• Tanja Becker
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Tandi auf Weltreise

An open-ended adventure by Tanja & Andi Read more
  • Trip start
    June 20, 2024

    Es geht los!!!

    June 20, 2024 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    Nach einem Jahr Vorbereitungszeit geht es endlich los: Nur noch wenige Stunden, bis wir im Flieger nach Nairobi sitzen! Nach den stressigen Tagen und Wochen der Vorbereitungszeit mit Packen und Wohnungsübergabe sind wir froh, dass endlich alles bereit steht. Schweren Herzens müssen wir noch einige Dinge aus unserem Gepäck kicken, um nicht schon mit Übergepäck zu starten. Nach tränenreichen Abschieden in den letzten Tagen von unseren Liebsten sitzen wir im Zug und können es kaum glauben: ein ganzes Jahr zusammen auf Reise!Read more

  • Kenianischer Kochkurs in Nairobi

    June 22, 2024 in Kenya ⋅ ⛅ 22 °C

    Wie kann man ein Land besser kennenlernen als durch sein Essen? 😉 Also geht es mit Josephine in einem der hier häufigen Partybusse auf einen local Markt, um alle Zutaten einzukaufen - hier hätten wir uns alleine nicht hin getraut! Dann kochen wir zusammen Chapatis (Pfannkuchen), Rindfleisch-Eintopf, Gemüseeintopf mit Ananas, und einen Brei aus Kartoffeln, Pfeilwurzel und Erbsen. Besonders beeindruckend ist die Ölmenge zum anbraten der Chapatis (1 Esslöffel Öl pro Seite - "Put more oil, put more oil!"). Und Andi stellt sich sehr gut beim ausrollen der Chapatis an - das wird er hoffentlich auch Zuhause oft kochen ;)Read more

  • Mit dem Fahrrad im Hells Gate NP

    June 23, 2024 in Kenya ⋅ ⛅ 15 °C

    Einfach mit dem Fahrrad zwischen Zebras, Giraffen und Warzenschweinen fahren - der Hells Gate National Park ist etwas ganz Besonderes! Der Park war die Vorlage für "König der Löwen", und mit seinen beeindruckenden Klippen ist die Ähnlichkeit offensichtlich. Mit Mountainbikes geht es auf eine Schotterpiste, die immer wieder von Zebras gequert wird. Ganz schön anstrengend! Aber das Erlebnis, direkt mit den Tieren in ihrem Lebensraum zu sein, entschädigt mehr als. Zu Fuß geht es dann auf eine kleine Wanderung entlang einer Schlucht, bei der uns der Guide die Salbei-Pflanzen zeigt, mit denen man sich hier als natürliches Mosquito-Repellent einreibt. Sehr süß sind auch die in Kolonien lebenden Hyrax (Buschschliefer), die hier in den Klippen wohnen. Über uns kreisen währenddessen verschiedenste Vögel der 103 hier vorkommenden Arten, darunter viele Schwalben und Geier. Die Geier fliegen regelmäßig über 150km bis in die Masai Mara, um dort die Kadaver der großen Tierherden zu fressen. Wir werden erst in einer Woche im tansanischen Pendant der Masai Mara, der Serengeti, sein, um hoffentlich die große Migration beobachten zu können. Für heute waren die Tierbeobachtungen absolut überwältigend und der perfekte Einstieg für unsere Safaris!
    Vielen Dank für meine lieben Freunde beim BUND, die uns dieses Erlebnis geschenkt haben! 💚

    Gesehene Tiere (soweit wir den Guide verstanden haben): Masai-Giraffe, Zebras, Thomson-Gazellen, Hyrax, Geier, Schwalben, Antilopen, Grünmeerkatzen...
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  • Lake Naivasha - ein Vogelparadies

    June 23, 2024 in Kenya ⋅ ⛅ 21 °C

    Auf der halbmondförmigen Insel im Naivasha-See grasen Impalas und Gnus friedlich neben Zebras und Giraffen, während Schreiseeadler in den Baumwipfeln sitzen und eine Pelikan-Kolonie vor dem Ufer vor sich hin dümpelt - eine fast schon paradiesische Stimmung herrscht hier. Mehr als 300 Vogelarten kommen hier vor - so schade, dass ich die Kamera wegen der Gefahr, dass wir beide im Wasser landen, im Auto gelassen habe. Auf ein Tier haben wir uns besonders gefreut: während wir mit dem Boot am Ufer entlang tuckern, sehen wir mehrere Gruppen von Nilpferden! Sie schlafen friedlich im Wasser oder, mit ihren beeindruckenden Hintern zu uns gedreht, am Ufer.

    Gesehene Tiere: Pelikane, Nilpferde, Schreiseeadler, Ibisse, Marabus, Kormorane, Antilopen (z.b. Impalas), Gazellen (z.b. Thompson's Gazelle), Haubentaucher, Silberreiher......
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  • Zu Besuch bei den Maasai

    June 24, 2024 in Kenya ⋅ ☁️ 23 °C

    Während man von den anderen 43 Tribes Kenias in Deutschland kaum etwas gehört hat, sind die Maasai mit ihren karierten Tüchern und ihren tiefen Traditionen fast schon berühmt. Wir wollen mehr über diese Traditionen lernen und besuchen daher nach zwei Stunden Fahrt ein Dorf nahe der Grenze zu Tansania. Zuerst besuchen wir den wöchentlichen Viehmarkt der Maasai, bei dem uns der Umgang mit den Tiere schockiert. Wir sind die einzigen Nicht-Maasai und werden interessiert beobachtet. Nachdem wir den Kauf von Ziegen mehrfach leider ablehnen müssen ("Buy just one, you can take it to Germany!") und neue Facebook-Freunde gewonnen haben, geht es weiter zum Maasai-Dorf.
    Bevor wir das Dorf betreten, werden uns die korrekten Begrüßungsformeln beigebracht. Dann werden wir von den 12 Mitgliedern herzlich begrüßt, ich soll mich vor den alten Maasai verbeugen und bekomme den Kopf getätschelt. Dann dürfen wir Teil nehmen an den üblichen Bestandteilen ihres traditionellen Lebens. Andi bekommt einen sehr maskulinen Stock, mit dem er mit den Männern pfeifend die Ziegen und Kühe vor sich her treibt. Er darf auch einen Speer werfen, mit dem die Maasai jagen und ihre Herden verteidigen. Wir Frauen stellen Schmuck aus bunten Perlen her, melken Ziegen und kochen Maisbrei (Ugali) über dem offenen Feuer in ihrer Lehmhütte. Für Andi soll ich einen Löffel voll kaltpusten und ihn füttern - ich frage mich, ob wir Touristen manchmal veräppelt werden. Aber mit unserem Guide sprechen wir über die vielen Herausforderungen, mit denen sich die Maasai im Zwiespalt zwischen Tradition und Moderne sehen. Viele von ihnen leben tatsächlich dieses Leben, mit Fokus auf ihre Nutztiere und ohne Internet. Viele entscheiden sich aber auch für ein modernes Leben in der Stadt. Sie verlieren dadurch ihre Traditionen, aber entkommen auch Armut, verfrühter Heirat mit Polygynie und Analphabetismus.
    Abschließend dürfen wir an ihren Gesängen und Tänzen teilnehmen. Die Freude darüber in den Augen der Maasai, vor allem der alten Frauen (bis zu 85 Jahre alt) zu sehen, nimmt uns unsere Befürchtungen, hier eine reine Show zu sehen. Es stellt für die Maasai auch eine Möglichkeit dar, ihre Kultur zu erhalten und dabei Geld zu verdienen. Wir sind zutiefst dankbar, diese Einblicke in ihre Kultur erhalten zu dürfen.
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  • Welcome to Tanzania!

