• Hoch hinaus und tief hinab

    April 15 in Vatican City ⋅ ☁️ 14 °C

    Ging es heut im Petersdom.

    Ihr erinnert euch an gestern? Tausende Menschen die sich vor den vatikanischen Museen fast um den letzten Quadratzentimeter zum Eingang prügelten?

    Wir uns auch. Deshalb dachten wir, auch aufgrund zusätzlicher Infos aus dem Netz: früher da sein schadet nix. Also haben wir statt "mind. 30 Minuten vorher", wie bei der Buchung vorgeschlagen, lieber 60 Minuten vorher angepeilt.

    Und kamen..

    .. an einem völlig leeren Platz an. Ein Wachmann hat uns sogar eine Absperrung geöffnet, damit wir kurz durch können und nicht das Zickzack der vor dem Eingang gelegenen langen Warteschlange als Martyrium durchschreiten mussten.

    Wir fühlten uns an New York 2019 erinnert, wo wir, statt wie alle andern durch die 3 Haupteingänge, nach einem kurzen "nach dem Weg fragen", das in "oh. You got a Reservation!" mündete, durch die Polizeiabsperrung zum Hafenfeuerwerk am Nationalfeiertag durchgelassen wurden.

    Die beiden Kartenkontrolleure zuckten nur mit den Schultern " too early? No problem!" Und Zack waren wir eine ganze Stunde früher im Dom als geplant. Es gab nicht mal so frühe Tickets zu kaufen. Und er war sooo leer.
    Faszinierend. Audioguide war zum runterladen, Kopfhörer rein und ab ging die Reise durchs christliche Heiligtum.

    Nachdem wir im Erdgeschoss alles erkundet hatten, ging es für Elena in den Himmel. Also, so wurde die Spitze der Hauptkuppel im Audioguide beschrieben. Mit dem Fahrstuhl bis in die erste Etage, dann weiter die Treppe hinauf, den immer enger und schräger werdenden Gängen folgend bis auf die Spitze der Kuppel.

    Der Dan hatte mehr Lust unten zu warten, woran das nur liegen mag...? Aber, dafür gabs dann ein Foto von unten, mit Elena auf der Galerie winkend, und eins von oben mit Dan, der mit Elena dabei telefoniert.

    Als Elena endlich wieder unten war, ging es noch in die Grotte des Doms. Da unten liegen neben dem Grab Petrus auch diverse Päpste in ihren Sarkophagen, ein mitlaufender Priester konnte sein Glück kaum fassen an all den Särgen beten zu dürfen. Wir freuten uns für ihn mit und lachten leise über die 20köpfige Klasse, maximal 10 Jahre zählender Schüler, die sich zwischen "psst psst" lauten und zurufen über die neuesten Entdeckungen kaum entscheiden konnten. Und die Entdeckung des Tages: auch den heiligen Keanus Reevus gabs wohl schon einmal, spannend.

    Danach ging es hinaus, in strahlenden Sonnenschein. 25 °C und leider heute kein Mittwochsgebet des Papstes auf dem Petersplatz. Die Stühle waren da, die Bildschirme auch, nur der Ami hatte wohl bessers zu tun (mit Trump streiten) als seine Schäfchen zu beglücken.

    Da unser nächster Punkt erst in einigen Stunden geplant war, ging es erstmal heimwärts. Kurzer Powernap, was trinken und ab in den Bus zur Engelsburg. Die hatten wir zwar am ersten Abend schon gesehen, aber nur den Fluchtpfad der Päpste und einen kleinen Teil innen. Der Rest war nicht zugänglich.
    Zum Glück hatten wir Tickets bekommen, dachten schon es wären wieder Massen an Menschen da.. und vor uns niemand. Dafür klare Pfade, gut ausgeschildert, und vom Audioguide auch mit einer Prise Humor erläuterte Punkte. Im Café (an dem man automatisch vorbeigeführt wurde) eine junge deutsche Familie, deren beide ca. 5 Jahre alten Jungs sich fast beim Kuchen essen prügelten. Tsts... Touristen.. ;)

    Auf den letzten Metern die Burgmauer entlang dann landete plötzlich ein riesiger Regentropfen auf Elenas Handrücken. Perfektes Timing. Regenradar sagte: ihr habt 10 Minuten, dann geht's hier ab. Also los zum Bus,.. der Weg: 9 Minuten lang, Abfahrt nur 4 Minuten später. Elena erspähte ein offenes Tor zu einem Hinterhof direkt nebenan (Bushaltestellenzellenhäuschen sind hier wohl Lottoglück) und wir waren sicher. Bis der Bus (in dem grad 2 Brittinnen des Schwarzfahrens überführt wurden von den Kontrollettis) bei unserer Station ankam war der Schauer vorbei und wir sicher in der Bude.

    Und da ging es los. Ein Gewitter das den Regen durch die Straßenschluchten peitscht und die Autos überall ihre Alarmanlagen testen lässt. Gut, dass wir erst um 18:30 Uhr den Tisch im Restaurant gebucht haben. :) bis dahin soll alles vorbei sein. Wir bleiben gespannt.
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