Joined March 2020 Message
  • Day40

    Home sweet home

    March 25 in Switzerland ⋅ ⛅ 32 °C

    Am Vortag hiess es nur noch, Gepäck deponieren, duschen, etwas weniges essen und dann ab ins Bett. Um ca. 2230 Uhr lag ich im Bett, keine zwei Minuten später war ich eingeschlafen. Dank der langen Reise, konnte ich problemlos durchschlafen.

    Unsere Reise, auf die wir so lange gewartet und uns gefreut hatten, ist nun zu Ende. Leider früher als erwartet und mit weniger Punkten im Westen. Dennoch waren es sensationelle 5.5 Wochen, wobei ich keinen einzigen Tag missen möchte. Die Entscheidung nach Hause zu kommen, war, so schwer sie auch sein mochte, richtig. Ich werde wohl noch sehr lange, an die wunderschönen Sonnenuntergängen und die endlosen Strassen von Westaustralien denken. Es wird in diesen Fällen auch immer ein bisschen Wehmut mitschwimmen, weil wir noch so viel entdecken wollten, was wir möglicherweise erst in vielen Jahren oder auch gar nie nachholen können.
    Dennoch - es war ein super Erlebnis, ein wunderbares Land, mit tollen Menschen, einem sensationellen Tierreich und grandiosen Landschaften. Wenn man so will, blieb aufgrund unserer verfrühten Abreise ein Teil von mir auf dem weit entfernten Kontinent zurück und wartet, denn... ich komme wieder!
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  • Day39

    Dubai Int. Airport

    March 24 in the United Arab Emirates ⋅ ☀️ 31 °C

    Der Flug verlief ruhig, wobei wir uns nicht ganz sicher waren, was mit dieser Crew los war. Entweder waren die frisch ab der Schule, wegen des Virus absolut nervös, oder einfach ein bisschen verpeilt. Auch mit einigen Tagen Abstand konnte bin ich mir nicht sicher.
    Aber nach elf Stunden Flug kamen wir pünktlich und heil in Dubai an. Es ist 0505 Uhr, unser Anschlussflug geht um 1520, was bedeutet, dass wir einen zehnstunden Aufenthalt vor uns haben. Da unser Abflugterminal noch nicht bestimmt war, begaben wir uns ins Terminal B, da dort das Boarding für viele europäische Zieldestinationen stattfindet. Nach längerem Suchen fanden wir auch zwei Liegesitze und machten es uns bequem. Wieder hatten wir Zeit zum Lesen, Nachrichten schreiben und Tagebuchnachträge machen. Wir nahmen uns zudem die Zeit und schlichen durch das Terminal, wobei wir feststellten, dass einige wohl schon längere Zeit am Flughafen waren. Auf der künstlichen Liegewiese, schliefen dutzende Personen auf Decken oder in einen Schlafsack eingehüllt. Das Terminal war randvoll, wobei es sich meist um Europäer handelte, die wohl auf dem Nachhauseweg waren.
    Die Zeit schien nicht vergehen zu wollen, dennoch waren wir irgendwann an dem Punkt, wo auf uns eine weitere Premiere wartete. Zum ersten Mal wollten wir in einem Flughafen duschen. Wir hatten uns dafür entschieden, weil wir wussten, wie wir uns nach dem Hinflug gefühlt hatten, als wir in Sydney nicht duschen konnten. Ich sattelte also meine Ersatzwäsche und eine meiner Handseifen (erneut vielen Dank an ibis Budget!) und machte mich auf den Weg. Die Erkenntnis aus unserem Vorhaben; es war himmlisch. Auch wenn es nicht eine 1A Dusche war, so frisch hatte ich mich noch selten in einem Flughafen gefühlt.
    Mittlerweile hatte sich das Terminal massiv geleert. Vereinzelt liefen noch Leute herum, wobei ich ein Exemplar besonders erwähnen muss. Ein Asiate lief im Ganzkörperschutzanzug (bekannt aus den Krimiserien) mit Schutzmaske und „Achtung!“ Schutzbrille durch das Terminal. Hinterher zog er seinen Handgepäcksrollkoffer, natürlich mit Handschuhen. Da siehst du immer wieder mal was Neues.
    Pünktlich begann unser Boarding, welches wiederum etwas hektischer aber reibungslos verlief. Wir starteten frühzeitig und erlebten einen sehr ruhigen und gediegenen Flug, in welchem ich nochmals eine Stunde schlafen konnte. Eine halbe Stunde zu früh trafen wir in Zürich ein. Die Freude, sogar etwas zeitiger nachhause zu kommen verflog aber schnell, als sich die Crew meldete und mitteilte, dass zuallererst das Gepäck ausgeladen werden würde. Anschliessend würden die Passagiere in 10er Gruppen aus dem Flugzeug gelassen. Die durch den Flug eingeholte halbe Stunde, konnten wir uns aus diesem Grund wieder sonst wohin streichen. Doch auch hier gilt, was lange währt, wird endlich gut. Ich durfte kurz nach Nicole das Flugzeug verlassen und musste zwei Meter Abstand zu den Übrigen Passagieren halten. Natürlich waren am Schluss wieder alle beim Gepäckband, da nutzt auch die etwa zehn Polizisten nichts, die über die bisherige Strecke verteilt gestanden hatten. Aber sei es drum. Wir hatten unser Gepäck einen pünktlichen Zug und in Uzwil sofort einen Anschlussbus. Nach etwas mehr als zwei Tagen Heimreise, waren wir endlich wieder Zuhause. Auch wenn ich gerne in Australien geblieben und den Westen weiter erkundet hätte, so ist es doch hier am schönsten.
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  • Day38

