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- Giorno 20
- mercoledì 26 novembre 2025 08:12
- ☁️ 28 °C
- Altitudine: Livello del mare
IndonesiaJakarta Utara6°5’45” S 106°57’1” E
Tag 154, 155 - Schiffsreise nach Jakarta
26 novembre, Indonesia ⋅ ☁️ 28 °C
Arnd:
Unser Schiff fährt um 16:00 ab, aber wir sollen schon um 13:00 dort sein. Morgens können wir also noch etwas einkaufen gehen, damit wir unterwegs was zu essen haben, falls das Kantinenessen uns gar nicht zusagen sollte.
Unser Hotel lag zwar gar nicht so weit vom Terminal entfernt, aber wir sind dann doch lieber mit dem Grab-Taxi gefahren. Der erste Fahrer, der sich gemeldet hat, hat die Fahrt nach ein paar Sekunden wieder storniert, sein Auto sei nicht geeignet für die Strecke. Wahrscheinlich wusste der einfach, dass er 20 Minuten im Stau stehen würde.
Es war aber gut, dass wir das Taxi genommen haben, denn die Strecke war staubig und häßlich. Am Terminal lief dann alles ruhig. Wir bekamen unsere Boardingkarte und mussten mehrfach in großen Hallen warten, bis es weiter ging. Irgendwann wurde dann der Zugang zum Schiff eröffnet und ein Strom von Menschen machte sich auf den Weg, quetschte sich durch den einen winzigen Eingang und in die Schlafsäle.
Unser Weg ging dann mehrere Stockwerke nach oben, denn wir hatten erste Klasse gebucht und einen eigenen Raum. Die Leute schlafen auf dem Schiff aber auch in den Gängen und auf den Treppenabsätzen.
Die Kabinen der ersten und zweiten Klasse liegen an langen Gängen. Die meisten Kabinen bleiben leer. Wer es sich leisten kann, wählt heute wohl den Flieger. Ein Vorteil der ersten und zweiten Klasse ist, dass man vier Mahlzeiten bekommt. Im Internet hieß es dazu mehrfach, dass das fast ungenießbar sei. Das stimmt so aber nicht. Es ist sehr einfach, aber man kann es essen und wird satt. Allerdings variiert es von Mahlzeit zu Mahlzeit auch nur minimal. Länger möchte man das nicht haben.
Wir hatten uns zwei koreanische Ramions mitgenommen, Instantnudeln. Dafür braucht man aber kochendes Wasser, was wir auf dem Schiff nicht gefunden haben. Man kann diese Instantnudeln auf dem Schiff auch überall kaufen und die Händler haben natürlich heißes Wasser. Aber das sind dann indonesische Instantnudeln und ob die einer Koreanerin schmecken würden?
Das Schiff, die KM Kelud, ist auf der Mayerwerft in Papenburg, Deutschland gebaut. Die Fahrt ist sehr ruhig, vom Motor hört und spürt man fast nichts und es schaukelt nur sehr wenig und sehr langsam, auch weil es auf dem Meer fast keine Wellen gibt. Weiter unten im Schiff hört man den Motor aber doch lauter.
Dass wir kein Internet haben, stimmt auch nicht ganz. Wir können meist am Horizont Land sehen und haben auch ganz schwachen Empfang. Meist fließen aber keine Daten. Was uns verwundert ist, dass die anderen Passagiere alle Internet zu haben scheinen. Es gibt ein offenes WLAN im Schiff, aber da bekommen wir keine Verbindung.
In der Kabine gibt es einen Lautsprecher, durch den öfters mal Ansagen kommen. Leider nur in Indonesisch. Und morgens um 5:00 ruft der Muezzin. Der Lautstärkeregler ist abgeklemmt.
Während der Reise werden die Wellen dann doch etwas höher und gegen Ende der Reise wird es Hea-Jee etwas unwohl. Sie hat lange am Schreibtisch gesessen und konzentriert am Computer gearbeitet. Das war wohl nicht optimal.
Das Schiff sollte um 22:00 ankommen. Es hat dann doch eine Stunde länger gedauert. Als die Tür sich öffnete ergossen sich 1000 Menschen durchs Fährterminal auf den Vorplatz und wollten einen Transport haben. Mehrere Taxifahrer haben uns angesprochen, aber wir wollten lieber ein Grab haben. Das ist einfacher, wenn man nicht indonesisch spricht. Ich hatte mir aber schon gedacht, dass das in dem Gewusel nicht funktionieren kann. Tatsächlich hat sich kein Fahrer gemeldet.
