70 m hoch, 30 km lang,… ein Riiiiese! Fakten ganz unten!!!

    Schon bei der Anfahrt kommen uns auf dem Wasser des verzweigten Lago Argentino vereinzelt Eisberge entgegen geschwommen! Irgendwann kann man ihn sehen, wir parken und laufen über die Stege am Ufer entlang, nett gemacht, es gibt viele Aussichtsplattformen und weil wir relativ früh sind, ist noch nicht so viel los! Wir gucken und hören, denn der Gletscher quietscht, kracht, poltert - es hört sich manchmal an, als würde er implodieren. Oft sieht man nichts, weil es im Inneren rumpelt und manchmal sieht man Eis abbrechen und ins Wasser stürzen, aber der Ton kommt erst ein paar Sekunden später bei uns an! Gigantisch hier! Irgendwann fahren auch Boote, sogar Kayaks! Da die Plattformen wirklich nah am Eis sind und die Boote teuer, entscheiden wir uns dagegen… je mehr die Sonne rauskommt, desto öfter kracht Eis ins Wasser… und auch das tote Eis, das schon im Wasser schwimmt, bricht immer mal wieder, große Stücke drehen sich, tauchen unter und kommen wieder hoch… ein Kondor kommt vorbei, andere kreisen hoch oben im Himmel. Es wird voller, windiger und zieht zu.
    Ein Chimango (Falkenart) sitzt hinter den Menschen, die Sandwichs essen, putzt sich in aller Ruhe und wartet auf die Gelegenheit, Essen zu stibitzen (Überall stehen Schilder, Wildtiere nicht zu füttern)…

    Obwohl nur ein Haufen Eis, gibt es viel zu gucken, das Licht wechselt ständig und wir bleiben viel länger als gedacht. Wir laufen fast 7 km, obwohl alles gar nicht so groß wirkt.
    Zurück nach El Calafate sind es 80 km, wir sind halb verhungert und kochen, Siesta, kein Strom, deswegen auch kein Internet… schon manchmal etwas nervig mit wenig und wackeligem Internet! Also Lesen, footprints gehen offline, die beiden Katzen kommen vorbei und holen sich ihre Schmuseeinheit ab…

    Hier noch ein paar beeindruckende Fakten:

    1. Gigantische Ausmaße
    • Fläche: Mit etwa 254 km^2 ist der Gletscher größer als die gesamte Stadt Buenos Aires oder die Stadt Frankfurt am Main.
    • Länge: Er erstreckt sich über eine Länge von ca. 30 Kilometern.
    • Höhe: Die sichtbare Eiswand über dem Wasser des Lago Argentino ist etwa 60 bis 70 Meter hoch. Das ist vergleichbar mit einem 20-stöckigen Gebäude.
    • Tiefe: Unter der Wasseroberfläche verbirgt sich noch viel mehr – dort ist das Eis bis zu 170 Meter tief.
    2. Ein dynamisches Phänomen
    • Bewegung: Im Gegensatz zu den meisten Gletschern weltweit, die aufgrund des Klimawandels schrumpfen, gilt der Perito Moreno als stabil. Er befindet sich in einem Gleichgewicht aus Schneezuwachs in den Anden und dem Kalben (Abbrechen von Eis) an der Front.
    • Geschwindigkeit: Er ist einer der aktivsten Gletscher der Welt. Er bewegt sich in der Mitte täglich um etwa 2 Meter vorwärts.
    3. Das Spektakel der "Ruptura"
    Ein seltenes Naturereignis tritt ein, wenn der Gletscher gegen die gegenüberliegende Halbinsel stößt und den See (Lago Argentino) in zwei Teile trennt.
    • Der Wasserspiegel im abgeschnittenen Arm (Brazo Rico) steigt durch den Druck enorm an (manchmal bis zu 30 Meter über normal).
    • Schließlich bricht die Eisbarriere unter dem enormen Wasserdruck spektakulär zusammen. Dieses Ereignis findet unregelmäßig alle paar Jahre statt.
    4. Trinkwasserspeicher
    • Der Perito Moreno ist Teil des Campo de Hielo Patagónico Sur (Südliches Patagonisches Eisfeld). Dies ist nach der Antarktis und Grönland die drittgrößte zusammenhängende Eismasse der Erde und damit eines der wichtigsten Süßwasserreservoirs unseres Planeten.
    5. Namensgebung
    • Der Gletscher wurde nach Francisco Pascasio Moreno (bekannt als "Perito" Moreno, was "Experte" bedeutet) benannt. Er war ein argentinischer Entdecker und Geograf, der im 19. Jahrhundert die Region erforschte und maßgeblich dazu beitrug, die Grenzen Argentiniens zu sichern.
    Wusstest du, dass man das Eis des Gletschers sogar hören kann? Durch die ständige Bewegung knackt und kracht es im Inneren des Gletschers ununterbrochen, was oft wie ferne Donnerschläge klingt
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