    Jun 25–26, 2024 in Tanzania ⋅ ☀️ 23 °C

    Aus Nairobi, der Hauptstadt von Kenia, starten wir mit einem Bus Richtung Tansania. Beim Grenzübertritt muss ich ein wenig zittern: Ich habe auf Anraten meiner Ärztin den Impfpass Zuhause gelassen und nur Kopien und Scans dabei. Ohne Gelbfieber-Impfnachweis darf ich aber nicht einreisen, da hilft auch das extra Gelbfieber-Impfzertifikat nichts, das die Ärztin mir ausgestellt hat. Andi spaziert mit seinem Impfpass, den er aus Versehen mitgenommen hat, währenddessen an mir vorbei. Puh, und jetzt? Geld regelt! Da wir nur Euro dabei haben, stellt die Grenzbeamte mir für 25 € einen Impfpass-Ersatz aus, in den sie einen einzelnen Eintrag zur Gelbfieber-Impfung macht. Was sie hier in Tansania mit den Euro machen will ist mir unklar, aber ich darf einreisen!

    Einige Stunden später erreichen wir Arusha, die Stadt, aus der alle Safaris in die Serengeti starten. Arusha hat über 600.000 Einwohner und ist laut, chaotisch, dreckig und voller Leben. Das ist einschüchternd, aber auch spannend!

    Wir kommen in unserem Hostel an und fühlen uns direkt wohl. Ein schönes Zimmer, ein Lagerfeuer und eine Bar mit Schaukeln, was will man mehr! Wir gönnen uns das angebotene Abendessen mit vielen lokalen Gerichten und entspannen am Lagerfeuer.

    Am nächsten Morgen sind wir begeistert vom Service: Der Hotelinhaber lässt seine Kontakte spielen und es kommt tatsächlich jemand vorbei, um uns SIM-Karten ins Handy einzusetzen. So bequem ging das noch nie!

    Mit Internet ausgestattet wollen wir die Stadt erkunden. Der erste Stopp ist der berühmte Clock Tower. Ungläubig schauen wir auf das 4 Meter hohe Türmchen mit Coca-Cola-Ziffernblatt inmitten eines Kreisverkehrs - den hatten wir uns etwas beeindruckender vorgestellt.

    Auf dem Weg zum nächsten Stopp werden wir mehrfach von Einheimischen angesprochen, die uns durch die Stadt führen wollen. Wir lehnen immer wieder dankend ab, aber einer lässt sich nicht abschütteln. Er verfolgt uns bis zu dem Museum und hält dabei einen Monolog über die Geschichte der Stadt, der darin endet, dass er uns als seine Freunde bezeichnet und dass seine Freunde ja auf jeden Fall seine vielen hungrigen Kinder finanziell unterstützen werden. Mit traurigem Blick schaut er uns nach als wir ablehnen und das Museum betreten. Wir schauen uns an - und haben so ein schlechtes Gewissen, dass Andi wieder hinausrennt und ihm doch etwas gibt. Der Mann hat einen guten Geschäftssinn, das muss man ihm lassen!

    Im Museum ist die Geschichte der Menschheit ganz unterhaltsam dargestellt. Auch auf die deutsche Kolonialisierung des Landes wird eingegangen. Außerdem können wir viele ausgestopfte Tiere bewundern, die wir hoffentlich bald auch lebendig sehen werden. Der Höhepunkt ist aber die 160 Jahre alte riesige Schildkröte Baruta, die sich gerne den Panzer streicheln und füttern lässt. Baruta strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, die wir so noch bei keinem anderen Tier gespürt haben.
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  • Materuni-Wasserfall & Kaffee-Tour

    June 27, 2024 in Tanzania ⋅ 🌫 14 °C

    Der Materuni-Wasserfall ist 85m hoch und wird von den Gletschern des Kilimandscharo gespeist. Den Ausblick muss man sich erwandern, also werden wir mit Gummistiefeln und einem Wanderstock ausgerüstet und los geht's!
    Der leichte Nieselregen versetzt uns ein wenig in November-Stimmung und macht das Wandern auf den lehmigen Wegen des ehemaligen Vulkans zu einer spannenden Rutschpartie. Der Dschungel um uns herum sieht atemberaubend aus, und aus dem Gebüsch zaubert unser Guide ein verärgertes Zweihornchamäleon. Dann erreichen wir den Wasserfall - ein feiner Sprühnebel wird uns von den donnernden Wassermassen entgegengeworfen und durchnässt uns innerhalb von Sekunden. Was für eine Naturgewalt!
    Zum Aufwärmen rutschen wir den Weg wieder zurück in Richtung Kaffee-Plantage. Eine ganze Gruppe junger Männer erwartet uns, um uns die einzelnen Verarbeitungsschritte zu zeigen und zu erklären. So können wir das Stampfen der Bohnen zum Entfernen der Hüllen ausprobieren. Eine Verkostung darf natürlich auch nicht fehlen. Der Kaffee schmeckt spätestens mit zwei Teelöffeln Zucker sehr gut, und wir entscheiden uns, ein lokal hergestelltes Bananenbier für den Abend zu kaufen (Spoiler: es hatte die Farbe einer Lehmpfütze und hat auch so geschmeckt).
    Aufgeputscht geht es weiter Richtung Chemka Hot Springs!

    Cooles Tier: Zweihornchamäleon
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  • Baden in den Chemka Hot Springs

    June 27, 2024 in Tanzania ⋅ ☁️ 25 °C

    Nach der Rutschpartie zum Materuni-Wasserfall hören sich Hot Springs ziemlich verlockend an! Also nichts wie rein in die Badesachen und ins Wasser. Dass das dann eher Zimmertemperatur hat ist auch egal, weil man sich wie in einem verwunschenen See fühlt: Türkisblaues Wasser, umgeben von dichtem Wald... und voll von kleinen Fischen, die uns knabbernd ein kostenloses Peeling am ganzen Körper geben. Wer sich traut, kann an einem Seil übers Wasser schwingen und mehr oder weniger elegant hineinspringen. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen!Read more

