• Velo-Nomaden
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Afrika, wir kommen!

Mein Papa und ich wollen über Basel nach Perpignan am Mittelmeer und dann weiter entlang der spanischen Küste zur Strasse von Gibraltar fahren. Wenn mir das Reisen dann immer noch Spass macht, wollen wir mit der Fähre nach Marokko übersetzen...usw. Read more
  • Trip start
    August 29, 2023

    Vor der Abreise

    August 10, 2023 in Switzerland ⋅ ⛅ 21 °C

    Papa schreibt:
    Morgen geht es los...endlich! Ursprünglich war die Abreise für den 15. Juli geplant, aber erst wurde Lanyu krank, dann Papa, danach wollte Lanyu vor der Abreise noch einmal seine 89-jährige Oma in Deutschland sehen und dort seinen 11. Geburtstag feiern, woraus ein 4-Tage-Trip zur holländischen Küste wurde (nochmal Ferien zusammen erleben...), dann wurde die Rückreise verschoben und schliesslich regnete es heftig, dann wurde Lanyu erneut krank und durfte auf ärztliches Geheiss nicht Fahrradfahren...es schien wirklich so, als ob wir nicht fahren sollten und das Schicksal sich gegen uns verschworen hätte. Das alles hat uns alle noch mehr angespannt. Manche Ängste sind sicher berechtigt, andere übertrieben; Skorpione und Schlangen sind wohl nebensächlich, aber der Strassenverkehr ist eine ständige und reale Gefahr, weshalb wir uns mit neonfarbenem Equipment ausstaffiert haben, selbst Lanyus, eigentlich rotes, Fahrrad wurde zitronengelb angesprüht.
    Wer zuviel Bedenken trägt verpasst den Spass und deshalb wollen wir das Abenteuer und seine aufregenden und bereichernden Seiten nicht aus den Augen verlieren. Afrika, wir kommen !
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  • Zürich

    August 12, 2023 in Switzerland ⋅ ☁️ 26 °C

    Tja, zum zweiten Mal sind wir startbereit, aber Mama hat hohes Fieber und später liegt auch meine Schwester Mayen grippekrank flach. Also heisst es erneut: Abwarten und Tee trinken.

  • Es ist zum Junge-Hunde-Kriegen

    August 16, 2023 in Switzerland ⋅ ☀️ 31 °C

    Mama hat es mit 40 Grad Fieber erwischt und mich mit über 39 Grad. Wir hatten uns bereits zum zweiten Mal von den Nachbarn verabschiedet, die Gepäcktaschen ans Rad gehängt, uns schon die Leisten eingepudert und stehen dann morgens auf, nur um festzustellen, dass es wieder nichts wird mit der Abreise. Vorgestern hat sich Papa beim Fussball das Knie verdreht und jetzt liegt er zudem grippekrank danieder. Aber in Agadir, Marokko wurden am 11.8. unglaubliche 50,3 Grad Hitze gemessen, in Spanien und Südfrankreich über 40 Grad...ehrlich gesagt haben wir Glück gehabt, dass wir nicht schon vor einem Monat losgefahren sind, sonst wären wir genau in diese Hitze hineingeradelt. Für die ursprüngliche Route über Istanbul wäre eine frühe Abreise gut gewesen, aber für die Tour durch die Sahara ist es besser zwischen November und Februar dort zu sein, also in Marokko, Westsahara und Mauretanien. Einen festen Abreisetermin haben wir jedenfalls aufgegeben.Read more

  • Warten auf Geht-Los

    August 19, 2023 in Switzerland ⋅ ☀️ 26 °C

    Die erzwungene Wartezeit nutzen wir zur weiteren Optimierung des Equipments. Wir bauen das neue Zelt in unserem Garten auf und die ganze Familie probiert die verschiedenen Luft- und Schaummatratzen, sowie die 3-Jahreszeiten- und Winterschlafsäcke mehrmals draussen aus. Die Erkenntnis, dass unsere gravierende Routenentscheidung weitere Konsequenzen hat, führt u.a. zur Montage einer Lenkertasche, Flaschenhaltern am Rahmen usw., da wir in der Westsahara und Nordmauretanien Abschnitte überwinden müssen, die 150 km und länger sind und so müssen wir auch für mind. zwei Tage Trinkwasser und Lebensmittel mitführen. In den 5 Packtaschen war dafür kein Platz.Read more

  • Bedenken

    August 21, 2023 in Switzerland ⋅ ☀️ 32 °C

    Ich bins, Lanyu.

    Es ist richtig blöd, dass wir wegen widriger Umstände nicht abreisen können. Aber anderseits ist es auch gut, dass wir nicht in die Hitze geraten. Heute ist es aber in der Westsahara 24 Grad warm und in Zürich sind es 10 Grad mehr! Heute hat die Schule wieder begonnen, aber ich bin ja abgemeldet..mmppffhh! ich würde gerne wieder in die Schule gehen.Read more

  • Oh, wie ist es am Rhein so schön...

