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Alpen-Balkantour

An open-ended adventure by Jens Read more
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    🇭🇷 Čatrnja, Kroatien

    Durchs verminte bosnische Bärengebiet

    Yesterday in Croatia ⋅ 🌙 22 °C

    Frühstück war so lala. Dafür gab's direkt gegenüber von meiner Unterkunft einen Obst- und Gemüsestand. Für 2 Konvertible Mark (= 1 €) erstand ich drei Äpfel und eine viertel Melone. Ein Genuss! Dann gings sofort bergauf. Zuerst tolle kleine asphaltierte Straße, aber nach etwa einem Kilometer kam nur noch Geröll und Steine. Garmin piepst: :piep! Anstieg beginnt"! 17 km nur berghoch und das bei diesen drecks Steinen! Die ganze Zeit machte ich mir Sorgen um meine Speichen! Dann kamen Warnschilder mit Totenkopf. "Achtung! Alles vermint!" Relikte aus dem Jugoslawienkrieg der 90er Jahre. Schon machte ich mir keine Sorgen mehr um meine Speichen!
    Dann kam das nächste Warnschild: Achtung Bärengebiet! Die Behörden übernehmen keine Verantwortung, sollte ein Radfahrer gefressen werden! Schon machte ich mir keine Sorgen mehr um meine Speichen und und nicht um die Minen! Insgeheim malte ich mir aus, dass ich während der Reparatur meiner gebrochenen Speichen von einem Bären angegriffen werde, der aber kurz bevor er mich erreicht, auf eine Mine tritt!
    Das macht die Sonne! Wir hatten hier schon morgens um 9 Uhr schon 28 °!
    Irgendwann - nach vielen verlassenen und zerschossenen Häusern kam ich endlich in die bosnische Stadt Bihac. 20 Kilometer in vier Stunden! Super!
    Ab hier gings dann auf vielbefahrenen Straßen Richtung Bosnisch-Kroatischer Grenze. Kein Vergnügen, aber deutlich schneller. An der Grenze ein ellenlanger LKW-Stau. Ich nahm Rache für die ganzen riskanten Überholmanöver und radelte feixend an denen vorbei. Am ersten bosnischen Schalter zeigte ich mein passport vor, der Beamte wünschte gute Reise. Bei den Kroaten fragte mich der Zöllner, ob ich Zigaretten zu verzollen hätte, zeige auf mein bepacktes Rad und grinste: "du rauchst glaube ich nicht!" Ich bedankte mich und wollte los. Dann kam aus dem zweiten bosnischen Schalter eine fette Polizistin rausgeschossen und fuhr mich an: "Passport!" Ich erklärte ihr höflich, dass ich den Pass schon am ersten Schalter vorgezeigt hätte. Egal, sie habe hier das Sagen und ich sollte gefälligst warten bis die 6 hinter mir stehenden Autos durch sind! Eine dreiviertel Stunde durfte ich in der prallen Brite stehen, weil "Problembärin Bruni" etwas gegen Radler hatte! Für diese blöde Kuh stand nirgends ein Warnschild!
    Die nächsten 25 km ging es mal wieder nur bergauf bis zum Nationalpark Plitvitzer Seen. Eigentlich wollte ich mir dort Quartier nehmen, aber hunderte deutsche Survivaltouristen mit Rucksäcken größer als der von Tensing Norgay (der Sherpa von Sir Edmond Hillary) und die 23 € Eintritt in den Nationalpark (Preis Nebensaison) haben mich zügig vorbei radeln lassen.
    Jetzt geht's ins Bettchen, morgen warten noch mehr Höhenmeter!
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  • Quer durch Bosnien

