• Der unpassierbare Fluss (Tissint)

    26. marts, Marokko ⋅ ⛅ 24 °C

    Nach meinem kurzen und völlig überflüssigen Stop in Tissint komme ich wenig später an eine Stelle, wo rechts und links der Straße ca. 15 Camper stehen. Ich als alter Anhänger des Rudelbrauches, biege sofort rechts auf den Parkplatz ab, steige aus und erkundige mich bei den Deutschen unter den Campern, was es denn hier umsonst gibt. Nach etwas Gelächter sagt einer dann:“Da! Dort! Das gibt es umsonst!“ und zeigt derweil mit seinem linken Finger auf die unter Wasser stehende Brücke. Ich schaue interessiert rüber und erkundigen mich, ob schon jemand rübergefahren ist und bekomme zu hören, dass nachdem einer steckengeblieben, die Polizei angerückt ist, um alles abzusperren.

    „Nun gut!“, denke ich mir und verkünde, dass ich einmal zum hinteren Teil der Brücke gehe, um mir das einmal genauer aus der Nähe anzusehen. Gesagt, getan, kommt aus der anderen Richtung gerade ein Motorradfahrer und das Wasser spritzt ziemlich hoch.
    Dann fahren auch 2 Autos aus meiner Richtung durch und ich gehe schon einmal langsam zurück, um mich auch fertig zu machen. Drüben wieder angekommen, berichte ich von meinen Erkenntnissen und höre das ja schon das nächste Unwetter unterwegs sei. Ich sage, dass eigentlich nichts dagegen spricht jetzt schon rüberzufahren und dass ich es jetzt versuchen werde.

    Daraufhin machen sich scheinbar alle fertig, um der fiesen Wetterfront zu entgehen, die sich nähernd und bedrohlich zeigt.
    Noch vor mir schafft es ein Franzose mit einer BMW auf einem kleinen Anhänger, sich durch das Wasser zu begeben. Nun bin ich an der Reihe es wird ziemlich tief, aber es klappt!

    15 km weiter treffe ich den Franzosen wieder, da er von einem Straßenarbeiter per Handzeichen links von der Straße geführt wird. Wir müssen einen Umweg nehmen, da eine andere Brücke komplett unpassierbar ist. Ich fahre mit dem Franzosen im Entenmarsch von der Hauptstraße ab, um circa 60 Minuten Offroad die unmögliche Strecke zu absolvieren. Dabei muss ich an einen steilen Schotterteil 2x Anlauf nehmen, habe ca. 6x Angst mir beim Chälli erneut die Stoßstange zu beschädigen oder gar abzureißen und der Franzose reißt sich noch ein Teil seiner AHK-Vorrichtung ab, die jedoch am Ende wieder eingesammelt werden kann.

    Dann ist sie Erleichterung doch spürbar groß, denn als ich aus dem Schotterteil rausbiege, gibt der Franzose mir schon per Handzeichen mit, wie sich den Schweiß von der Stirn wischt. Daraufhin parke ich natürlich und wir feiern erst einmal kurz, dass wir die ganze Sache überlebt haben. Anschließend geht es weiter.

    Aber seht doch selbst!
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