Laura Fr

Joined March 2019
  • Day22

    Back Home!

    October 19 in Germany ⋅ ⛅ 13 °C

    Kumar hat mich in Kathmandu zum Flughafen gefahren und ich konnte auf dem Weg dorthin nochmal etwas nepalesisches Straßenchaos "genießen". Mir ist aufgefallen, dass es quasi keine Ampeln gibt, nur manchmal eine Art Kreisel. Aber insgesamt wird Vorfahrt etc. einfach durch Hupen geregelt. Fast wären wir mit einem Bus kollidiert aber eine zentimetergenaue Abschätzung des Bremsweges ließ uns kurz vorher zum stehen kommen. Am Flughafen klappte alles gut und schon bald war ich im Flieger nach Abu Dhabi und der abnehmende Mond leuchtete zum Abschied nochmal rot über Kathmandu.
    In Abu Dhabi hatte ich dann 10,5 Stunden Aufenthalt über Nacht vor mir. Ich hatte Glück und hab einen der sehr raren gepolsterten Sitzgelegenheiten bekommen. Trotzdem tat irgendwann jede mögliche Schlafposition weh, sodass ich die Zeit lieber zum Fotos sortieren genutzt habe.
    Dann ging es weiter nach Amsterdam, wo ich noch drei Stunden Puffer hatte, bis mein Zug weiterfuhr.
    Nach über 37 Stunden unterwegs-sein war ich dann doch ziemlich froh, wieder zu Hause zu sein und ins eigene Bett fallen zu können :)
    Ein toller Urlaub ibeibem faszinierenden Land mit tausenden neuen Eindrücken geht vorbei.
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  • Day21

    Das Kathmandutal

    October 18 in Nepal ⋅ ⛅ 21 °C

    Das Hotel hat mir heute den Taxifahrer Kumar organisiert, der mich zu einem (ich denke für beide Seiten) fairen Preis zu drei Sehenswürdigkeiten rund um Kathmandu gefahren hat: der buddhistischen Stupa Bodnath, dem in Nepal heiligsten hinduistischen Tempel Pashupatinath und der angeblich besterhaltenen alten Stadt des Kathmandutals Bhaktapur.
    Der Tempel Bodnath war wie schon der Tempel Swayambhu in Kathmandu beeindruckend. Die leisen Klänge des gesungenen buddhistischen Mantras "Om mani padme hum" waren überall zu hören, Menschen drehten die Gebetsmühlen rund um die Stupa (die Drehung einer Mühle ist wohl so viel wert wie das 11000-malige Aufsagen des darin eingesetzten Mantras) und nahmen an Zeremonien in der Gompa Teil.
    Danach ging es zur hinduistischen Gebetsstätte Pashupatinath. Sie ist nach einer in Indien die größte Gebetsstätte ihrer Art weltweit. Neben hinduistischen Zeremonien finden hier vor allem Leichenverbrennungen statt. Die Verstorbenen werden nur wenige Stunden nach ihrem Tod unter Anteilnahme ihrer Angehörigen am Flussufer verbrannt. Das Ritual wird von zahlreichen Ritualen begleitet. Wenn der Vater stirbt werden dem Sohn beispielsweise die Haare abrasiert. Auch als Tourist hat man einen Blick auf die Verbrennungsstätten und auf die begleitende Zeremonie. Ich war irgendwie ganz froh, nicht den Anfang einer solche Verbrennung mitbekommen zu haben...neben den bedrückenden Verbrennungsstätten wird das Gelände jedoch zusätzlich von zahlreichen Tempeln geschmückt. Überall sah man farbenfroh gekleidete Hindus, die in Gruppen Ritualen nachgingen, indem sie gemeinsam sangen oder meditierten/beteten. Als mich eine hinduistische Familie fragte, ob ich ein Foto von ihnen vor dem Tempel machen könnte, fragte ich, ob sie auch eins von mir machen können. Irgendwie missverstanden sie mich und posierten stattdessen zusammen mit mir für ein Foto, sodass ein deutlich farbenfroheres Foto als erhofft entstand :)
    Am Schluss (bereits etwas überladen von den ganzen Eindrücken) ging es noch nach Bhaktapur. Eine beeindruckende Stadt mir vielen alten Gebäuden und Tempeln! Auch hier sah man zwar überall noch die Schäden vom Erdbeben 2015 und Häuser müssen weiterhin gestützt werden; insgesamt scheint aber schon vieles wieder aufgebaut zu sein! Ich traf noch zufällig die zwei Kanadier der Chitwan-Tour wieder, die morgen zurückfliegen.
    Dann ging es zurück zum letzten kleinen Stadtbummel in Thamel, bevor es dann gegen frühen Abend zum Flughafen geht und damit auf den Rückweg Richtung Westen. Da habe ich auch nochmal Dal Bhat gegessen, was wohl 80% der Nepalesen zwei Mal täglich zu sich nehmen. Es ist aber auch wirklich lecker und besteht aus Reis einer Art Suppe und einem Eintopf, etwas Rohkost und etwas gekochtes Gemüse.
    Kumar erzählte noch, dass in Kathmandu 60% der Menschen keiner festen Arbeit nachgingen (im Gegensatz zu den "ständig arbeitenden Deutschen") und deshalb so viele Menschen zu jeder Uhrzeit auf der Straße unterwegs wären. Eine erschreckende Zahl, die ich nochmal genauer recherchieren werde.
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  • Day20

