• Lykischer Weg - Tag 22: Geyikbayiri - Antalya

    Yesterday in Turkey ⋅ ☀️ 27 °C

    23,5 km; 960 m aufwärts; 1.420 m abwärts
    Heute schreiben wir das erste Kapitel dieser Türkei-Reise zu Ende. Vom Bungalow laufen wie auf der Straße wieder zurück zum Trail. Endlich sehen wir die hübsche Landschaft, in die Geyikbayiri eingebettet ist. Überall erheben sich hübsche Felsriegel. Kein Wunder, dass dies hier ein Paradies für Kletterer ist. Sobald wir auf dem Trail sind, geht es entlang dieser Felsen nach oben. Der Weg ist relativ schwer zu finden, teils ist er schon richtig zugewachsen. Oben angekommen können wir in der Ferne schon Antalya und das Meer sehen.
    Der Weg zieht durch herrliche Landschaft, immer wieder kommen wir an schönen Felsen vorbei. Wir selbst laufen auf einem Felsplateau, das auf der einen Seite steil in einen Canyon abfällt. Von hier oben haben wie schon einen Blick zum Stausee, an dem wie in wenigen Kilometern vorbei laufen werden. Doch auch hier ist der Weg schlecht zu finden. Einmal falsch abgebogen, schon umqueren wir die Felsen auf der falschen Seite und müssen uns wieder den Weg zurück erkämpfen.
    Der Abstieg führt erst durch herrlichen Wald. Aber plötzlich stehen wir vor einer Fläche, die vor kurzem wohl erst gerodet wurde. Hier kommen wir nur mühsam voran. Überall liegen Äste oder Steine. Als wir dann mal gut voran kommen und denken, jetzt wird es einfacher, stehen wir kurz vor Doyran vor einem breiten Fluss. Wir entscheiden uns wieder für zwei Strategien: Hang barfuß und ich mit Schuhen durchs Wasser. Als wir uns der Stadt nähern, fällt uns ein großes Expefitionsmobil auf… mit Heidelberger Kennzeichen.
    Wir weichen kurz vom Trail ab und stärken uns am kleinen Einkaufsmarkt für den letzten Aufstieg. Dieser führt uns zwischen zwei Bergflanken entlang durch herrlichen Kiefernwald. Irgendwann ist auch dieser Anstieg zu Ende. Jetzt wird es leicht, denken wir. Getäuscht! Der Anfang führt angenehm hinab, doch plötzlich wies der Trail steil und führt senkrecht den Berg hinab von Stein zu Stein. Da ist Konzentration gefragt. Unten angekommen sehen wir die letzte Schildkröte, Nummer 21. Auf meinem GPS wird in der Entfernung angezeigt: „caution: read info Likya Yolu 14.03“. Keine Ahnung, vor was hier gewarnt wird. Als wir den Teil erreichen, ahnen wir, was der Grund gewesen sein könnte. Der Weg ist nicht markiert und es geht auf scharfkantigen Felsen und durch stacheliges Gebüsch weiter. Wenn hier einer fällt, ist der Spaß vorbei. Aber wir kommen unbeschadet durch. Auf dem Fahrweg angekommen warten Gräser auf uns, deren Grannen auch teilweise schmerzhaft durch die Schuhe in die Füße bohren. Man könnte meinen, der Trail will uns den Abschied leicht machen.
    Plötzlich stehen wir vor dem idyllischen Kapuz Canyon. Einheimische springen von oben ins Wasser und gerade paddelt jemand auf an SUP auf uns zu. Wir schauen auf die Uhr und sehen, dass der Bus um vier knapp werden könnte. Also ziehen wir die Siebenmeilenstiefel an und geben Gas. Aber was soll nicht zu einfach werden. Ein weiterer Fluss muss durchquert werden und der Originaltrail ist durch einen Zaun versperrt. Also gehen wir auf dem Fahrweg weiter. Pünktlich kommen wir an die Bushaltestelle. Aber der Bus kommt nicht. Wir rufen ein Taxi. Und was kommt gleichzeitig: der Bus und das Taxi. 😜 Zurück in Antalya lassen wir das erste Kapitel ausklingen. Wir kommen zur perfekten Zeit, morgen ist hier Feiertag zur Befreiung der Türkei durch Atatürk. Morgen Abend starten wir dann zu Kapitel 2 nach Kappadokien.
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