• 🚴‍♀️🚴‍♂️ in Kolumbien 5 - bis Medellin

    January 28 in Colombia ⋅ 🌧 19 °C

    Morgens fahren wir einen Schlenker und nochmal bei der Finca de Rigo vorbei und trinken einen Cappuccino, es ist sonnig, zweites Frühstück vorm Supermarkt und dann geht es berghoch nach Santa Elena: wenig befahrene Straße, ein hübsches Tal, ab und zu andere Radfahrer, sogar eine Gruppe Rennradfahrer (GW Erco Shimano - grüne Trikots, evtl. das Profi-Team) rast an uns vorbei, hoch wie runter! Und wieder mal geht es über den Gipfel, denn Santa Elena liegt auf der anderen Seite, ein Stück den Berg runter. Mittagessen gibt’s in einem kleinen, wieder mal sehr netten Restaurant/Cafe, super lecker, die Ceviche ist hier nach Art des Hauses,… sooo lecker!
    Wir fahren weiter- hoch runter…, Ziel: die Mall Indiana, kurz vor Alto de Las Palmas - das ist der Pass, an dem es dann die 15 km und über 1000 Höhenmeter, die wir am Tag 1 hochgefahren sind, wieder runter nach Medellin geht.
    Es fängt an zu regnen, wir fahren weiter, der Regen wird dann ca. 3 km vor unserem Ziel so stark, dass wir am Straßenrand unter Bäumen anhalten. Es stehen schon Leute da, teils nur mit Plastiktüte überm Kopf… wir ergattern eine Styropor-Platte und nutzen diese als Regenschutz. Es schüttet, gewittert, Blitz und Donner direkt über uns, gewaltig und finster. Wir warten lange, ca. eine Stunde, als der Regen und das Gewitter nachlassen und wir beschließen, die 3 km zur Mall zu fahren, um ins Café zu gehen.
    Wir sind klitschnass, man sieht den Atem ( ja ich habe gegoogelt, ab ca. 7 Grad und kälter sieht man seinen Atem! Und wir sind auf 2600 m!) und mir klappern die Zähne. Auf der Straße teils knöcheltiefe Seen, kleine Bäche, Stau, weil die Straße von umgekippten Bäumen befreit wird.
    Nach den 3 Kilometern bis zum Café, frage ich mich, wie ich den Berg runter fahren soll, denn der Fahrtwind ist kalt.
    Ich ziehe meine nassen Sachen aus, brauche mit eiskalten Fingern auf der kleinen Toilette ewig zum umziehen, wir trinken einen heißen Cacao. Hilft wunderbar ☺️. Da es fast nicht mehr regnet und langsam auch spät wird (hier ist es ca 18.30 Uhr dunkel) beschließen wir loszufahren.
    Es geht natürlich erst mal noch den Berg hoch, es nieselt immer noch und ENDLICH sind wir oben und es geht nur noch bergab. 15 km. Nasse Straßen, viel Verkehr, 4 spurig.
    Medellin liegt im Dunst, wird von der Abendsonne angestrahlt, ein schönes Bild. Ich würde gern ein Foto machen, bin aber, wie so oft in den letzten Tagen, damit beschäftigt, auf die Straße zu gucken…
    Überall liegen auf der Spur für Radfahrer und Fußgänger Blätter, Äste, Steine, Matsch, ab und zu hat es einen kleinen Erdrutsch gegeben. Wir fahren durch Bäche auf der Straße, weil die Kanalisation überlastet ist… und das alles zu Feierabendverkehr. Und dann noch 7 km vorm Ziel einen Platten🤷‍♀️, den ersten und einzigen auf dieser Tour…

    Irgendwann sind wir bei Sebastian (der so nett war zu warten, wir wären ohne Regen früher dagewesen) am Laden, er sagt, dass es einen solchen Regen lange nicht gegeben hat… auch hier unten in der Stadt sieht es wild aus: schlammige Straßen, Äste, Steine usw.
    Wir bleiben kurz, erzählen ein bisschen, und essen nebenan Pasta mit Rotwein, gönnen uns statt Metro ein Uber und im Hostel angekommen, hängen wir erst mal alles auf, viel ist nicht mehr trocken!

    Am nächsten Morgen sehen wir Bilder vom Unwetter am Tag zuvor, Motorräder hüfthoch im Wasser und es hat in 44 Minuten soviel geregnet, wie sonst im ganzen Januar! Vielleicht war gut, dass es uns noch oben erwischt hat und nicht unten im Tal!

    70,45. km, 1112 Höhenmeter

    Die 5 Tage gesamt: 322,15 km, 5862 Höhenmeter
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