    May 24 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ☀️ 22 °C

    Hätte ich doch nur mein Gladbach-Trikot mitgenommen. Hab heute eine Menge Bengels in Gladbach-Montur gesehen. Ist halt das Land des Haris Tabacovic! Heute hab ich mir eine Tour auf kleinen Landstraßen rausgesucht. Keine Autos, keine Gladbach-Fans mehr, dafür aber ständig rauf und runter. Eigentlich hätten heute nur zwei Gänge meiner Schaltung gereicht. Der erste und der vierzehnte! Anstieg 20%, Abfahrt 20%. Echt anstrengend! Dazu gnadenlose Sonne und über 30°
    Meine 6 Liter Wasserration ging schon zur Neige und schon seit 40 km kein ansprechbarer Mensch (haben sich alle bei der Hitze verkrochen!). Da, mitten in der Pampa eine Polizeistation. Im Schatten sitzend davor drei Polizisten. Wie immer in Bosnien vollendet gekleidet. Meine Rettung! Auf meine Frage, ob sie englisch oder deutsch sprechen, sprangen sie auf: nix problem, deutsch gutt! Auf meine nächste Frage, ob ich etwas Wasser haben könnte - ich zeigte auf meine Fahrradflaschen - schauten mich alle drei verständnislos an. Der eine wiederholte immer monoton "Wasser", der Zweite deutete auf mein Vorderrad und sagte immer wieder "Michelin", der Dritte sagte permanent "Stuttgart". So ging das nicht weiter. Erst als ich nochmal auf meine Flaschen und gleichzeitig auf meine ausgedörrte Kehle zeigte, verstanden sie mein Anliegen. "Aaah Wasser!" Warum nicht gleich so. Jetzt liefen sie los und holten 2 große Flaschen Mineralwasser. Also doch Rettung! Ich bedankte mich und die Drei freuten sich aufrichtig. Noch ein paar "Michelin" und "Stuttgart" und ich konnte weiter!.
    Da das bergauf und bergrunter und die Briete nicht nachließen, hab ich die heutige Tour nach 75 km abgebrochen, mir für 29 € ein nettes Hotel incl. Frühstück gesucht. Jetzt repariere ich gerade meinen kritischen Füllstand mit "Karlovaćko-Bier" und dazu eine große Portion Czevapcici!
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  • Der Kozarac-Nationalpark

