Popo und Itzi
16 novembre 2025, Messico ⋅ ☀️ 13 °C
Sobald wir Puebla verlassen wollten, war die Stadt im Festmodus. Wegen eines Sonntagsumzugs wurden mehrere Strassen gesperrt und wir wurden in eine Einbahnstrasse gedrückt, die uns unter einer viel zu tiefen Bahnunterführung hindurchführen wollte. Keine Chance für unseren Camper. Also blieb uns nur eines: den ganzen Weg rückwärts wieder hinaus – und das bei lebhaftem Verkehr und einigen ungeduldigen Taxifahrern, die uns mit hochgezogenen Augenbrauen bedachten. Danach erwischten wir auch noch eine Einbahnstrasse in die falsche Richtung, die uns aber immerhin auf die Hauptstrasse zurückbrachte. Am Ende hatten wir es geschafft – Puls hoch, Nerven dünn, aber weiter ging’s.
Hinter Puebla begann der lange Aufstieg. Die Strasse schraubte sich hoch bis auf rund 3700 Meter über Meer, die Luft wurde kühl und klar, und mit jedem Kilometer rückte der Popocatépetl näher. Oben angekommen stellten wir uns für die Nacht auf einen Parkplatz direkt vor dem gewaltigen Vulkan. Eine Kulisse, die man nicht mehr vergisst.
Der Popocatépetl, kurz Popo, ist einer der aktivsten Vulkane Mexikos und gleichzeitig einer der schönsten. Mit seinen über 5426 Metern Höhe dominiert er die Landschaft südöstlich von Mexiko-Stadt. Immer wieder stösst er weisse Dampf- und Gaswolken aus, manchmal sogar Asche – ein ruhiges Riesenatmen, das man auch aus der Ferne respektiert. Der Name stammt aus dem Nahuatl und bedeutet „rauchender Berg“, was kaum passender sein könnte. Der Popo gehört zum Vulkangürtel, der sich quer durch Mexiko zieht, und sein letzter grösserer Ausbruch liegt nur wenige Jahre zurück. Heute überwacht man ihn streng; Zugänge zum Gipfel sind seit Langem gesperrt, aber schon der Blick auf die perfekt geformte Silhouette lohnt die Fahrt.
Von unserem Übernachtungsplatz aus sahen wir nicht nur den Popocatépetl, sondern auch seine stille Gefährtin Iztaccíhuatl, von den Mexikanern liebevoll la Izta oder einfach Itzi genannt. Während der Popo aktiv und unberechenbar wirkt, liegt die Itzi ruhig und ausgebreitet am Horizont – fast so, als würde sie schlafen. Deshalb trägt sie auch den Beinamen „La Mujer Dormida“, die schlafende Frau.
Wenn man genau hinschaut, erkennt man in ihrer Silhouette die Form eines liegenden Körpers: Kopf, Brust und die langen Beine sind aus einzelnen Gipfeln geformt. Die Iztaccíhuatl ist mit 5215 Metern nur etwas niedriger als der Popo und zählt zu den beeindruckendsten Bergen Mexikos. Anders als der Popocatépetl ist sie längst erloschen, was sie zu einem beliebten Ziel für erfahrene Bergsteiger macht. Von unserem Platz aus wirkte sie friedlich, fast majestätisch – ein ruhender Kontrast zum rauchenden Nachbarn.
So standen sie beide vor uns: der Popo, kraftvoll und lebendig, und die Itzi, ruhig und zeitlos, wie zwei Wächter über dem Tal.Leggi altro

















Viaggiatore
fascht wie üses vreneli……🤔