    September 5, 2023 in Switzerland ⋅ 🌙 21 °C

    Papa schreibt:
    Bei schönstem Sonnenschein sind wir gestern endlich gestartet. Wir haben Mayen zur Schule gebracht und uns von Lanyus Klasse und dem Lehrer, Herrn Geiger, verabschiedet, letzte Fotos und Fragen nach wohin und wo lang, eine Umarmung von Lanyus besten Freunden Max, Tom und Alessio und dann ab Richtung Basel. Lanyus Rad wog am Anfang mal 8 kg, aber mit Gepäckträger, stabilem Schloss, Schutzblechen, Lampen, Fahrradständer etc. sind es dann doch über 11 kg geworden. Dazu kommen eine Lenkertasche und zwei 24-Liter-Gepäcktaschen. Samt Inhalt transportiert Lanyu am Ende etwa 10 kg an Lasten. Mein Rad wiegt ca. 19 kg und das Gepäck etwa 17 kg.
    Am Abend erreichen wir nach einem schweisstreibendem Tag einen Campingplatz in Kaiseraugst bei Basel. Der Kilometerzähler gibt 90 gefahrene km an. Für Lanyu eine grossartige Leistung, so weit ist er noch nie auf dem Rad gefahren.
    Der Campingplatz liegt direkt am Rhein, unser Zelt steht 50 cm vom Wasser entfernt. Ein Bad im Rhein, die Kleidung zum Lüften über die Räder ausbreiten, Sandwiches und Salat aus dem Supermarkt essen, Luftmatratzen aufblasen...Lanyu ist im Nu eingeschlafen.
    Die Nacht war ruhig, die ersten Sonnenstrahlen wecken uns und im Freiluftcafe des Campingplatzes essen wir Croissants. Wir haben uns entschlossen noch einen Tag hier zu bleiben, ausserdem fahren wir mit dem Zug nach Zürich, tauschen Lanyus Schlafsack aus und Lanyu macht Hausaufgaben am Laptop. Abends sind wir wieder in Kaiseraugst, nochmals Hausaufgaben im Café machen und dann schlüpfen wir in unserem transportablen Zuhause in die Schlafsäcke.
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  • Mülhausen im Elsass

    September 6, 2023 in France ⋅ ☀️ 19 °C

    Am Morgen kommen wir erst um 10.30 Uhr in die Pötte und verabschieden uns ungern von dem schönen Campingplatz. Entlang der Rheinauen führt ein ruhiger Veloweg zum Turbinenkraftwerk in Basel. Erstaunlich anzusehen: rechts, stromaufwärts, liegt die Wasseroberfläche gut 8 m höher als stromabwärts, die ganze Anlage brummt und vibriert im Takt der riesigen Turbinen. Ein herrlicher Blick auf Basel ist unser Abschied von der Schweiz. An der deutschen Grenze wird gerade das Wachhaus abgerissen. Was gibt es erstrebenswerteres als ungehindert reisen zu können, sich als Teil einer europäischen Gemeinschaft zu fühlen?
    Nach einer Tagesetappe von 72 km erreichen wir den Campingplatz DeLìll in Mülhausen/Mulhouse.
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  • Altstadt von Mulhouse

    September 7, 2023 in France ⋅ 🌙 15 °C

    Wir haben uns zu einem Tag Pause entschlossen. Auch dieser Campingplatz, mitten in der Stadt zwar, ist wunderschön. Wir waschen unsere Wäsche, die ratzfatz in der Sonne trocknet und radeln in die Altstadt von Mulhouse. Das Rathaus aus dem 17. Jahrhundert ist toll bemalt, die engen Gassen sind voller Leben, überall hört man Arabisch und sieht Frauen im Hijab. Am Abend muss Lanyu wieder am Laptop Schulaufgaben machen. Ein 25 Grad warmer Swimmingpool und ein leichter Wind machen uns gute Laune.Read more

  • Mandeure, Department Le Doub

    September 8, 2023 in France ⋅ ☀️ 30 °C

    Dieses Mal haben wir schon etwas Routine in der abendlichen und morgendlichen Vorbereitung. Nachts kühlt es auf 13 bis 10 Grad ab und inmitten all des Grüns um uns herum, nahe des Flusses, entsteht derart viel Luftfeuchtigkeit, dass morgens das Zelt und alles andere derart nass ist, als hätte es geregnet. Wartet man ab bis die Sonne das Zelt erreicht und alles trocken ist, kommt man erst um 10 oder 10.30 Uhr vom Fleck. Also falten wir morgens das nasse Zelt und packen es, mitsamt allem anderen nassen Zeug, in eine Tasche und fahren um 8.30 Uhr los.
    Die Strecke ist die schönste, die wir bisher gesehen haben. Sie führt strickt am Rhein-Rhone-Kanal entlang, mal rechts, mal links des Wassers, vorbei an dutzenden kleiner Schleusen, neben denen, teils pittoreske, kleine Häuschen für die Schleusenwärter stehen - viel schöner kann man kaum wohnen. Überall sehen wir Graureiher, Fischreiher, mal einen Kormoran, Libellen und aus dem, manchmal mit Seerosen bedeckten, Wasser springen Fische. Ein wenig erinnert das an die niederländischen Kanäle, aber hier gibt es viel Wald und Nebenarme des Kanals, zwischen den Bäumen Schatten und trotz etwas Gegenwinds kommen wir heute gut voran.
    Nach 63 km erreichen wir den kleinen Campingplatz "Des Grande Anfanges" in Mandeure. Im Supermarche kaufen wir einen Topf Eis und löffeln den, wegen der Klimaanlage gleich drinnen, im Stehen aus. Bei den Pharmacien stehen Temperaturanzeigen und die sagen uns, dass es gerade 41 Grad heiss ist - und wir haben ja keinen Schatten!
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  • Baume les Dames

