• 🚴‍♀️🚴‍♂️ in Kolumbien 2 - Guatapé-Peñol

    January 25 in Colombia ⋅ ☁️ 19 °C

    Wir fahren durchs ländliche Kolumbien, kleine Dörfer, vorbei an Plantagen von Hortensien, viel Obst und Gemüse unter Planen, und immer wieder Fincas/Haziendas mitten im Grün und überall lauft Musik! in El Carmen de Viboral ist Markt, ein Stück weiter in El Santuario machen wir eine Pause beim Supermarkt und essen etwas. Wenn auch nicht so lange steile Strecken wie gestern… es geht entweder hoch oder runter - flach und geradeaus kennen sie hier nicht! Ganz schön fordernd!

    In Granada trinken wir in einem kleinen sehr netten Café Cappuccino, ein paar Chivas fahren vorbei (die sieht man hier ständig, aber ich wollte es mal notieren):
    Chivas (oder auch Buses Escalera) sind rollenden Kunstwerke, die meist auf alten Lkw-Fahrgestellen aufgebaut sind, sie bestehen aus einer Holz- oder Metallkarosserie. Jede Chiva ist ein Unikat, handbemalt mit geometrischen Mustern, Landschaften oder religiösen Motiven. Mit der Leiter am Heck kann das Dach mit Waren, Reisegepäck oder sogar Kleinvieh beladen werden, oft sitzen aber auch die Passagiere oben! Sie sind sehr hübsch anzusehen!!!

    Den Anstieg nach Granada werden wir von einer Hündin begleitet, sie ist schneller als wir 🤷‍♀️🤷‍♀️🤷‍♀️, trinkt immer mal und scheint es ganz gelassen anzugehen, während wir schwitzen und schnaufen…
    Wir nähern uns Guatapé und die ersten Seitenarme des riesigen, aber sehr verzweigten Stausees Guatapé (Embalse Peñol-Guatapé) sind zu sehen… Guatapé ist der Ort direkt am See, beliebtes Ausflugsziel und wir freuen uns auf die Fahrt runter zum Wasser… Aber: die Straße wechselt in Schotter, Lehm mit Matsch und Sand, teils nass vom Schauer kurz vorher, nicht so richtig toll für Rennrad! Irgendwann wechselt es in eine befestigte Straße, in der Mitte Asphalt mit Steinen, rechts und links je eine Spur mit Rillen… für Autos ok, aber für Rennrad fühlt es sich wie Kopfsteinpflaster an 😡 und… es geht zwar am Hang entlang, aber dauernd hoch und runter. Schnell vorwärts kommen wir hier nicht!Landschaftlich schön, einzelne Häuser und immer wieder Ausblicke auf den See und den Piedra del Peñol, ein einzelner, riesiger Granitfelsen in Seenähe. Ein Hund rennt mir kläffend hinterher, ausgerechnet als es berghoch geht, ich schreie laut und mir ist echt mulmig, aber er gibt irgendwann auf, bisher waren die Hunde hier alle sehr entspannt,… wir hatten das schon in Italien ein paar mal, ein doofes Gefühl. Naja.
    Irgendwann kommen wir im Ort Guatapé an, alle Häuser sind hier sehr bunt angemalt, ist Sonntag, viel los und wir bleiben eine Weile am Ufer bevor wir das letzte Stück zum Hotel fahren. 12 Kilometer über die einzige Landstraße, die es hier gibt, mit Sonntagsausflüglern, die nach Hause fahren. Hoch und runter, viel Verkehr und alle paar hundert Meter gelbe Betonwellen auf dem Boden und jeweils davor und danach 4 Reihen Stahlnoppen, um den Verkehr zu bremsen - was die Kolumbianer meist ignorieren, fürs Radfahren aber echt nervig ist… Wir sind froh, als wir im Hotel ankommen, es dämmert schon… überschwängliche Begrüßung durch den Hotelhund, und Zimmer mit Balkon und Seeblick ! Uff.

    81,6 km, 1263 Höhenmeter
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