    Chitwan & Kathmandu

    October 17 in Nepal ⋅ ⛅ 24 °C

    Der Tag startete bereits um 6 Uhr mit einem Spaziergang zur Vogelbeobachtung. Da wir hintereinander zwei Nashörner am Flussufer sahen, wurde es zwar eher eine Nashorn-Beobachtung, was aber sicher spannender war! Das eine Nashorn kreuzte den Fluss und das andere (ein männliches und entsprechend wohl aggressiveres) ließ erstmal etwas Wasser vor unserem Augen. Es ist schon lustig, wie träge sich die Tiere bewegen und wie sie aber gleichzeitig mit bis zu 40km/h durchs Gebüsch rennen können, wenn es drauf ankommt (wie z.B. bei der Verfolgungsjagd gestern).
    Danach gab es Frühstück und wir wurden mit dem Aufmalen eines roten Punktes auf die Stirn und dem Wunsch für eine gute weitere Reise verabschiedet. Vier andere aus der Gruppe haben auch den Bus nach Kathmandu mit mir genommen. Wegen starkem Verkehrs und einem laut vor sich hin meditierenden Nepalesen neben mir zog sich die Busfahrt etwas und wir haben letztendlich über neun Stunden für die 150km gebraucht (für die letzten 15 Kilometer haben wir über 2 Stunden gebraucht...).
    Somit war es schon fast dunkel eh ich im Hotel war, sodass ich nur noch etwas Souvenir-Shopping in Thamel gemacht habe und mir eine Fußmassage gegönnt hab.
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  • Day19

    Chitwan Nationalpark

    October 16 in Nepal ⋅ ☀️ 31 °C

    Um 6:30 Uhr gab's Frühstück und um 7 Uhr ging's los zur Kanutour. In einem traditionellen Kanu, was aus einem Holzstamm gebaut und dann mit Harz verklebt wurde, ging es, angetrieben mit einem Bambusstab, über den Rapti Fluss durch den Dschungel. Schon bald konnten wir vereinzelt drei (wohl aggressive) Krokodile beobachten, wie sie ein erstes Sonnenbad nahmen, nachdem der Morgen recht diesig war. Am Flussufer waren viele Vögel zu sehen und in der Luft konnten wir einen Fischadler sehen. Nach einer knappen Stunde ging es an Land und es gab zunächst eine Sicherheitsunterweisung, wie wir uns bei verschiedenen Tieren im Falle eines Angriffs verhalten sollen (Rhino: im Zickzack weglaufen und notfalls auf einen Baum klettern; Bär: in der Gruppe bleiben und laute Geräusche machen; Tiger: in der Gruppe bleiben und Augenkontakt halten, da ein Tiger immer von hinten angreift). Zum Glück mussten wir die einzelnen Taktiken nicht in der Praxis testen. Trotzdem sahen wir ein paar Affen, eine Herde Hirsche und zumindest Spuren von größeren Tieren. Die Dschungelwanderung endete in einer Elefantenzucht, welche sich für den Erhalt der Artenvielfalt bei den nepalesischen Elefanten einsetzt. Das kleinste Elefantenbaby war gerade zwei Wochen alt! Mit dem Jeep ging es weiter nach Tharu, wo wir uns den kleinen Ort und das lokale Museum angeguckt haben, und dann zurück zur Unterkunft.
    Nach dem Mittag ging's auf eine vierstündige Jeep-Safari - und wir hatten wieder Glück! Trotz des im Herbst nach der Monsunzeit sehr hohen Grases und entsprechend schlechter Sicht haben wir einen Bären und zwei Rhinos (Nashörner), die einen Streit hatten und hintereinander über die Straße gerannt sind gesehen und konnten viele Vögeln, Affen, Hirschen und Wildschweinen beobachten. Im Park gibt's aktuell auf 900km^2 gut 600 Nashörner und 93 Tiger. Seit ein paar Jahrzehnten ist die Jagd und auch die Abholzung im Park streng verboten und der Park wird dahingehend stark mit Videokameras überwacht.
    Zum Abendbrot gab es super leckeres Dal Bhat und die Angestellten des Hotels waren wieder super bemüht, dass es uns gut geht. Ein Hotelmanager erzählte dann noch, dass sie erst seit 5-6 Jahren das Essen fast ausschließlich aus der Region beziehen, um so die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Vorher war dies nicht möglich, da die Leute Angst vor einem schlechten Karma hatten, wenn sie Essen verkaufen anstatt es zu verschenken. Eigentlich ein schöner Gedanke!
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  • Day18