  • Giraffen hautnah im Arusha NP

    June 28, 2024 in Tanzania ⋅ ☁️ 15 °C

    Jeder Nationalpark hat seine Besonderheit, und im Arusha Nationalpark sind es die Giraffen. Wir dürfen mit einem Ranger zu Fuß auf Pirsch gehen, und schon nach kurzer Zeit trauen wir unseren Augen kaum: Nicht nur eine, sondern sieben Giraffen lassen uns völlig entspannt näher kommen und sie bewundern. Was für ein magischer Moment! Dabei handelt es sich um Massai-Giraffen, die einzige Giraffenart, die in Nordtansania vorkommt. Sie sind an ihrer wunderschönen, filigranen Fellzeichnung zu erkennen. Während die weiblichen Giraffen gemütlich am wiederkäuen sind, kämpfen die Männer und sich schlagen ihre Hörner gegenseitig an die Hälser. An ihren vom Kämpfen oben nackten Hörnern sind die Männchen einfach von den Weibchen zu unterscheiden.
    Hinter uns kommt eine Familie von Warzenschweinen immer näher. Sie sind völlig auf das Fressen konzentriert und scheinen uns überhaupt nicht zu bemerken. Laut Ranger macht sie dieses hochkonzentrierte Fressverhalten auch zu leichter Beute für Löwen (#spiritanimal). Wir freuen uns, die Tiere so nah sehen zu können, ohne sie zu stören.
    Nach einem kurzen Zwischenstopp an einem Wasserfall beginnt der klassische Teil der Safari, bei dem wir von unserem Guide in einem Landrover mit Pop-Up-Dach auf der Suche nach weiteren Tieren durch den Nationalpark gefahren werden. Wir genießen es, zu zweit in dem 6-Personen-Auto zu sein und in allen Richtungen Büffel, Zebras und verschiedenste Vögel beobachten zu können.

    Tiere: Masai-Giraffe, Steppenzebra, Schwarzhalsreiher, Graureiher, Kaffernbüffel, Südafrika-Kronenkranich, Warzenschwein, Schwalben, Kuhreiher...
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  • Elefanten-Overload im Lake Manyara NP

    June 29, 2024 in Tanzania ⋅ ⛅ 17 °C

    Bei einer chaotischen Anfahrt von Arusha in einem Auto, in dem nicht ein einziger Sicherheitsgurt funktioniert, lernen wir supernette Leute aus den Niederlanden und New York kennen. Zu siebt werden wir in ein Safari-Auto gequetscht, und los geht es in den Lake Manyara Nationalpark!

    Hier findet man Elefanten hinter jeder Kurve und jedem Baum. Die Tiere haben offensichtlich keine Angst vor den Autos, fressen direkt neben uns und queren die Straßen unbeeindruckt. Wie schön, sie in ihrem Lebensraum beobachten zu können! Manche interagieren auch mit den Autos und machen klar, dass niemand ihren Weg zu versperren hat.
    Unsere erste Löwin liegt sehr entspannt unter einem Baum. An einem Halsband ist ein Sender befestigt, mit dem ihre Bewegungen aufgezeichnet und analysiert werden können.
    Kurz bevor wir zur Unterkunft fahren, hält unser Guide ganz aufgeregt an: Ein Leopard, da hinten! Wir starren in den Wald und sehen nur - Wald. Als ich mit meiner Kamera ganz nah heranzoome, erkennen wir tatsächlich einen Leoparden im Baum. Wie der Guide den aus dem fahrenden Auto ohne Fernglas entdeckt hat?

    Wir fahren zu unserer Unterkunft, kommen an den Zelten an und... gehen weiter! Puh, ich dachte, heute wäre unsere erste kalte Nacht im Zelt gekommen. Stattdessen bekommen wir ein gemütliches kleines Zimmer und ein sehr leckeres, traditionell afrikanisches Abendessen.

    Wir befinden uns tief in der Nacht, die Lichter des Restaurants sind ausgeschaltet. Das ganze Hotel schläft. Das ganze Hotel? Nein! Ein unbeugsamer Andi hört nicht auf, dem Schlaf Widerstand zu leisten und der deutschen Nationalmannschaft bei ihrem Spiel gegen Dänemark zuzuschauen.

    Einige Tiere: Diademmeerkatze, Kuhreiher, Nilwaran, Afrikanischer Elefant, Massai-Giraffe, Leopard, Dikdik, Bienenfresser, Fischadler, Rotschnabeltoko
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  • Birding und Baobabs im Tarangire NP

    June 30, 2024 in Tanzania ⋅ ☁️ 17 °C

    Der Tarangire Nationalpark beherbergt tausende der unverwechselbaren Baobab-Bäume (Affenbrotbäume) mit dicken Stämmen, in denen sie Wasser speichern. Die Rinde wird daher von den Elefanten gerne abgezogene und gefressen, sodass jeder Baobab bis auf Elefantenhöhe geschält aussieht. Denn Elefanten gibt es hier genug: Immer wieder können wir sie aus nächster Nähe beobachten, wie sie mit ihren Rüsseln lange Winden wie Spaghetti aufrollen und in ihren Mund schieben.
    Unser Fahrer hat uns anfangs missverstanden und denkt, dass wir begeisterte Vogelbeobachter ("Birder") sind und packt sein ganzes Fachwissen aus. Ich freue mich darüber und versuche mit meiner Kamera die Arten einzufangen, die er uns zeigt. Andi holt währenddessen den Schlaf nach, den er aufgrund des Fußballspiels letzte Nacht verpasst hat. Perfektes Teamwork mal wieder. ;)
    Ein Favorit ist dabei der ungefährdete Dreifarben-Glanzstar (auf Englisch hat er den coolen Namen "Superb Starling"), dessen metallisches Federkleid man überall grünblau aufblitzen sieht. Leichter zu fotografieren sind die vier flauschig aussehenden Strauße, die den Schnabel aufreißen, um sich abzukühlen.
    Als wir zu einer großen Ansammlung von Autos stoßen, ist uns klar, dass wir gleich etwas Besonderes sehen werden: Es ist ein Löwen-Weibchen mit ihrem Jungen. Wir sind nicht begeistert davon, wie sehr den Tieren auf die Pelle gerückt wird. Die Löwin steht nach einigen Minuten aber auf und läuft mit dem Kleinen ganz entspannt Richtung autofreiem Gebüsch.
    Ein absolutes Lieblingstier des Tages sind die Zwergmangusten. Die süßen kleinen Raubtiere leben in Gruppen von 9-12 Tieren in Termitenhügeln, die sie zuerst leerfressen und dann bewohnen.
    Durch große Zebraherden machen wir uns nach vielen Tierbeobachtungen auf den Weg Richtung Ausgang, bevor der Guide ein Schleifen am Reifen bemerkt: Wir haben einen Platten! Das kommt hier oft vor, und schnell ist der Platten mit einem der beiden Ersatzreifen ausgetauscht, die jedes Auto hier standardmäßig mitführt. Hakuna matata (Kein Problem)!

    Einige der Vögel: Grauglanzstar, Dreifarben-Glanzstar, Rüppellwürger, Büffelweber, Helmperlhuhn, Graureiher, Nilgans, Kardinalspecht, Gurrtaube, Strauß, Einfarb-Schlangenadler...

