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  • Day184

    Aus den Augen, niemals aus dem Sinn

    April 29, 2017 in Cuba ⋅ ☀️ 28 °C

    ...so wird es wohl jedem ergehen, der schon mal auf Kuba gewesen ist. Bei uns waren es lediglich zehn Tage, aber sie haben uns auf eindrucksvolle Weise dem Land näher gebracht. Vielleicht auch deswegen, weil wir es ausnahmsweise nicht lediglich durch den Sucher einer Fotokamera betrachtet haben, sondern immer wieder auf Tuchfühlung mit Kubanern gegangen sind, was eine tolle Erfahrung gewesen ist. Morgen fliegen wir nach Mexico, die zweite Etappe unserer Reise. Endlich wieder vernünftiges Internet! (hier online zu gehen ist trotz Modernisierung des Landes immer noch ein ziemlicher Act, und es erforderte einiges an Planung und Vorbereitung, diesen Blog einigermaßen up to Date zu halten...). Doch wir fliegen nicht los, ohne noch vorher ein paar Props in alle geographische Richtungen loszuwerden:

    Danke an Katrin für die hervorragenden Tipps bezüglich der Bleibe in Havanna (Suramas Haus ist der Wahnsinn!) und der Auswahl der aufzusuchenden Orte; Viñales war der benötigte Ausgleich zur Hauptstadt und hat die Reise richtig rund gemacht. Danke an Andrea, die uns die "Gebrauchsanweisung für Kuba" geschenkt hat, ein wirklich großartiges Buch, welches wunderbar die eigenen Erfahrungen im Land ergänzte und erklärte. Und last, but not least, danke an Alfonso vom Hotel Los Jazmines in Viñales für seinen "Mojito Especial", dessen Rezeptur er mir nach dem dritten, den ich davon hatte, verraten hat (habe ich leider gleich wieder vergessen).

    Hasta la vista, Cuba!
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    Julia Heber

    Ich weiß genau, was ihr meint. Kuba ist das einzige Land außerhalb Europas, das ich schon zweimal besucht habe. Viel Spaß in Mexiko!

    5/2/17Reply
    Westwards

    Danke! Update folgt bald... :)

    5/2/17Reply
     
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  • Day181

    Encuentros en el campo

    April 26, 2017 in Cuba ⋅ ⛅ 24 °C

    Pro-Tipp vom Globetrotter: bevor du 15km durch den subtropischen Dschungel mit deinen neuen Trekking-Schuhen stapfst, solltest du diese vorher zuhause einlaufen!
    Die sich schnell bildenden Blasen an meinen Füßen zwangen uns zu einem langsameren Schritt mit mehr Pausen, und das führte zu zahlreichen, teilweise sehr beglückenden Begegnungen mit den Einheimischen. In Havanna wirst du ebenfalls oft angesprochen, merkst aber recht bald, man will dir meistens nur das Geld aus der Tasche ziehen; in Viñales ist das anders. Es gibt auch hier Verkaufsgespräche, sie verlaufen aber viel freundlicher, fast schon zaghaft; die Leute hier besitzen nicht die Abgebrühtheit der Städter. Einige Gespräche entwickeln sich aus reinem Interesse am Gegenüber; das Wort "Peso" fällt kein einziges Mal. Dadurch hatten wir die Gelegenheit, ein Stück weit in die Kultur und Geschichte des Landes einzutauchen, was dieser Reise plötzlich eine ganz andere Tiefe verleiht. Wir sprachen mit "Paul Newman", einem 77jährigen Landarbeiter mit stahlblauen Augen, der uns davon erzählte, wie er 1958 als junger Bursche den "Barbudos" (den Revolutionären) zuhörte, wie diese von ihrem Piratensender aus die Bevölkerung um Unterstützung baten. Er musste deswegen um sein Leben fürchten; die Schergen Batistas hatten ihre Augen und Ohren überall, und einige seiner Freunde verschwanden damals einfach. Oder Odeyra, die gläubige Methodistin, die in einer ärmeren Gegend Viñales' lebt, und von der eigenen casa particular träumt, obwohl sie weiß, dass sich dieser Traum wohl niemals verwirklichen wird. Es sind all diese flüchtigen Begegnungen auf der Straße oder auf dem Feld, die in ihrer Gesamtheit den Reiz und die Schönheit Kubas ausmachen.Read more