    Ab in den Dschungel! (Chitwan)

    October 15 in Nepal ⋅ ☀️ 32 °C

    Pünktlich um 6:30 Uhr holte mich einer der Reiseagentur ab und brachte mich zur Busstation, wo ich in einen Touri-Bus nach Chitwan stieg. Der Bus war, wie schon der letzte Touri-Bus, deutlich komfortabler und auch die Panoramastraßen nach Chitwan waren fast durchgängig asphaltiert und hatten kaum Schlaglöcher. Es ging vorbei an Reisfeldern, durch die Anfänge des Himalayas und immer wieder kamen uns die schön geschmückten bunten nepalesischen Trucks entgegen. So legten wir die 150km inklusive zweier Pausen in sportlichen sechs Stunden zurück :)
    Angekommen in Chitwan/Sauraha lief alles top organisiert weiter! Ein Jeep holte mich von der Busstation ab und brachte mich in das schöne Rainbow Safari Resort. Dort kriegte ich eine Erklärung zum Programm der nächsten Tage und das Mittagessen stand schon bereit.
    Um 16 Uhr ging es dann los. Zu meiner Gruppe gehören ein kanadisches Pärchen, eine Schweizerin, eine Chinesin und zwei malaysische Mädels - alle super nett! Wir starteten eine kleine Erkundungstour zu Fuß zu einer Aufzucht für teils aggressive Elefanten. Kurz darauf sagte unser Guide, dass er ein Rhino weiter hinten am Fluss vermutet. Also stapften wir hinter ihm durchs Gras auf den Fluss zu. Die Spannung stieg als er meinte, dass wir alle leise sein und dicht zusammen bleiben sollen und die eine Chinesin sollte ihr knallrotes T-Shirt lieber mit ihrer Jacke verdecken, da die Farbe das Rhino sonst aggressiv machen kann. Am Fluss angekommen sahen wir tatsächlich ein Mutter-Rhino mit ihrem Baby im Fluss liegen. Sie ließen sich aber zum Glück nicht stören und wir mussten keine spontane Flucht vor den beiden einlegen (der Guide hatte vorher erzählt, dass er schonmal auf einen Baum flüchten musste - mit meinem immer noch leicht hinterherhinkenden Knie nicht unbedingt meine Wunschvorstellung). Danach ging es zurück auf einen Trampelpfad und weiter am Fluss entlang. Wenig später sahen wir tatsächlich ein zweites Rhino im Fluss, was sogar kurz aufstand, es sich dann aber doch wieder im Fluss bequem machte (wir müssen alle gutes Karma haben meinte der Guide, da wir drei Rhinos gesehen hatten). Danach haben wir gerade noch so den Sonnenuntergang auf der anderen Flussseite gesehen und sind dann zurück zur Unterkunft gelaufen :)
    Nach dem Abendbrot wurde dann noch etwas Kultur in Form einer Tanzvorführung geboten. Meine Vorstellungen von einer kleinen Gartenvorführung wurden stark übertroffen! Wir fuhren in das lokale Theater und nach dem Singen der nepalesischen Nationalhymne führte uns eine Moderatoren, teils auf Englisch und teils auf Nepalesisch, durch ein Programm verschiedener traditioneller Tänze. Der Bekannteste ist wohl der Stocktanz, wo durch das tänzerische zusammenschlagen von Bambusstöcken Rhythmen gespielt werden. Es gab aber auch eine Comedy-Tanzeinlage mit einem als Pfau verkleideten Tänzer, Gesangvorführungen und ein kleiner Feuertanz, der noch bis heute auch zur Abwehr von Tieren genutzt wird. Eine spannende Erfahrung!
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  • Day17

    Kathmandu!