    Von Fremantle nach Perth Int. Airport

    March 23 in Australia ⋅ ☀️ 28 °C

    Eigentlich wollte ich die Heimreise in einem einzigen Footprint beschreiben. Aber die heutigen Erlebnisse sollten dennoch einen separaten Platz finden. Um 1000 Uhr war späteste Check-Out Time beim Campground. Also hiess es zeitig aufstehen, die letzten Sachen packen, nochmals das Gepäck wägen und schlussendlich im Camper verstauen. Dann gehts nochmals in City-Centre von Fremantle. Heute ist aber etwas anders als gestern. Ja ok, es ist Montag, aber für einen Wochentag hat es doch sehr wenig Verkehr. Also kurzerhand ein Parkplatz gesucht und ab zum Kaffee. Das gestaltet sich doch schwieriger als gedacht, denn diverse Kaffees und Restaurant haben geschlossen. Wir finden dennoch eine tolle Ecke, wo wir sogar während des Frühstücks von einem netten Herrn gefragt werden, ob wir noch unseren Penis hätten - also kurzer Kontrollgriff und durchatmen... Ja, er ist noch da wo er sein sollte.
    Im Verlauf der Ferien bemerkten wir, dass wir gerne Zeit mit Frühstück vertrödeln, doch heute wurde es uns nochmals bewusst. Offensichtlich wollte auch unser Kaffee die Pforten schliessen, doch was war hier los. Auch die übrigen Läden, waren entweder geschlossen oder nur im "Halbbetrieb" unterwegs, weshalb wir uns entschieden, noch ein wenig am Hafen herumzulungern. Auch hier herrschte nur wenig Betrieb, wobei das auslaufende Kreuzfahrtschiff mit seinen wenigen Passagieren eine Ausnahme war. Vermutlich aus lauter Langeweile veranstalteten die umliegenden Tanker, Frachter und Kreuzfahrtschiffe ein Wetthupen über mehrere Minuten. Da drückt dann jeweils der Schweizer durch, der sich irgendwann ab dem Lärm nervt, aber seis drum.
    Wir setzten uns zum Ziel, um 1400 Uhr beim Camper-Vermieter einzutreffen, damit wir in aller Ruhe den Camper zurückgeben und uns dann zum Flughafen begeben konnten. Doch hier fing es schon an, die fast letzte Tat von uns, war das Auftanken. Schon 100 Mal gemacht, ist ja nichts dabei. Also an die Zapfsäule, Diesel tanken bis der Zapfhahn anschlägt und nochmals nachdrücken bis zum runden Dollar. Während Nicole zahlen geht fahre ich auf den Parkplatz um den Camper nochmals rundherum zu Fotografieren. Hierbei fällt mir auf, die Tankanzeige bleibt auf knapp 3/4 stehen... Komisch! Also zurück an die Tanksäule und nochmals Diesel tanken. Ganze drei Liter (!) passen noch rein. Hmm, drei Liter auf einen 112 Litertank können niemals 1/4 ausmachen. Also sprintet Nicole nochmals in den Shop, zahlt die drei Liter und ich fahr weg. Die Tankanzeige bleibt aber bei 3/4. Naja, uns egal, wir haben vollgetankt, können das auch beweisen, spielt ja nicht so eine Rolle. Also ab gehts zu Apollo. Beim Heranfahren bemerken wir, dass hier etwas anders ist, als vor einer Woche, das ganze Firmengelände ist vollständig zugeparkt, sogar auf der kleinen Parallelstrasse stehen diverse Camper, wie auch auf den fremden Firmenparkplätzen. Auch wir stellen unserer Heim dorthin, und begeben uns zur "Empfangshalle". Eine Dame fragt, ob wir einen Camper abholen. Als wir verneinen, bemerken wir ein kleines zucken. Sie fragt wo wir parkiert hätten und um was für ein Fahrzeug es sich handle. Als sie 4x4 hört, leuchten ihre Augen kurz auf. "Stellt ihn hiervorne auf die Wiese, da kommen wir auch wieder raus." - erklärt sie uns. Also Fahrzeug umstellen, Gepäck ausladen, nochmals kurz durchwischen und wieder zurück zur "Empfangshalle". Nach zirka 20 Minuten können wir mit einem deutsch sprechenden Mitarbeiter die Rückgabe vornehmen. Er erklärt uns, dass es die wohl härtesten fünf Tage seiner Zeit hier bei Apollo waren. Aus all dem erlebten könne er ein Buch schreiben, so habe er unter anderem Leute vor sich gehabt die weinend dastanden, den Camper zurückgaben und nach Hause flogen, weil jemand aus der Familie durch Corona gestorben sei. Auf meine Nachfrage, wie hoch die Rückgabequote denn sei, gibt er mir ein kurzes "über 90 %" zurück. Trotz des Stress und der vielen Arbeit, ist er sehr freundlich zu uns, hilft uns bezüglich der Unterlagen für die Reiseversicherung und ruft uns ein Taxi. Abschliessend wünscht er uns alles gut, eine gute Heimreise und wir sollten auf uns aufpassen – wir hoffen, der nette junge Herr konnte ebenfalls die Woche gut hinter sich bringen, es warteten sicher nochmals einige anstrengende Tage auf ihn.
    Unser Taxi holte uns für die kurze, knapp zehn minütige, Fahrt zum Flughafen ab. Hierbei erklärte uns der Taxifahrer auch, was wir am Morgen bereits festgestellt hatten. Die Regierung veranlasste analog zur Schweiz die Schliessung aller Schulen und Restaurants. Erlaubt ist nur noch take away. Weiter erklärte er uns, dass bereits diverse Fluggesellschaften ihre Flüge von und nach Australien eingestellt hatten. Einen Umstand, welchen wir beim Warten auf das Taxi bereits mit anderen Schweizern diskutiert und gehört hatten.
    Beim Flughafen angekommen, blickte ich das erste Mal wieder richtig auf die Uhr. Es war etwa 1530 Uhr, also hatten wir noch knapp sieben Stunden bis zum Abflug. Als erstes wollten wir uns umziehen, denn wir lernten schnell, Australier kühlen jeden Raum hinunter. Es ist jeweils ordentlich kühl, weshalb wir uns in dieser langen Wartezeit nicht erkälten wollten. Da wir ausser dem Frühstück noch nichts gegessen hatten, gings zum Flughafenrestaurant. Doch Pech, das war geschlossen. Ok, oben gibt’s auch noch diverse Restaurants… und auch die – close. Mit Ausnahme eines einzigen Kaffees mit Take away, waren alle übrigen Verpflegungsmöglichkeiten geschlossen. Selbst die Läden im Flughafengebäude, räumten ihre Regale und schlossen ihre Tore. Der Blick auf die Anzeigetafel verriet, hier geht nicht mehr viel. Wir wussten, dass wir unser Gepäck erst ab 1900 Uhr aufgeben konnten. So lange sassen wir in der Eingangshalle, machten Spaziergänge draussen, lassen und schrieben unseren Leuten. Ab und zu hielt ich inne, und versuchte das ganze Szenario in seiner Kuriosität zu erfassen. Da bist du in einem Land, das wunderschön ist, und für so viele so weit weg, und dennoch sind alle in dieser Halle froh, wenn sie den Kontinent verlassen können.
    Um 1900 Uhr war es endlich soweit, ohne Übergepäck konnten wir Einchecken und begaben uns anschliessend durch die Sicherheitskontrolle zu unserem Terminal. Ich flog schon ein paar Mal und auch zu Randzeiten, aber so wenig Personen im Sicherheitsbereich hatte ich bislang noch nie erlebt. Etwa eine Stunde vor Abflug bemerkte ich eine E-Mail auf meinem Telefon. Andreas, der Mitarbeiter von Globetrotter hatte geschrieben, dass er gesehen habe, dass wir erfolgreich eingecheckt und gleichzeitig den letzten Flug von Emirates von Perth nach Dubai erwischt hätten… Danke Nicole für deine Vorahnung!
    Das Terminal füllte sich allmählich. Auch hier bemerkte man diese Anspannung. Die wartenden Menschen hatten nicht die gleiche Lockerheit wie sonst, man hielt Abstand, sprach nicht viel und hoffte einfach, dass dieser Flug nicht auch noch eingestellt wird. Als das Boarding begann, wie üblich mit den gebrechlichen Leuten und Familien mit Kindern zuerst, stellte ich auch hier fest, dass die meisten Leute einfach schnellstmöglich in das Flugzeug wollten, als hätten sie Angst, dass es zu wenig Platz hätte. Während des Einstiegs erfuhr ich von einem deutschen Ehepaar, welche Route sie nach Hause gewählt hatten. Da deutsche Flughäfen von vielen Airlines nicht mehr angeflogen werden, musste das Ehepaar von Dubai nach London und von London nach Köln fliegen, jeweils mit einer Übernachtung. Von Köln aus, durften sie dann noch mit dem Zug nach Hannover. Somit brauchten sie, knapp vier Tage für die Rückreise – ein Wahnsinn.
    Und dann hiess es definitiv Abschied nehmen… bye bye Australia!
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  • Day37