    May 23 in Bosnia and Herzegovina ⋅ ⛅ 24 °C

    Ganz hervorragend geschlafen, früh aufgestanden und los solls gehen in den ursprünglichen und abgelegenen Kozarac-Nationalpark (hoffentlich hab ich das richtig geschrieben). Neben meinem Fahrrad stand auf einmal ein gut bepacktes Gravelbike. Nanu, die ganzen letzten Tage nicht einen Radfahrer gesehen und nun übernachtet ein zweiter Reiseradler in denselben kleinen Herberge.
    Karim, ein unheimlich sympathischer Schweizer, Filmemacher, Fernradler und auch auf Erkundungstour durch den Westbalkan! Da es in der Unterkunft kein Frühstück gibt, fahren wir zusammen zu einem Café und frühstücken gemeinsam. Die nächsten 30 km fahren wir zusammen. Macht wirklich Spaß, mal einen Gleichgesinnten und auch Gleichaltrigen zu treffen! Tolle Gespräche über Packmaße, Routenführung, aber auch über den Jugoslawienkrieg und die Freizeit des Reiseradelns und noch viel mehr. Wirklich ein Gewinn.
    Leider trennen sich unsere Wege gegen Mittag und wir verabschieden uns wie Freunde seit der Kindheit. Aber endlich kann ich wieder 2 bis 3 km/h langsamer fahren. Fit war der Bursche, aber nicht nur sein Rad war halb so leicht wie meins. Er selber auch!
    Die nächsten 20 km ging es auf einer ordentlich befahrenen Straße weiter. In Bosnien-Herzegowina gibt es drei verschiedene Gruppen von "Hupern": 1. Lkw-Fahrer, die schon von weitem hupen, weil sie auf keinen Fall langsamer fahren oder mehr als 30 cm Abstand halten können!
    2. Autofahrer, die hupen, weil Fahrradfahrer nichts auf "ihrer" Straße zu suchen haben. Diese fahren dann mit weniger als 30 cm an dir vorbei!
    3. Autofahrer, die Reiseradler bewundern, wild hupend und während der Fahrt aus dem Beifahrerfenster winkend fragen, woher man kommt "where Do you from"? Die dritte Gruppe ist natürlich die sympathischste, aber -weil sie vor lauter Euphorie deinen Weg wild kreuzt - auch die gefährlichste!
    Trotzdem immer wieder ein Ansporn und Motivation!
    Endlich ging es von der Hauptstraße rechts weg Richtung Nationalpark. Sofort hörte der Verkehr auf und komoot meldete: nächste Abbiegung in 46 km!! Wahnsinn! Trotz des bevorstehenden Anstiegs freute ich mich auf Landschaft, tolle Ausblicke und vielleicht eine Begegnung mit einem Braunbären (davon sollte es da eine Menge geben).
    Dann ging es bergauf. 26 km Anstieg zeigte das Navi an. Dolph Lundgren sagte zu Rocky Balboa In Rocky 2: "jetzt kommt der Schmerz!" Oder warxdas Clubber Lang in Teil 1?
    Egal, der Schmerz kam! Das war aber auch alles! Keine Landschaft, keine Ausblicke, erst recht keine Bären! Die 8 Meter breite Straße wurde einfach in den Berg gesprengt. Rechts und links nur vegetationsfreie Steilhänge, davor total zerbeulte Leitplanken (Wer hat die zerbeult? Ich habe 6 Stunden kein menschliches Wesen bemerkt!). Die Sonne brannte gnadenlos und die Tour war der absolut langweiligste Abschnitt aller Radreisen bisher. Nach 20 km (nur noch 5 km bis zum ersehnten Gipfel) kam ein Holzhäuschen, davor ein grimmig dreinblickender Nationalparkranger auf einem Drehstuhl. Er zeigte auf sein Stopschild neben sich und rief irgendwas. Aus Angst, er wollte mir mitteilen "im Nationalpark" ist Radfahren verboten, schaute ich woanders hin und fuhr vorbei. Nix verstehen, don't understand. Nix wie weg! Vielleicht wollte er ja auch nur Eintritt oder vielleicht auch nur vor einem waidwund geschossenen Braunbären warnen, aber das war mir scheißegal so kurz vor dem Ende.
    Er schrie noch etwas hinter mir her, dann wurde es ruhiger.
    Oben auf dem Gipfel auf einmal hunderte Autos, Busse, Souvenirbuden, Hotels...! Wo kommen die denn alle her? Offensichtlich war der offizielle Eingang zu dem blöden Park wohl von der anderen Seite, wo ich jetzt hinunter wollte. Das tat ich auch! Die Abfahrt war herrlich, einen einzigen Ausblick in die Landschaft hab ich auch erhascht. Jetzt sitze ich in einem 5 Sterne Hotel und esse eine Art Burger mit Pommes und frischem Salat für 12 Konvertible Mark (so heißt die Währung in Bosnien-Herzegowina; entspricht 6 € incl. 2 Flaschen Tuborg). Trotz scheiß Nationalpark ein tolles Land!!
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  • Auf dem Weg Richtung Bosnien