    October 14 in Nepal ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute haben wir einen entspannten Tag in Kathmandu mit etwas Sightseeing und Souvenir-Shopping geplant, bevor es für Nora leider schon wieder zurück nach Deutschland ging.
    Nach dem Frühstück haben wir uns also knieschonend mit einer Rikscha zum Durbar Square fahren lassen. Der Rikscha-Fahrer war super lieb und gab uns auf der Fahrt noch eine kleine Stadtführung, indem er uns an einem kleinen Festplatz mit Gesängen vorbeifuhr, uns einen weiteren, in einem Hinterhof versteckten, Tempel zeigte und sich als Fotograph bewies, in dem er anbot Fotos von uns in seiner mit Blumen geschmückten Rikscha zu machen.
    Am Durbar Square buchten wir dann einen Guide, der uns einiges über die vielen Tempel auf dem Platz erklärte. So gibt es einen Erotik-Tempel und einen Hippie-Tempel, der seinen Namen von den früheren Hippie-Touris aus Europa hat, die dort Gras rauchten (es gibt in Nepal übrigens einen Tag im Jahr, in dem es allen Nepalesen erlaubt ist, Gras zu rauchen). Dann erzählte er von der Kumari, einem auserwählten Mädchen (insbesondere optische Merkmale sind wichtig), welches als Inkarnation der Göttin Taleju verehrt wird. Sie lebt bis zur ersten Menstruation im Kumari-Chowk (einem Tempel) und darf nur an bestimmten Tagen den Tempel verlassen. Dort kriegt sie Privatunterricht und wird von einer Angestellten rundum betreut und versorgt. Ihre Eltern durfen sie nur manchmal besuchen. Als Lohn kriegt sie ihr Leben lang eine kleine Pension vom Staat. Die aktuelle Kumari ist 4,5 Jahre alt und auf Rufe unseres Guides hin und folgenden strengen Anweisungen der Kindermutter aus dem linken der drei Fenster des Tempels, dass keiner ein Foto der Kumari machen darf, öffnete sich das mittlere Fenster und das Mädchengesicht der Kumari guckte heraus. Ein komischer Moment, das Mädchen zu sehen, was zwar sicher eine gute Bildung und Betreuung im Tempel kriegt, trotzdem jedoch so fern ab vom öffentlichen Leben aufwächst...
    Auf dem Durbar Square haben wir uns dann beim Kauf von Klangschalen und einem Tiger-Ziege-Spiel im erfolgreichen Verhandeln erprobt.
    Danach sind wir zurück durch die engen, mit Mopeds gefüllten Gassen von Kathmandu Richtung Thamel gelaufen. Die Gassen wirkten heute jedoch trotzdem deutlich leerer als noch vor zwei Wochen, wo Mopeds nur schwer einen Weg durch die Menschenmenge fanden. Vielleicht war doch das Festival "Schuld" an den riesigen Menschenmassen, die sich durch die Straßen von Kathmandu drängten.
    Nachdem wir bereits in Pokhara erfolglos versucht haben, an Moskito-Spray zu kommen (überall hieß es, dass es ausverkauft sei und der Doktor der Trekker-Klinik erzählte uns, dass es aktuell nur auf dem Schwarzmarkt zum vielfachen des eigentlichen Preises verfügbar sei), kriegten wir tatsächlich beim letzten Versuch noch ein pflanzliches Spray gegen Dengue-Mücken.
    Nora ist dann gegen frühen Abend zum Flughafen gefahren, während Laura den Abend im gemütlichen "Places" Restaurant, auf dem Boden in einer großen Matratzenlandschaft sitzend und versorgt mit leckerem Essen, ausklingen lassen hat.
    Für mich (Laura) geht es morgen für drei Tage in den Dschungel Chitwan mit einer geführten Tour. Dort soll es neben vielen Vogelarten auch Krokodile, Nashörner und Tiger geben, auch wenn letztere wohl nur sehr schwer zu sehen sind.
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  • Day16

