Gefangen in Jerewan
October 21, 2024 in Armenia ⋅ ⛅ 13 °C
Nun heißt es Jerewan zum Zweiten.
Dieser 2te Besuch wird nun dem Hund und meinem Zahn gewidmet sein. Bereits am Montag habe ich einen Zahnarzttermin bei Ultra Dent. Der Zahnarzt hat erste Details bereits per WhatsApp mit mir ausgetauscht. Sehr praktisch & zudem deckungsgleich mit den Empfehlungen meines Zahnarztes in Deutschland.
Am Montag wird dann jedoch erstmal der finale Plan geschmiedet. Zahn raus, Zahnfleisch von links nach rechts verpflanzen und dann den alten Zahn der Wurzel entledigen und dazwischen kleben. Beruhigen tut mich das alles nicht, aber es ist der Weg der zu gehen ist. Sehr gut ist zumindest mein Eindruck von den Ärzten, dem Team und der Praxis. Alles stimmig! Am Mittwoch soll es dann losgehen.
Die Zwischenzeit wird natürlich mit Leben gefüllt. Jerewan hat keinen Eifelturm oder sonstige mega Attraktionen. Die Stadt ist unaufgeregt, sympathisch & zu entdecken gibt es dennoch reichlich. Der zweite Blick und für den haben wir jetzt Zeit, macht die Stadt besonders interessant. Es gibt riesige Innenhöfe, welche einerseits als Abkürzungen genutzt werden, andererseits das eigentliche Leben wiederspiegeln. In diesen Höfen sind die kleinen Geschäfte, die Geschäfte wo alles einfach ist. Der Bäcker, der Metzger, der Kaffee To Go Stand. Nix gepimpt, sondern authentisch!
Abends geht es wiederholt zu Symphonie Konzerten und zur 100 Jahrfeier vom Regisseur Parajanov. Mit 7,80€ je Eintritt ist Kultur bezahlbar. Die Besetzungen sind zudem erstklassig. Es ist aktuell das Jerewan Festival👌.
Am Mittwoch heißt es dann Zahn ade. Dann zwei Stunden Zahnfleisch Transplantation und dann das Anpassen des soeben verloren Zahnes. Zahnfleisch OP ist übrigens nicht so angenehm. Der Zahnarzt war allerdings sehr entspannt. Im Hintergrund mit Klaviermusik und die Kommunikation mit der Arzthelferin war auch vorbildlich. Lediglich das rot blinkende Licht über mir, signalisierte mir Gefahr. Dies war zwar lediglich von der Brandmeldeanlage, aber im Zusammenhang mit der OP wirkte es einfach nicht beruhigend. Also Augen zu und durch😅!
Der nächste Tag ist dann Herrn Linguinis großer Tag. Blutabnahme in der altbekannten Praxis. Da er der Belegschaft ja beim letzten Besuch verloren gegangen war, ist er dort in guter Erinnerung. Am Nachmittag folgen bereits die Blutwerte per WhatsApp. Alles ist okay. Die Parasiten sind erfolgreich bekämpft👌❤!
Unsere Zuhause ist übrigens direkt neben dem Wohnsitz des ersten Präsidenten von Armenien. Gehobene Wohnlage also. Zumindest hinter seiner kameraüberwachten Mauer. Die Security hat sich mittlerweile an uns gewöhnt. Der Gärtner bringt uns regelmäßig Äpfel aus dem Garten des ehemaligen Präsidenten. Die Haushälterin flieht immer wieder vor Herrn Linguini. Die drei sportlichen Pensionäre grüßen jeden Morgen & haben schonmal Bonbons für uns. Viktor geht zweimal täglich mit seinen Hunden und entwickelt sich zum guten Gesprächspartner. Abends kommen dann die Pärchen, welche auf den Rückbänken der Fahrzeuge ihr Liebesnest haben. Ja, wir wohnen mittlerweile dort. Gefangen in Jerewan.
Es folgen zwei weitere Kontrolltermine beim Zahnarzt. Dieser zeigt mir mittlerweile Bilder von seinem Kind und es stellt sich heraus, dass er recht gut deutsch spricht. Er wollte eigentlich in Wien studieren und hatte dafür deutsch gelernt. Es wurde dann Moskau, wo er auch lebte. Der Krieg trieb ihn und seine Familie dann nach Jerewan. Das Thema Händeverbinden gefällt ihm sehr gut. Wir verstehen uns gut. Am Dienstag dem 29.10. gibt er dann grünes Licht zu Weiterreise.
Aber irgendwie haben wir bereits Wurzeln geschlagen🙈. Das Genozid Museum gilt es ebenfalls noch zu besichtigen. Übrigens schrecklich was dem armenischen Volk durch die Türkei angetan wurde! Zudem wird lackiert, abgeschmiert und so zudem ist noch das Finale des Festivals. Auch Pam & Raffael aus der Schweiz sind zu Besuch. So verfliegt die Zeit und wir entdecken die Stadt immer besser.
Am 31.10. geht es dann tatsächlich los. Der Anlass, die Stadt ein zweites Mal zu besuchen, war in zweierlei Hinsicht nicht der Beste, aber am Ende liegt es an einem selbst was man daraus macht. Jerewan ist eine schöne Stadt & die Menschen waren gut zu uns😊. Und trotzdem ist unser Leben und unsere Infrastruktur auf Natur ausgelegt. Und dafür wird es jetzt wieder allerhöchste Zeit😊.Read more






