    Katrin Foerster

    Und all das geht denjenigen verloren, die nur in Varadero am Strand liegen.. Was ein Glück, wenn man die Landessprache spricht!!! 👍🏻

    4/29/17Reply
     
  • Day179

    The Last House on The Left

    April 24, 2017 in Cuba ⋅ ⛅ 8 °C

    Wir ziehen weiter, um dem lauten Treiben der Hauptstadt zu entfliehen und ein wenig kubanische Natur zu erleben. Drei Stunden Taxifahrt später sind wir in der kubanischen Version von Riccione angekommen: Viñales. Was ursprünglich ein kleines Dörfchen mit knapp 10.000 Einwohnern und vielen Tabakfeldern inmitten atemberaubender Landschaft war, hat sich innerhalb weniger Jahre neben Varadero und Trinidad zu einem der Hauptattraktionen des Landes gemausert. Und da man mit Tourismus mehr Geld verdienen kann als mit Nikotin (zumal 90% der Ernte für schlechtes Geld an den Staat geht), ist mittlerweile jedes Haus in Viñales eine "casa particular": ein staatlich genehmigtes BnB. Wir haben uns für eine Bleibe etwas abseits entschieden - es ist das letzte Haus links in einer unbedeutenden Nebenstraße kurz vor dem subtropischen Urwald.

    Der Rest des Tages wird damit verbracht, den Hühnern hinter dem Haus beim Scharren zuzuschauen. Nach vier Tagen Havanna ist das Entspannung pur.
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  • Day178

    Ding Dong, der Hahn ist tot!

    April 23, 2017 in Cuba ⋅ ⛅ 26 °C

    Heute hat es geregnet. Dabei ist das ein leichter Euphemismus, denn die Pforten des Himmels öffneten sich und so viel Wasser ergoss sich auf Havanna nieder, als würde sich Gott spontan dazu entschieden haben, eine zweite Sintflut einzuläuten. Das dürfte nicht leicht für die Kubaner sein, von denen einige in den letzten Tagen schon ihr Regenschirm aufspannten, wenn es lediglich regnen könnte. Wir haben es vormittags trotzdem geschafft in Vedado, einem weiteren Stadtteil Havannas, den Platz der Revolution und den José Martí-Turm zu besteigen (um den ganz oben einige Geier kreisten; nichts unübliches bei den Wolkenkratzern der Stadt). Kathrin hat anschließend ganz liebestrunken zahlreiche Fotos von Ches Konterfei auf der Häuserfassade am Platz geschossen.

    Diese Wassermassen kann der Hahn auf dem Dach niemals überlebt haben. Wir freuen uns morgen aufs Ausschlafen!
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    Julia Heber

    Sturzfluten kommen leider öfter. Ich vermute, der Hahn ist schon abgehärtet. US-Malls gab's vor 1,5 Jahren allerdings noch nicht...

    4/26/17Reply
     
  • Day176

    Hasta la Victoria's Secret

    April 21, 2017 in Cuba ⋅ ☁️ 22 °C

    Am nächsten Morgen werden wir vom Krähen des Hahnes geweckt. Um 3. Mitten in der Stadt. Dafuq? Wir stehen trotzdem erst um 7 auf, und begeben uns auf Wanderschaft, um das Drecksviech ausfindig zu machen.