    Busfahrt nach Kathmandu

    October 13 in Nepal ⋅ ⛅ 22 °C

    Es geht um 6.45 Uhr mit dem Taxi zum Buspark in Pokhara - ein schlingeliger-kecker Straßenverkäufer schien unsere Diskussion ums Frühstück gerochen zu haben (gegen das wir uns gerade entschieden hatten) und überzeugte uns noch bevor wir ins Taxi stiegen von zwei köstlichen, noch warmen Teigteilchen - statt keins gleich zwei, in Zusammenarbeit mit dem Taxifahrer.
    Blue Sky, unsere diesmalige Busgesellschaft, bot uns diesmal breite Sitze und bedienten uns mit Wasserflaschen mit Hemd und Jacket - kein Vergleich zum local bus - in jeglicher Hinsicht. So verabschiedeten wir uns von Pokhara auf der 9,5-stündigen vorbei an den Außenbezirken von Pokhara, später kleinen Dörfern und tropisch anmutenden Wäldern, die ersten Reisfelder kamen bald wieder in Sicht. Die zwei Pausen verbrachten wir mit nepalesischen Snacks und Musik. Bei einem Stopp kauften wir zwei Bananen, dem freudigen lachen des kleinen Verkäufer-Jungen bei der Bezahlung nach zu urteilen zum Touri-Preis. Anscheinend plagte ihn jedoch das schlechte Gewissen und wenig später brachte er uns kostenlos zwei weitere Bananen :-D Die Menschen hier sind schon alle super lieb und scheinen, trotz steigender Touristenzahlen, insbesondere abseits von Kathmandu immer noch ein sehr ehrliches Interesse an den Touris zu haben.
    In Kathmandu überzeugte Laura den Busfahrer, dass wir „auf nepalesisch“ aussteigen können: wir sagen ihm, wo wir raus wollen - ohne Haltestelle.
    Er setzte uns am „Swayamwhu“ ab, dem sogenannten Affentempel, dessen Name wirklich Programm war. Überall kreischten auf einem riesigen Tempelgelände die Affen, Mama-Affen und Baby-Affen, Chef-Affen und Affen mit wunden Pötern. Sie sprangen aus dem Gebüsch und über die Tempelgebäude, beraubten die Tempel um ihre Opfergaben, um diese zu vernaschen - vollkommen selbstbewusst. Wir schlenderten fasziniert über das Gelände, bestaunten die verschiedenartigen religiösen Bauwerke und schauten den Heiligen dabei zu, wie sie diese für ein Fest am nächsten Tag vorbereiteten. Der Sonnenuntergang auf der Westseite fiel etwas diesig aus, dafür war der Einbruch der Dämmerung auf der Ostseite umso beeindruckender: die bunten Fahnen wehten im Wind, Fackelschein warf bizarre Schatten auf den Tempelplatz und alte Männer hockten im Kreis und gingen ihren Zeremonien nach. Kinder sprangen herum, Affen kämpften gegen Hunde, Selfies wurden gepostet. Und es wurde gebetet. Wenn man hier betet, dann erwirbt man mit einem Gebet 13 Milliarden Mal mehr Verdienst als anderswo!
    Den Abend lassen wir ausklingen unter Gebetsfahnen und im Lichtermeer bunter Lichterketten in „unserem“ Stadtteil Thamel.
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  • Day15