    Von Kalbarri nach Fremantle

    March 22 in Australia ⋅ ☀️ 28 °C

    Die letzte grosse Etappe betrug heute knapp 600 km was einer ungefähren Fahrzeit von 6.5 Stunden entsprach. Weil es ein weiter weg war und wir am Ende auch noch die Zieldestination Fremantle besichtigen wollten, starteten wir dementsprechend früh. Um 0605 Uhr verliessen wir den Campingplatz. Nur einige 100 Meter später, sahen wir bereits die ersten Kängurus. Es war wie meistens ein strahlend schöner Morgen. Die Sonne schien uns auf unserem Weg entgegen und wir versuchten nochmals all die Eindrücke in uns "aufzusaugen". Heute leerten wir auch noch die beiden Diesel-Reservekanister, damit wir sie wieder leer zurückgeben konnten. Wir folgten Coral Coast Highway, den Hügeln und Büschen entlang, bevor es wieder in eher dürres Gebiet wechselte. Dieser Mix wechselte sich ab und vermischte sich teils ineinander. Plötzlich, mitten im grünen tauchten die verschneiten Hügel darin auf... Moooooment, verschneite Hügel? Dat kann ja net sein. Tatsächlich, es handelte sich selbstverständlich um Sanddünen, welche sich inmitten der Buschlandschaft hervorhoben. Dieser Anblick war erneut, beeindruckend und surreal gleichermassen.Je länger der Tag dauerte umso stärker nahm der Verkehr zu. Um Perth herum durften wir uns, nach fünf Tagen Überlandstrasse endlich wieder einmal mit dem Freeway herumschlagen. Dank unserer Ostküstenerfahrung und doch nicht wenigen Kilometern der Westküste entlang, war aber auch dieser Abschnitt schnell gemeistert.
    Bevor wir aber unseren Camper an seinem vorletzten Hafen einparkten, wollten wir wie zuvor erwähnt noch Fremantle entdecken. Der Vorort von Perth gilt angeblich als kleine Hippikommune. So erkundeten wir die kleinen Strässchen und Gässchen, eines davon war der Cappucino-Stip, welcher seinen Namen wegen der vielen Kaffees erhielt. Erwähnenswert hierbei ist aber, dass es gar nicht so viele Kaffees an dieser Strasse gibt, sondern eher Restaurant an Restaurant. Die Gässchen waren schnell abgeklappert, denn auch hier machten sich offensichtlich die Corona-Regelungen langsam breit. Zudem war es ja Sonntag, und da gönnen wir den Leuten natürlich ihren freien Tag. Nach einem späten Lunch, und nochmals vollgetankt mit Sonne, gings zum Campingplatz. Dieser war offensichtlich das Heim für Camper der letzten Stunde, oder besser gesagt für Heimkehrer. Denn nebst uns, waren diverse Leute ihre mobilen Temporärzuhause am Sortieren, Aufräumen und Putzen. Wir wollten da keine Ausnahme sein, und machten uns an die Arbeit. Unser Vorteil war selbstverständlich, dass wir den Camper bislang erst eine Woche unter Beschlag genommen hatten, und sich somit das Reinigen in sehr überschaubaren Grenzen hielt. Doch auch so ging die Zeit wie im Flug vorbei, und wir verpassten es leider, uns rechtzeitig auf den Weg zu machen, um den letzten Sonnenuntergang in Australien zu erleben. Nichtsdestotrotz, konnten wir das Abendglühn vom Strand aus noch beobachten und uns geistig auf unseren Abschied vorbereiten. Nach einem wirklich sehr überschaubaren Dinner, einem Cider und einem GinTonic, machten wir uns auf den Heimweg. Beim Camper hiess es nochmals, Yatzy raus und loswürfeln. Den gestrigen Eintrag kann ich somit ergänzen. Ich hasse Würfelspiele, vor allem wenn ich gegen Nicole spielen muss. Das macht einfach keinen Spass. Nichtsdestotrotz genossen wir unseren letzten Abend und die letzte Nacht in „unserem“ Zuhause.
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  • Day36

