Panama
Cayo de Coco

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  • Day198

    Ich sitze im Taxiboot von Sebastian.
    Er bringt mich nach Bastimentos, einer Insel im Bocas Del Toro Archipel, auf der das Dorf „Salt Creek“ liegt. Dort wohnen angeblich Mitglieder des indigenes Volkes der Ngäbe Buglé. Meine endlose Neugierde an anderen Kulturen zieht mich dorthin. Das Dorf ist recht weit weg und ich weiß noch nicht mal wirklich, ob ich die Eingeborenen dort überhaupt sehen werde. Normalerweise bucht man eine Cultural-Tour dorthin, dann ist alles für einen organisiert. Meistens sucht man dann noch Delfine, schnorchelt und fährt an irgendwelche Strände. Ich will aber NUR die Kultur der Ngäbe Buglé kennen lernen, ohne Delfinjagd.
    So sitze ich jetzt bei meinem Privatfahrer Sebastian im Boot. Wir schießen über die Wellen, vorbei an den verschiedenen Inseln des Archipels. Über das laute Dröhnen des Motors hinweg unterhalten wir uns schreiend miteinander. Ich erzähle ihm, dass ich unbedingt die Ethnie Ngäbe Buglé kennenlernen möchte. Da grinst er und sagt, dass ich einen davon direkt vor mir habe. WHAT? Was für ein Zufall. Ein Fuchs wie ich bin, frage ich ihn, wo denn sein Dorf liegt und ob wir nicht dorthin fahren können. Ganz verlegen meint er, dass er aus San Cristobal auf der Isla Cristobal kommt. Und ja. Alle Dorfbewohner seien Ngäbe-Buglé. Ob ich denn wirklich statt zum touristisch erschlossenen Salt Creek (unser eigentliches Ziel) zu seinem Dorf will.
    Ich jauchze fast vor Freude. Was für ein Glück ich schon wieder habe.
    Natürlich will ich in sein Dorf. Sebastian scheint es riesig zu freuen. Und ich sehe auch einen stolzen Glanz in seinen Augen.
    Also machen wir kehrt und steuern die Isla Cristobal an.

    So schnell kann es gehen und der Bootstaxifahrer wird zum persönlichen Guide. Sebastian führt mich ins Dorf und stellt mich der Vorsitzenden (von welchem Verein habe ich vergessen) vor.
    Ihr Name ist Damaris. Sie steckt in einem der traditionellen Kleider. Selbstgenäht, wie sie stolz berichtet. Auf diesen sogenannten Nagua sind Dreiecke und meistens Wellen zu finden, welche für die Berge und den Ozean stehen. Beides wichtige Lebensgrundlagen für die Ngäbe.
    Als sie erfährt, dass ich auch gerne nähe und es sogar unterrichte, ist sie völlig aus dem Häuschen und zieht mich an der Hand hinter ihr her. Wir laufen quer durchs Dorf, grüßen alle möglichen Leute und gehen dann Holztreppen zu einem Holzhaus über dem Wasser hoch.
    Sie ruft in ihrer Sprache etwas ins Haus und plötzlich kommen zwei bildschöne Mädels heraus. Sie tragen kurze Hosen und T-shirt’s. Da die Mama aber so stolz auf ihre Naguas ist, steckt sie ihre Töchter in diese bunten Kleider. Schaut das herzig aus! Damaris hat insgesamt 5 Töchter, jedoch nur Lina und Roxana sind gerade zuhause. Als die 15jährige Roxana erfährt, dass ich Mathelehrerin bin, funkeln ihre Augen und sie meint, sie liebt Mathe. Wow. So eine Reaktion bekomme ich nicht oft von einem Teenager.
    Unser Gelächter lockt die Oma aus dem Haus. Isabel ist 74 und kann kein Spanisch, da sie nie zur Schule ging. Aber mit Damaris als Übersetzerin klappt die Konversation bestens. Damaris ist so nett und übersetzt von spanisch auf ihre Sprache Guaymí.

    Plötzlich fragt mich Damaris, ob ich bereit bin. Ich weiß zwar nicht für was, aber ok. Es kann ja nur gut werden. Also folge ich ihr und wir treffen eine Freundin von ihr. Zusammen zeigen sie mir, wie sie die traditionellen Kraar-Taschen herstellen.
    Kurz vor Vollmond gehen alle Frauen auf den Berg hinterm Dorf, dort werden Äste der Pflanze „pita“, die bis zu 15 Meter hoch wachsen kann, abgeschnitten.
    Zuhause angekommen werden deren Fasern vom Rest getrennt, indem man darauf mit einem Bambusholz auf und ab reibt.
    Die Fasern werden anschließend gewaschen und dann 5 Nächte unter dem Vollmond getrocknet. Ist der Mond nicht voll, werden die Fasern nicht weiß, sondern gelb.

    Die getrockneten Fasern werden dann teils mit natürlichen Färbemitteln eingefärbt und schließlich in aufwendiger Handarbeit zu Taschen, Haarbändern und Ketten verhäkelt.

    Wir tauschen uns noch eine Weile aus, über Schnee, über Häkeln und Nähen, über Schule und über Lieblingsessen.

    Ich bin überglücklich, dass ich diese authentische Erfahrung machen durfte. Manchmal muss man einfach spontan sein, damit das Leben die wunderbarsten Dinge in die Wege leiten kann.
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Cayo de Coco

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