Als wir so da standen und warteten sprach uns noch ein Taxifahrer an, diesmal in gutem Englisch. Wir fragten, wieviel er haben will, es war 2,5 mal so viel, wie Grab berechnet hatte. Aber um 23:30 ist nicht mehr die Uhrzeit, um in diesem Chaos Fahrtkosten zu optimieren. Also haben wir es gemacht. Im Nachhinein ist der Preis wahrscheinlich auch gerechtfertigt. Der Fahrer war sicher schon seit 2 Stunden da und hat gewartet, sein Auto war ordentlich ganz in der Nähe des Ausgangs geparkt.
Ich hatte das Hotel schon vorgewarnt, dass wir spät kommen. Fast alle Hotels auf unserer Reise hatten aber einen 24 Stunden Rezeptionsservice, so auch dieses. Wir wurden freundlich empfangen und sind dann bald schlafen gegangen.
Hea-Jee:
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, mit diesem Schiff zu fahren. Ich bin Arnd dankbar, weil er lange überlegt und viel Mühe investiert hat, damit diese Reise klappt. Und es fühlt sich einfach gut an, beim Essen, Schlafen und Ausruhen ganz nebenbei eine weite Strecke zurückzulegen – das ist in vieler Hinsicht ein Vorteil.
Man sagte uns, dass bis zu 1000 Personen auf diesem Passagierschiff mitfahren können, und tatsächlich waren unglaublich viele Menschen an Bord. Die meisten waren Einheimische.
Beim Einsteigen wurde es ziemlich chaotisch, weil alle gleichzeitig drängten. Aber immerhin gab es nicht dieses massenhafte Vordrängeln wie in China. Vielleicht drängeln hier etwa zehn Prozent der Leute? Das entspricht ungefähr dem Niveau in Deutschland. Interessant ist, dass niemand hier wütend wird oder schimpft, selbst wenn jemand sich vordrängelt. In Deutschland ärgert mich das jedes Mal, aber hier nehme ich es einfach hin. Ich finde es selbst etwas merkwürdig. Dieses Phänomen des kollektiven Vordrängelns, das ich nur in China erlebt habe, wäre wirklich ein Forschungsthema.
Die Einheimischen trugen größtenteils schlichte, abgenutzte Kleidung und schleppten schweres Gepäck mit sich. Eine Mutter hatte ihr Baby auf dem einen Arm und trug mit der anderen Hand einen riesigen Koffer. Viele sahen müde vom Leben aus, aber nie gereizt oder aggressiv. Und wie freundlich sie spontan lächeln, sobald sich die Blicke begegnen!
Auf dem Deck standen die Männer dicht an dicht, um zu rauchen. Einige sprachen uns auch an. Ein Mann unterhielt sich kurz mit uns, zückte dann plötzlich sein Smartphone und startete einen Videoanruf mit seiner Tochter. Dabei stellte er uns ihr als seine deutschen Freunde vor, hielt uns das Display hin und wollte, dass wir mit ihr reden. Arnd sprach, sie sei hübsch und fragte nach ihrem Alter. Diese lustigen Menschen!
Da viele Menschen in diesem Land Muslime sind, wurden wir nachts zweimal durch Gesänge aus dem Lautsprecher geweckt, die zum Gebet aufriefen. Aber dabei habe ich auch eine positive Seite eines islamisch geprägten Landes entdeckt: Alkoholverbot. Obwohl wir so viele Menschen auf engem Raum waren, gab es niemanden, der betrunken war oder herumkrakeelte. Alle wirkten erschöpft, aber sprachen und benahmen sich ruhig miteinander.
Die Menschen, die wir in diesem Land begegneten, waren überwiegend sanft und freundlich. Und sie lachten viel. Wenn sie uns sahen, grüßten sie uns immer zuerst mit einem Lächeln. Und untereinander scherzten sie ebenfalls, lachten laut, stupsten sich wie Kinder an und hatten einfach Spaß.
Ich hatte einiges an Schreibarbeit vor mir und wollte alles auf dem Schiff erledigen, bekam aber Seekrankheit. Arnd meinte, wenn ich im Bett liege und schreibe, würde mir nicht schlecht. Aber da mir schon übel war, half das nicht mehr viel. Am Ende erledigten wir alles so, dass ich im Bett diktierte und Arnd mitschrieb. Er korrigierte dabei auch gleich die Grammatik, und wir kamen erstaunlich schnell voran. Besser als mit ChatGPT. Arnd beschwert sich oft, ich würde ChatGPT zu sehr mögen. Aber ich mag ChatGPT, nicht weil es besser wäre als Arnd, sondern weil es immer sofort macht, was ich ihm sage.
Die 30 Stunden auf dem Fährschiff waren insgesamt eine wirklich gute Erfahrung. Nur das extreme Gedränge beim Ein- und Aussteigen war unangenehm. Wenn man in einem engen Raum eingeklemmt stand und immer mehr Menschen nachkamen, sodass das Atmen schwerfiel, erinnerte mich das unweigerlich an die Tragödie von Itaewon.Leggi altro

