    Kalbarri National Park

    March 21 in Australia ⋅ ☁️ 7 °C

    Wer den Loop Trail im Kalbarri National Park machen möchte, muss die Startmarke bis spätestens um 0700 Uhr am Morgen passieren, mindestens drei Liter Flüssigkeit mitnehmen und über entsprechendes Schuhwerk verfügen. Das heisst Camper parat machen, zum Park fahren, bis zur Startmarke laufen und dann los. Natürlich waren wir nicht die einzigen die den Trail machen wollten. Wir starteten die Tour pünktlich um 0654 Uhr und machten uns auf den Weg entlang dem Canyonrand, und dabei fragten wir uns, weshalb es wohl nötig war, die oben erwähnten Regeln aufzustellen. Zirka eine Stunde später wussten wir die Antwort aufgrund eigener und fremder Erkenntnisse. Je länger wir unterwegs waren, umso wärmer wurde es natürlich. Obwohl wir uns bereits im Spätsommer befanden, wurde es sehr schnell, sehr warm. Die frühe Startzeit in Verbindung mit der vorgeschriebenen Getränkemenge, war bereits war mal klar. Und die Ausrüstungsregel wurde uns spätestens dann klar, als wir diverse Wanderer in leichten Turnschuhen, resp. Stadtschuhen sahen. Auch wenn der Startabschnitt relativ einfach zu bewältigen war, musste man dennoch den Kopf bei der Sache habe. Auch heute waren die landschaftlichen Eindrücke wieder top. Das abschliessende Foto durch das Nature’s Window war natürlich Pflicht. Nun konnten wir die übrigen Canyons erkunden. Nach unserer Rückkehr und der wohlverdienten Erfrischung, war das frühe Nachtessen angesagt, denn wir wollten den Sonnenuntergang am Meer geniessen. Und wie bereits in Monkey Mia, war es sensationell. Dieser Sonnenuntergang in Verbindung mit dem Wissen, bald diesen wunderbaren Kontinent verlassen zu müssen, bot nebst einer tollen Erinnerung auch einen emotional schwierigen Moment…
    Zurück beim Camper genossen wir den Abend beim abendlichen Spielen. Eines lernte ich auch anlässlich der heutigen Yatzy-Runde. Würfelspiele gegen Nicole, sind immer so eine Sache.
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  • Day35

    Von Monkey Mia nach Kalbarri

    March 20 in Australia ⋅ ☀️ 31 °C

    Ab heute hiess es, langsam ans nach Hause kommen zu denken. Wir fuhren zurück in Richtung Süden, um schlussendlich am 23. März in Perth die Rückreise in die Schweiz anzutreten. Die nächste Zwischenstation hiess Kalbarri, welches auch Ausgangspunkt für den Kalbarri Nationalpark werden wird. Die Fahrt dauerte vier Stunden, unterbrochen nur durch eine kurze Pause. Die Rückfahrt führte entlang der Anfahrtsroute, und wieder durften wir ein wunderbares Panorama erleben. Unter anderem besuchten wir den Hamelin Pool. Wer jetzt an einen Whirlpool denkt, irrt. Der Hamelin Pool ist ein Meeresabschnitt, welcher einen doppelt so hohen Salzgehalt hat wie üblich und von Stromatolithen bewohnt wird. Stromatolithen sind Mikroorganismen. Da wir uns auf der Durchreise befanden, konnten wir leider nicht zum optimalen Zeitpunkt den Hamelin Pool besuchen, weshalb die Organismen nur leicht vom Wasser umgeben waren. Dennoch war es beeindruckend zu sehen, wie sich ein Organismus an seine Umgebung anpassen kann. Auch zum Schluss unserer Reise durften wir nochmals die Fliegennetze herausholen und sie wieder in Gebrauch nehmen. Je weiter wir Südwärts fuhren umso weniger Fliegen hatte es. Schliesslich kamen wir im Kalbarri Tudor Holiday Park an. Vor dem Vergnügen gings aber an die Arbeit. Will heissen, Vorplatz des Campers wischen, damit wir unsere Taschen bzw. Koffer ausbreiten und unser Material für die Abreise ordnen und parat machen konnten. Hierbei ging es natürlich auch darum, zu entscheiden, welche Kleidungsstücke die Heimreise nicht mehr mitantreten werden, weil wir sie für diese letzte Reise mitgenommen hatten. Nach der diversen Umpackerei hatten wir uns aber das Sonnentanken und baden verdient. Doch auch hier blieb die Vorbereitung für die Abreise nicht ganz aus dem Sinn. Schliesslich standen uns insgesamt knapp 18 Stunden Flug bevor, welche ich unter anderem mit Bücher lesen verbringen wollte. Nach dem Abendessen machten sich Nicole und ich noch für einen kleinen Ausflug parat. Wir wollten den Sternenhimmel unter Ausschluss möglichst vieler Lichtquellen geniessen. Das hatte zur Folge, dass wir den Camper nochmals abbauen mussten, aber dieser Umstand lohnte sich definitiv. Die „Einsamkeit“ oberhalb von Kalbarri mit dem wolkenlosen Himmel und den leuchtenden Sternen war toll. Wir genossen die Stunde unter dem freien Sternenhimmel und begaben uns anschliessend zurück, denn am nächsten Morgen hiess es nochmal früh aufstehen.Read more