    Pokhara

    October 12 in Nepal ⋅ ⛅ 21 °C

    Nach der anstrengenden Busfahrt gestern und den ganzen Wandertagen haben wir uns heute etwas ausschlafen gegönnt und sind "erst" um 8 Uhr aufgestanden.
    Es ging zunächst zum See, von dem aus man einen traumhaften Blick auf die umliegenden Berge hat, auch wenn durch leichte Wolken das Annapurnamassiv leider nicht sichtbar war. Am See fanden wir ein schönes Cafe zum Frühstücken und konnten dabei sämtliche Paraglider beobachten, die aus den Wolken des Himalayas kamen. Danach sind wir noch etwas durch das Viertel Lakeside gelaufen. Es ist eher das Touriviertel von Pokhara, was aber nicht hieß, dass wir nur unter Europäern waren. Es scheint auch viele Nepalesen zu geben, die das Wochenende gerne in Pokhara verbringen. Da Nepal keine Meeranbindung hat machte es den Eindruck, dass Pokhara mit dem See so zur Naherholungsmetropole geworden ist. Auch das Stadtbild ist geprägt von deutlich aufwendiger verzierten Häuserfronten.
    Vor dem Frühstück hatten wir noch von der Hotelbesitzerin erfahren, dass bis morgen ein Teil von Chinas Regierung in Kathmandu ist, weshalb viele Tibeter Kathmandu in diesen Tagen aus Angst meiden. Auch sie (die aus Tibet kommt) wollte das Wochenende eigentlich nach Kathmandu, hat den Trip dann aber verschoben. Vielleicht auch das ein (wenn auch erschreckender) Grund, weshalb Pokhara voll mit nepalesischen Touris war.
    Nachdem wir das teils sehr karibisch wirkende Lakeside erfolgreich erkundet hatten, uns an den Saftständen, kleinen Sitzecken, Bananenstauden und Kinderspielen an der Promenade zunächst satt gesehen hatten und auch öfters Spuren der Hippie-Szene entdeckt haben sind wir mit dem Taxi ins International Mountain Museum gefahren. Dort haben wir einiges über die höchsten Berge der Welt und die Kultur in den Bergregionen erfahren. Unter anderem wurde das Bergleben in den Alpen mit dem im Himalaya verglichen, was ganz spannend war und viele Beobachtungen von uns nochmal in vergleichenden Fotos verdeutlichte. Immer wieder wurden wir dabei von Nepalesen gefragt, ob sie Fotos mit uns machen können oder haben beobachtet, wie jemand probierte, unauffällig ein Selfie mit uns zu machen. Ein, bezogen auf die deutsche Vorsichtigkeit, wenn es um die Privatsphäre und den Respekt vor anderen Kulturen geht, recht gewöhnungsbedürftiges Verhalten. Aber wir haben damit offensichtlich ein paar Menschen sehr glücklich gemacht, die sich nun die Deutschen vermutlich vorerst stereotypisch im (vermutlich nach dem Wandertagen leicht müffeligem, verstaubten) Wanderoutfit und mit krausen Haar vorstellen werden und wir vermutlich so ganze Familienalben schmücken :-D
    Es ging dann weiter mit dem Taxi nach Mahendrapul, einem wohl deutlich untouristischerem Stadtteil von Pokhara. Dort waren wieder viele kleine Tempel am Straßenrand zu sehen und in den beengten Straßenläden konnten Stoffe, Bekleidung, Trommeln, Gewürze und sackweise Reis gekauft werden. Pünktlich zur Abenddämmerung klarte der Himmel etwas auf und wir sahen am Ende der Straße die markante Spitze des 6997m hohen Machapuchare aufleuchten (siehe letztes Foto).
    Abends genossen wir noch etwas die entspannte Atmosphäre in den vielen Bars und Restaurants am Seeufer von Lakeside, lauschten Gitarrenmusik und Gesängen, während wir auf den typischen bodennahen Sofas fleetzen :)
    Wir sind auf den Hinweis unseres Reiseführers heute übrigens nochmal der Genauigkeit der nepalesischen Uhren nachgegangen und haben festgestellt, dass tatsächlich keine pünktlich ging (weder die in den Taxis, noch öffentliche auf den Straßen). Vielleicht ein Grund für die eher vagen Zeitangaben hier :-D
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  • Day14