    Außerdem: Warzenschwein, Ellipsen-Wasserbock, Defassa-Wasserbock, Südliche Grünmeerkatze, Steppenzebra, Südliche Zwergmanguste, Grant-Gazelle, Klippschliefer...
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  • Serengeti 1 - The Home of Lions

    July 1, 2024 in Tanzania ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir hatten schon viel von der Serengeti gehört, und hatten daher die Befürchtung, dass wir nach den bisherigen tollen Safaris enttäuscht sein würden. Aber kurz nach Einfahrt in den Park sehen wir direkt eine Auto-Gruppe: Das bedeutet Löwen! 4 schwangere Weibchen laufen einen Weg entlang und werden von den Autos verfolgt. Da wir nicht wissen, ob es bei dieser einen Sichtung bleiben wird, genießen wir den Anblick so gut wie möglich. Nur wenige Meter entfernt von uns sitzen die Löwinnen und sehen eigentlich ganz entspannt aus. Wir hätten uns keine Sorgen machen müssen: Schon eine kurze Fahrt später sehen wir eine Löwenfamilie, die sich dekorativ auf einer Felsengruppe sonnt. Und so geht es den ganzen Tag weiter: Löwinnen, Baby-Löwen, männliche Löwen mit langer Mähne... Mal sonnend, mal schlafend, trinkend, spielend... Die Tiere sind offensichtlich entspannt und von uns absolut unbeeindruckt. Jetzt können wir es auch richtig genießen!
    Wir fahren weiter und bekommen Gegenverkehr: Ein Schakal trabt uns entgegen und weigert sich, den Weg zu verlassen. Das Tier ist überraschend klein, hat eine schöne Fellzeichnung und wird von Andi als "nicht so ernstzunehmend" beschrieben. Ich finde ihn super und würde ihn gerne mit nach Hause nehmen. Er ernährt sich von Aas, kann aber bei Gelegenheit auch selbst jagen.
    Immer wieder stehen links, rechts und auf der Straße viele Thompson-Gazellen, die mit großen Augen abwarten, ob wir tatsächlich auf dem Weg auf sie zugefahren kommen. Dann springen sie hektisch, aber elegant in alle Richtungen davon. Sorry!
    Dem Sonnenuntergang entgegen fahren wir aus dem Park und können kaum glauben, wie perfekt diese Landschaft mit ihren Schirmakazien, Steingruppen und grasenden Gazellen aussieht.
    Es geht dann ab ins Zelt, da wir die nächsten Tage campen werden. Wir werden sicher gut schlafen!

    Tiere: Löwe, Thomson-Gazelle, Grant-Gazelle, Bubale, Leierantilope (Topi), Schabrackenschakal, Sekretär, Riesentrappe (schwerster flugfähiger Vogel der Welt)...
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  • Serengeti 2a: Gnus, Gnus, Gnus!

    July 2, 2024 in Tanzania ⋅ ☁️ 15 °C

    Heute fahren wir in den westlichen Teil der Serengeti, um zu sehen, was auf der Welt einzigartig ist: Die große Wanderung! 1,3 Millionen Gnus wandern mit 300.000 Zebras Jahr für Jahr in einer Elypse im Uhrzeigersinn, um den Regenfällen zu folgen und so immer frisches Gras zu finden. Wir erwischen die Tiere etwa bei 9 Uhr ihrer Wanderstrecke. Nachdem die Gnus (auf Swahili "Nyumbu", also "zero brain") im Februar im Süden ihre Jungen zur Welt gebracht haben, machen sie sich ab März auf den Weg in den Norden, wo sie im Oktober/November ankommen. Die Zebras und Gnus sind dabei ein gutes Team - einer sieht gut, der andere riecht gut.
    Um 5 Uhr stehen wir auf, um die Tiere der Serengeti zu ihrer aktivsten Zeit beobachten zu können. Majestätisch steigen Heißluftballons von der blutroten Sonne auf, während wir lautes Löwengebrüll hören.
    Wir sehen riesige Gnu-Herden, die es nicht eilig zu haben scheinen, im Norden anzukommen. Ungefähr eine Stunde warten wir am Grumeti-Fluss, ironisch auch "Gourmet-Fluss" für Krokodile genannt, um eine große Gruppe Gnus bei der Überquerung zu beobachten. Langsam sammeln sich mehr und mehr Tiere am Ufer und drängen die vorderen in tieferes Wasser, das vielfache nervöse "Möööh!!" steigert die Spannung noch - und dann bekommen sie kalte Füße! Erst wenige, dann immer mehr Tiere drehen um und laufen panisch ihren Weg zurück. Safety first!

    Bei der Weiterfahrt sehen wir einen Überbleibsel der großen Migration, das eine besondere ökologische Nische öffnet: Gnu- und Zebrakadaver säumen die Straße und sind ein Festmahl für Aasfresser. An einem Kadaver sehen wir drei verschiedene Geierarten und den Marabou-Storch. Faszinierend und widerlich zugleich.

    Apropos Festmahl: Auf der Kühlerhaube gibt es mittags ein typisches tansanisches Mittagessen. Da wir sonst nie das Auto verlassen dürfen, schauen wir uns während dem Essen die ganze Zeit wie eine verängstigte Herde Antilopen nach Löwen um. Es taucht aber keiner auf (schade?) und das Essen schmeckt gut wie immer.

    Fortsetzung s. "Serengeti 2b"

    Tiere: sehr viele Gnus (gesprenkelt mit Zebras); Sperbergeier, Marabu, Weißrückengeier, Ohrengeier (offizielles Mitglied der "Ugly Five")
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  • Serengeti 2b: Überwältigende Vielfalt

    July 2, 2024 in Tanzania ⋅ ☁️ 12 °C

    Was wir nicht erwartet haben, ist, dass dieser Teil der Serengeti zur Hälfte pechschwarz ist. Jedes Jahr zu dieser Zeit werden von den Rangern Feuer gelegt, sodass das Gras vollständig abbrennt und bei den Regenfällen im Oktober frisches, kurzes Gras nachwächst. So haben Gnus und Zebras genug Futter und können Predatoren frühzeitig erkennen. Für uns bedeutet das mystische Rauchschwaden über schwarzer Erde und den faszinierenden Anblick von brennenden Graslandschaften direkt neben unserem Auto.

    Wir dürfen mehr Tierbeobachtungen machen, als wir uns merken können: Eine Pantherschildkröte kreutzt unseren Weg, Nilpferde lassen sich die Sonne auf ihre Plauzen scheinen, zwei Leoparden flüchten durchs hohe Gras, zwei Dikdiks (kniehohe Mini-Antilopen) tragen den niedlichsten Kampf überhaupt aus, Zebramangusten graben nach Insekten, Elefantenmütter säugen ihre Babys...

    Als wir nach vielen weiteren Sichtungen schon etwas spät Richtung Ausgang des Parks rasen (danke an Patrick, unseren sehr kompetenten Fahrer!), sehe ich aus dem Augenwinkel eine Tiergruppe: Hyänen! Und nicht nur eine, sondern viele kleine Hyänen verschiedenen Alters, die ganz interessiert unser Auto beobachten.

    Nach all den tollen Momenten müssen wir sagen: Die Serengeti hat uns völlig umgehauen!