    September 9, 2023 in France ⋅ 🌙 24 °C

    Wir starten um 9.00 Uhr. Zum ersten Mal gleich am nächsten Tag nach Ankunft schon Weiterfahrt. Wir fahren grösstenteils entlang der Rhone und ihrer Seitenarme - eine traumhaft schöne Strecke. Schliesslich aber müssen wir über einige Hügel und bei der heutigen Hitze von 32 Grad überwinden wir etwa 400 Höhenmeter - das schlaucht gewaltig. Unterwegs gibt es nicht einen Supermarkt, es reicht gerade mal für einen kleinen Kaffee, ein paar Crissinis vom Vortag mit Olivenpaste auf einer Haustreppe im Schatten. Als wir endlich am Zielort ankommen sind wir erschöpft und hungrig wie Wölfe. Im U-Supermarche in Baume les Damen kaufen wir gierig zuviel ein (man sollte nie hungrig einkaufen...) und essen, auf dem Boden des Parkplatzes sitzend, Tzaziki, Brot, Sandwiches, Nüsse, Bananenflips usw.
    Danach macht Lanyu Deutsch und Englisch, während Papa das Zelt aufbaut und alles für die Nacht vorbereitet.
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  • Le Doubs

    September 10, 2023 in France ⋅ ☀️ 26 °C

    Papa steht wieder um 6.30 Uhr auf und bereitet alles für die Abfahrt vor, während Lanyu sich noch eine Stunde in den Schlafsack einmümmelt. Wieder ist alles am Morgen völlig durchnässt, aber der kühle Morgen ist die beste Zeit zum Radeln. Aufbruch um 8.30 Uhr. Wir kurbeln am Fluss Le Doubs entlang, bis mittags meist im Schatten der Bäume, eine ruhiges Paradies allerorten. Gelegentlich überholen uns andere Radfahrer (tatsächlich überholen uns ALLE, weil wir die Langsamsten sind :-), die meisten auf Rennrädern, ausstaffiert wie für die Tour de France. Dazu all die Ü-60er, die dank Elektrovelos wieder lange Touren machen können. Seltsamerweise fragt mich Lanyu unterwegs, ob es Flüsse gebe, die unterirdisch weiterfliessen und ich antworte, dass dies extrem selten vorkäme und eine Stunden später sehen wir genau das: ein Fluss, der durch einen Tunnel fliesst, 185 m, effektvoll beleuchtet, mit einem Wendebecken für die Boote und zwei Wasservorhängen, um die Fledermäuse am Einfliegen zu hindern.
    Wir erreichen am Mittag Besancon, eine Grossstadt mit dem Charme von Bern oder Florenz: der Doubs fliesst durch die Stadt, flankiert von dicken Mauern, Kirchen, Kalksteinhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, überragt von alten Brücken. Wir essen zu Mittag beim Subway im Schatten einer Hausecke. Am Nachmittag legen wir nochmal einen Zahn zu und landen auf einem Campingplatz am Zusammenfluss zweier Flüsschen.
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  • "Du hast in Dir den Himmel...

