• Varosha - Geisterstadt Famagusta

    November 11, 2024 in Cyprus ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute besuchten wir die Geisterstadt Varosha. Dieser einst florierende Ferienort in der Stadt Famagusta wurde 1974 aufgegeben und lag fast ein halbes Jahrhundert im Dornröschenschlaf.
    Heute ist sie eine eindringliche Erinnerung an die bewegte Geschichte der Insel und den anhaltenden Konflikt zwischen der griechischen und der türkischen Bevölkerung.
    Vor den 1970er Jahren war Varosha ein pulsierendes Zentrum des Tourismus und des Handels, welches Urlauber aus aller Welt anzog. Die breiten Sandstrände, die luxuriösen Hotels und das pulsierende Nachtleben machten die Stadt zu einem der begehrtesten Reiseziele im Mittelmeerraum.
    Doch 1974 änderte sich alles, als die Türkei als Reaktion auf einen Militärputsch griechischer Nationalisten in Zypern einmarschierte. Der Konflikt führte zu weitreichenden Zerstörungen und Vertreibungen, und Tausende von Menschen flohen aus Angst aus ihrer Heimat.
    Varosha war von der Gewalt besonders betroffen, da es nur wenige Kilometer von der Trennungslinie zwischen der griechischen und der türkischen Gemeinschaft entfernt lag. Als die Kämpfe weitergingen, wurde die Stadt evakuiert und von türkischen Truppen abgeriegelt, die sie zur Militärzone erklärten. Seitdem durfte niemand mehr die Stadt betreten.
    Seit Ende 2020 ist ein kleiner Teil der Geisterstadt für Zivilisten geöffnet. Der Eintritt ist frei und die Uniformierten hinter dem Schlagbaum freundlich. Die Straßen sind neu asphaltiert und stehen in Kontrast zu den verfallenen Häusern. Frische weiße Linien markieren Fahrradwege. Direkt am Eingang kann man Fahrräder mieten.
    Da es sich dabei aber um quietschende "Krücken" handelt, spazierten wir zu Fuß durch die Straßen. Die Gebäude dürfen nicht betreten werden.
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