    Tiere: Trauerdrongo, Nilgans, Klippschliefer, Nilpferd, Hyänen,
    Graumantelwürger, Serengeti-Topi, Wachtel, Hammerkopf, Gleitaar, Ohrfleck-Bartvogel, Steppenzebra, Schwarz-weißer Stummelaffe , Dikdik, Leopard, Afrikanischer Elefant, Graukopfliest, Schopfadler, Pantherschildkröte, Gaukler, Zebramanguste; außerdem der Leberwurstbaum.
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  • Serengeti 3: Leopard verabschiedet sich

    July 3, 2024 in Tanzania ⋅ ⛅ 13 °C

    Nach einer weiteren kurzen, aber gemütlichen Nacht im Safari-Zelt geht es noch einmal auf Pirsch. Zwei Minuten nach Verlassen des Camps sitzt ein Gepard auf offenem Feld und denkt darüber nach, sich zum Frühstück eine der nahen Thompson-Gazellen zu gönnen. Diese haben ihn aber schon gesehen und laufen nervös weiter. Der Gepard folgt ihnen, und so entfernen sie sich gemeinsam aus unserer Sichtweite.
    Nach mehreren ereignislosen Stunden gelingt unserem Fahrer dann endlich die Königsdisziplin in der Serengeti: Ein Leopard, direkt vor uns! Das Tier entscheidet sich, den direkten Weg zwischen den Autos zu nehmen. Wahnsinn, ein so scheues Tier so nah zu sehen!
    Die nächste Katze lässt nicht lange auf sich warten: Zwei Löwen liegen beim wohlverdienten Verdauungsschlaf auf den Ästen eines Baumes.
    Dann hält unser Fahrer wieder an: Unglaublich. Drei Geparden haben sich direkt neben den Weg gelegt und geben schnurrende und miauende Töne von sich. Sehr süß! Man vergisst direkt, dass es sich um potenziell gefährliche Tiere handelt und nicht nur um große Kätzchen.
    Im "Nilpferd-Pool" kuschelt eine große Nilpferdgruppe inklusive Baby-Nilpferd miteinander und genießt die Sonne. In einem anderen Gewässer liegt bewegungslos ein Krokodil. Abschließend können wir noch einen tanzenden Strauss und ein Warzenschwein beobachten, das die Ohren von einem Vogel geputzt bekommt. Was für ein letzter Tag in der Serengeti!
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  • Die Big Five im Ngorongoro-Krater

    July 4, 2024 in Tanzania ⋅ ☁️ 13 °C

    Um alle Big Five (Elefant, Büffel, Löwe, Leopard, Nashorn) gesehen zu haben, fehlt uns noch ein Tier: Das Nashorn. Also startet unser Tag um 6 Uhr, um "Project Rhino" erfolgreich abzuschließen. Ich bin froh, die wie angekündigt kälteste Nacht mithilfe zweier Schlafsäcke und einer Wärmflasche gut hinter mich gebracht zu haben.
    Aus dem Camp auf 2300m Höhe geht es 500 Höhenmeter hinab in den lange verloschenen Vulkankrater. In dem Krater mit 22km Durchmesser gibt es ganzjährig Wasser, sodass die Tiere nicht migrieren.
    Da die Nashörner sich am liebsten im Wald des Kraters verstecken, gehen wir hier zuerst auf die Suche. Nach gut einer Stunde Suche sehe ich dann etwas: Ist es ein großer Büffel? Nein, es ist ein Spitzmaulnashorn, das sich genüsslich im Schlamm wälzt! Matschüberzogen streckt es seine zwei Hörner in die Sonne und lässt es sich gut gehen. Wir freuen uns alle unglaublich, das seltene Tier so entspannt und ungestört zu sehen. Der Guide gibt inzwischen per Funk die Sichtung an die anderen Autos weiter, und nach einigen Minuten treffen die ersten Autos ein. Dem Nashorn kommt währenddessen eine Büffelherde zu nahe. Es erhebt sich schwerfällig und trottet wieder ins dichte Unterholz. Immer mehr Autos kommen an, und sehen - Nichts! Glück ist doch eine essentielle Zutat bei Safaris.

    Und das Glück verlässt uns nicht: Innerhalb der halbtägigen Safari sehen wir die gesamten Big 5! Löwen, Elefanten, Büffel und sogar der schwer zu findende Leopard spazieren uns vor die Linse und sagen uns auf Wiedersehen. Auch eine große Gruppe Paviane, einen See voller kuschelnder Nilpferde und viele Flamingos sehen wir auf unserem Weg.
    Dann lacht der Guide plötzlich laut auf und erklärt, dass er unser Glück kaum glauben kann: Parallel zu uns läuft elegant ein kleines Tier, das an eine Bengalkatze erinnert. Die Servalkatze ist äußerst scheu und zeigt sich selten. Hier ist sie entlang eines Flusses auf der Jagd und verschwindet nach einigen Minuten wieder erfolg- und spurlos im Gebüsch.

    Bei einer Toilettenpause vertreten wir uns in einem nicht umzäunten Bereich die Beine. Als wir wieder losfahren, sehen wir nach gerade 50 Metern ein kleines Löwenrudel, puh!

    Schweren Herzens müssen wir den Weg zurück zum Camp antreten, da wir noch fünf Stunden Rückfahrt nach Arusha vor uns haben. Und als wäre es noch nicht genug gewesen, wird unser Weg von einigen Autos versperrt, die wegen NOCH einem Leoparden im Baum anhalten. Wir bleiben hier so lange wie möglich, bevor unser Guide endgültig losrast.

    Als wir den Kraterrand wieder hochfahren und die ganze beeindruckende Natur sich noch ein Mal vor uns ausbreitet, sagen wir dankbar Tschüss zu Safaris und Hallo zu Sansibar!
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  • Geschichte in Stone Town

    July 6, 2024 in Tanzania ⋅ ⛅ 26 °C

    Nach einem kurzen Flug, bei dem wir ironischerweise zum ersten Mal den Kilimandscharo sehen können, landen wir in Stone Town auf Sansibar.
    Die Stadt hat eine dunkle Geschichte: einst war sie 70 Jahre lang der Dreh- und Angelpunkt des Sklavenhandels, bei dem Menschen von einem Einzugsgebiet bis in den Kongo auf einer qualvollen Reise in alle Welt verschifft wurden. Das Museum mit den gut erhaltenen Sklavenunterkünften ist sehr informativ und lässt uns bedrückt zurück.
    Abgesehen davon war die Insel schon Hauptstadt des Oman, wurde vom Deutschen Kaiserreich und dem Vereinigten Königreich gegen Helgoland getauscht, und gab Tansania den "-sania"-Teil seines Namens. Eine bewegte Vergangenheit also.
    Heute leben in Stone Town viele Muslime, was uns immer ein Gefühl der Sicherheit gibt. Der Druck Allahs auf seine Gläubigen, sich anständig zu verhalten, erscheint uns größer als der Druck des christlichen Gottes heutzutage auf seine Gläubigen. So erkunden wir unbehelligt die Stadt mit ihren wunderschönen Fassaden, die aufgrund des umfassenden Denkmalschutzes leider verfallen; niemand kann es sich leisten, eines der Häuser zu renovieren.

