• Oblast Blagoewgrad

    July 18 in Bulgaria ⋅ ☁️ 25 °C

    Das schiefe Camp lassen wir schnell hinter uns...
    Was schnell halt für uns bedeutet...

    Nachdem wir durch Yanniks Team Blut geleckt zieht es uns schnell auf abgeschiedene Pfade.

    Wir suchen uns den schlimmsten Weg, den wir finden "als Abkürzung" schnallen die Surron vom Dach und los geht's.
    Jeder Meter ein Risiko, der Gashahn der Surron hängt immer im Anschlag. Dreck und Staub fliegen nur so und immer die Frage... geht es noch abwegiger...

    Nachdem die Abkürzung geschafft ist geht es in den Rancha Saddle . Eine abgelegene Berggegend, die sich zig mal auftrennt, verzweigt und verwirrt. Anfangs gelingt es uns noch sinnvoll den Pfaden der anderen zu folgen... Irgendwann aber geht es immer tiefer ins Gebirge. Von großen Straßen entfernen wir uns immer mehr und es wird uriger und uriger... Aber es ist geil. Ich fliege mit der Surron durchs Gelände und Tillman und Danny ziehen mit dem Mercedes durch.

    Försterwenden und Sprünge für das Bike; Vorsprünge, Furchen und Engstellen für den Benz. Wir kommen voll auf unsre Kosten. Irgendwann fahre ich ein bißchen vor, ziehe Bahnen durch kleine Flüsse und treffe einen Goldschürfer... Und dann merke ich... Die Jungs sind weg.

    Ich mache mich auf die Suche. Es gab keine sichtbaren Abzweigungen und auch sonst nichts dramatisches... hinter einer Kurve stehen sie. Das Heck hinten rechts komplett am Boden... Die Blicke sehr unglücklich... kurzer Austausch... Dann ist klar... Der Federbalg ist geplatzt... Der Neue... kurzer Moment der Verzweiflung... mitten im nirgendwo...

    Aber Tilmann ist was schrauben angeht einfach die Nummer 1 ... "Micha, hol die Säge raus." 12cm im Durchmesser 15cm in der Höhe brauchen wir. Also wir schnell eine kleine Fichte gefällt und zugesägt. Mit dem Messer 🔪 bekommt unser Adapter die kerbe des Balges und dann legen wir unser Fahrwerk wieder hoch... Höhe passt erstmal, aber jetzt haben wir keinerlei Federung mehr. Wider besseren Wissens fahren wir wahnsinnig vorsichtig weiter.
    Das bremst uns brutal aus, aber Danny hält mega durch und lenkt den Mercedes präzise durch die endlose Wildnis. Ich scoute weiter, aber das Gebirge nimmt kein Ende. Wir kommen auf immer schlechtere Straßen, was uns weiter ausbremst. Wir durchqueren Camps der Sinti und Roma, die uns wahnsinnig freundlich versuchen zu helfen trotz kompletter Sprachbarriere. Noch 6km sagen sie. An nächsten Ort werden es 8, dann 4, dann wieder 10... Wir fangen an zu zweifeln und irren stundenlang durch die Hochebene. Irgendwann laden wir die Surron auf und laden den Akku... Wenn nichts mehr hilft komme ich mit der auf jeden Fall aus den Bergen raus.

    Als es wirklich schon gegen Abend und Dämmerung geht, sehen wir es auf der Karte.... Endlich geht es raus aus den Bergen. Selbst der Sprit macht uns schon Sorgen. Da der Tacho nicht geht, wissen wir nicht, wie es darum steht.

    Wir verlassen die Berge... Endlich wieder Zivilisation, Empfang,... Die Nachrichten der anderen Potholer erreichen uns und ihre Sorgen über unseren Verbleib.

    Wir sind durch für heute.

    Wir gehen etwas essen, suchen nach Schrottplätzen und ich breche kurz vorm schlafen 😴 schon fast zusammen und schlafe auf der Motorhaube, während die Jungs das Auto zum schlafen umbauen.

    Das werde ich heute Nacht noch bereuen... Denn ich achte nicht auf das Wetter und tue Blitz und Donner als weit weg ab. Ich schmeiße mich in die Hängematte und werde nachts vom Regen geweckt. Ich denke mir erst das ich einfach durchhalte. Der Regen schafft es normalerweise nicht in den Schlafsack... Leider habe ich ihn nur als Decke genutzt und flugs ist das Innenleben nass und der Thermoeffekt bricht zusammen. Ich muss ins Auto flüchten und quetsche mich auf den Fahrersitz.

    Wenigstens die Jungs sollen vernünftig weiter schlafen. Also bitte ich nicht um eine Decke und zittere mich warm und heize die Klamotten wieder trocken. Endlich mal ein Vorteil des hohen Blutdrucks... Mein Körper kocht.

    Ungemütlichst und schlafarm Kämpfe ich mich durch die Nacht.

    Am nächsten Morgen ist alles nass draußen sowieso, aber auch am Kofferraum war nicht alles dicht und Matratze und Co haben etwas abbekommen....

    Also erstmal in der Sonne alles trocken brutzeln. Zumindest Glück ballert die ohne Gnade.

    Wir treffen noch eine Familie wilder Hunde 🐕 und fahren weiter.... es gilt wieder wahnsinnig viel aufzuholen
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