• Melbourne

    December 30, 2025 in Australia ⋅ ☀️ 20 °C

    Melbourne hatte zwei Phasen mit rapider Stadtentwicklung. Zum einen der Goldrausch um die Mitte des 19. Jhds., und dann nochmal, als die Generation der Erben des Goldrauschs an das Geld gekommen ist und Melbourne zu einer der seinerzeit attraktivsten Städte der Welt gemacht hat. Diese Zeit heißt auch Marvellous Melbourne (wunderbares Melbourne). In dieser Zeit wurden große üppig dekorierte Gebäude gebaut. Dann passierte lange nicht mehr viel und Melbourne fiel in einen Dornröschenschlaf. Nach dem zweiten Weltkrieg wachte man langsam auf und wollte eine neue, eine moderne Stadt errichten. Darin spielten Hochhäuser und Autos die zentrale Rolle. Leider fiel dem ein erheblicher Teil der schönen alten Gebäude zum Opfer. Was noch da ist, wird jetzt gehütet. Aber wir hatten den Eindruck, dass außer dem Erdgeschoss diese Gebäude oft nicht genutzt werden.

    In Melbourne kann man sehr schön essen und Kaffee trinken. Beim Kaffee hält man sich in Melbourne ja fast für das Zentrum der Welt. Es gibt ein paar kleine Straßen, an denen ein kleines Restaurant neben dem anderen liegt und man draußen sitzt. Das ist aber mittlerweile bei Touristen so bekannt, dass man da wohl besser nicht mehr hingeht.

    Eine Landmarke in Melbourne ist die Flinders Station. Am Haupteingang befinden sich 9 Uhren in einer Reihe nebeneinander. Da denkt man sofort an internationale Zeitanzeige, aber weit gefehlt: Die Uhren zeigen die nächste Abfahrtzeit der verschiedenen Linien, die hier durchgehen. Draußen vor diesen Uhren ist ein beliebter Treffpunkt, „under the clocks“. Auch wir haben das benutzt.

    Das Herz der Stadt ist der CBD, der Central Business District. Ein rechteckiges Stück Stadt mit rechtwinkligem Straßengrundriss. Für das zu Fuß laufen von einem Ende bis zum anderen ist er ein bisschen zu groß. Zum Glück gibt es viele Straßenbahnlinien und die sind innerhalb des CBD umsonst. Die Linie 35 fährt mit historisch aussehenden Zügen am Rand des CBD immer im Kreis, also durchgehend kostenlos.

    Ein absoluter Hingucker ist der La Trobe Lesesaal in der State Library. Dort gibt es viele Arbeitsplätze, die wohl von Studenten genutzt werden. Und viele Touristen, die sich das anschauen wollen.

    Es gibt eine 200m lange Fußgängerstraße mit Straßenbahn. Ansonsten überall Autos.

    Die Straßenbahnen sind ein wichtiges Verkehrsmittel hier. Allerdings ist der Zustand des Systems etwas rückständig. Es fahren viele alte Straßenbahnen, wo man mehrere Stufen hochsteigen muss, um hinein zu kommen. Mit Kinderwagen, oder für Behinderte schwierig. Es gibt auch modernere Bahnen und im Zweifel wartet man, bis so eine kommt.

    In den Außenbezirken fahren die Straßenbahnen zusammen mit den Autos auf der Straße und stehen gemeinsam im Stau. Wenn die Straßenbahn hält, dürfen die Autos nicht mehr vorbeifahren, weil die Fahrgäste direkt auf die Straße aussteigen. Das funktioniert aber.
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