  • Day34

    Monkey Mia & Francois Perron NP

    March 19 in Australia ⋅ ⛅ 29 °C

    Das Motto des heutigen Tages hiess, geniess jeden Moment den du kannst. Wir starteten früh in den Tag um die Delfinfütterung im Monkey Mia Ressort mitzuverfolgen. Dass die Morgenstunden aber derart tierisch würden, hätten wir nicht gedacht.
    Wie wir es aus anderen Ressorts und Parks kennen, wurde auch hier eine Touristenattraktion daraus gemacht. Zuallererst wurden wir über die Regeln im Umgang mit den Delfinen orientiert, im Anschluss durften wir an den Strand stehen und der der etwa sechs Delfine zuschauen. Es wurde ebenfalls erklärt, dass die Delfine nicht genügend Essen hier bekämen, dass sie ihren Jagdtrieb nicht verlernten. Also auf gut schweizerdeutsch: "s'Muul verruckt mache!". Das Highlight war ein etwa 4 jähriges Mädchen, dass offensichtlich nur bedingt freiwillig zuschaute. Sie freute sich nicht besonders darüber mit ihrer Pyjamahose ins Meerwasser stehen zu müssen, und als sie schliesslich noch den glitschigen Fisch in die Handnehmen musste, ekelte sie sich dermassen, dass sie ihn knapp vor dem Delfin ins Wasser fallen liess. Dem Delfin wars egal, ihr Gesicht aber göttlich...
    Da sich unsere Vorräte dem Ende neigten, entschieden wir uns für Pancakes im Ressorteigenen Bistro, was ein grandioser Entscheid war. Das Essen selbst war ok, aber die ungeplante Show dazu aber sehr unterhaltsam. Der Beginn der Show macht eine 5-köpfige Familie, in der sich der Vater unserem Anschein nach kaum für die "Probleme" der Kids interessiert und der jüngste Spross, ein etwa fünf jähriger Junge mit seinem Sprechorgan auch die Alarmsirenen neidisch machen könnte. Aber alles der Reihe nach. Die junge Familie hatte sich neben uns an die beiden Tische in Richtung Meer gesetzt. Der Sitzplatz mit den Tischen war mittels hüfthohem Mäuerchen und einem grobmaschigen Netz vom angrenzenden Wiesland abgetrennt. Zu erwähnen bleibt, dass die Campingplätze nicht vollständig abgeriegelt sind, was logischerweise zur Folge hat, dass die verschiedenen Tiere auch auf den Plätzen unterwegs sind. In diesem Fall handelte es sich um einen Emu, einer Art der Laufvögel. Diese Vögel sind immer auf der Suche nach Essen, und wo gibts wohl am meisten Essen, genau beim Restaurant.
    Die Familie sass also gemütlich an ihren Tischen, Mutter und Vater am einen, und im Eck des Sitzplatzes die Kinder, zwei Töchter und der lautstarke Sohn. Auf dem Tisch lagen diverse Toast, welche die Kids zu verspeisen gedacht hatten - nur, da hatten sie die Rechnung mit dem ausgewachsenen Emu nicht gemacht. Dieses näherte sich dem einen Mädchen von hinten und schnappte an diesem Vorbei die Toastscheibe. Das Gesicht und den Emotionsverlauf des Mädchens war einfach herrlich. Zuerst erschrak es und wollte losweinen, als sie jedoch ihre Mutter ansah, welche sich über die Szenerie dermassen amüsierte, lachte sie ebenfalls los. Wir konnten dann aus nächster Nähe der Fütterung der Wildtiere beiwohnen. Nun hatte das "bestohlene" Mädchen Lunte gerochen und fing natürlich an, das Emu mit der zweiten Brotscheibe an zu zeukeln, was wiederum der Mutter ein wenig Missfiel. Immer wieder kam das Emu in die Nähe, was das Stimmorgan des kleinen, nennen wir in Lars, auf den Plan rief. Lars begann immer wieder in verschiedenen Tonlagen zu quieken, was mich an die Mittwochnachmittage der Sirenenalarmübung erinnerte. Eine Mitarbeiterin des Restaurants, welcher die Emus wohl nicht ganz geheuer waren, versuchte das Tier zu verscheuchen, was schlussendlich eine andere Mitarbeiterin auf den Plan rief. Ich kann ja kein Emu, aber ich konnte verstehen, wieso Emu vor dieser jungen Frau Respekt hatte. Das Emu liess sich also hinter ein angrenzendes Gebäude zurückdrängen. Doch ein Emu, wäre kein Emu wenn es nicht vom Appetit getrieben wäre, kaum war die gute Dame weg, steuerte das Emu wieder auf seinen Fressnapf, also den Tisch der drei Kids, zu. Lauthals meldete sich Sirene Lars wieder, was augenblicklich wieder die respekteinflössende Mitarbeiterin auf den Plan rief. Im zweiten und dritten Anlauf änderte die gute Dame ihre Taktik und trieb das Emu weiter weg vom Restaurant, hinter das Haus. Auch hier liess sich das Emu nicht für dumm verkaufen, denn während die Mitarbeiterin sich am Ecken positionierte, um das Tier erneut abzufangen, umlief das mehrfach erwähnte Emu einfach das Haus und näherte sich aus der anderen Richtung. Es war ein herrliches Spektakel, welches wir nach etwa 15 Minuten verliessen, weil uns das ewige Gebrüll von Lars auf den Senkel ging. Spannend war während der ganzen Szenerie, dass sich die Mutter um ihre Kids kümmern musste, das Essen an den neuen Tisch bringen musste und die Kinder dort hinsetzte, während ihr Göttergatte gemütlich am Natel vor seinem Frühstück war und sich gar nicht um die Kids kümmerte.

