Melser Grotte
June 24, 2024 in Switzerland ⋅ ⛅ 18 °C
Die Botschaft von Lourdes leben und erleben.
Als am 11. Februar 1858 Bernadette Soubirous, Tochter eines Müllers, in Lourdes zum ersten Mal die Mutter Gottes in der Grotte von Massabielle erschien, ahnte noch niemand, welche Auswirkungen es auf das Städtchen am Fusse der Pyrenäen haben wird. Bis zum 16. Juli des gleichen Jahres erschien die Mutter Gottes dem Mädchen Bernadette noch weitere 17 Male. Nach einer über drei Jahre dauernden Abklärungs-und Untersuchungszeit erklärte der Bischof, dass die Gläubigen berechtigt seien, an die Wahrheit der Schilderungen von Bernadette zu glauben. So erhielt die Wallfahrt die kirchliche Bestätigung. Seither pilgern jährlich Millionen von Gläubigen aus allen Erdteilen in Prozessionen zur Grotte von Lourdes. So natürlich auch Schweizer Pilger, die sich jeweils mit der Organisation der Wallfahrt der deutschen und rätoromanischen Schweiz auf die Pilgerreise begeben.
Der zu Beginn des Jahres 1960 als Pilgerführer tätige Pfarrer Emil Gschwend aus Wangs wandte sich an Wallfahrtsteilnehmer aus dieser Zeit mit der Frage, ob nicht im Sarganserland ein Lourdespilgerverein gegründet werden könnte. Der Zweck sei die Unterstützung von Kranken, Invaliden und Bedürftigen, um ihnen eine Wallfahrt nach Lourdes zu ermöglichen. Doch einen neuen Verein ins Leben zu rufen, war nichts Einfaches und so machte sich der spätere Gründungspräsident Josef Richard Rosenkranz aus Sargans auf, um die Botschaft von Lourdes dem Sarganserland bekannt zu machen. Bereits am 9. Februar 1960 unterzeichneten 16 Mitglieder die Gründung des Lourdespilgervereins Sarganserland.
Doch wie konnte man Lourdes der heimischen Bevölkerung schmackhaft machen und näherbringen? Es brauchte also ein Ziel, wie man die Botschaft und die Nähe zu Bernadette Soubirous verwirklichen konnte.
Die Melser Grotte
Ein Impuls anlässlich der Hauptversammlung 1966 gab den entsprechenden Hinweis zum Bau der heutigen Grotte in der Runggalina, Mels. Hier fand man im Felsen eine kleine Höhle, welche von der Festung eigentlich zum Bau eines Bunkers herausgesprengt wurde. Die Lage eignete sich hier hervorragend, denn gleich wie in Lourdes fliesst auch hier ein Bach vorbei. An der Versammlung 1967 wurde dem Vorstand die Kompetenz zum Bau einer Grotte übertragen. Um die Grotte auf die heutigen Masse zu erweitern, wurde die Firma Amberg aus Sargans mit der Vergrösserung der Felsöffnung beauftragt. Für den Standort der Madonna, die im Bildhaueratelier Rigendinger in Flums geschaffen wurde, baute die Baufirma Paul Pfiffiner in Fronarbeit eine Nische mit herausgebrochenen Steinen auf. Die Realisierung und Verwirklichung der Grotte der Grotte wurden in zahlreichen Frondienststunden erledigt.
Am 13. Oktober 1968 wurde die Grotte feierlich durch Bischof Josephus Hasler aus St.Gallen, im Beisein von Dekan Alois Fust sowie den Kaplänen Albert Brunner und Stephan Hässig, eingeweiht.
Im Frühjahr 1969 wurde die Nachbildung der Statue aus Carrara-Marmor durch einen Baukran ausgewechselt und in der Felsnische platziert, von wo sie auch heute noch über den ganzen Platz wacht.
Zehn Jahre nach dem Bau der Grotte wurde dem Lourdesverein von der Erbengemeinschaft Zimmermann das ganze Grundstück von über 10'000 Quadratmetern für einen symbolischen Betrag zum Kauf angeboten. Damit ging ein langersehnter Wunsch, den Felsen und Grottenplatz für immer dem Lourdespilgerverein zu sichern, in Erfüllung.
Im Jahre 2013 musste die Grotte einer Sanierung unterzogen werden, welche jedoch das erhoffte Ziel nicht erreichte. Weitere Arbeiten in und um das Grottenareal folgten.
