• Velo-Nomaden
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Afrika, wir kommen!

Mein Papa und ich wollen über Basel nach Perpignan am Mittelmeer und dann weiter entlang der spanischen Küste zur Strasse von Gibraltar fahren. Wenn mir das Reisen dann immer noch Spass macht, wollen wir mit der Fähre nach Marokko übersetzen...usw. Читать далее
  • Moncófa

    18 октября 2025 г., Испания ⋅ ⛅ 17 °C

    Ich lasse die Kinder so lange wie möglich schlafen. Lanyu atmete in der Nacht schwer und am Morgen ist klar, dass es nun auch ihn erwischt hat. Kopfschmerzen, Mattigkeit - aber kein Fieber. Und sein erklärter Wille so kurz vor dem Ziel nicht aufzugeben, d.h. heute weiterzufahren.
    Irgendwie sind wir alle froh aus diesem Fresstempel herauszukommen. Die zwei gut 20 Meter langen Buffet-Theken und die latent spürbare Gier und Hektik der Hotelgäste beim Kampf um die besten Bissen ekeln mich fast ein wenig an und Lanyu sagt, er ärgere sich über sich selbst, weil er so viel esse.
    Zuzuschauen wie dutzende Menschen jenseits der 100 kg Lebendgewicht Unmengen an Nahrung hineinstopfen...überall Essen auf den Tischen und Fussböden und die vielen Teller voller nicht verzehrter Essensreste - das zeigt nicht gerade die Schokoladenseite des Homo Sapiens.
    Unsere Fahrräder holen wir aus dem Gepäcklager. Lanyus Hinterreifen ist völlig platt. Ich pumpe ihn etwas auf und suche die nächste Tankstelle für ausreichenden Luftdruck. Dann geht es Richtung Süden weiter. Die Luft ist kühl, ein leichter Wind weht und wir kommen gut voran.
    Gleich hinter Orpesa, dem "Klein-Las-Vegas", durchbricht ein ehemaliger Bahntunnel die Hügelkette. Jetzt werden der Tunnel und die dann folgenden, tiefen Felseinschnitte und die höhenliegende Trasse von vielen Radfahrern, Wanderern und Joggern genutzt.
    Hinter der Hügelkette liegt Benicassim. Diesiges Sonnenlicht, links das leise rauschende Meer mit dunklem Sandstrand, auf dem Meer weisse Motorboote, über uns Palmen, unter den Reifen gepflasterte, saubere Promenadenwege in Grau-Weiss-Rosa, rechts ein halbes Dutzend denkmalgeschützte Villen der Gründerzeit und des Jugendstils hinter gusseisernen Zäunen und Toren, mondän gestylte, gucci-bebrillte, russisch sprechende Damen - Benicassim ist - zumindest im hügelwärtigen Teile der Stadt - der völlige Gegensatz zu Orpesa.
    In einer Nebenstrasse machen wir in einem Cafe eine Pause. Weiter gehts. Wir folgen grösstenteils der Nationalstrasse und erreichen Castello de la Plana, dann Almassora. Lanyus Reifen ist wieder platt und an einer Tankstelle flicke ich den Schlauch. Es folgt Burriana, wo wir erneut eine Pause einlegen.
    Eigentlich war Nules unser Ziel, aber wir finden keine Unterkunft und werden in Moncofa fündig. Anzuhalten ist hier, wie an vielen Orten an der Küste, geradezu eine Qual, denn die Myriaden von schwarzen Mücken fallen wie eine biblische Plage über einen her. Hat man 5 erledigt, kleben schon wieder 10 andere Plagegeister auf einem. Die Kinder erschlagen alles um mich Fliegende, währen ich per Handy die Unterkunft buche - die letzte ist uns buchstäblich in letzter Minute vor der Nase weggeschnappt worden.
    In einem überteuerten Apartment im Zentrum und in Strandnähe kommen wir endlich unter. Schnell drei Pizzen verschnabuliert und dann duschen und die Kinder zur Ruhe bringen. Heute ca. 50 km Tagesleistung. Noch etwa Gleichheit bis Valencia.
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