    September 11, 2023 in France ⋅ ⛅ 28 °C

    ...und die Erde". Zitat von Hildegard von Bingen.
    Das Fahrradreisen hat eine Geschwindigkeit, in der die Seele mitkommt. Reist man zu schnell, fliegt alles an einem vorüber, wie bei einem Blick aus einem Autofenster auf der Autobahn. Beim Fliegen ist es besonders absurd, denn man steigt ins Flugzeug in der einen Kultur, Umgebung und in einer anderen nach Stunden wieder aus. Abgesehen vom evtl. Jetlag, braucht man manchmal Tage bis einem nicht alles unwirklich vorkommt. Auch das Reisen mit dem Zug oder Auto erlaubt der Seele nicht zu folgen, man ist auf das Ziel konzentriert und nicht auf die Reise. Im Auto winkt dir bestenfalls mal jemand im Vorbeifahren zu, du machst mal Rast, aber ansprechbar bist Du bei 50 km/h nicht, zumal das Fenster zwischen Dir und der Umgebung eine Trennung schafft. Beim Radfahren aber grüsst Du permanent die Entgegenkommenden, du lächelst und man lächelt dir zu. Anzuhalten ist einfach, kein Ding mal eben vom Rad zu steigen, einen Plausch zu halten. Obwohl wir zu zweit fahren, fährt doch auch jeder alleine auf seinem Fortbewegungsmittel, ist alleine mit seinen Gedanken, sieht andere Details, die dann auszutauschen wiederum interessant bleibt: "Da! Eine tote Spitzmaus! Dort: weisse Kühe!" (Das sind die Kühe, die die Grundlage für weisse Schokolade liefern, wie der Fachmann weiss...) Das Gesehene kann bei 17 km/h gut verarbeitet werden, die Veränderungen von Landschaft, Menschen und Wetter geschehen allmählich und so kommt das, was man als "Seele" annehmen kann, stets mit.
    An heissen Tagen wie diesen brauchst du Wasser in Mengen, 5 oder 6 Liter mindestens, besser 8 Liter. An den einsamen Radstrecken (die sind halt länger, gewundener, umständlicher, haben mehr Steigungen, sind aber sicherer als die Fernstrassen ohne Fahrradwege), gibt es keine Geschäfte, keine Cafés. Wir halten nach Wasseranschlüssen an den Fassaden Ausschau oder fragen einfach bei einem Hausbesitzer, ob wir Wasser nachfüllen dürfen. Der füllt sogar Eis ins Wasser und wünscht uns gute Reise.
    Wir erreichen nach 65 km den kleinen Ort Petit Noir früh, der Campingplatz ist wieder mal herrlich gelegen, am Le Doubs, alles ist grün um uns herum. Sorgfältig wählen wir den Standplatz für das Zelt und Lanyu macht sogleich seine Schularbeiten. Wir waschen eine Maschine voll Wäsche und plaudern mit Deutschen, die auf Velos nach Marokko unterwegs sind.
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  • "Pflücke den Tag" , Horaz

    September 12, 2023 in France ⋅ 🌧 20 °C

    Da am Morgen unsere Wäsche noch nicht trocken ist, warten wir bis mittags. Lanyu macht Schulaufgaben, was meistens eine Mühsal ist, denn die WLAN-Verbindungen sind oft schwach. Der Ort ist so friedlich, der Pächter des Campingareals so freundlich und beflissen, dass wir ernsthaft überlegen einen Tag zu bleiben. Aber da ist auch die Unruhe, die da heisst: "Vorwärts! Weiter!".
    Ergo brechen wir um 12.15 Uhr auf, die Mittagshitze lässt den Schweiss fliessen, mit surrenden Zahnrädern kurbeln wir die Velos durch die zunehmend hügelige Landschaft, es geht rauf und runter, manche Steigung so steil, dass Papa schieben muss. Es geht durch eine malerische Landschaft, man möchte alles fotografieren, jeder Blick ein Treffer, aber wir wollen nicht dokumentieren, sondern a priori geniessen.
    Es geht durch winzige Weiler, dann durch Saint Germain du Bois, Saint Usuge, Vincelles und nach 53 km erreichen wir Louhans, kaufen im örtlichen Spar-Markt ein und sind um 18 Uhr, gerade noch rechtzeitig bevor der Campingplatz schliesst, am Ziel. Die beiden dort federführenden Damen sind ausgesprochen kulant: da ein Gewitter aufzieht, dürfen wir das Zelt im überdachten Café-Bereich aufstellen und während wir das Zelt an Tischen und Stühlen festzurren, beginnt es zu blitzen.
    Wir essen Baguette, Kiri, Feigenmarmelade auf Crissinis und Nektarinen und während der Regen prasselt, lesen wir die Notfallanweisungen für Überflutungen. Danach sinken wir auf unsere Luftmatratzen und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein.
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  • Tossiat