So wurde der Parkplatz einer Neugestaltung unterzogen und die Sitzbänke ersetzt.
Diese Arbeiten erfolgten durch freiwillige Helfer in unzähligen Frondienststunden. Mit der Installierung einer neuen Beleuchtung konnten die Arbeiten im Grottenbereich 2017 abgeschlossen werden.
Leider musste die Grotte bereits ein Jahr später aus Sicherheitsgründen erneut einer weiteren Renovation unterzogen werden. So wurde der 2013 aufgetragene Spritzbeton total abgetragen, da sich dahinter Wasser ansammelte und die Grottendecke an einzelnen Stellen nicht mehr stabil war. In einem Verfahren durch eine im Einzugsgebiet bekannte Firma wurden im Felsen oberhalb der Grottenkuppel Entlastungslöcher zum Abfluss des Wassers gebohrt und die ganze Grotte mit einem Sicherheitsnetz ausgestattet. Darauf wurde wiederum ein Spritzbeton aufgetragen.
Seit dem Bau der Lourdesgrotte wird jedes Jahr an einem Sonntag im August ein Gottesdienst mit Krankensegen durchgeführt. Bei schlechter Witterung wird der Gottesdienst jeweils in die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Mels verlegt.
Der Kreuzweg
Eine Versammlungsteilnehmerin stellte an der Generalversammlung 1979 den Antrag, am Rande des Grottenplatzes sei mit einfachen Tafeln eine kleine Kreuzweganlage zu erstellen. Der langjährige Präsident Rosenkranz wies auf die Wiese oberhalb der Grotte hin, die sich für eine Kreuzweganlage ausgezeichnet eignen würde.
Mehrmals wurde das Grundstück von Frau Marie Kalberer-Zimmermann besichtigt. Die Begutachter kamen zum Schluss, dass in der dortigen Wiese eine Kreuzweganlage erstellt werden könnte. Eine Anfrage bei der Eigentümerin über einen eventuellen Kauf ihres Grundstückes brachte dem Vorstand eine grosse Überraschung. Sie war bereit, dem Lourdespilgerverein diese Wiese zu schenken!
Mit Datum vom 23. Oktober 1979 wurde die Schenkungsurkunde auf dem Grundbuchamt unterzeichnet.
Erfreulicherweise waren bereits vor der Versammlung Kostenbeiträge für vier Stationen überwiesen worden. Ebenfalls erhielt der Vorstand die Zusicherung für die Übernahme der Kosten für weitere fünf Stationen. Aber auch kleinere Beiträge wurden einbezahlt oder der Kassierin direkt übergeben. Die Bildstöcke und Sockel für die Kreuzweganlage lieferte die Firma Albert Bärtsch und die Bildnisse für die Stationen stammten aus der Edelmetallwerkstätte der Firma Buck in Wil.
Der Wunsch des Lourdespilgervereins war es, mindestens einmal im Jahr den Kreuzweg betend und betrachtend zu begehen.
Inzwischen wird jeweils am Karfreitagmorgen, bei schönem Wetter, die Kreuzwegandacht gehalten. Was uns besonders freut, ist, dass der Gang über die Stationenandacht mittlerweile auch zu einem Pfarreianlass geworden ist.
Pater Adelhart vom Kloster Mels und Vereinspräses Pfr. Karl Stadler konnten die Kreuzweganlage am 12. Oktober 1980, also fast genau zwölf Jahre nach dem Bau der Grotte, einweihen.
Verlauf des Kreuzweges
Die beiden ersten Gedenksteine des Kreuzweges befinden sich auf dem Platz innerhalb des Grottenareals. Der weitere Verlauf führt in nördlicher Richtung über den Parkplatz und anschliessend links auf den Waldweg, vorbei an weiteren Stationen hinauf zur Wiese oberhalb der Grotte. Hier wurde der Weg als Rundgang im Uhrzeigersinn angelegt und führt anschliessend wieder über den Waldweg zurück zur Grotte.Read more









Traveler
Wenn de keini eigene Heilige hesch, denn bediensch bi de andere und wenn de kei Höhli hesch, denn sprengsch eini us em Fels. Erstunlich, dass das het könne finanziert wärde!🤔 Wo bliebe denn d Vorschrifte und Kritiker? Bi unserer jetzige Regierig wär das kum möglich.😉
Travelerisch unglaublich wie immer no lüt an dä humbug glaube