Kuta, schräge Gefühle und die Verkühlung
5. april 2020, Indonesien ⋅ ⛅ 31 °C
Hallo liebe Leute,
gestern um 11 ist Kadek gekommen und wir sind nach Kuta gefahren, um mal rauszukommen und um ein paar Sachen zu kaufen, die wir bei uns hier nicht bekommen.
Wir haben brav unsere Masken eingepackt und sind losgefahren. Auf mehr oder weniger auto- und mopedlosen Straßen. Statt 1:15 haben wir vielleicht 45 Minuten gebraucht.
Und dann kamen wir an - und das war ein mehr als schräges Gefühl. Es waren gleich mehrere davon. Angst und Sorge nur zwei davon. Unheimlich ist auch dabei. Und, vielleicht das erste Mal wirklich auch ein Gefühl dafür, was sich bei uns zuhause abspielt.
Denn Kuta, der Ballermann von Bali, eigentlich ziemlich hässlich und nichtssagend, bestehend in erster Linie aus westlichen Malls und überteuerten Geschäften, Bars & Diskotheken, die sich aneinanderreihen - nun, Kuta war leer.
Und ich meine tatsächlich LEER. Kein einziger Mensch auf den Straßen, nicht ein einziges Auto, nicht ein Roller. Sämtliche Strände abgesperrt und menschenleer.
Alle Malls geschlossen, die meisten der Geschäfte. Ein paar haben offen. Einer verkauft „Fuck U, Corona“-Tanktops.
Es hat mich traurig gemacht. Und ich war auch irgendwie dankbar für jedes geöffnete Geschäft, denn diese Menschen haben zumindest noch einen Job. Sie stehen tatsächlich vom Aufsperren bis zum Zusperren alleine in dem Laden, brüllend laute Musik überall, vielleicht auch nur, um dieser Stille zu entgegnen.
Wir kaufen ein paar Tanktops (nein, nicht “Fuck U, Corona”), eine kurze Hose, Schuhe zum Spazieren gehen. Fahren dann noch in einen riesigen Carrefour-Supermarkt, der so groß und so westlich ist, dass es mir schon wieder anders wird.
Nach einer Suppe in einem balinesischen Fast Food-Restaurant (jawoll) sitzen wir endlich wieder im Auto und fahren zurück. Mit Klimaanlage und geöffnetem Fenster, es zieht nach hinten und irgendwie wird mir ein bissl komisch.
Zuhause dann noch mit Kadek geratscht, dann was gekocht - um 9 müde wie immer. Zur Müdigkeit kommt dieses komische Gefühl. Ein bissl Schnupfen, ein bissl Husten.
Später liege ich im Bett und denke mir - Oh Gott, hab ich mich etwa infiziert? Ich denke darüber nach und komme zu dem Schluß, nö. Ich hab kein Fieber. Und ich hab Schnupfen.
Und doch, der Gedanke begleitet mich bis in den Schlaf und er ist immer noch da, als ich heute morgen aufwache.
Wie verrückt ist diese Welt geworden.
Am Vormittag bringen wir unsere Wäsche zur Laundry, es begegnet mir ein Local auf dem Moped. Er hustet. Und nein, dieser Tage ist es nicht so, dass einem so etwas nicht auffällt.
Dieser Tage erschreckt es einen. Ist er etwa infiziert?
Keine Sorge, Leute - ich bin OK. Die Nase rinnt ein bissl und ich hab ein wenig Halsweh.
Aber auch das hat mir etwas gezeigt. Corona sitzt bereits ganz, ganz tief in mir drinnen.
Ich würde es nicht wagen, jetzt zum Beispiel in der Laundry zu husten.
Bleibt uns das? Werden wir es je vergessen?
Liebe Grüße nach Hause 😘Læs mere


Hallo Bruderherz, ja, jetzt kannst du die Situation zu Hause verstehen, das läuft bei uns jetzt schon seit, ja wie lange eigentlich schon? Solange man zu Hause ist merkt man nicht viel davon, sobald man aber unterwegs ist.......
Ich bin immer zu schnell und hab heute auch das erste Mal gelesen dass man den Namen dazu schreiben soll🤣. Ja, Niessen und Husten ist zur Zeit, auch für einen selbst sehr, hm wie soll ich sagen, bedenklich, weil auch wenn man sich sicher ist doch immer gleich dieser eine Name auftaucht. Aber mit der Zeit legt sich das. Passt weiter gut auf euch auf, Bussis Guggi😘😘