    Obwohl wir noch in der Hauptstadt sind, erfreuen wir uns schon an den wunderschönen Stränden und dem türkisblauen Meer.
    Bei einem Cocktail stoßen wir mit Blick auf den Sonnenuntergang auf unsere Zeit auf dieser besonderen Insel an.
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  • Strand pur in Michamvi

    Jul 7–10, 2024 in Tanzania ⋅ ⛅ 25 °C

    Auf geht's mit dem Daladala durch Sansibar! Die kleinen, ziemlich... rustikalen Busse befördern Einheimische und jeden, der sich traut, über die ganze Insel. Obwohl wir einen Aufschlag für "Musungu" (Weiße) zahlen, sind wir so für 3,50€ (statt 30€ im Taxi) dabei. Die local experience gibt es gratis dazu: immer mehr Menschen werden in den Bus gequetscht. Nach 1,5 Stunden kommen wir gesund und munter an unserem Ziel an. An der Bushaltestelle übe ich meine wenigen Sätze Swahili mit einem kleinen Jungen.

    Auf einer kleinen Halbinsel an der Ostküste Sansibars liegt das ruhige Fischerdorf Michamvi. Zumindest behauptet das das Internet. Inzwischen haben aber auch die größeren Hotelketten mitbekommen, dass man hier wunderschöne Sonnenuntergänge an strahlend weißen Stränden erleben kann. An allen Ecken kann man es daher hämmern und sägen hören. Wir lassen uns dadurch nicht ablenken und suchen durch die verwinkelten Straßen den Weg zu unserem Häuschen. Über einen Schleichweg sind wir in nur 2 Minuten an einem Strand, den wir uns so schön nicht hatten vorstellen können. Palmen, weißer pudriger Sand und türkises Meer! Zum Tagesabschluss springen wir beim Sonnenuntergang ins warme Wasser.
    Am nächsten Tag starten wir eine Umrundung der Halbinsel. Dabei müssen wir uns nach den Gezeiten richten: zwischen Ebbe und Flut liegen hier im Norden der Halbinsel zwar nur 2 Meter Höhenunterschied, aber mehrere hundert Meter Land! Daher sind bei Ebbe Einheimische unterwegs, die aus den Rockpools verschiedene Meerestiere zum Verzehr sammeln. Wir entdecken in den Gezeitenbecken Einsiedlerkrebse, Fische, Seesterne, Seeigel und Seegurken. Andi ist dabei mit seinen Wasserschuhen klar im Vorteil und ich stakse mit meinen Flipflops vorsichtig hinterher. Wir schaffen es an die Ostküste, bevor die Flut den Strand völlig verschluckt. Nach einem kurzen Fotostopp bei dem berühmten Restaurant "The Rock" kehren wir nach 11 Kilometern erschöpft zum Sonnenuntergang nach Michamvi zurück.
    Den nächsten Tag verbringe ich schlafend in der Hängematte, während Andi Videos bearbeitet - Dreamteam :) Abends belohnen wir uns für die harte Arbeit mit Cocktails an der Beachbar "Kae Funk" mitten in den Mangroven, die bei Flut nur mit einem Boot erreichbar ist. Wir glauben das natürlich nicht und versuchen es trotzdem zu Fuß und im Bikini/Badehose, müssen aber in Sichtweite zur Bar kapitulieren und steigen doch aufs Boot um. Der Vibe an der Bar ist super und die Cocktails lecker - was für ein Tagesabschluss!
    An unserem letzten Morgen starten wir einen zweiten Angriff auf die Mangroven. Diesmal haben wir die Gezeiten berücksichtigt und schleichen uns aus einer anderen Richtung an. Am Schuhwerk kann ich leider nichts ändern und muss meine Flipflops händisch freikämpfen, während Andi neben mir herspaziert. Na gut, dann eben barfuß! Ich habe Glück und wir erreichen die Beachbar, ohne dass ich von einer Krabbe in die Fußzehen gezwickt werde. Der Mangrovenwald fasziniert uns mit seiner Stille und der Undurchdringbarkeit der schwarzen Stämme und vielen Wurzeln - aber jetzt geht es weiter nach Paje, zum Strand der Kitesurfer und Partys!
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  • Weggepustet in Paje

    Jul 10–14, 2024 in Tanzania ⋅ ⛅ 27 °C

    Mit dem Daladala (wie auch sonst) fahren wir Richtung Paje. Diesmal wird mein Koffer als hervorragende Einstiegshilfe erkannt und genutzt. Nach nur 30 Minuten sind wir aber schon am Ziel angekommen.

    Paje an der Ostküste ist bekannt als hervorragender Spot zum Kitesurfen. Nichtsdestotrotz sind wir ziemlich überrascht, als wir am Strand ankommen und fast weggepustet werden. Der Himmel ist voll von Kites, und die Surfer lassen sich immer wieder bis zu 10 Meter in den Himmel reißen, wo sie verrückte Tricks zeigen und dann wieder ganz entspannt auf dem Wasser dahinrasen. Wir sind uns einig, dass wir diesen Sport auf dieser Reise nicht ausprobieren müssen.

    Wir genießen mit Ausblick auf das türkisblaue Meer unsere erste Pizza seit langem. Als wir den Strand entlanglaufen, sind die Maasai beach boys nicht mehr zu übersehen. Wir wurden schon in Arusha vor ihnen gewarnt: Die jungen, in traditionelle Maasai-Tücher gekleidete Männer verbringen ihre Tage damit, am Strand Touristinnen anzusprechen. Die darauffolgenden Interaktionen können den ganzen Urlaub andauern und sind eine Mischung aus körperlichem und finanziellem Austausch. Wir finden: wenn beide Spaß daran haben, ist daran nichts auszusetzen. Die traditionellen Maasai sind von dem Ausleihen ihrer Kleidung für diese Zwecke aber nicht unbedingt begeistert.

    Wir fühlen uns so langsam etwas sicherer in den Straßen Sansibars und trauen uns, das Essen der Locals auszuprobieren. Vom Gebäck über exotische Früchte bis zu gezuckerten, pink gefärbten Baobab-Samen snacken wir uns durch das Angebot der Essensstände. Unsere Mägen sind noch einigermaßen stabil, hoffentlich bleibt das so!
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  • Schnorcheltrip bei Mnemba Island

