• Tag 173, 174 - Port Macquarie

    15. december 2025, Australien ⋅ ☁️ 23 °C

    Arnd:
    Die Reise von Brisbane nach Sydney haben wir in zwei Teile geteilt, damit wir nicht nochmal so eine Monsterfahrt machen müssen. Beide Teile sind tagsüber. Für den Zwischenstop haben wir ohne allzuviel Wissen Port Macquarie gewählt. Tag 173 war die Reise von Brisbane nach Port Macquarie wieder mit dem Greyhound. Der fuhr weiter bis Sydney, kam da aber erst mitten in der Nacht an. Tag 174 haben wir eine Pause eingelegt.

    Von der Reise gibt es nichts zu berichten. Die Landschaft hier direkt an der Ostküste ist eine Kulturlandschaft und regt mich nicht zum fotografieren an. Die Fahrt mit dem Bus hier ist langsam. Das liegt daran, dass die Busse viele Ortschaften ansteuern. Dazu müssen sie die Autobahn verlassen und manchmal längere Zeit bis zu der Ortschaft fahren. Manchmal ist das nur ein Schlenker, aber manchmal müssen sie dieselbe Strecke wieder zurück zur Autobahn. Und manchmal geht es auch langsamer auf der Landstraße weiter. Auf unserer Tour durch die Northern Territories von Darwin bis Townsville lagen alle Zwischziele praktisch direkt an der Straße. Außerdem müssen die Busfahrer alle paar Stunden eine Pause von 30 Minuten einlegen. Da kann man dann etwas essen gehen.

    Unser Hotel lag nicht direkt in der City. An unserem Ruhetag sind wir morgens einmal in den Ort gegangen. Zum einen haben wir das mit einem Mittagessen kombiniert (Fish and Chips), zum anderen haben wir im Supermarkt was zu essen für die Weiterfahrt gekauft.

    Port Macquarie ist touristisch, aber eher gewöhnlich. Es gibt keine Superreichen, keine Luxushotels und auch nicht so viele junge Leute. Obwohl gerade Ferienzeit ist (haben wir irgendwo gehört), wirkte es nicht voll. Unser Hotel war aber ausgebucht.

    Nachmittags sind wir dann einen Wanderweg gelaufen, der an der Küste entlang führt. Die hatte teilweise Sandstrände und dazwischen felsige ins Meer ragende Berge. Der Weg war sehr schön und endete nach 7km an einem alten kleinen Leuchtturm. Die gefährlichen Quallen gibt es hier nicht mehr. An mehreren Stränden tummelten sich Leute im Wasser. Ein paar Wellenreiter waren auch dabei. Die sahen aber eher nach ziemlichen Anfängern aus.

    Hea-Jee:
    Wir fuhren weiter nach Süden, und je weiter wir uns vom Äquator entfernten, desto kühler wurde das Wetter. Als wir aus dem Bus stiegen, hatte ich Lust, noch ein bisschen zu laufen, also gingen wir zu Fuß bis zum Hotel. Der Weg am Meer entlang wurde mit jedem Schritt schöner. Dort, wo das sanft jadefarbene Meer den gelblichen Sandstrand umspülte, spielten ein paar Menschen ausgelassen mit den Wellen. Hin und wieder tauchten schwarze, raue Felsen auf, die mich an Jeju erinnerten und immer weiter verstreut lagen. Genau an dem Ort, den ich landschaftlich am schönsten fand, lag unser Hotel.

    Am nächsten Morgen frühstückten wir im Raum, von dem aus man durch große Fenster genau diese Aussicht genießen konnte. Es war seit unserer Ankunft in Australien das unspektakulärste Hotelfrühstück, aber bei diesem Blick war einem alles verziehen. An so einem Ort hätte ich mir gut vorstellen können, den ganzen Tag nichts zu tun, einfach am Meer zu sitzen und nur den Wellen zuzusehen.

    Wenn man den ganzen Tag nichts täte und nur säße, würde mein Mann wohl nicht Arnd heißen. Also machten wir uns auf einen langen Spaziergang zum Leuchtturm. Der Küstenweg führte abwechselnd über Sandstrände, steinige Abschnitte und schmale Bergpfade. Als wir über große, unebene Felsbrocken liefen, musste ich an meine Wanderschuhe denken, die ich in München zurückgelassen hatte. An einem der Sandstrände quietschte es beim Gehen wie Küken. Ich hatte so einen Strand einmal in einem Video gesehen, das unsere Tochter Eva uns geschickt hatte. Ich fand es faszinierend, das nun selbst zu erleben.

    Es war ein wenig schade, Landschaften, die man den ganzen Tag einfach nur anschauen könnte, so schnell hinter sich zu lassen. Aber dass sich diese Schönheit immer wieder in neuen Formen fortsetzte, hatte auch ihren ganz eigenen Reiz.

    Morgen werden wir in Sydney ankommen, an einem Ort, an dem durch einen Terroranschlag viele Menschen ihr Leben verloren haben. Es fühlt sich falsch an, einen Ort der Trauer als Reisende zu besuchen. Ich denke an die Verstorbenen und ich wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung. Zugleich denke ich darüber nach, was ich persönlich für den Weltfrieden tun kann.
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