    September 14, 2023 in France ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute liegen nur etwa 40 km vor uns. Es geht auf und ab, eine kurvenreiche Strecke, aber zumeist haben wir Rückenwind und es geht flott voran, zudem ist es etwas kühler, die Hitze der letzten Tag scheint vorüber. Die Stimmung ist gut, Lanyu hängt meist etwas zurück, manchmal über 100 m, aber ausserhalb der Städte ist das kein Problem, nur bei den Abzweigungen muss ich dann warten bis Lanyu sehen kann wohin die Reise weiter geht.
    Lanyu meistert die Belastungen erstaunlich gut und fährt die Steigungen, bei denen ich mich im Slalom auf den Teerstrassen hocharbeite, einfach geradeaus und selbst wenn ich schon mein Rad schieben muss, weil es einfach zu steil hochgeht, steigt er einfach aus dem Sattel und im Wiegetritt, das Gepäck schwenkt dabei hin und her, fährt er hoch und wartet oben auf mich.
    Auffällig ist, wieviele tote Tiere wir auf unserer Strassenseite liegen sehen. Multipliziert man die Zahl mit 2 - da wir, was am anderen Strassenrand liegt meist nicht sehen, so ergibt sich eine erschreckende Bilanz. Da liegen vor allem Igel zuhauf, Baum- und Steinmarder, Ratten, Mäuse, Eidechsen, Blindschleichen, Schlangen...Strassen in ländlichen Gegenden sind Schneisen der Naturvernichtung. Was dort zudem an Insekten und Vögeln auf die Karosserien prallt, entgeht uns - die Vögel fliegen in den Strassengraben.
    Wir passieren Saint Croix und erreichen am frühen Nachmittag Bourge en Bresse, eine Kleinstadt mit romantischem Ortskern. Mittelpunkt ist der Altstädte ist ja stets die Kirche, die in den kleinen Orten alles überragt und an denen man sich als Reisender orientieren kann, wenn man einen Laden braucht, in dem man etwas zu Essen kaufen kann.
    Wir kaufen in einer Boulangerie etwas und setzen uns auf eine Bank. Teils schmunzelnd, teils leicht erstaunt, wird Lanyu häufig mehr Aufmerksamkeit zuteil als mir, denn der Anblick eines Kindes auf einer Radtour ist dann doch etwas ungewöhnlich.
    Am Abend erreichen wir den Campingplatz von Tossiat und ich hänge erstmal alle Kleidung zum Trocknen auf einen Zaun, denn am Morgen habe ich erneut alles, nass vom Tau, einpacken müssen.
    Laut Wetterbericht und Regenradar soll es in der Nacht stürmen und gewittern, weshalb ich beschliesse ein ungenutztes Partyzelt auf dem Campingplatz als Standplatz für unser Zwei-Mann-Zelt zu nutzen. Aber tatsächlich regnet es über Nacht kaum.
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  • Camping Claire Rivière

    September 15, 2023 in France ⋅ ☀️ 27 °C

    Die Nacht war aufgrund des Wetterumschwungs kühler. Lanyu`s Drei-Jahreszeiten-Schlafsack wärmt schon bei Temperaturen unter 16 Grad nicht mehr ausreichend - die Herstellerangabe, dass der Komfortbereich bei 10 Grad läge, stimmt definitiv nicht. Also schläft Lanyu mit Socken, zwei Hosen übereinander und einem dicken Hoodie.
    Was mir, nachdem ich seit ca. 20 Jahren nicht mehr in Frankreich war, auffällt: die Franzosen sind allgemein dicker geworden! Sieht man, wieviele Fast-Food-Ketten Dependancen in Frankreich haben und was in den Supermarktregalen angeboten wird, scheint das kein Wunder. Diese Amerikanisierung der Ernährungsgewohnheiten hat nun auch das Land der Haute Cuisine erreicht.
    Und es wird viel mehr geraucht, als in der Schweiz und ich positiviere mir das als Ausdruck der französischen Lebensart des savoir-vivre.
    Wir erreichen den Marktplatz von Chalamont am Mittag und essen vegetarisch. Lanyu hat sich vor Jahren zum Vegetarier erklärt, als ihm das Leid der Tiere klar wurde. In Kenia, unserer zweiten Heimat, hat Lanyu immer wieder mitangesehen, wie Kühe, Schafe und Ziegen geschlachtet werden. Früher war das Töten dort eine kurze Angelegenheit: die Männer, denen das Schlachten traditionell vorbehalten ist, setzten dem Opfer einfach eine Simbe, ein Kurzschwert, mit der Spitze in den Nacken und schlugen auf den Kopf des Griffes - das Tier war sofort tot. Aber der muslimische Einfluss hat das Schächten eingeführt, das Töten durch Ausbluten und diese blutige Angelegenheit hat Lanyu beeindruckt.
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  • Lyon/Lissieu