    Nach der Morgenshow beabsichtigen wir, den Francois Perron Nationalpark (FPNP) zu erkunden. Schliesslich hatten wir uns ja für etwas den 4x4 Camper gemietet, welchen wir für die Route brauchten. Tatsache ist aber auch, dass unser Camper ordentlich schwer ist und sich unsere verfügbare Zeit sehr in Grenzen hält. Die Einfahrt in den FPNP erfolgte über eine befestigte, aber belagslose Strasse. Nach sieben Kilometern liessen wir wie verlangt einen Teil der Luft aus den Reifen und machten uns auf die 20 km lange Strecke an die Spitze des FPNP. Spannend war der Umstand, dass zwischen den sandigen Strassenabschnitten, welche die Mehrheit der Stecke ausmachten hatten es betonierte fast fünf bis sechs Meter breite Bereiche. Bei der letzten Verzweigung vor den abschliessenden vier Kilometern hielten wir an und genossen die Einsamkeit in diesem Bereich. Natürlich benutzten wir die Zeit auch noch um ein Foto zu schiessen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits seit 1.5 Stunden unterwegs. Die Mittagssonne brannte hinunter und wir waren trotz Klimaanlage patsch nass. Also los, wir fuhren in den letzten Abschnitt hinein und bemerkten schnell, dass hier der Sand sehr viel tiefer ging, wie in den vorherigen Bereichen und wir an die Grenzen unseres Campers kamen. So kam es wie es kommen musste, wir soffen ein. Trotz Schneckengang und langsam hinausfahren, kamen wir einfach keinen Meter vorwärts, ich schaffte es sogar, dass wir mit der Bodenabdeckung aufstanden. Zum guten Glück kamen uns zwei Franzosen, Marlén und Jonathan, entgegen und waren mit Einsaufequipment ausgerüstet. Mit ihrer Hilfe schafften wir es die bis jetzt gefahrenen 150 Meter wieder zurückzusetzen, allerdings unter grossem Verlust. Einer meiner Flip-Flop’s verschwanden irgendwo im Sand. An dieser Stelle, danke mein getreuer Freund, du hast über all die Jahre gute Dienste geleistet!
    Da nun bereits schon wieder einige Zeit vergangen war, und wir nicht ohne weitere Hilfe irgendwo im Nationalpark stecken wollten, strichen wir die Fahnen und fuhren zurück, ohne an das „Ende der Welt“ zu gelangen. Zurück im Camp sattelten wir die Badeklamotten und genossen nochmals einige Minuten am Strand, bevor wir uns an die Nachtessensvorbereitung machten. Feiner selbstgebratener Fisch mit Salat wollte von uns verspeist werden. Doch wir wurden während des Essens wieder einmal gestört, und wie… Einen atemberaubenden Sonnenuntergang mit einem Bild, als würde der Himmel brennen. Dazu noch ein Delfin am Strand, es war einfach perfekt. Es war schon fast so, als würde sich Australien von seiner besten Seite zeigen und uns gebührend verabschieden. Dieses Bild werden wir lange Zeit nicht mehr vergessen und für lange Zeit daran zehren.
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  • Day33

    Von Gregory nach Monkey Mia

    March 18 in Australia ⋅ ☁️ 24 °C

    Nichts ist so beständig als der Wandel. Das Zitat stammt meinem Kenntnisstand nach von Heraklit und sollte uns an diesem Tag wieder in Erinnerung treten.
    Die heutige Fahrzeit betrug erneut fast 4.5 Stunden, beinhaltete aber diverse Halteorte und Besichtigungsmöglichkeiten. Schnell wurde klar, für Nicole stimmte der gestrige Entscheid, bis zum 28. März mit der Abreise zu warten nicht. Es folgte ein ausführliches Gespräch und die Abwägung der Möglichkeiten. Denn, falls wir uns entscheiden würden, noch früher abzureisen, würde das gleichzeitig bedeuten, dass wir einen Grossteil der Westküste unentdeckt zurücklassen mussten. Und das in einer Gegend, die wir nicht einfach übers Wochenende wieder aufsuchen konnten.
    Wir entschieden uns, weiter bis nach Monkey Mia zu fahren, am Abend nochmals mit Andreas zu telefonieren und uns dann definitiv zu entscheiden. Von dort aus wäre es möglich gewesen, innerhalb eines Tages nach Perth zu fahren, falls dies notwendig werden würde. Zudem hatten wir den dortigen Campingplatz bereits gebucht, weil wir mehrfach gelesen hatten, dass die Umgebung super sein soll.
    Die Fahrt hielt, wie bereits erwähnt einige Sehenswürdigkeiten parat. Nebst tollen Küstenabschnitten auch den Shell-Beach, einen Strand welcher fast vollständig aus Herzmuscheln bestand. Die Breite dieses Strandes in Verbindung mit dem Wissen, dass es sich um Millionen kleiner Muscheln handeln musste, war beeindruckend. Selten war ich an einem Ort, an dem ich so froh war, eine Sonnenbrille dabei zu haben, denn die Umgebung blendete dermassen, dass wir selbst mit angezogenen Sonnenbrillen blinzeln mussten. Fast kurz vor der Ankunft fuhren wir noch an der Little Lagoon vorbei, in der das Wasser in so einem schönen Blauton leuchtete, wie wir es noch selten gesehen hatten. In Monkey Mia hiess es erst mal, aufbauen, eincremen und ab ans Meer. Wie so häufig ist es halt so, dass man nie alleine ist. Da planscht man im Wasser und wird gestört, von einem Delphin! Die Tiere kamen bis zwei Meter an den beginnenden Strand heran und schwammen frisch fröhlich durch die Leute. Nach dem kühlen Nass hiess es erneut, mit Andreas Kontakt aufnehmen. Es wurde schnell klar, von Andreas konnten wir keine Entscheidungshilfe erwarten. Natürlich, er durfte uns nicht sagen, wie wir zu entscheiden hätten. Letzten Endes entschied Nicole’s Sorge darüber, dass wir unter Umständen nicht mehr nach Hause kommen, weil die Airlines ihre Flugbetriebe einstellten. So wurden die Flüge definitiv für den 23. März gebucht. Nicole und ich entschieden uns, nach den beiden Tagen in Monkey Mia die Rückreise nach Perth mit einem Zwischenhalt im Kalbarri National Park anzutreten.
    Nachdem wir noch kurz das Ressort erkundet hatten, gings ans grosse Kochen, denn schliesslich mussten wir noch Lebensmittel aufbrauchen. Mittlerweile hatten wir uns auch an die etwas knappe Kopffreiheit beim Schlafen gewöhnt und schliefen bei Wind und Wellen ein.
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  • Day32