    July 11, 2024 in Tanzania ⋅ ⛅ 25 °C

    Man kann Sansibar nicht verlassen, ohne ein Mal Schnorcheln gegangen zu sein. Wir buchen am Strand eine Tour zum angeblich besten Schnorchelspot der Insel.
    Am nächsten Tag werden wir abgeholt und fast zwei Stunden nach Norden gefahren. Dort steigen wir in ein Boot um, das uns zum Korallenriff vor Mnemba Island bringt. Wir springen ins Wasser und sind sofort von hunderten Fischen umringt! Nach einigen Minuten des Schnorchelns sehen wir leider, dass das Korallenriff unter uns völlig zerstört ist und die Fische wahrscheinlich nur aufgrund des Brotes überleben, das von den vielen Touristenbooten ins Wasser geworfen wird.
    Als nächstes besuchen wir eine Sandbank und lassen die verschiedenen Blautöne des Meeres auf uns wirken. Hier gäbe es sogar Bier - wir genießen aber nur den Ausblick.
    Dann fahren wir weiter, um Delfine zu suchen. Ich habe im Vorneherein schon von einer wahren Delfinjagd gelesen und wollte daran explizit nicht teilnehmen. Andi verspricht mir, dass wir jederzeit abbrechen, wenn es uns vorkommt, als würden wir die Tiere stören. Wir sind nur wenige Boote, die alle stets einen gewissen Abstand zu den Tieren halten, und so können wir einige schöne Momente mit ihnen verbringen. Die kleine Gruppe Delfine zieht dabei unbeirrt weiter und kommt von Zeit zu Zeit zum Luft holen an die Wasseroberfläche. Als immer mehr Boote zu uns stoßen, beschließen wir, zurück Richtung Land zu fahren.
    Obwohl der Tag sehr schön war, hoffe ich, dass Sansibar sehr zeitnah Regeln zur touristischen Nutzung seiner Meere entwickelt - sonst mache ich mir große Sorgen um die Unterwasserwelt Sansibars.
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  • Jozani Forest NP & Gewürztour

    July 13, 2024 in Tanzania ⋅ ☀️ 27 °C

    Was ist rot, haarig und lebt nur auf Sansibar? Richtig, Rote Stummelaffen! Um die endemischen Art sehen zu können, besuchen wir den Jozani Forest, einen Nationalpark in der Mitte Sansibars. Der Wald darf nur mit Guide betreten werden. Als wir mit unserer großen Gruppe im Gänsemarsch auf gut ausgebauten Wegen durch die Randgebiete des Waldes gehen, werden wir von unserem Guide auf die Ameisen hingewiesen, um die wir auf jeden Fall einen großen Bogen machen sollen. Einige werden doch gebissen, und anhand der Aufschreie wird klar, warum wir sie so sehr meiden sollten.
    Bei der viel zu kurzen Führung bekommen wir einen Einblick in die Flora und Fauna, von denen ich hier aber keine einzige Art nennen kann, da keine der uns genannten Namen im Internet existieren. Schade! Nach einem kurzen Rundgang im angrenzenden Mangrovenwald, dessen Boden aufgrund der Schwefel-Jod-Verbindungen im Gegensatz zum Mangrovenwald in Michamvi schwarz ist, ist die Tour auch schon vorbei.

    Anschließend haben wir noch eine Gewürztour gebucht. Banane, Limette, Mango, Kurkuma, Muskatnuß, Orange, Zitrone, Vanille, Papaya, Mimose, Nelke, Ingwer, Henna und Ananas haben wir schon gekannt, wenn auch nicht anhand der Pflanzen erkannt. Zehrwurz, Jodpflanze und Lippenstift-Pflanze sind uns aber völlig neu. Ein kleiner Junge klettert problemlos eine riesige Palme hinauf und erntet Kokosnüsse für uns, die hervorragend schmecken. Nachdem ich mit einer Bananenblatt-Krone zur Königin und Andi mit einer Bananenblatt-Krawatte zu meinem Steuerberater ernannt werden, geht es zurück nach Paje.
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  • Daressalam mit bestem Ausblick

    July 14, 2024 in Tanzania ⋅ ⛅ 29 °C

    Leider müssen wir heute diese wunderschöne Insel verlassen. Daher geht es wieder in ein Daladala! Die letzten Kilometer zum Hafen Stone Towns müssen wir mit einem Tuktuk zurücklegen. Wir sind begeistert davon, wie der Fahrer unsere Koffer und Rucksäcke in das kleine Gefährt quetscht, aber am Ende passen wir komplett in das Tuktuk.
    Mit dem Wind im Gesicht stehen wir auf dem Deck der Fähre und sehen melancholisch zu, wie Sansibar langsam am Horizont verschwindet. Nach 1,5 Stunden kommen wir in Daressalem an und kämpfen uns durch das Chaos der Verkäufer und Fahrer aus dem Hafen hinaus. Sobald man den Hafen verlässt, herrscht plötzlich Stille und man sieht keine Menschen mehr - der Hafen ist wohl the place to be.
    Wir fahren in das zehnte Stockwerk zu unserem Airbnb und vor uns entfaltet sich ein atemberaubender Ausblick: Der gesamte Hafenbereich bis zu den dahinter liegenden Inseln ist durch die riesigen Fenster zu sehen. Wow!! Wir erkennen sogar die Menschentraube, durch die wir uns zuvor durchgekämpft haben.
    Wir starten die Stadterkundung mit einem Ziel: all unser Bargeld ausgeben. Das hört sich eigentlich nicht schwer an, aber der superleckere Inder, bei dem wir essen, ist auch echt billig. Also finden wir einen Supermarkt und kaufen einen Riesenhaufen Süßigkeiten. Problem gelöst!
    Später sitzen wir gemütlich im geteilten Wohnzimmer des Airbnbs mit Blick auf den nächtlich erleuchteten Hafen, als eine Kakerlake auf uns zu und unter unserer Couch hindurchspaziert. Iiiiiiiih, ich hasse Kakerlaken! Auch durch die Küche läuft eine. Den Rest der Nacht verbringe ich zitternd in unserem auf 16 °C heruntergekühlten Schlafzimmer. Den Trick habe ich vor 9 Jahren in China gelernt: Kakerlaken meiden die Kälte, da sie hier langsam werden. Nachvollziehbar.
    Am nächsten Morgen geht es vollbepackt mit Rucksäcken und Süßigkeiten Richtung Namibia!
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  • Ankunft in Namibia