    May 22 in Croatia ⋅ ☀️ 23 °C

    Das Ferienhaus war schon eine Schau! Alles ein wenig unstrukturiert, aber alles vorhanden. Und riesig groß.nur für mich ganz allein! Im ganzen Haus waren bestimmt mehr als 30 Lichtschalter verteilt, allerdings ging immer da Licht an, wo man es am wenigsten vermutete! Das Ausschalten war noch viel schwieriger. Das Schlafzimmer (mit 4 Betten) befand sich in der oberen Etage, nur über eine supersteile Raumspartreppe zu erreichen. Wenn man den falschen Schritt zuerst setzt, ist man für immer verloren! Da die Toilette unten war, hab ich vorsichtshalber auf ein zweites Bier verzichtet!
    Nach dem Zusammensuchen aller Klamotten (wenn man mal viel Platz hat, verteilt man halt gerne!), gings aufs Rad. Und zwar sofort 4 km bergauf mit 18%. Nach 5 Minuten war ich schon sackenass! So ging das die ersten 20 km rauf und runter! Aber die Landschaft war klasse! Danach verwandelte sich der ausgewiesene Radweg in eine Bundesstraße ohne Seitenstreifen. Genau wie die Polen und Slowaken halten die Kroaten gar nix von seitlichen Abständen. Mit gefühlten 30 cm Abstand knallen die mit affenartiger Geschwindigkeit an Dir vorbei, da geht Dir ordentlich die Muffe. 20 km hab ich das ausgehalten, dann spontan eine Querstraße rechts genommen und schon kam das Wunder! Ruhe! Landschaft! Kein Verkehr! Das hätte ich viel früher machen sollen. So gings durch teilweise verlassene Dörfer. Viele Häuser mit Einschusslöchern kurz vor dem Verfall. Kaum zu glauben, dass hier noch vor nur 35 Jahren noch ein böser Krieg geherrscht hat.
    Die traditionellen Holzhäuser aus Eiche trotzen der Zeit noch am besten. Wirklich schade um diese Relikte besserer Zeiten und wirklich guter Handwerkskunst. Einige wenige sind saniert, Schmuckstücke!
    In einem kleinen Städtchen an der Save, direkt an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina, stand ein Schild: Restaurant und "Rooms". Da die Sonne und die 30° mir heute ordentlich zu schaffen gemacht haben, rechts geblinkt und Feierabend. Mein nettes kleines Zimmer kostet keine 30 € und im Restaurant gibt's ein Welsfilet mit gegrilltem Gemüse und frischem Salat . Ein Traum!
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  • Wech von der Drau

    May 21 in Croatia ⋅ 🌙 18 °C

    Das Flachland entlang der Drau wird mir nun zu langweilig. Auf geht's ins kroatische Hügelland Richtung Süden! Den ganzen Tag ging es rauf und runter auf so gut wie unbefahrenen Nebenstraßen. Alle Leute in den Gärten oder auf kleinen Traktoren winken, wenn sie mich sehen. Schon nett hier! Nur die Infrastruktur lässt zu wünschen übrig. Nirgends ein Lebensmittelgeschäft oder gar ein Restaurant! Nur gut besuchte Trinkhallen. Man, sitzen da Gestalten drin! Und Gestaltinnen! Ohne Essen ging es heute 100 km bei 30° im Schatten. Hab mir on top auf einem Berg ein ganzes Ferienhaus gemietet. Der Vermieter hat mir noch schnell 2 Dosen Bier geholt! Wäsche waschen, Nudeln kochen, Heia!Read more

  • Der Drauweg fängt an zu schwächeln!

    May 20 in Croatia ⋅ ⛅ 21 °C

    Das Frühstück war top! Bis auf die Schuhe ist alles trocken geworden. Bei Wetterprognose 25° gehen auch mal Sandalen (weiß sowieso nicht, warum ich das ganze Zeugs mitgenommen habe: 3 Jacken, langärmliges Winterhemd, Stiefel usw. Nur für den einen möglichen kalten Tag der Alpenüberquerung!). Die Sandalen waren wenigstens nicht umsonst!). Heute Flachetappe neben der Drau. Entspanntes radeln an gut ausgebauten ufernahen, landschaftlich attraktiven Radwegen. Toller Plan, scheiße wars!
    Der Radweg - anfangs noch top asphaltiert - wechselte zu groben Kies. Runde Flusskiesel! Nahezu unbefahrbar!
    Wird ja gleich vorbei gehen...! Ging es aber nicht!
    15 km andauernde Mordgelüste und Verfluchen von allem und jedermann! Da kamen mir zwei Gravelbike-Backpacker schiebend und sich gegenseitig beschimpfend entgegen. Österreicher, sie schon ziemlich aufgelöst und er - wohl wissend, dass die Beziehung sich beginnt aufzulösen - ziemlich kleinlaut. Mit ihren dünnen Reifen ging hier gar nix!
    Wie weit diese scheiß Strecke so noch geht, wollten beide wissen?! Zum einen tat er mir leid, zum anderen dachte ich an die vielen Bikepacker, die mit ihren ultraleichten Rädern und Minimalgepäck in den Alpen hämisch grinsend und grußlos an mir vorbei gezogen sind!
    "Ach höchstens 2 km, wird gleich besser!" Morgen muss ich mal Lokalnachrichten lesen, ob es zu irgendwelchen ungeklärten Todesfällen am Drauradweg gekommen ist!
    Schnell weg!
    In der nächsten Stadt - Varazdin - (ich hatte unbemerkt die Grenze von Slowenien nach Kroatien überquert) ein Riesenauflauf. Alle Parkplätze belegt, nicht ein freier Platz in den den Straßencafes. Nanu, wo ich doch stundenlang kaum einen Menschen gesehen hatte! Plötzlich ohrenbetäubender Lärm! Eine nicht enden wollende Schlange verkleideter, hupender und pfeifender Jugendlicher (fast alles ausnehmend hübsche Mädels und natürlich auch Jungs). Alle so unheimlich gut gelaunt! Ansteckend! Das war der Umzug nach wohl erfolgreich absolvierten Schulabschluss. Der reine Wahnsinn! Da zeichnet sich ab, dass uns diese Länder in Kürze in allen Belangen überholen werden!!!
    Die letzten 30 km zum gebuchten Hotel waren ziemlich ereignislos entlang viel befahrener Straßen (ich hab den Drauradweg Richtung Süden verlassen und will wieder ins Bergland). Das Hotel ist top, genau wie das Essen im zugehörigen Restaurant!
    Vollgeludert und müde wie immer endet der Tag! Herrlich!
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  • Es fing sooo gut an...!