    Von Lancelin nach Gregory

    March 17 in Australia ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Nacht war nur bedingt erholsam. Zum einen waren die Geruchsschübe, von den Algen am Meer nur bedingt erträglich, zum anderen erhielten wir diverse Nachrichten. Das EDA empfahl allen Schweizern im Ausland, die Rückreise anzutreten. Wir waren baff. Dass sich die Corona-Lage zugespitzt hatte, wussten wir aufgrund diverser Nachrichten, aber dieser Aufruf kam dennoch unerwartet. Und so lagen wir längere Zeit wach, wobei wir uns beide überlegten, was dieser Aufruf für uns und unsere Reise bedeutet.
    Nicht sonderlich erholt wachten wir früh durch den Wecker auf, machten uns parat und packten zusammen. Wir entscheiden uns, den am Vorabend gebuchten Campingplatz in Gregory, unterhalb des Kalbarri National Park anzufahren, und dort mit Andreas von Globetrotter, welcher für uns die Buchungen des Fluges und der Fahrzeuge vorgenommen hatte, in Kontakt zu treten. Wichtig war für uns aber auch, wir lassen uns nicht die Freude an unserer Reise nehmen, egal wie es weiter geht. Bevor es nach Gregory ging, stand aber zuerst die Besichtigung der Pinnacles im Nambung Nationalpark an. Also, hopp und losgefahren, aber nicht ohne Fruchtsaft! Das normale Vorgehen beim Fruchtsafttrinken wäre ja, öffnen, ansetzen und trinken… in unserem Fall musste die die Reihenfolge aber erweitert werden. Öffnen, warten bis der Saft wieder aufgetaut war, ansetzen und trinken. Doch was war passiert? Wir hatten den Kühlschrank am Vortag in Betrieb genommen und auf die von Apollo vorgeschlagene Stufe (#4) eingeschaltet. Das war wohl zu hoch, denn innerhalb der Nacht wurde der Salat, die Butter, Früchte, einfach alles tiefgefroren. Bevor es hier zu ausschweifen wird, am Schluss waren wir auf der Stufe 1, und das Ding kühlte immer noch super…
    Zurück zu den Pinnacles. Die teils drei Meter hohen Steilsäulen ragen mitten in einem Wüstenabschnitt in die Höhe. Da wir am Morgen zeitig losgefahren waren, hatten wir den Park praktisch für uns. So konnten wir auch mal mitten auf der Sandstrasse anhalten und Fotos machen. Unter anderem gabs eine „Wo ist Walter“- Session. Nach etwas mehr als einer Stunde verliessen wir den Park und machten uns wieder auf den Weg in Richtung Gregory. Unterwegs konnte man mitten in der grünen Idylle ganze Sandbänke ausmachen. Das Farbenspiel und das unwirkliche Szenario an sich, waren grossartig. Während der vier stündigen Fahrt genossen wir die Landschaft und die wechselnde Vegetation. Nach zwei Tankstopps war es soweit und wir trafen in Gregory mit dem dazugehörigen Pinklake ein.
    Mit bereits mehr Routine platzierten wir unser neues Heim und richteten uns ein, wobei der Algenduft der letzten Nacht immer noch festzustellen war... lecker! Anschliessend riefen wir Andreas an und klärten mit ihm die Situation. Eine Umbuchung der Flüge sei möglich, sobald wir uns entschieden hätten, wann wir zurückwollten. Wir einigten uns auf eine Rückmeldung unsererseits und verabschiedeten uns. Denn jetzt hiess es zuerst einmal essen. Obwohl wir den Kühlschrank auf die Stufe 3 gesenkt hatten, war unter anderem die Salatgurke immer noch gefroren. Auch der Nudelsalat war noch ordentlich knackig, aber naja, was macht man nicht alles wenn man Hunger hat. Während des Essens einigten wir uns auf folgende Lösung. Unser Plan war, dass wir bis zum 28. März in Australien bleiben würden und dann zurückfliegen würden. So könnten wir doch noch etwas von Westaustralien anschauen, aber dennoch früher nach Hause kommen. Also kurzum das Mail an Andreas verfasst und versendet. Anschliessend genossen wir eine Kanne Tee und eines der neuen Spiele aus unserem Sortiment, Yatzy. Hier noch ein Einschub, Würfelspiele machen mit Nicole einfach keinen, aber NULL Spass. Denn sie gewinnt IMMER!
    Wir genossen den restlichen Abend und legten uns, nach der vorangegangenen wenig erholsamen Nacht, Hundemüde ins Bett.
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  • Day31

