Zwischen Bilanz, 2050km Offroad
March 6 in Mauritania ⋅ ☁️ 31 °C
Mauretanien - ein Land, dem ich vorher nie Beachtung geschenkt habe. Eines der größten Länder Afrikas und mit der geringsten Bevölkerungsdichte.
Ja, es ist groß, verdammt groß.
Die letzte Tour von Tidjika nach Nema war 735km lang, nur durch Sandwüste, felsige Gebirgspässe, Flussbetten mit Weichsand und dem Übergang von der Sahara in die Sahelzone. 7 Tage weit weg der Zivilisation. 150 Liter Diesel, 70 Liter Trinkwasser und reiner Offroad Spaß. Natürlich immer im Hinterkopf , dass es keine Hilfe geben wird. Kein Telefon, kein Internet, kein ADAC Pannenschutz. Aber das macht solch eine Reise zum Abenteuer und weswegen man mit dem Auto nach Mauretanien reist.
Hier geht es hinter dem Horizont weiter. Sicheldünen soweit das Auge reicht. Ebenen, die nie zu enden scheinen. Der Berg ist bezwungen und das Sandfeld durchquert, aber alles scheint unendlich zu sein. Denn die nächsten Herausforderungen liegen schon wieder vor einem.
Die wenigen Menschen in diesem Land sind meist Nomaden. Viele ziehen mit ihren Kamelherden durchs Land. Einige sind zu Bauern geworden und halten Ziegen und Rinder. Die, die in Dörfern und Städten leben, betreiben Handel und Handwerk.
So fremd mir das Land war, so überrascht bin ich von den Menschen hier. Es ist ein sehr freundliches Volk.
Begegnen wir Menschen unterwegs, wird sofort nach einem 'cadeau" (Geschenk) gefragt. Man möchte Medizin oder Kugelschreiber. Sie wollen immer etwas. Ohne jeden Grund. Die Einladung zum Tee (Gastfreundschaft) wird hier auch nicht praktiziert. Beim Einkauf auf dem Markt und im Geschäft ändern sich die Preise sekündlich. Das Wechselgeld stimmt oft nicht und ich habe oft das Gefühl "betrogen" worden zu sein. Sind es nur Pfennig Beträge, verärgert mich es doch.
Die Natur leidet auf eine andere Weise unter den Mauretaniern. Sobald sie sich irgendwo angesiedelt haben, wird die Umwelt verschmutzt. Soweit ist Mauretanien das dreckigste Land, dass ich bereist habe.
Alles wird einfach so in die Natur geschmissen und vom Wind verteilt. In den Straßen der Dörfer und Städte liegt mehr Unrat auf der Straße als wenn der Mainzer Karnevalszug gerade durch die Straßen gezogen ist. Man lebt praktisch im Müll.
Selbst die Häuser sind meist Ruinen.
Alle Autos sind Schrott (zu 95% Mercedes Benz D190) aber fahren irgendwie noch.
Die befestigten Straßen sind durch Sandverwehungen und durch die Hitze oft beschädigt. Die Ost West Verbindung, die Straße der Hoffnung, ist ein gerader Weg in den Himmel für die unzähligen Rinder, Ziegen und Esel, deren Kadaver alle paar 100m am Straßenrad vergammeln.
Das riesige Land leidet an der Überweidung durch Rinder und Ziegen.
Trotz des sehr geringen Niederschlages hat das Land viel Wasser. Auffallend oft sieht man Brunnen und Pumpanlagen. Das ermöglicht auch die Haltung von Rinderherden. Es wird aus dem Vollen geschöpft, das Land ohne ein Verständnis für die Konsequenzen ausgebeutet und vermüllt. Wie in unserer sogenannten 1. Welt, wo der Kapitalismus ausufert.
Wieso? Mangelnde Aufklärung, Bildung oder Respekt? Ich weiß es nicht.
Fährt man durch das Land, dass seit Jahr Millionen so geworden ist und entdeckt eine Natur in der Bäume 5 cm lange Stachel haben und Hitze und Trockenheit herrschen, dann wird klar, dass wir nur ein Bruchteil dieser Jahr Millionen Erdgeschichte sind und die Zeit und Natur sich alles wieder zurück holt.
2500 km sind wir nun unterwegs. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 32 km/h und nur 450 km befestigter Straße.
Eine wahre Zeitreise ins Abenteuer.Read more