    Auch wenn man noch nie hier war, hat man eine gewisse Vorstellung, wie Kuba so tickt. Ich habe mal gelesen, es ist das Land, in dem Menschen, die darauf keine Lust haben, morgens mit Bussen fahren, die nicht funktionieren, zu Fabriken, wo sie nichts tun, wofür sie kein Geld verdienen, und gehen abends nach Hause, wo es keinen Strom gibt, der aber auch nichts kostet (Parallelen zur DDR, das hässlichere Kuba des Nordens, sind unausweichlich). Das mag sicherlich vor einigen Jahren noch richtig gewesen sein, es gilt aber nicht (mehr) für das Kuba, welches wir gerade hier erleben. Habana vieja, die Altstadt, in der wir wohnen, ist fest in touristischer Hand. Du kommst keine 50m weit ohne Taxifahrten, Zigarren, Stadtführungen und Lokalitäten teilweise recht aufdringlich angeboten zu bekommen. Die Oldtimer, einst Sinnbild des Landes, sind alle ausschließlich als Taxis unterwegs, in denen fette Amerikaner durch die Stadt kutschiert werden; niemand, der solch ein wertvolles Auto besitzt, lässt sich das Geschäft entgehen. Jeder lechzt nach dem CUC, der Touristenwährung, die sich nach dem Dollar richtet und 25x so viel wert ist wie der kubanische Peso. Dadurch wird in die "letzte Bastion des real existierenden Sozialismus" massiv Geld hineingepumpt, welches nicht nur dazu dient, die teilweise wirklich marode, aber wunderschöne Architektur zu sanieren, sondern auch um die Speerspitze des Imperialismus ins Land zu tragen: erst diese Woche eröffnete in der Calle Neptuno in der Altstadt eine hypermoderne Mall, wo du von Gucci über Prada bis D&G alles kaufen kannst, was dein Kapitalistenherz begehrt. Selbst das Bikini in Berlin verblasst vor so viel Dekadenz, und es wird nicht mehr lange dauern, bis das erste McDonalds in Havanna seine Pforten öffnet. War es nicht Fidel selbst, der vor knapp 60 Jahren neben Batista auch Meyer Lansky und seine Mafiafreunde aus dem Land jagte, bevor Havanna vollends zur Lasterhöhle der US-Schickeria verkommt?

    Es ist natürlich recht müßig, die schwindende Originalität des Landes zu kritisieren, wenn man selbst Teil und sogar Katalysator dieses Transformationsprozesses ist. Und man kann es auch den Kubanern alles andere als verübeln, wenn sie eben nicht mehr lediglich die lebensfrohen, aber armen Inseläffchen sein wollen, die nur von Liebe, Salsa und Mojitos leben. Sollte aber einer von euch genau das hier suchen, muss er schnellstmöglich seine Koffer packen und einen Flug nach Kuba buchen. Denn es könnte sonst schon bald zu spät sein.

    Den Drecksvogel haben wir übrigens nicht gefunden. Scheint sich irgendwo in den Dächern aufzuhalten. Aber, hey: Mañana ist auch noch ein Tag!
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    Katrin Foerster

    Krass, da hat sich in den letzten drei Jahren doch schon einiges geändert...

    4/27/17Reply
     
  • Day175

    Kuba

    April 20, 2017 in Cuba ⋅ ⛅ 28 °C

    Knapp 11 Flugstunden und 2,5 Flaschen Möt später: wir quälen uns aus unseren Super-Deluxe-Massage-Liegesitzen und entsteigen glücklich, aber halbwegs besoffen dem Ferienbomber, der uns nach Havanna gebracht hat. Die vorherrschende Aussentemperatur, die leicht über den 5 Grad liegt, mit denen uns Berlin verabschiedet hat, hilft ungemein, den Restalkohol verdunsten zu lassen. Als wir die ersten begeisterten Ausrufe unserer Mitflieger ("auch nich anders als Malle, ey") vernehmen, wissen wir: wir sind auf Kuba.

    Schon auf der Taxifahrt zu unserem Haus offenbart sich das Land von seiner eindringlichsten Seite: alle 100 Meter verblasste sozialistische Parolen, die zum Durchhalten auffordern. Runtergekommene und improvisiert zusammengeflickte Behausungen. Tausend Menschen auf allen Straßen. Und bei weitem nicht so viele Oldtimer, wie wir vermutet haben; unser Privattaxi ist deutlich jünger als wir, und stammt nicht aus vorrevolutionären Zeiten. In unserem B&B angekommen stellt sich die Frage: den vorhandenen Lauf mit Mojitos fortsetzen, oder es erst einmal ruhig angehen lassen? Wir entscheiden uns für letzteres, und legen uns recht früh ab. Es ist immerhin Kuba, hombre! Kein Platz für teutonischen Aktionismus; Mañana ist auch ein Tag.
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    Katrin Foerster

    Ist das an der Ecke, wo Suramas Mutter wohnt? Kommt mir irgendwie bekannt vor 😉

    4/27/17Reply
     

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