    Busfahrt nach Pokhara

    October 11 in Nepal ⋅ ⛅ 22 °C

    Nachdem wir unseren zweiten Puffertag zum Glück nicht für die Wanderung auf dem Annapurna Circuit brauchten, sollte es heute nach Pokhara gehen. Mit dem Flugzeug kann man von Jomson aus in 20 Minuten dorthin kommen. Um noch etwas kulturelle Erfahrung durch eine weitere Busfahrt zu kriegen und die Umwelt zu schonen, entschieden wir uns trotzdem für die 11-stündige Busfahrt (für 140km...). Wir hatten bereits vorher gelesen, dass die Strecke sehr abenteuerlich sein soll. Unseren Recherchen nach gab es jedoch keine nennenswerte Zahl an wirklichen Unfällen.
    Trotzdem hatten wir die Busfahrt deutlich unterschätzt. Schon in den ersten fünf Minuten sind wir mehrmals durch die Fahrt über Schlaglöcher in die Luft geflogen. Außerdem saßen wir in der hintersten Reihe des Busses, wo die Schlaglöcher am stärksten zu spüren waren und die hinterste Bank dient gerne dazu, die Sitzplätze im Bus aufzustocken, indem einfach alle etwas weiter zusammenrücken. So saßen wir am Ende mit sechs Erwachsenen und drei Kindern auf offiziell sechs Plätzen.
    Nach einer Stunde hatten wir allerdings raus, wie man am besten auf die spontanen Schlaglochüberfahrten reagiert, Laura hatte einen Platz gefunden, wo sie ihr kaputtes Bein ausstrecken konnte, und die Stimmung im Bus war fast schon familiär geworden. Generell ist in einem nepalesischen Bus sämtlicher Platz (auch vor, über, hinter oder unter einem) Gemeinschaftsgut, es geht nicht darum, den eigenen Komfort/ Sitzplatz beizubehalten, sondern gemeinsam bestmöglich es allen zusammen gut gehen zu lassrn. So passiert es, dass man plötzlich ein Kind auf sich sitzen hat, eine fremde Tasche auf seinem Schoß liegt oder einen ausgestreckten Arm im Rücken hat. So wird gemeinschaftlich versucht, den Bus maximal mit Menschen und Waren zu füllen. Wenn man seine Füße also unüberlegt vom Boden hebt kann es sein, dass man sie nicht wieder auf den Boden zurücksetzen kann. Jede Bewegung muss also überlegt sein!
    So ging es elf Stunden an steilen Abhängen entlang durch das Mustang-Tal (das angeblich steilste Tal der Welt), an denen noch dazu Jeeps vorbeigelassen werden müssten, der ganze Körper wurde millionenfach erschüttert und wir konnten beobachten, wie entspannt die Nepalesen mit der ganzen Situation umgingen und sich einfach gegenseitig unterhielten. Immer wieder wurde die Musik aufgedreht, sodass wir zur Musik in die Luft fliegen konnten und eine Nepalesin hat versucht, uns den Text eines nepalesischen Hits beizubringen.
    Trotzdem waren wir mehr als froh, gegen 18:30 Uhr heile in Pokhara angekommen zu sein. Da wir jetzt nur noch auf knapp 800m waren, war es deutlich wärmer.
    Wir haben dann wieder einmal den Tipp vom Rother Wanderführer angenommen und sind im schönen Little Tibetian Guesthouse untergekommen.
    Um sicherzugehen, dass mit Lauras Knie nichts schlimmes war, sind wir dann nochmal in die sogenannte Travellers Health Clinic gegangen. Ein nepalesischer Arzt bestätigte glücklicherweise die Hoffnung, dass nichts gebrochen oder gerissen ist und alles von alleine heilt.
    Danach haben wir noch indisch gegessen und sind danach müde ins Bett gefallen.
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  • Day13