    September 16, 2023 in France ⋅ ⛅ 22 °C

    Der nächste Morgen - Lyon bereits in scheinbarer Sichtweite. Es geht nochmals steil bergan über die die Stadt umgebenden Berge, aber der Anblick von oben auf die City entschädigt für die Mühe. Eine pulsierende Grossstadt mit einer Down-Town-Skyline von Banken- und Versicherungsniederlassungen. Wir geben uns "Fünf", weil wir den ersten grossen Abschnitt unserer Tour erreicht haben. Der Anfang ist gemacht, erfolgreich gemeistert. Dann geht es bei schönstem Sonnenschein bergab bis an die Rhone.
    Bergab bricht Lanyu nochmals seinen persönlichen Geschwindigkeitsrekord mit 54 km/h (das sollte Mama besser nicht erfahren...). Wir sind am frühen Nachmittag in der City und arbeiten unsere Erledigungsliste ab. In einem Fahrradgeschäft erhalten wir sofort Hilfe: Lanyu`s Gangschaltung wird justiert, die Kette geprüft, neue Pedale werden montiert, der Luftdruck erhöht. Bei Decathlon kaufen wir neue Schuhe für Lanyu, denn die alten stellten sich als fürs Radfahren ungeeignet heraus und landen auf vor dem Geschäft auf einer Kasten, damit sie noch jemand mitnimmt und nutzt. Zudem erstehen wir Flip-Flops und ein neues Schutzblech - das alte ist , von Lanyu unbemerkt, einfach abgefallen.
    Auf der grössten Einkaufsmeile findet ein farbenfroher und lautstarker Umzug statt. Viele der in Lyon vertretenen Nationen haben sich in ihre Nationaltrachten gekleidet, musizieren ihre Musik und als die Brasilianer Samba trommelnd und tanzend an uns vorbeiziehen, wähne ich mich ein wenig in Rio.
    Wir kämpfen uns dann wieder kilometerlang einen Berg zum Campingplatz hoch und bei Einbruch der Dunkelheit sind wir - ziemlich groggy - oben angelangt, nur um festzustellen, dass der Platz völlig belegt ist. Was jetzt? Damit hatte ich nicht gerechnet, denn die vorherigen Plätze waren meist halbleer. Wir klappern die Hotels in der Nähe ab, aber alles ist ausgebucht. Lanyu fragt vorsichtig: "W.C.?" Damit ist das verbotene Wilde Campern gemeint. Nur wo? Hier in der Stadt, im Dunkeln einen geeigneten Ort zu finden..? Ich erinnere mich daran, wie ich das früher gemacht habe und gehe zum Pizzawagen an der nächsten Kreuzung. Ich kaufe etwas Kaltes zu Trinken und frage den Pizzamann, wo er denkt, dass W.C. möglich wäre. Auf dem Gelände des Sportplatzes gegenüber..? Nein, das ist mir zu riskant. Wir kommen ins Gespräch und der Mann heisst Abdellah Oufkir und kommt aus Rabat und horcht auf, als ich ihm sage, dass Marokko eines unserer Reiseziele ist. Dann lädt er uns ein auf seinem Grundstück zu zelten, 8 km sind es noch bis dahin. ich vertraue dem Mann, lege unser Gepäck auf den Beifahrersitz seines Autos (für die Räder ist kein Platz) und wir fahren, zunächst nochmals steil bergauf, dann aber 10 Minuten wunderbar bergab, bis nach Lissieu. Seine Frau und zwei seiner drei Kinder erwarten uns dort, es gibt Pizza Margareta und Pfefferminztee und man hat uns das Kinderzimmer des Jüngsten freigeräumt, wir duschen und unterhalten uns froh gelaunt und schlafen seit 2 Wochen mal wieder in einem Bett.
    Heute sind wir 80 km gefahren, inklusive mehrerer steilster Anstiege.
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  • Camping Barolles, Saint Genis Laval

    September 17, 2023 in France ⋅ ⛅ 26 °C

    Für diesen Sonntagmorgen haben sich unsere Gastgeber erbeten bis 11 Uhr ungestört zu bleiben. Unten im Souterrain wohnen mehrere Senegalesen und helfen Abdellah somit auch das Haus zu finanzieren. Wir frühstücken gemeinsam auf dem grossen Balkon in der Sonne, Lanyu spielt noch mit dem etwa gleichaltrigen Jüngsten Tischfussball und Billard, ich packe alles zusammen und um 13 Uhr brechen wir auf. Abdellah hat uns die Adresse seiner Schwester in Rabat gegeben - mal sehen, ob wir es überhaupt so weit schaffen!?
    Wir fahren wieder den ganzen Berg hoch, dann durch die Stadt mit ihrem kleinen "Eiffelturm" und erreichen den Campingplatz in Saint Denis Laval. In der Nacht soll es wieder ein Gewitter geben, weshalb ich erstmals die Windleinen montiere. Tatsächlich wache ich in der Nacht vom Donner und dem Rauschen des Regens auf unserem Zelt auf. Misstrauisch beäuge ich alle Ecken: hält das Zelt dicht?
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  • Homebound

    September 18, 2023 in Switzerland ⋅ ☁️ 20 °C

    Am Morgen regnet es noch immer, aber das Zelt hat seine Regentaufe bestanden. Als es gegen 8.00 Uhr endlich aufhört zu regnen, krabbeln wir aus unserem tragbaren Zuhause und sortieren alles, nass wie es ist, in die fünf Taschen und bereiten die Abfahrt vor. Aber meine vier Buchstaben sind derart entzündet, dass an ein Weiterfahren nicht zu denken ist. Eine Heilung, so nehme ich an, wird Tage, wenn nicht mehr als eine Woche dauern, in deinen ich keinesfalls mehr fahren kann und wir können nicht tagelang im Freien herumlaufen oder im Zelt hocken. Bliebe ein Hotel, aber das wäre teurer als eine Heimfahrt nach Zürich. Zudem: wie sich herausstellt, hat unsere, vom Gesetz angeblich geforderte, Abmeldung bei der Wohngemeinde ungeahnte steuerliche und weitere Folgen, so dass es dringend geraten scheint, dies durch eine Wiederanmeldung rückgängig zu machen. Dazu müssen wir nach Zürich. Lanyu scheint nicht überrascht, als ich ihm meinen Entschluss mitteile und meine mit Furunkeln überzogene Kehrseite zeige.
    Wir fahren die ca. 15 km bis zum nächsten Bahnhof im Stadtgebiet von Lyon zurück und versuchen herauszufinden, wo genau wir mit den Fahrrädern in den Zug zum Hauptbahnhof von Lyon einsteigen müssen; ein hektisches Unterfangen, denn die Räder müssen durch die engen Türen, zudem alles Gepäck und das in 3 Minuten, dann fährt der Zug auch schon ab. Same procedure am Lyon Gare Centrale und in Genf. Nachmittags sind wir in Zürich und radeln nach Hause. Mama und Schwester Mayen ahnen nichts! Mayen sieht uns durchs Fenster und stürmt uns entgegen und Mama scheint fassungslos. Die nächsten 24 Std. verarbeiten wir alle vier erstmal das Wiedersehen.
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  • Zürich Albisrieden

