Andi bändigt die Death Road ⛰️🚴♂️
October 20, 2024 in Bolivia ⋅ ⛅ 12 °C
Die sogenannte ‚Death Road‘ zählt zu den beliebtesten Aktivitäten Boliviens. Die Death Road (= Yungas-Straße) gilt aufgrund der vielen Todesopfern in der Vergangenheit (jährlich 200-300) als eine der gefährlichsten Straßen der Welt. Jahrzehntelang war sie eine Hauptverkehrsstraße und ist seit 2007 für den motorisierten Verkehr gesperrt. In den darauffolgenden Jahren hat sich die Straße als idealen Ort für spannende Mountainbike-Touren etabliert.
Bereits seit dem Beginn unserer Bolivien-Reise steht die Frage im Raum: Wollen wir eine solche Fahrradtour machen oder ist das nicht zu gefährlich? Nach längerem hin und her entscheiden wir uns erst kurzfristig in La Paz: Tanja bleibt lieber in La Paz, da ihr die Tour zu gefährlich vorkommt. Andi hingegen hat sich von den positiven Rezensionen überzeugen lassen und sucht sich einen vertrauenswürdigen Tourenanbieter.
Seit fest steht, dass Andi die Tour machen wird, ist er durchaus nervös. Besonders am Morgen kurz vor der Abholung ist er ganz schön aufgeregt. Auch Tanja zuliebe verspricht er möglichst vorsichtig zu fahren.
Schließlich wird Andi wie vereinbart von der Unterkunft abgeholt und zum Tourenveranstalter gebracht. Dort trifft er die Gruppe, mit der er den Tag verbringen wird, und probiert die verschiedenen Ausrüstungsteile an. Er ist schon mal etwas erleichtert, als er die professionelle Ausrüstung und die guten Fahrräder sieht. Jeder bekommt eine umfangreiche Fahrradausrüstung, die auch Schienbein- und Ellenbogenschoner enthält. Andi ist der einzige, der einen Helm mit GoPro-Halterung haben möchte und ist froh, dass es genau einen Helm gibt, der zudem von der Größe her gut passt.
Während wir uns ankleiden und nebenher am frühstücken sind, ist der Van unterwegs um Benzin zu besorgen. Aufgrund der anhaltenden Treibstoffkrise in Bolivien sind in La Paz an manchen Tagen Tankstellen komplett geschlossen. Bei Wiedereröffnungen bilden sich vor den Tankstellen entsprechend hunderte Meter lange schlangen. Wird bekanntgegeben, dass es am folgenden Tag wieder Benzin geben wird, so stellen sich die Leute bereits am Vorabend bzw. der Nacht in die Schlange. Stundenlanges Anstehen gilt hier daher aktuell als normal.
Diese Unsicherheit wurde uns am Vortag bereits mitgeteilt, sodass wir auf eine längere Wartezeit am morgen bereits eingestellt sind. Wir sind bereits ein paar Stunden im Office des Veranstalters, doch dann kommt die gute Nachricht: Sprit ist besorgt, der Van wird gleich da sein und die Tour kann heute stattfinden - sehr gut!
Der Van bringt unsere Gruppe, die aus sieben Touris und zwei Guides besteht von 3.900m in La Paz auf 4.600m hoch, wo die Tour startet und wir direkt von einer Herde Lamas begrüßt werden. Unser heutiges Ziel liegt auf 1.300m Höhe. Mehr als 3km fahren wir also nach unten?! Die Zahlen lassen sich nur sehr schwer vorstellen.
Im ersten Teil fahren wir eine gut ausgebaute asphaltierte jedoch kurvige Straße bergab und genießen eine wunderschöne Berglandschaft. Da es phasenweise dann doch recht steil nach unten geht, gilt natürlich Safety first. Andi schaut daher, dass er genügend Platz zu seinem Vordermann hat , keinen unnötigen Bremsfehler macht und am besten auch nicht in den Gegenverkehr fährt. Zwischendurch machen wir immer mal wieder kurze Pausen, die in der Regel mit Foto-Shootings verbunden werden.
Als wir am Ende des Abschnittes angekommen sind, werden unsere Räder in unseren Van verladen, der uns durchgehend begleitet, und werden zum Beginn der tatsächlichen 'Death Road' gefahren.
Nun steigt die Nervosität und die Anspannung! Wie gefährlich ist die Strecke wirklich? Hat sich Andi zu viel zugemutet?
Um einen besseren Eindruck von der Landschaft und der Strecken zu bekommen, schaut ihr euch am besten die beiden Videos an.
Die Priorität liegt bei der Tour natürlich darin, heil und unversehrt am Ziel anzukommen. Der Fokus liegt beim Fahren daher stark auf dem Boden der Schotterpiste, um Fahrfehler zu vermeiden. Die wunderschöne Landschaft außenrum lässt sich daher nur bei den einzelnen Pausen aufsaugen, da der Blick beim Fahren auf den Boden gerichtet sein sollte.
Aus Andis Sicht ist es eine super Strecke um (bei gutem Wetter!) mit dem Mountainbike entlang zu fahren. Dass es sich hierbei um eine Hauptverkehrsstraße gehandelt hatte, auf der auch große LKWs sowie Busse beidspurig unterwegs waren, ist kaum vorstellbar. Die vielen Unfälle und Todesopfer in der Vergangenheit sind daher schnell zu erklären.
De Gruppe ist froh und erleichtert, als sie unten im Ziel ankommt. Der Tag war ein großer Erfolg und hat allen sehr viel Spaß gemacht!
Als wir am Ende beim Mittagessen zusammensitzen, zeigt uns unser Guide auf seinem Smartphone verschiedene Videos von Unfällen der damaligen Zeit aber auch aktuellere Videos, bei denen Teilnehmer gestürzt und einzelne Räder den Hang hinuntergefallen sind. Er erzählt uns, dass es auch in jüngerer Vergangenheit noch einzelne Todesopfer auf der Strecke gab, sei es ein Extremsportler, der einen Rekord aufstellen möchte, oder ein Fahrrad-Guide, der beim Machen eines Bildes hinunterstürzt.
Mahlzeit! Ist wohl besser so, dass er erst nach unserer Tour diese Geschichten auspackt, als wir bereits heil unten angekommen sind.
Also Fazit lässt sich sagen, dass die Fahrradtour entlang der Dead Road zu empfehlen ist. Das Wetter sollte jedoch passen und es sollte ein qualitativ hochwertiger Tourenanbieter ausgewählt werden. Jeder einzelne Teilnehmer sollte mit einer gewissen Portion Respekt an die Sache herangehen und die Tour nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wer jedoch kein Fahrradneuling ist, entspannt sein Tempo fährt, möglichst an der Wandseite fährt und konzentriert den Boden im Blick hat, wird heil unten ankommen. ✌🏽✌🏽✌🏽
Kosten pro Person:
- Fahrrad-Tour: 62,20€
- Eintritt Nationalpark: 6,60€Read more


































Traveler
Siegerpose😘🦋💙
Traveler
Schön dass du nicht alleine sondern mit einem kleinen Schäferhund gewartet hast 😉🦋💙
Traveler
Das glaube ich dir 🦋💙