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  • Day8

    Austurias Höhen

    June 17, 2019 in Spain ⋅ ⛅ 21 °C

    Die nächste Wanderroute führt uns durch den ältesten Nationalpark Spaniens, Picos de Europe. Nach einem fixen Frühstück (bei mir Milchbrötchen), packen wir gegen 10 unsere Rucksäcke und machen uns auf in Richtung Covadonga Stadt. Erstmal mit Rollo. Wir besuchen die Basilika und die heiligen Höhlen. Bestaunen Kerzenautomaten und kaufen den günstigsten Kaffee in einem Tourigebiet bisher (70 Cent). An einem kleinen natürlichen Wasserbecken, unterhalb des Marienheiligtums, klauben wir ein paar Centstücke aus den Taschen und lassen ein paar Wünsche hier.

    Weiter geht's mit dem Bus, zur Ruta de Lagos. Eigentlich wollten wir hochwandern. Tja, eigentlich. Eine kurze Frage nach dem Weg, ein Blick in die maximal verwirrten Gesichter und wir wussten hier stimmt was nicht. Es gibt nur den motorisierten Weg nach oben, von allem anderen wird abgeraten. Entweder man fährt selbst oder man nimmt den Bus. Da ich nicht wusste was uns erwartet, habe ich Andi gedrängt das Geld in eine Buskarte zu investieren. Meiner Meinung nach eine sehr gute Investition. Die Wege sind schmal, kurvig und an den Seiten geht's steil bergab. Oh, die Kühe, die die Wege planlos überqueren und die Busse die einem entgegen kommen, sollten an der Stelle auch Erwähnung finden. Der Gegenverkehr ist nur dann lustig wenn man an das Funknetz auf der Strecke angeschlossen ist und die spanische Sprache beherrscht. Wer hochfährt sollte Alpin-erprobt sein oder es einfach lassen.
    Pro-Tipp: Neben Wasser und Verpflegung sind noch starke Sonnencreme, eine Sonnenbrille oder noch besser ein Sonnenhut und ein warmer Pulli wichtig.

    Oben angekommen haben sich die Regenwolken verzogen. High Five! Also geht's frohen Mutes ran ans Treppensteigen, bergauf- und bergab wandern, durch Minengänge kriechen und über Wiesen spazieren. Wir treffen zwei ältere Spanierinnen die uns um ein Foto bitten und uns die Redewendungen "Buen camino" (Guten Weg) beibringen. Nach ca. einem Drittel der Strecke akehren wir allerdings erstmal ins Gasthaus ein. Es dauert nicht lange und unsere beide Damen von vorher sitzen neben uns und plaudern fröhlich frisch in spanisch auf uns ein. Nur gut das wir kein Wort verstehen. Genauso wie die Bedienung. Unsere Bestellung geht in wilden Gestikulieren meinerseits und energischen Zwischenrufen der Damen seinen Gang. Ende vom Lied, von meinem bestellten Menü bekomme ich den Vorspeisensalat, Andi meinen Hauptgang und ich zum Abschluss noch einen Babykopf-großen Apfel als Dessert. Läuft bei uns...
    Da es mir zu blöd war weiter zu diskutieren, ging es kurzerhand für uns einfach weiter. Vor die Sonne haben sich ein paar Wolken geschoben, was wirklich super angenehm war. Wir hatten uns die lange Wanderstrecke vorgenommen, welche uns rund um beide Seen führen sollte. Waren bisher noch Schotterwege oder Treppen Markierungen des Weges, ging es nun direkt in die Natur. Lediglich die Verfärbungen auf den Steinen gaben Anhaltspunkte wo es weiterging. Einige Stellen waren äußerst unangenehm, nicht nur weil ich nur Turnschuhe dabei hatte, sondern auch weil sie mitten durch Weidefläche hindurchführten. Auge in Auge mit einem ausgewachsenen Stier oder direkt an Kälbchen und Mutterkuh vorbei zu müssen, jagen den Adrenalinspiegel ordentlich in die Höhe. Angst vor Kühen darf man hier nicht haben. Passend zum Ende der Strecke neigt sich auch der Tag dem Ende zu und durch die Bergtäler drängen uns dicke, wattige Wolkenfetzen entgegen. Wir nehmen Abschied, schnappen uns Rollo und nachdem wir unseren Lebensmittelvorat aufgefüllt haben, überlegen wir wie es weitergeht.
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