    May 20 in Slovenia ⋅ ☀️ 15 °C

    Sitze gerade in meinem klitzekleinen Zimmerchen, meine Wäscheleine ist quer durchs Zimmer gespannt und alles hängt voller vor Nässe triefender Klamotten...!
    Aber der Reihe nach!
    Heute morgen, nachdem ich mein Zimmer bei der freiwilligen Feuerwehr Vuzica geräumt hatte (vielen Dank noch mal an die wirklichen "Freunde und Helfer"), gings wieder auf die Piste. Nach 100 m piepst mein neues garmin Navi "piep! Anstieg beginnt"! Auf dem Display ist dann immer ein Berg in verschiedenen Farben abgebildet: grün 4% Steigung, gelb 7 orange 12 und dunkelrot 》15%. Darunter steht dann immer die Länge des Anstiegs, in diesem Fall alles orange bis rot und 997 m. Na toll! Noch gar nicht richtig wach und schon total am Ende. Dieser Vorgang wiederholte sich unzählige Male. Piep, Anstieg beginnt, Jacke aus, kleinster Gang und mit 2 bis 3 km/h den Berg hoch gesteamt. Oben angekommen, Jacke an und mit juchhee ins Tal! Irgendwann wurden die Steigungen länger und die Abfahrten kürzer. Der längste Anstieg hatte über 12 km, das zieht Dir echt den Stecker! Aber egal, die Landschaft traumhaft, das Wetter herrlich, Blumenwiesen in alles Farben, freilaufende Kühe, Schweine, Hühner, nur keine Menschen! Angekommen in der Studentenstadt Maribor erstmal ein kaltes Bier an der Draupromenade. Die ganze Stadt war hier auf den Beinen und man konnte schon mal ein Auge voll nehmen!!! Mein vollgepacktes Fahrrad war offensichtlich eine Attraktion und war permanent umringt. Magnums roter Ferrari hätte nicht mehr Aufsehen erregt!
    Inzwischen hatte ich mein Hotelzimmer in Ptuj, der ältesten Stadt Sloweniens, gebucht. Lächerliche 30 km, ausschließlich flach!
    4 km vor Ptuj wurde der Himmel schwarz und im gleichen Augenblick fing es wie aus Eimern an zu schütten. In Kürze waren die Straßen überschwemmt, unterstellen hatte keinen Zweck, also weiter. Das Hotel war dummerweise ganz ganz oben auf einem Berg (Panoramahotel). Nass wie eine Katze, ohne einen trockenen Faden am Leib, dazu das Handy abgesoffen, kam ich oben an.
    Und da sitze ich nun und föhne mein Handy....
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  • Erster Tag in Slowenien

