Comuna 13 & 🚴♀️🚴♂️
January 23 in Colombia ⋅ ☁️ 24 °C
Heute geht’s zur Comuna 13. wir haben eine Guide, denn wir möchten mehr wissen: Kevin geboren im Viertel, weiß viel und kennt alle.
Wir spazieren gemeinsam durchs Viertel, stoppen bei Rodolfo Usuga, einem lokalen Künstler. Cool. Alles so kreativ, hübsch, bunt. Er hat ein paar coole Räume, Bilder, Skulpturen, viel Graffiti mit Theke und Büro, in dem wir eine Weile sitzen und viel von Kevin über die traurige Geschichte des Viertels erfahren und ein paar YouTube Videos am Rechner anschauen.
Die Comuna 13 entstand in den 60er durch illegale Besiedlung, viele flüchteten vom Land in die Stadt vor dem Bürgerkrieg, hatten kein Geld und bauten an den Steilhängen Häuser. Lange gab es kein Wasser, keine Elektrizität oder Straßen.
In den 80ern wurde die Comuna 13 zu einem strategisch wichtigen Punkt für den Schmuggel von Drogen und Waffen. Erst kontrollierte das Medellín-Kartell unter Pablo Escobar das Viertel, später bekämpften sich linke Guerilla-Gruppen (FARC, ELN) und rechte Paramilitärs in den engen Gassen und wurde zum gefährlichsten Viertel der Welt. „Dead Phones“ waren öffentliche Telefonzellen. Wer hier telefoniert hat, lief Gefahr erschossen zu werden, weil jeder potentiell verdächtigt wurde, Informationen an die Polizei weiter zu geben. Deswegen „Dead Phones“.
Im Oktober 2002 führte das kolumbianische Militär zusammen mit der Polizei die Operación Orión durch, Ziel: Vertreibung der Guerilla-Milizen aus dem Stadtteil… eine der blutigsten Militäroperationen in einem städtischen Gebiet. Hunderte Zivilisten wurden getötet, verletzt oder „verschwanden“.
Nach den Jahren der Gewalt entschied sich die Gemeinschaft für einen Neuanfang durch Kunst und Bildung:
Meilenstein war die Eröffnung der Escaleras Eléctricas (Freiluft-Rolltreppen) im Jahr 2011. Sie verbanden das isolierte Bergviertel erstmals effizient mit dem Rest der Stadt.
Künstler wie Rodolfo Úsuga begannen, die Geschichte des Viertels an die Wände zu malen. Er gilt als eine der Schlüsselfiguren der sozialen Transformation des Viertels. Durch Street Art und Hip-Hop half er dabei, die Comuna 13 von einem Ort der Gewalt in ein Zentrum für Kreativität zu verwandeln.
Wir kaufen eine seiner Figuren und weil er gerade vorbeikommt, gibt’s gleich auch noch ein Foto.
Die Guatanas sind zu seinem Markenzeichen geworden… sie stellen die Ureinwohner dar (er hat sich für die Form einer Kaffeebohne entschieden) und man findet sie überall…
Dann gibts eine Kaffee- und Schokoladenprobe nebenan, lecker!
Wir essen Paletas (handgemachtes Wassereis am Stiel, mit ganzen Fruchtstücken) während wir weiterlaufen, fahren mit der legendären Rolltreppe und essen Empanadas (die werden hier frittiert) bei Kevins Tante. Lecker!!! Wir laufen weiter den Berg hoch, es wird voller, lauter und es gibt neben den Murals, viele Figuren, Statuen, Kunstwerke, mit denen man sich fotografieren lassen kann. Die Aussicht ist oben toll, überall gibt es Hip-Hop Tänzer, aber es ist echt voll und auch schon ganz schön kommerziell!
Wir laufen über ein paar Nebenwege wieder bergab, erfahren noch ein bisschen zu den Wandbildern und deren Bedeutung und fahren dann mit dem Bus und der Metro Richtung El Poblado, sitzen ins Café und müssen erstmal alles verdauen.
Danach gehen wir bei Sebastian unsere Räder abholen und fahren zum Hostel - eine abenteuerliche Fahrt, denn es ist viel los und der Radweg geht mitten durch den Markt, wird von Verkaufswägen genutzt und allerhand anderen Gefährten, die rollen… wir müssen auch durch das Obdachlosen Viertel fahren, hier ist es tatsächlich gruselig, und wir sind froh, als wir beim Hostel ankommen… Die Räder nehmen wir mit auf die Terasse, packen unsere Sachen, essen unsere Reste…
Hier gibt’s ein Musikprojekt von 2015 mit Künstlern der Communa 13:
https://youtu.be/FYjUx3B3so8?si=4cG6Y7PmibLa9WLhRead more






























Traveler
🥰
TravelerRichtig cool...
Traveler
Die Jungs sind aber fit 👍