• Souss Massa Naturschutzgebiet

    Mar 2–3 in Morocco ⋅ ☁️ 15 °C

    Seltenst habe ich mich an einem Standort so wohl gefühlt und das ist nicht zuletzt den Hunden geschuldet, die mir heute nicht mehr von der Seite gewichen sind.

    Der Tag geht früh los und da ich kein bzw. nur noch ein kurzes Duolingo mache, ist wieder mehr Zeit verfügbar, zum Beispiel für einen Morgenspaziergang.

    Doch zuerst füttere ich die Rasselbande von Hunden, die um ca. 07:00 Uhr an meiner Aufbautür auf mich wartet. Ohne zu überlegen stelle ich Ihnen meinen großen Topf mit den Reisresten vom Vortag hin. Der Jüngste fängt direkt an zu mampfen und wird dann von der Mama, die ihm hier den Vortritt gelassen hat, energisch aus dem Topf gedrängt.

    Ich stelle den Topf wieder rein und mache mich auf den Weg zu einem Morgenspaziergang am Strand. Es wundert mich nicht, aber dennoch freue ich mich, dass die beiden Hunde mich begleiten. Wie oft habe ich das schon erlebt auch ohne fressen gegeben zu haben. It’s all about Energy, go with the flow?

    Wir spazieren am Strand, bis wir zwei anderen Hunden begegnen, wo ich dann auch den jüngeren zurück lasse, nachdem sich die Mutter schon vorher geweigert hatte weiter mitzugehen.

    Ich passiere einen grünen Wasserfall mit einer Frau, die ich freundlichst mit: „Salam Aleikum“ begrüße und sie lächelt mir zu. Als ich mich 100 m weiter umdrehe und ein Video mache, winkt sie mir noch zu. Die Menschen sind wirklich so herzlich hier.

    Hinter dem nächsten Cliff stoße ich auf ein Haus an der Ecke, was sich eine Art Wasserschutz Faal vor die Höhlenwohnungen gebaut hat auf diesen Schutzwall gehe. Ich schau mich ein wenig um, mach ein paar Bilder und gehe das Cliff hinauf, um oben zurück zu laufen. Ich laufe an einer der Militärstationen vorbei an der mich ein dunkelfarbiger Mann freundlich grüßt und ich ihn winken zurück.

    Ich genieße den Spaziergang und mache noch einige Bilder vom Strand und als ich am Challenger ankomme, wartet schon die Hundebande auf mich ist ja eh klar sie wollen wahrscheinlich mehr zu essen. Zusammen verbringen wir einen sehr chilligen Tag, der anfangs noch sehr bedeckt und am Nachmittag sehr sonnig ist. Ich nehme immer wieder einen Nacktsonnenbad und die Hunde genießen ihre Zeit. Sie sind bestens versorgt, als ich Ihnen nochmals eine große Portion Reis koche, wovon wirklich alle vier Hunde fressen können. Ich stelle Ihnen 4 verteilte Portionen hin, damit nicht wieder das Gezanke losgeht. Wasser ist sowieso kredenzt.

    Als ich mir die Yogamatte auspacke, um Aspekt zu machen legen sich 3 der 4 Hunde im Halbkreis um mich. Die jüngere Hundedame legt ihren Kopf sogar auf die Yogamatte, als wolle sie ganz bewusst die Energiebrücke aufrecht erhalten, zu süß. Immer wieder kraule ich die Tiere und sie genießen es sichtlich.

    Ich Esse, bade in der Sonne, schmuse mit den Hunden, chatte auf dem Handy, ein sehr geiler chilliger Tag, als plötzlich ein Roller direkt neben mir hält, während ich in einer schwarzen Boxershorts auf der Yogamatte liege. Von der Sonne geblendet erkenne ich erst gar nichts, nehme mir die AirPods aus dem Ohr und sehe im Aufstehvorgang, dass der Mann den ganzen linken Fuß voll Blut hat. Er macht mir deutlich, dass er meine Hilfe benötigt und zeigt mir den Fuß, an dem sich ein abgerissener Fußnagel am großen Zeh befindet. Ich verstehe, dass er sich diesem der Kette des Mopeds abgerissen hat. Ohne zu überlegen gehe ich in den Shelly und hole aus der Klappe unter dem Kühlschrank erst eine größere und dann eine zweite kleine Verband. Axé, in der ich das nötige Material Zusammensuchen. Der Mann steckt seinen Fuß durch das Fliegengitter auf meine Fußmatte in den Wagen, so dass ich ihn vernünftig verarzten kann. Ich hohle noch Medien dazu und lasse es ordentlich unter den abgerissenen Fußnagel träufeln. Anschließend verbinde ich ihn den großen Zeh mit einer Mulde zu guter letzt nehme ich noch seine voll geblutet Tüten an, schmeiße diese in den Müll und versorge ihn mit einem neuen Gefrierbeutel, den wir mit einem Gummiband zum Schutz um den Fuß befestigen. Er ist sichtlich dankbar. Er zeigt mir nochmals, wie das Ganze passiert ist, und er ist wohl an dem Ständer des Mopeds hängengeblieben. Als er seinen Fuß auch nur in die Nähe bewegt, um es mir verständlich zu machen, bekomme ich schon einen halben Atemstillstand.

    Mit meiner Hand zeige ich auf mich und sage:“Ingo!“, dann zeige ich auf ihn und er sagt:“Abdoallah!“. Abdoallah macht mir noch mehrfach klar, dass er mich zum Essen in seinem Haus haben möchte, da ich jedoch keinen Bock habe, sage ich ihm, ich müsse arbeiten.

    Allmählich wird es auch kühler, und als Abdoallah Moped vom brettert, gehe ich rein und ziehe mir erst einmal eine Hose und ein T-Shirt an denn ich habe ihn die ganze Zeit in meiner Boxershorts verarztet, weil für andere Sachen ja keine Zeit war.

    Ich räume die Yogamatte und das Handtuch weg und gehe erst einmal nach drinnen. Dort setze ich mich auf die Bank und ich sehe einfach, wie Abdoallah die ganze Zeit mit seinem Moped von rechts nach links fährt um Männer vom Militär durch die Gehend zu befördern.
    „Er wird schon wissen was er tut!“, denke ich mir noch und schreibe weiter am Handy mit meinen Cousinen, Ischen aus tinder und Susanne.

    Plötz Hund wieder vor meiner Tür und will natürlich was fressen. Ich locke ihn kurz rein doch da er sich dabei nicht wohl fühlt, geht er wieder nach draußen. Es ist kalt und ich schließe die Tür. Setze mich nach vorne, um auf das Meer zu schauen, während ich auf dem Handy klicke. Die Sonne geht unter. Ein traumhafter Sonnenuntergang bietet sich über der Wüstenlandschaft. Und so kommt es, dass ich noch mal rausgehe, um Bilder zu machen. Abdoallah kreuzt wieder auf und erzählt mir nochmals vom Essen und das ich mit dem Auto mitkommen kann, was ich ihm ausrede.
    Wir tauschen unsere Nummern und ich sage ihm, dass ich vielleicht morgen komme.

    Ich gehe rein und mache mit rote Linsen mit Kartoffeln als Hauptgang und Yoghurt mit der in kleine Stücke geschnittenen marokkanischen Schokolade, lecker, lecker! 🤤

    Aber seht doch selbst!
    Read more