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  • Day153

    Ha Giang Loop, Vietnam

    April 22, 2018 in Vietnam ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir kommen um 4 Uhr nachts in Ha Giang an, wo wir die nächsten drei Tage mit Zweirädern auf den Bergstraßen Nordvietnams unterwegs sein wollen, und finden zum Glück ein Hostel, das uns um diese Uhrzeit noch aufnimmt.
    Nach dem Frühstück geht es ans Eingemachte: wegen der Steigungen brauchen wir diesmal echte Motorräder, keine Automatikroller. Dumm nur, dass keiner von uns fünf jemals Motorrad gefahren ist oder den entsprechenden Führerschein hat - in Vietnam ist das jedoch kein Problem! Stattdessen gibt es einen 5 Minuten Einführungskurs, und dann drehen wir nach kleineren Startschwierigkeiten unsere ersten, vorsichtigen Runden. Nach einer halben Stunde fühlt es sich an, als hätten wir unser ganzes Leben im Sattel gesessen, und wir brettern Serpentine um Serpentine den ersten Pass hinauf und genießen oben den Ausblick von einem alten Sendemast. Als wir von der größeren auf eine Seitenstraße abbiegen, kommen wir wirklich aus dem Staunen nicht mehr heraus: links und rechts sind Reisplantagen, die von Bauern und Wasserbüffeln beackert werden, dahinter die spektakulären Berge und die vom Tourismus bisher fast verschonten Menschen und besonders Kinder winken uns zu, als wir vorbei rollen. Dazu kommt der Fahrspaß auf den nicht immer optimal geteerten, nicht endend wollenden Kurven - wir kommen kaum voran, weil wir immer wieder für Fotos halten müssen! Die Zeit vergeht wie im Flug und wir schaffen es gerade zur Dämmerung zu unserem Homestay, wo ein Fluss zum baden einlädt und ein richtig geiles Abendessen auf uns wartet: es wird so viel aufgefahren, dass sich die Tische biegen!
    Der zweite Tag on the road beginnt mit einem kleinen Unfällchen: Eric überfährt in einer Kurve einen kleinen, unschuldigen Stein mit seinem Vorderrad und kuschelt zur Wiedergutmachung kurz mit der Straße - aber weder Mann noch Bike tragen größere Schäden davon, den martialisch aussehenden Protektoren sei Dank! Am Nachmittag fahren wir einen Pass mit abenteuerlicher Straßenqualität bis hinauf zur chinesischen Grenze - nur um von aufgeregt gestikulierenden Soldaten zurück gescheucht zu werden: offensichtlich verirren sich nicht besonders viele Touristen hierher!
    Am letzten Tag müssen wir dann leider schweren Herzens unsere Motorräder wieder abgeben (bis auf Leo, dessen Bike nur beim bergab rollen zu anzulassen war). Die Bilanz unseres legendären deutschen Quintetts: zwei Stürze, eine Lebensmittelvergiftung und ein tiefer Schnitt in den Finger - aber drei unfassbar geile Tage!
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