    September 27, 2023 in Switzerland ⋅ ☀️ 22 °C

    Wir sind jetzt 9 Tage zuhause und die Heilung meines Sitzfleisches zieht sich unerwartet in die Länge, ergo bleibt Zeit für alle Erledigungen und Lanyu kann endlich ausreichend am Laptop für die Schule arbeiten. Am Ende entschliesst er sich, trotz des drohenden Fragensturms der Mitschüler*innen, ein paar Tage zur Schule zu gehen, geniesst es seine Freunde zu sehen, endlich wieder Klavier und Fussball zu spielen und fernzusehen und die Nintendo-Konsole zu nutzen. Es wird kühler und mit dem nahenden Herbst auch regnerischer werden...wir müssen bald wieder los, gen Süden fahren!Read more

  • Lanyulein...

    September 29, 2023 in Switzerland ⋅ ☀️ 24 °C

    ...fuhr zu zwein,
    in die weite Welt hinein,
    Rad und Mut,
    steh`n ihm gut,
    ist auch frohgemut,
    aber Mama weinet sehr,
    hat ja nun kein` Lanyu mehr,
    wünsch` euch Glück,
    sagt ihr Blick,
    kommt nur bald zurück!

    Auch die Trennung von Heim und Familie sind für uns beide eine Herausforderung, aber auch für die Daheimgebliebenen und das ist oft schwerer zu ertragen, als die eigene Wehmut.
    Es ist gut wieder nach Hause zu kommen, aber, in Abwandlung: die Strasse ruft!
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  • Lisseu bei Lyon

    October 2, 2023 in France ⋅ 🌙 22 °C

    Wir nehmen den Weg zwischen die Beine und machen uns auf die Socken, wir ziehen los und eilen davon mit surrenden Ketten...zum Hauptbahnhof Zürich. 12.04 Uhr, der Schnellzug nach Genf, hurtig die Räder hineingehievt, die 6 Taschen verstaut und voller Reiselust schauen wir uns die am Fenster vorbeifliegende Schweiz an, Traumwunderland, wo Milch und Honig fliessen.
    Umsteigen in Genf, ein Drahtseilakt, denn selbst vier Bahnbeamte können uns nicht sagen, welche Wagons für die Fahrradunterbringung vorgesehen sind. Wir erspähen am vorbeifahrenden Zug einen geeigneten Wagon, hetzen auf den Rädern zum Haltepunkt und jetzt muss alles ganz schnell gehen, Gepäck abladen und hineinwerfen, Räder durch die enge Türe drei Stufen hochhieven...geschafft! Bei der Einfahrt in den Bahnhof von Lyon darf Lanyu, auf meine Bitte hin, für eine Minute in das Cockpit des Zugführers - Lanyu ist stolz wie Oskar.
    Lyon erreichen wir kurz nach 17 Uhr, 29 Grad, 20 km bis zum Ziel Lisseu im Norden von Lyon. Um bei Abdellah übernachten zu können, nehmen wir den heftigen, kilometerlangen Anstieg in Kauf und hin und zurück sind es 44 km Umweg dafür.
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  • Condrieu

