• Es fing so gut an...

    April 9, 2025 in Slovakia ⋅ ⛅ 6 °C

    ... Wir lagen so weit vorn! Gut geschlafen, geduscht, alles vorbereitet. Leider war unser Zimmer so klein (es passte kein Stuhl rein), dass wir unsere Vorräte nicht in der Pension verfrühstücken konnten. Stattdessen ging es in die nahe Tanke. Frühstück mit Bohnen, Speck, Würstchen, Spiegelei und Salat. Gewöhnungsbedürftig, aber lecker! Dann gings - bei schönstem Sonnenschein und ca. +5° - auf die Piste. Der höchste Berg der heutigen Etappe lauerte direkt am Anfang über uns, so dass uns schon nach kurzer Zeit die Frühstückswürstchen aus der Nase zu schießen drohten. Aber auch dieser Huckel ließ sich rasch überwinden und so ging es mit ordentlich Dampf dem heutigen Ziel - Banzka Bystrica (der 6.-größten Stadt der Slowakei) - entgegen. Den letzten (auch "nicht-ohne") Anstieg nahmen wir im Sturm und rollten recht früh in die Stadt ein. Nach einem Bier in der wunderschönen Fußgängerzone und einem umfangreichen Einkauf (heute soll es zum ersten Mal die sonst üblichen Radler-Nudeln geben) ging es gemächlich Richtung gebuchter Unterkunft. Diese sollte etwas größer sein, mit Küche, Wohnzimmer, zwei Schlafzimmern und - laut booking.com - einem wunderschönen Ausblick auf die hohen Berge. Bei Ankunft sollten wir den Vermieter kontaktieren, damit dieser uns die Einlassmodalitäten erklären konnte. Leider antwortete der Vermieter nicht mehr auf Mails, SMS und ging auch vorsichtshalber nicht ans Telefon! Geschlagene 2 Stunden warteten wir nun schon vor dem abgehalfterten Plattenbau, holten sämtliche Omas und Opas aus der Nachbarschaft zu Hilfe, aber nix ging! Meine Geduld wandelte sich zusehends in Wut (es wurde auch langsam saukalt) und Matthes musste alle Kraft aufbieten, damit ich nicht mit meinem Teleskopschlagstock (wegen der Bären!) die Terrassentür schlüsselfrei öffnete! Da kam plötzlich eine Mail, in der standen nur vier Zahlen. Mit Hilfe aller um uns versammelten Einwohner des kleinen Vororts gelang es den Schlüsselkasten und die dazugehörige Wohnung zu finden. Wir waren drin! Die Bude besteht nur aus Kitsch, Möbeln aus der Vor-Sowjetzeit, Plastikblumen und Geruchsspendern. Hinter einer riesigen Betonmauer verbarg sich zudem der wunderschöne Blick auf die Berge und mit dem gekauften Dosenbier konnte man sich gerade die Füße waschen. Die ganze Zeit spiele ich mit dem Gedanken, morgen nach unserem Auszug alle Wasserhähne aufzudrehen!
    Unser Lied des Tages: "Sweet Dreams" von Marilyn Manson
    Read more