Mein erstes Mal im Stadion
March 29, 2003 in Germany
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Mein allererstes Spiel im Stadion stand im Jahr 2003 an: ein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Nürnberg. Ich war damals noch recht jung, hatte die Weltmeisterschaft 2002 aber völlig euphorisch verfolgt. Umso überraschter war ich gewesen, als ausgerechnet „Der Titan“ Oliver Kahn – den ich bis dahin für absolut unschlagbar hielt – im Finale gegen Brasilien patzte: Ausgerechnet ihm glitt in der 67. Minute ein Distanzschuss von Rivaldo aus den Händen, sodass Ronaldo zur brasilianischen Führung abstauben konnte und der WM-Traum platzte.
Mit dem Bus ging es gemeinsam mit meiner Jugendfußballmannschaft nach Nürnberg, auch mein Papa war mit von der Partie. Am Frankenstadion angekommen, flößten mir die riesigen Menschenmassen erst einmal gehörigen Respekt ein. Als wir schließlich auf unseren Plätzen im Oberrang ankamen, kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Vom Spiel selbst blieb in meiner Erinnerung gar nicht so viel hängen, außer dass es am Ende ein etwas enttäuschendes 1:1-Unentschieden wurde. Was meine kindliche Erinnerung nicht mehr ganz parat hat, ergänzt der Blick in die Geschichtsbücher: Deutschland traf an diesem 29. März 2003 in der EM-Qualifikation auf Litauen. Nach einer frühen Führung durch Carsten Ramelow bereits in der 7. Minute verpasste es die DFB-Elf nachzulegen, ehe Tomas Ražanauskas in der 74. Minute der überraschende Ausgleich für die Gäste gelang.
Am meisten faszinierten mich damals ohnehin die riesigen, aufblasbaren Figuren, die durch die einströmende Luft wie von Zauberhand zu tanzen schienen, und die Tatsache, dass auf den Rängen immer und immer wieder die La-Ola-Welle die Runde machte – worauf ich meinen Papa auch jedes Mal ganz aufgeregt aufmerksam machte.
Zwei Anekdoten sind mir zu diesem Tag dann aber doch noch im Gedächtnis geblieben:
Aus Gründen, die mir bis heute nicht ganz klar sind, riefen die Fans auf den Rängen unermüdlich Oliver Kahns Namen, bis dieser schließlich kurz die Hand zum Gruß hob – eine echte Besonderheit, wenn man bedenkt, dass er als Bayern-Spieler im sonst so rivalisierenden Nürnberger Stadion aufgelaufen war.
Die zweite Begebenheit trug sich auf dem Busparkplatz zu: Dort liefen wir ausgerechnet der Jugendmannschaft unseres verhassten Stadtrivalen über den Weg, die offensichtlich denselben Ausflug unternommen hatte. Eigentlich kannten wir die Jungs gut aus der Schule, doch im emotionalen Fußball-Umfeld ließen wir uns spontan dazu hinreißen, ein paar lautstarke Schmähgesänge über ihren Verein anzustimmen.Read more