    Etappe 8: Mukinath - Marpha

    October 10 in Nepal ⋅ 🌙 2 °C

    Nach einer kalten Nacht mit Stromausfall (eventuell verursacht durch unser Einstecken des Handyladekabels in die nepalesische Steckdose), in der wir aber durch die verhältnismäßig tiefe Lage von 3700m wieder tief schlafen konnten, haben wir gefrühstückt. Dann ging es los zu einer eher kurzen Etappe (2:45h, 13km) in den angeblich sehr schönen Ort Kagbeni. Danach wollten wir in etwa 4h weiter nach Marpha laufen, wo unsere Wanderung dann zu Ende sein sollte.
    Der Weg nach Kagbeni war sehr schön und führte durch herbstliche Obstplantagen in einer Art Oase durch die sonst sehr karge, fast wüstenartige Berglandschaft vom Mustang-Tal. Anfangs konnten wir noch einen Blick auf den Dhaulagiri mit seiner Höhe von 8167m werfen.
    Nachdem wir eine Weile auf der Jeeppiste gelaufen sind (immer wieder winkten uns Nepalesen aus den Jeeps zu), zweigte ein Alternativweg nach Kagbeni ins tiefer gelegene Tal hinein ab. Wir entschieden uns für diesen Weg. Nach einer Weile verschwand der Pfad jedoch und wir mussten uns selber einen Weg suchen. Da es im Tal immer wieder höhere Felskanten zu überwinden gegeben hätte entschieden wir uns, im Flussbett weiterzulaufen und unsere Pfadfinderqualitäten wurden gefordert! Da die Monsunzeit vorbei ist und noch kein Schmelzwasser aus den Bergen fließt führte der Fluss nur wenig Wasser in seinem breiten Flussbett, weshalb wir dort gut laufen konnten. Irgendwann wurde das Flussbett jedoch schmaler und das Wasser entsprechend tiefer. Also entschieden wir uns auf einen in einer App ausgezeichneten beginnenden Wanderweg etwas oberhalb des Flusses weiterzugehen, da zurückzugehen zu viel Zeit gekostet hätte. Bei dem Versuch, durch eine steile Felsenschlucht auf den Weg zu gelangen, rutschte Lauras Bein weg und verlor somit an Stabilität im steilen Hang. Panik! Zum Glück war ein halbwegs stabiler Stein in der Nähe, auf dem Laura sich in Sicherheit bringen konnte. Nora brachte beide Rucksäcke zurück ins Flussbett und Laura konnte selbstständig langsam zurück nach unten rutschen. Das Bein war glücklicherweise (wenn auch unter Schmerzen) belastbar, sodass wir es mit Schmerzmitteln bis nach Kagbeni zur Straße geschafft haben (nachdem Nora auf Erkundungstour war haben wir einen Alternativweg gefunden, der weder durchs Flussbett noch durch die Felsenschlucht lief). In Kagbeni haben wir das anschwellende Knie dann erstmal gekühlt und dabei in einem Cafe Yak-Cheese-Cake gegessen. Wir blickten auf das Mustang-Tal/geheimnisvolle Königreich: von Legenden und Mythen umwogen und durch die Nähe zu Tibet stark kontrolliert durch China. Bis zur Besetzung Tibets durch China war das Königreich Mustang ein wichtiges Bindeglied auf der Handelsroute von Tibet nach Indien.
    Wir entschieden uns dann für einen Jeep weiter nach Jomson. Der alternative Wanderweg nach Jomson stellte sich durch starken sandigen Wind aus dem Auto betrachtet als sehr unangenehm heraus, weshalb der Jeep vermutlich auch ohne kaputtes Knie eine gute Wahl gewesen wäre. Auf dem Weg sammelten wir noch 3 Israelis und ihre zwei Guides ein, die froh waren, dem Sandsturm so zu entkommen (ihre Worte: wir hätten fünf gute Taten in einem getan, da wir quasi fünf Trekkerseelen entlastet haben). In Jomson angekommen buchten wir zuerst einen Bus nach Pokhara für morgen. Da Marpha (ca. 13km südlich von Jomson) sehr schön sein sollte und es unser eigentliches Tagesziel für heute war entschieden wir, noch weiter dorthin zu fahren. Die Verkäuferin der Bustickets sagte uns, dass um 16 Uhr ein "Local Bus" nach Marpha fahren würde (es war bereits 16:15 Uhr). 10 Minuten und einige Telefonate der Ticketverkäuferin auf der Suche nach dem Local Bus später war immer noch kein Bus in Sicht. Dass vier weitere Israelis schon seit 15:50 Uhr warteten, machte uns nicht gerade zuversichtlicher. Irgendwann gab auch die Ticketverkäuferin auf und meinte, dass der Bus wohl unbemerkt vorbeigefahren wäre (die Straße war eigentlich viel zu klein als dass ein Bus unbemerkt vorbeifahren könnte...). Also entschieden wir mit den Israelis einen eigenen Local Bus zu chartern und organisierten einen weiteren Jeep nach Marpha. Die Rucksäcke waren bereits auf dem Dach verstaut und wir sechs Touris verladen, als die zwei Guides der Israelis und die Ticketverkäuferin immer noch intensiv am diskutieren waren. Auf Nachfrage, wann der Jeep denn losfährt, ging es plötzlich sehr schnell und bald fanden wir uns auf einer sehr abenteuerlichen Piste durch Flussbetten und über große Steine wieder. In Marpha angekommen haben wir die süße Unterkunft Dhaulagiri gefunden und sind mit dem zur Krücke umfunktionierten Wanderstock noch kurz durch Marpha gelaufen. Die vielen Schmuckläden waren sehr verführerisch und bald waren die Jackentaschen voll mit unseren erkauften Ketten und Armbänder aus tibetischem Stein. Zurück in der Unterkunft haben wir super lecker gegessen und noch einen Apfelschnaps getrunken (die Mustang-Region ist sehr bekannt für ihre wohl so leckeren Äpfel).
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