• Plan Do Check Act

    July 24 in Italy ⋅ ☀️ 28 °C

    Man könnte sagen, ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Naja, wir waren heute nahe dran.
    Bevor das eigentliche "Heute" und damit unser letzter Urlaubstag in der Fremde startet, werden wir des nächtens nochmal getestet. Nach der Erstellung des letzten Eintrages bereiten wir noch unseren final day vor. Rechner ist an, Geschirrspüler ist an, Waschmaschine ist an. Dann ist alles aus. Vor allem das Licht. Dunkelheit, Leere, Stille. Die Opfer versammeln sich im Aufenthaltsraum. Keiner rennt in Sackgassen. Aber plötzlich nimmt man ganz viele Geräusche wahr. Schnarren und Kratzen an der Hauswand. Jaulen und Bellen der zahlreichen Nachbarschaftshunde. Ganz klar, wir werden angegriffen, so der Gesichtsausdruck einiger Betroffener. Vater Ness geht todesmutig in Unterhosen raus um zu zeigen, dass dort kein Schurke mit 'nem Messer lauert. Alle Geräusche lassen sich formschön erklären. Am Ende ist der Strom weg. Hatten wir schon. Kennt man. Sicherungskasten wird überprüft, alle Hebel wieder gerichtet - ohne Erfolg. Großes Nägelkauen. Den Vermieter wollen wir aber 23.30 Uhr dann doch nicht mehr anrufen. Wir schreiben ihm aber. Die Frage, ob dazu was im Wohnungshandbuch steht, verkneife ich mir, da Katrin das aufmerksam gelesen hat. Irgendwann übermannt uns - der Schlaf.
    Als wir am Morgen Alarm schlagen wollen, schreibt er uns gerade. Und als ich die Nummer so abtippe aus dem Wohnungshandbuch, fällt mein Blick auf die Seite gegenüber. Hand - Stirn! Wortlos befolge ich die dort stehenden Anweisungen und schalte den Strom wieder an. Dann is bissl Gewusel und ein sehr nettes gemeinsames Frühstück. Dann wird unser Plan mit für uns erstaunlicher Präzision umgesetzt. Nur mein Hinweis, dass die Gasthäuser von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr keine Nahrung anbieten wird ignoriert. Aber erst besuchen wir die Villa Della Porto Bezzolo ganz in der Nähe. Seht das selbst. Die Villa steht auf einem alten Landgut. Sie ist sehr üppig ausgestattet mit einem Freskenzyklus. Wie die gestrige Villa steht sie unter der Verwaltung des FAI, der italienischen Stiftung für Denkmal- und Umweltschutz. Das Gelände, schon seit dem 16. Jh. bebaut, wurde Garten und Gebäude mehrfach angepasst. Dann wollen wir in der Nähe unseres zweiten Zieles heute, dem Eremo di Santa Caterina del Sasso, einem alten noch in Betrieb befindlichen Klosters, speisen. Wie gesagt (von mir), aber nicht in der Zeit. Dann Anpassung des Plans. Kinder - Hunger! Eltern - Panik! Fast! Abgeklärt bekommen wir einen Einkauf für ein am Ende nettes Picknick am Seeufer in Laveno-Mombello hin. Dann sind alle entspannter. Aber ob wir unsere Abschiedspizza nach dem Mahl am Abend noch schaffen, bleibt offen.
    Dann fahren wir zum Kloster. Für einen angemessenen Beitrag sammeln wir letzte Eindrücke von Italien und dem Lago Maggiore.
    Das Kloster klebt am Felsen über dem See seit 1170. Erreichbar ist es per Treppe und Aufzug. Hinunter zum Kloster wählen wir die Treppe. Hinauf wählen wir den Aufzug.
    Dann packen wir auch schon unseren Krempel und starten zum final Dinner. Dieses fällt fröhlich aus. Alle sind gut drauf und freuen sich über den gelungenen Urlaub, der unsere Reiselust einmal mehr bedient hat. Erste Pläne werden geschmiedet. Aber Melancholie, vor allem bei mir, mach sich auch breit. Ich finde es sehr schön, mit der ganzen Mannschaft unterwegs zu sein. Für unsere nächste Reise gibt es schon Zusagen. Mal sehen! Das Ziel: wird noch nicht verraten. Aber es wird wohl wieder etwas nördlicher. Denn eigentlich hat nur eines genervt: die Hitze. Wir teilen den letzten Tag auf in die 2 Sehenswürdigkeiten (je einer) und einem für alles andere.

    Danke an alle, die "mitgereist" sind. Bis bald, Katrin, Sina, Finya und Falk!
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