    October 4, 2023 in France ⋅ ☁️ 20 °C

    Am Morgen sind Abdellah und die beiden Söhne bereits entschwunden. Abdellah arbeitet von 6 bis 21 Uhr, ein echter Knochenjob so ein Pizzawagen; den ganzen Tag stehen, bücken, am frühen Morgen schon einkaufen im Grossmarkt, alles vorbereiten am Vormittag und schon zum Frühstück werden die ersten Pizzen bestellt und das geht manchmal bis 21.30 Uhr in der Nacht. Seine Frau Sana arbeitet am Computer einer Sicherheitsfirma. Bevor Abdellah am Abend kommt, bereite ich mit Sana das Abendessen vor und sie vertraut mir an, das sie gerne auch so eine Fahrradreise machen würde und das meint sie ernst, so dass ich mich veranlasst fühle ihr zu versprechen, dass meinige zu tun, um diesen Traum zu erfüllen. Vielleicht können unsere beiden Familien mal eine Tour zusammen machen..?
    Abdellah ist irgendwie schlecht gelaunt, angespannt und ich versuche zu verstehen, was seine Tiraden zu bedeuten haben. Letzten Endes interpretiere ich das Ganze als "Du hast etwas, was ich nicht hab`" - etwas Freiheit? Ich kenne diese Gefühlsausbrüche bereits von meiner Tour nach Kapstadt 2002 bis 2005. Meine Anwesenheit als Reisender mit mehr Zeit als ein Pauschalurlauber und entfernten Zielen weckten bei vielen Menschen, die ich unterwegs traf, teils starke Gefühle. Die einen glauben Dir schlicht nicht, dass Du derart ferne Ziele mit einem Fahrrad tatsächlich erreichen kannst, die anderen erklären dich für verrückt (ein deutscher Radiosender fragte mich 2004 im Telefoninterview als erstes, ob ich "bekloppt" sei), viele neiden einem die Möglichkeit. Oft schwebt die Frage im Raum, "könnte ich das auch?" und im Schnelldurchlauf der Gedanken werden alle Argumente dagegen gesammelt, die Schwierigkeiten und scheinbaren Unmöglichkeiten summiert und diese Spannung meiner Gegenüber äußert sich dann oft in einer etwas aggressiven Stimmung, die sich gegen das Spiegelbild des "Und-es-geht-doch" richtet. Zu erklären, warum ich solche Touren mache, zumal jetzt auch noch mit meinem Sohn, ist müssig, wenn der Gesprächspartner negativ eingestellt ist. Letztlich ist es wie bei einem Fragesteller, der den Bergsteiger fragt, warum er in Eis und Schnee sein Leben einsam auf den Bergen riskiert, warum er Berge unter Qualen besteigt und der antwortet schlicht: "Weil sie da sind."
    Wir radeln fleissig die Rhone entlang, etwa 70 km sind es heute und erreichen Condrieu. Leider sind die diversen Campingplätze entweder seit Ende September geschlossen oder überfüllt. Was nun? Wir fahren in die kleine Innenstadt zurück und in einem Kreisverkehr, Lanyu fährt etwa 10 Meter vor mir, wird er von einem Auto angefahren, dass ihn einfach im Kreisverkehr links überholt und ihn dann schneidet und rechts abbiegt. Lanyu kann nicht ausweichen, das Auto rammt ihn um, er stürzt. Der Wagen aber begeht Fahrerflucht und fährt einfach weiter. Der nachfolgende Wagen nimmt die Verfolgung auf und stellt den Fahrer etwa 100 m weiter, weil dort der Verkehr stockt. Ich überzeuge mich, dass Lanyu nicht schwer verletzt ist und fahre dem Wagen ebenfalls hinterher. Da die Fahrerin erneute zu fliehen versucht, stelle ich mich vor das Auto und fotografiere das Nummernschild und die beiden Insassen des Wagens, die sich nicht mal die Mühe machen auszusteigen. Die junge Fahrerin spricht Englisch und behauptet, sie habe Lanyu gar nicht berührt, nur der Aussenspiegel habe ihn getroffen - eine seltsame Unschuldsbehauptung. Die ganze Fahrertüre ist von Lanyus Reifen verschmiert, der Spiegel hat einen Schaden, aber als ich das fotografieren will, gibt die Fahrerin Gas und entkommt. Ich rufe die Polizei, das Ganze dauert anderthalb Stunden, es wird dunkel und wir haben keine Unterkunft. Letztlich können wir ein Zimmer in einem Privathaus in den Hügeln über Condrieu buchen. Die steile, 2 km lange Auffahrt ist für uns nur in Schlangenlinien zu bewältigen. Gegen 20.30 erreichen wir das kleine Haus auf dem Hochplateau.
    Was für ein Tag...
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  • "Wir mögen die Welt durchreisen,...

    October 4, 2023 in France ⋅ ⛅ 13 °C

    ...um das Schöne zu finden, aber wir müssen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht." Ralph Waldo Emerson
    Am Morgen müssen wir zur Polizei in Ampuis - das sind 10 km Entfernung und weil unsere Unterkunft für die nächste Nacht belegt ist, wissen wir nicht, wie wir das alles zeitlich hinbekommen sollen. Aber immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her - unsere Nachbarn in der kleinen Unterkunft, Vater Martin und Sohn Maxim aus Prag, bieten ihre Hilfe an, werfen ihren Tagesplan um, Martin fährt uns mit seinem Auto zur Polizei und der Hausherr erlaubt uns auf seinem Grundstück unser Zelt für die nächste Nacht aufzuschlagen. Was die Anzeige gegen die rüpelhafte Fahrerin bringen wird, bleibt offen. Jemand der sich so verhält, wird natürlich lügen das sich die Balken biegen.
    Wir kaufen reichlich im Supermacht in Condrieu ein, ich baue das Zelt auf, wasche die Wäsche des Vortages und Lanyu macht Schulaufgaben und ein langes Nickerchen im Schlafsack auf einer Gartenliege im Schatten der Obstbäume ist auch noch drin. Jetzt geht es uns wieder besser. Und die Aussicht von hier ist toll.
    Auf dem Hochplateau pfeift der Wind und die Nacht ist 10 Grad kühl. Wir machen einen Spaziergang und essen unter dem Balkon des Hauses unser frugales Mahl. Weil Abenteueressen, darum trotzdem lecker ;-)
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