    May 18 in Slovenia ⋅ ☁️ 15 °C

    Gut geschlafen in meinem tollen Hotel. Beim Frühstück wurde ich von der Chefin und ihrem Sohn von vorne bis hinten betüddelt. Ich war ja auch der einzige Gast! Alles Bestandteile des Frühstücks waren regional und bio, das Brot selbst gebacken! Zimmer mit Frühstück unter 80€.
    Anschließend ging es wieder zurück an die Drau. Türkisfarbenes Wasser und - wie immer - rechts und links die schneebedeckten Berge. Nach etwa 50 km entspanntem radeln auf super ausgebauten und ufernahen Radwegen kam die Grenze nach Slowenien. Ein bisschen enttäuscht war ich schon, dass so gar kein Grenzer vor Ort war, hab ich meinen ausziehbaren Schlagstock umsonst versteckt! Kaum in Slowenien hatte das entspannte steigungsfreie Radeln abrupt ein Ende. Ab jetzt ging es nur noch rauf und runter, alle 2 km eine Steigung bis 20% und danach Schussfahrt mit demselben Gefälle. Und wieder von vorne!!
    Dafür entschädigt die Landschaft, Slowenien ist ein absoluter Traum! Blumenwiesen, so bunt gibt's derart im glyphosatbespritzten Deutschland schon lange nicht mehr! Der einzige Mangel: es gibt kaum noch Gasthäuser für einen kurzen Boxenstopp. Nach knapp 80 km wollten die Beine nicht mehr so richtig, also booking.com geöffnet und nach Unterkunft geschaut. Weit und breit nix! In einem kleinen Gasthaus hab ich dann geklopft (war noch zu) und nach Zimmer gefragt. Die Wirtin hat gleich das Handy gezückt und überall angerufen. Nach 5 Minuten (konnte nicht mal das Bier in Ruhe austrinken) wurde ich abgeholt und wohne jetzt in einem Zimmer der freiwilligen Feuerwehr von Vuzenica. Für 25 €!
    Zum Essen bin ich wieder in denselben Gasthof gegangen und wurde empfangen wie ein Staatsgast. Nach Salat und slowenischem Hacksteak wurde ich noch mit Waffeln und Honigschnaps vollgeludert. Haue jetzt lieber ab, sonst endet das noch böse!
    Tolles Land!!!
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  • An der Drau

    May 17 in Austria ⋅ ⛅ 13 °C

    Schon nicht übel, welch schönes Land die Ösis haben. Gestern gings ja durch die Alpen. Tolle Landschaft, aber man muss halt rüber! Heute war es besser! Die schneebedeckten Berge der Karawanken säumen den Weg, aber man selbst fährt im Flachen entlang der türkisfarbenen Drau. So ists recht! Leider ließ aber die gastronomische Infrastruktur stark nachund was nützt der schönste Radweg und das spektakulärste Panorama, wenn man nirgends einkehren kann. So musste also die Notation dran glauben: trockenes Brötchen, 5 Geflügelwiener und eine Dose warmes Bier! Eigentlich gar nicht übel!
    Jetzt sitze ich in meinem schönen Hotelzimmer mit Blick auf einen See (wie zu Hause), habe meine miefige Wäsche gewaschen und gleich geht's ab ins Bettchen. Sauber bleiben...!
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  • Cross the Alps

    May 16 in Austria ⋅ ☁️ 10 °C

    Der Wetterbericht ist von Schnee und Sturm zu Nieselregen und lauem Lüftchen "geswitcht". Eigentlich hatte ich überlegt, noch einen Tag im wirklich netten Gasthof zu verbringen, aber jetzt hielt mich nix mehr! Außerdem hatte ich beim Frühstück eine nette junge Radlerin kennengelernt, die meinte: "das bisschen Regen macht mir nix!" Da hat man praktisch keine Wahl!
    Im Nieselregen gings also los, stetig bergan, kontinuierlich steiler werdend. Nach ein paar Stunde Fahrt holten mich 9 Radler und Radlerinnen ein, alles ehemalige Marathonläufer. Richtig nette Truppe! Berg runter war ich deutlich schneller, wegen des Hubraums, Berg hoch hatten die leichte Vorteile. Der richtige Berg kam dann vor der Tauernschleuse! Steigungen von 20% und drüber und das über etliche Kilometer. Von den 9 Marathonläufern waren am Schluss nur noch 2 übrig und die waren plötzlich auch nicht mehr da, hehe! Ich bin schon eine Maschine! Vielleicht waren die aber auch irgendwo Kuchen essen (zumindest hatten die das vor). Egal, mein Selbstwertgefühl stieg unermesslich. An der Tauernschleuse on top der Alpen haben wir uns dann wieder getroffen (die sahen erstaunlich frisch aus!). Berg runter (ca. 15 km mit 10 bis 15 % Gefälle) habe ich sie aber endgültig abgehängt. Unten gings an der wunderschönen Drau entlang. Top Radweg, umrahmt von schneebedeckten Bergen, Fußball Bundesliga im Ohr (Gladbach hat 4:0 gewonnen), herrlicher Tag. 110 km Strecke mit über 1000 Höhenmetern, wieder super Gasthaus mit klasse Essen. So darf es weitergehen!
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  • Von Salzburg Richtung Alpen