    July 15, 2024 in Namibia ⋅ ☀️ 20 °C

    Um von Tansania nach Namibia zu kommen, müssen wir zwei Mal umsteigen: zuerst in einem kleinen Flughafen in Malawi, dann in Johannisburg in Südafrika. Endlich steigen wir dann aus dem letzten Flugzeug und wundern uns, dass am größten Flughafen Namibias nur fünf Flugzeuge stehen und wie viel Leere uns umgibt. Wenn wir wüssten, welche Weiten noch auf uns zukommen...
    Wir werden von einem sehr freundlichen Fahrer mit Schild erwartet, der uns die dreiviertel Stunde Richtung Windhoek, Namibias Hauptstadt, bringt. Während Andi ihn auf dem Beifahrersitz mit Fragen zu Natur, Wirtschaft und Einwohnern löchert, breche ich auf dem Rücksitz leise in Tränen aus: vor uns erstreckt sich eine für mich unfassbar leere, weite flache Landschaft, die von einem leuchtenden, intensiven Sonnenuntergang in strahlende Farben getaucht wird. Dadurch, dass es laut Fahrer nie Wolken gibt, erstreckt sich das Farbspektrum ununterbrochen von einem Horizont zum anderen. Wir haben den perfekten Zeitpunkt erwischt und können beobachten, wie die Scherenschnitte der Bäume und fernen Bergketten sich immer dunkler vor dem Farbspektakel abzeichnen. Uns wird klar: nie Wolken, das heißt jeden Tag strahlender Sonnenschein und tolle Sonnenauf- und -untergänge! Nie Wolken bedeutet für die Einwohner Namibias aber auch Wasserknappheit. Aktuell besteht eine Dürre, da es in großen Bereichen Namibias seit zwei Jahren zu wenig oder gar nicht geregnet hat. Viele Flussbetten sind daher ausgetrocknet.
    In der Ferne sehen wir eine Straße, die parallel zu unserer läuft. Der Fahrer erzählt aufgeregt, dass das die neue Straße nach Windhoek wird, die gerade fertiggestellt wird. Andis Nachfrage, warum man denn nicht die alte Straße repariert, kann er nicht verstehen. Dann wird uns klar, dass wir noch in deutschen Maßstäben denken: warum aufwendig eine alte Straße aufreißen und neu teeren, jahrelange Baustellen und Staus in Kauf nehmen, wenn man solche unbebaute Weiten hat, in denen man einfach eine neue Straße bauen kann?

    Nach dem dicht besiedelten Tansania, in dem ich auf Sansibar verzweifelt etwas Ruhe gesucht und nicht gefunden habe, liegt die Reise in dem am zweitdünnsten besiedelten Land der Welt wie ein Geschenk vor uns.

    Wir checken nach einem kurzen Besuch in der Mall in einem Hostel ein, wo wir uns ganz backpackertypisch Instantnudeln gönnen, die wir mit Gemüse aufpeppen. Wir krabbeln ermüdet unter die dicken Bettdecken und schlafen sofort ein.
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  • Meet our car

    July 17, 2024 in Namibia ⋅ ☀️ 13 °C

    Morgens werden wir abgeholt und lernen unseren wichtigsten Ausrüstungsgegenstand unserer Namibia-Reise kennen: das Auto (Toyota Hilux) mit Dachzelt! Damit werden wir 3.000 km fahren, im Dachzelt mitten im Nirgendwo übernachten und viele Abenteuer erleben. Nach einer ausführlichen Einweisung dürfen wir losfahren und Andi ist erstmal voll und ganz mit dem Linksverkehr beschäftigt. Wir fahren in die nahegelegene Mall und kaufen alles an Essen, Trinken und Zubehör (Tupperdosen, Grillanzünder, Toilettenpapier...), was wir in den nächsten zwei Wochen brauchen werden. Als wir losfahren, ist es ein tolles Gefühl: wir haben alles im Auto, um längere Zeit überleben zu können. Da kann ja nichts mehr schief gehen!Read more

  • Sossusvlei: Unaussprechlich, unglaublich

    July 18, 2024 in Namibia ⋅ ☀️ 18 °C

    Die gesamte südliche Hälfte der Küste Namibias ist auf einer Länge von ~700 km von den Dünen der Wüste Namib gesäumt. Die Dünen reichen von Meer bis zu 100 km landeinwärts.
    Einen Einblick in diese faszinierende Landschaft zu erhaschen ist schwer, da der tiefe Sand der Dünen ein Fortkommen kaum möglich macht.
    Glücklicherweise gibt es ein Lehmtal bei der Stadt Sesriem, das vom Landesinneren etwa 50 km in die Wüste einschneidet. Hier führte vor langer Zeit ein Fluss entlang, der dieses Tal geformt hat. Es endet bei den berühmten, fast immer trockenliegenden Seen Sossusvlei und Deadvlei, die wir an unserem ersten Nachmittag hier besuchen wollen.
    Nach etwa einer Stunde Fahrt kommen wir bei Deadvlei an. Das Tal ist vor vielen Jahren trockengefallen, und die Bäume, die darin stehen, sind vertrocknet. Da es aber so trocken ist, dass kein natürlicher Abbau durch Bakterien, Pilze und Tiere stattfinden kann, stehen die Bäume noch immer wie dunkle Skelette über dem weißen Boden. Da wir erst am Nachmittag hier sind, haben wir das Tal fast ganz für uns. Nachdem wir uns ausgiebig in diesem Anblick verloren haben, erklimmen wir die daneben liegende Düne. Naja, meine Lieblingsbeschäftigung wird das nicht. Andi springt wie eine Gazelle vor mir her und wartet netterweise immer wieder auf mich, während er auf Bildern verewigt, wie anstrengend ich die halbe Stunde Aufstieg finde. Oben angekommen ist der Ausblick über die Reihen und Reihen roter Dünen und ins weiße Tal aber spektakulär und alles hat sich gelohnt.

    Dann schalten wir unser Auto auf Allradantrieb um: die letzten 5 km zum Sossusvlei sind eine breite Sandpiste, in der man sonst leicht stecken bleiben kann. Andi macht sich bereit und befolgt den Rat, der uns gegeben wurde: 30 km/h, never stop, just go go go! Wir waren allerdings nicht auf die Bodenwellen eingestellt. Unser Auto hüpft nach oben und unten, rechts und links, und wir wissen nicht, ob wir uns Sorgen machen oder lachen sollen. Wir kommen aber an und sind auch hier wieder alleine zwischen den hohen Dünen. Nur ein Paar aus Südafrika stößt irgendwann zu uns und beginnt, die riesige "Big Mama"-Düne hochzuklettern. Wir entscheiden uns dagegen und verfolgen stattdessen einen Oryx mit seinen langen Hörnern, das Wappentier Namibias. Dann geht es wieder auf die Sandpiste. Ich fahre diesmal und habe sehr viel Spaß, während Andi sich am Griff festhält und sich Sorgen macht - Arbeitsteilung ;) Abends bemerken wir, das durch die Fahrt sowohl der Kühlschrank im Kofferraum ausgestöpselt wurde als auch unser Campingtisch aus seiner Aufhängung an der Decke gefallen ist. Nachträglich ist es unmöglich zu sagen, bei welchem Fahrer das passiert ist...

    Als Tagesabschluss wollen wir den Sonnenuntergang auf der Elim-Düne genießen, die nahe unseres Campingplatzes am Parkeingang liegt. Das Internet beschreibt sie so: "Die Elim-Düne ist mit einigen Grasbüscheln bewachsen und recht leicht zu besteigen. ". Ich bin mir sicher, der Autor des Textes war noch nie auf dieser Düne. Immer wenn wir denken, wir sind oben angekommen, versteckt sich eine neue Steigung hinter der letzten Anhöhe. Mehr als eine Stunde lang steigen wir die Düne hinauf, um endlich den Sonnenuntergang bei einem Sekt und unserem mitgebrachten Picknick genießen zu können. Dann springen wir wie Oryxe im verschwindenden Licht wieder bergab zu unserem Auto. Im Dunkeln kommen wir am Campingplatz an und bauen unser Dachzelt unter einem großen Baum auf. Der Sternenhimmel funkelt dabei über uns, und schnell geht es ins Bett - die nächste Düne zum Sonnenaufgang wartet schon!
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