    Von Perth nach Lancelin

    March 16 in Australia ⋅ ☁️ 24 °C

    Heute ging unser erster Camper-Urlaub los. Wir waren gespannt, wie uns diese Art des Reisens gefällt. Nach dem Auschecken gings mit dem Taxi zu unserem Campervermieter, Apollo. Da wir schon diverse Fahrzeuge gemietet hatten, gingen wir von einer ziemlich zügigen Übergabe aus, aber weit gefehlt. Insgesamt verbrachten wir ca. 1.5 Stunden bei Apollo. Zuerst mussten wir die ganzen Regeln durchlesen, dann das Betriebsvideo anschauen und anschliessend die Mitarbeiterin davon überzeugen, dass wir keine zusätzliche Versicherung benötigten. Dann wurde er vorgefahren... unser Zuhause für die nächsten 4.5 Wochen. Ein Toyota 4x4 Pickup mit Aufbau.
    Wir überprüften das Fahrzeug nach Schäden und Vollständigkeit des Materials. Während der Kontrolle stellten wir fest, dass die Diesel-Ersatzkanister leer waren, worauf wir einen Mitarbeiter, nennen wir in Dan, danach fragten. Dan wirkte an diesem Tag leicht überfordert, was sicher auch damit zu tun hatte, dass wohl jeder einen Camper mieten wollte. Als Dan schliesslich Zeit für uns fand, tigerte er über das Gelände, bis schliesslich eine andere Mitarbeiterin kam, und uns nur leicht entnervt erklärte, dass wir die Kanister selbst füllen müssten und diese bei der Abgabe auch wieder leer sein müssten. Anlässlich der kurzen zirka 10 minütigen Warterei, erlebten wir eine sehr unterhaltsame Szene. Ein junges Paar kam zum Schalter und fragte nach einem Camper. Die Mitarbeiterin fragte nach der Reservierung, und verzog leicht ihr Gesicht, als der junge Herr ihr erklärte, dass sie eigentlich ganz spontan einen Camper mieten wollten. Daraufhin erklärte sie ihm, dass dieser Wunsch gänzlich unmöglich sei und er ihr doch bitte die Kontaktdaten sowie den Wunschtyp des Wohnmobils aufschreiben solle.
    Als wir unsere Infos hatten verluden wir unser Material und machten uns schliesslich auf den Weg in den nächsten Supermarkt, denn gehörten von nun an gehörten wir wieder voll und ganz zu den "Selbstversorgern" oder besser gesagt "Selbstkochern". Wir hatten uns vorgängig eine Einkaufsliste zusammengestellt und machten uns auf den Weg durch die verschiedenen Regale. Hierbei stiessen wir auch auf ein ganz besonderes Regal, das eigentlich mit Toilettenpapier gefüllt hätte sein sollen. Auf der gesamten Länge von ca. 20 Metern war das Regal vollkommen leer. Wir hatten gehört, dass in Folge der Corona-Epidemie einige Leute Toilettenpapier hamsterten, aber dieser Anblick war einfach nur noch lächerlich. Das Tragische daran war aber der Zettel am Regal, wo dem offensichtlich nicht sonderlich intelligenten Kunden darauf hinwies, dass die Mitarbeiter den Kunden helfen wollten und nicht deren Feinde seien... (hierbei handelt es sich nicht um eine Wort für Wort Übersetzung).

    Anlässlich des Einkaufs kamen Nicole und ich auf unsere Solardusche zu reden, wobei wir bemerkten, dass wir sie beim vorherigen durchsehen des Fahrzeuges, nirgends gesehen hatten. Also, fertig einkaufen, Koffer und Taschen nochmals aus dem Fahrzeug und nochmals sämtliche Fächer öffnen. Keine Solardusche. Zum guten Glück, waren wir nur zwei Minuten vom Apollo-Standort entfernt, weshalb wir wieder zurückfuhren. Dan wirkte nur ein bisschen genervt, dass wir bereits schon wieder bei ihnen auf der Matte standen. Nach erneuten 15 Minuten Wartezeit, erschien die vorher erwähnte Mitarbeiterin, schaute uns an und meinte "Was macht ihr denn noch hier, verschwindet und geniesst euren Urlaub!". Wir erklärten ihr auch nochmals, dass die Solardusche fehlte, worauf wir zwei Minuten später fertig ausgerüstet losfahren konnten.

    Das Ziel unserer heutigen Fahrt war der Campingplatz in Lancelin, etwa 1.5 Stunden von Perth entfernt. Wir beabsichtigten, den Camper nochmals genau anzuschauen und uns mit den verschiedenen Funktionen auseinanderzusetzen. Beim Aussteigen bemerkten wir den fauligen Geruch und ich erinnerte mich an einen der Kommentare auf der Camper-App, die diesen Umstand beschrieben hatte. Durch den Wind und der längeren Anwesenheit bemerkten wir aber bis zum Rest des Abends den Geruch nicht mehr. Endlich wiedermal selber kochen - ich konnte mir kaum vorstellen wie schön das war. Wir genossen den Ausblick von der Küche aus und den wunderbaren Spätsommerabend. Es wurde Zeit, unseren Camper zur Schlafstelle umzubauen, wobei wir auf einen kleinen etwas störenden Umstand stiessen. Die Konstruktion des Bettauszuges macht es nötig, mit dem Kopf in Fahrzeugfront zu schlafen. Und da der Camper vorne nur wenig Kopffreiheit lässt, endete es damit, dass ich mir einige Mal den Kopf stiess. Aber dass sollte in der ersten Nacht nur ein kleiner Punkt sein, der uns um den Schlaf brachte.
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