    May 15 in Austria ⋅ 🌧 6 °C

    Urlaubskasse ist wieder gerade geruckelt. Die Bahn zahlt das Hotel in München und booking.com zahlt wohl das nicht erreichte Hotel in Salzburg zurück! Geht doch!
    Nach ordentlichem Frühstück ging es heute endlich aufs Rad. Von Salzburg an immer entlang der Salzach. Türkisblaues Wasser vor spektakulärem Bergpanorama. Ständig wechselnd, sensationell!.
    Während die ersten 60 km ziemlich flach waren (ideal zum Einradeln), hatten es die letzten 20 km richtig in sich. Fast eine Stunde immer bergan mit Steigungen zwischen 10 und 18%.
    Jetzt sitze ich in einem kleinen feinen österreichischen Gasthof, habe gerade Rindssuppe mit Knödeln und "Krenfleisch" vertilgt und warte auf den nächsten Krampf im Oberschenkel! Magnesium wirds richten!
    Wetterbericht für morgen: Schnee mit Sturm und umgekehrt! We will survive...
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  • Ein guter Start ist das A und O

    May 14 in Germany ⋅ ☁️ 8 °C

    Schon die kurze Tour mit dem Rad von Güntersen nach Göttingen war klasse. Regen, Hagel, Sturm, wieder Hagel, Regen...!
    In Göttingen ab in den gebuchten ICE nach München. Fahrradstellplatz und Sitzreservierung tadellos. Um 21 Uhr 50 sollte ich in München ankommen und um 22:45 ging der Zug nach Salzburg. Zeit genug für eine leckere Bahnhofspizza! Mein Plan war eigentlich von Salzburg (Ankunft 1 Uhr nachts) ein paar Stunden in den Morgen Richtung Alpen zu radeln, weil sich für die paar Stunden eine Unterkunft kaum lohnt. Nach check der Wetter-App mit Regen, Schnee und 3° hab ich dann doch lieber ein Hotelzimmer in Salzburg gebucht. Weise Entscheidung!
    Gerade gebucht hält der ICE auf freier Strecke 20km vor München. Polizeieinsatz am Hauptbahnhof!! 2 Stunden rumgestanden, Anschlusszug verpasst! Aber einer sollte noch fahren um 23 Uhr 51. Der ICE fuhr wieder an und tatsächlich war dieser Zug jetzt problemlos zu bekommen. Am richtigen Bahngleis, 9 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt, Durchsage vom Bahnhofs-DJ: "der Zug nach Salzburg fährt um 23:51 nicht vom Hauptbahnhof, sondern
    - geändert - vom Ostbahnhof München ab.
    9 Minuten Zeit für Fahrt mit S-Bahn in anderen Stadtteil = ohne Chance!
    Jetzt habe ich mich in einem schäbigen hotel in München einquartiert und versuche ein wenig zu schlafen. Muss ja morgen früh den Zug nach Salzburg erwischen. Wo immer der abfährt!
    P.S. aufgrund der kurzfristigen Buchung konnte ich das hotel in Salzburg nicht stornieren. Ich bin noch nicht mal am Startpunkt angekommen und die Reisekasse ist schon leer!!
    Welch glückhafter Tag...
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    Trip start
    May 14, 2026