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Australien 2025/26

A 70-day adventure by Arnd & Hea-Jee Read more
  • Trip start
    December 24, 2025

    Melbourne

    December 30, 2025 in Australia ⋅ ☀️ 20 °C

    Melbourne hatte zwei Phasen mit rapider Stadtentwicklung. Zum einen der Goldrausch um die Mitte des 19. Jhds., und dann nochmal, als die Generation der Erben des Goldrauschs an das Geld gekommen ist und Melbourne zu einer der seinerzeit attraktivsten Städte der Welt gemacht hat. Diese Zeit heißt auch Marvellous Melbourne (wunderbares Melbourne). In dieser Zeit wurden große üppig dekorierte Gebäude gebaut. Dann passierte lange nicht mehr viel und Melbourne fiel in einen Dornröschenschlaf. Nach dem zweiten Weltkrieg wachte man langsam auf und wollte eine neue, eine moderne Stadt errichten. Darin spielten Hochhäuser und Autos die zentrale Rolle. Leider fiel dem ein erheblicher Teil der schönen alten Gebäude zum Opfer. Was noch da ist, wird jetzt gehütet. Aber wir hatten den Eindruck, dass außer dem Erdgeschoss diese Gebäude oft nicht genutzt werden.

    In Melbourne kann man sehr schön essen und Kaffee trinken. Beim Kaffee hält man sich in Melbourne ja fast für das Zentrum der Welt. Es gibt ein paar kleine Straßen, an denen ein kleines Restaurant neben dem anderen liegt und man draußen sitzt. Das ist aber mittlerweile bei Touristen so bekannt, dass man da wohl besser nicht mehr hingeht.

    Eine Landmarke in Melbourne ist die Flinders Station. Am Haupteingang befinden sich 9 Uhren in einer Reihe nebeneinander. Da denkt man sofort an internationale Zeitanzeige, aber weit gefehlt: Die Uhren zeigen die nächste Abfahrtzeit der verschiedenen Linien, die hier durchgehen. Draußen vor diesen Uhren ist ein beliebter Treffpunkt, „under the clocks“. Auch wir haben das benutzt.

    Das Herz der Stadt ist der CBD, der Central Business District. Ein rechteckiges Stück Stadt mit rechtwinkligem Straßengrundriss. Für das zu Fuß laufen von einem Ende bis zum anderen ist er ein bisschen zu groß. Zum Glück gibt es viele Straßenbahnlinien und die sind innerhalb des CBD umsonst. Die Linie 35 fährt mit historisch aussehenden Zügen am Rand des CBD immer im Kreis, also durchgehend kostenlos.

    Ein absoluter Hingucker ist der La Trobe Lesesaal in der State Library. Dort gibt es viele Arbeitsplätze, die wohl von Studenten genutzt werden. Und viele Touristen, die sich das anschauen wollen.

    Es gibt eine 200m lange Fußgängerstraße mit Straßenbahn. Ansonsten überall Autos.

    Die Straßenbahnen sind ein wichtiges Verkehrsmittel hier. Allerdings ist der Zustand des Systems etwas rückständig. Es fahren viele alte Straßenbahnen, wo man mehrere Stufen hochsteigen muss, um hinein zu kommen. Mit Kinderwagen, oder für Behinderte schwierig. Es gibt auch modernere Bahnen und im Zweifel wartet man, bis so eine kommt.

    In den Außenbezirken fahren die Straßenbahnen zusammen mit den Autos auf der Straße und stehen gemeinsam im Stau. Wenn die Straßenbahn hält, dürfen die Autos nicht mehr vorbeifahren, weil die Fahrgäste direkt auf die Straße aussteigen. Das funktioniert aber.
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  • Melbourne

    December 30, 2025 in Australia ⋅ ☁️ 26 °C

    Der Yarra River hat einen interessanten Namen. Die Geschichte besagt, das die Engländer damals die Ureinwohner gefragt haben, wie denn der Fluss heißt. Denen war aber das Konzept eines Flußnamens fremd und so haben sie einfach „Yarro-yarro“ gesagt, ständig fließend.

    Fast im Stadtzentrum lagen direkt am Yarra die Häuser diverser Rudervereine. Um da Mitglied zu sein, muss man wohl ziemlich viel Geld springen lassen.

    Der CBD schließt sich nördlich an den Yarra an, südlich davon gibt es ein kleiners Viertel, ebenfalls mit sehr hohen Häusern.

    Ich war auf einer Radtour mal im Albert Park. Dort gibt es etliche große Sportanlagen. Melbourne ist eine Stadt, in der viele große Sportereignisse ausgetragen werden. Neben der Straße wurden gerade Tribünen montiert, mir fehlte nur der Sportplatz dazu. Bis mir klar wurde, dass das ein Formel 1 Parcours ist.

    Melbourne liegt an der Port Phillip genannten Bucht. Man ist hier sehr schnell am Strand, der sich auf der Westseite bis zum Ende der Bucht hinzieht, so etwa 100 km. Es gibt hier keine tödlichen Quallen, keine Krokodile oder Haifische, man kann einfach baden. Allerdings sind die Wassertemperaturen ähnlich der der Nordsee. Muss man mögen. Voll waren die Strände jedenfalls nirgends.

    Besonders fasziniert hat mich der Jacaranda Tree. Zum ersten mal gesehen habe ich den auf einem Ölbild in Brisbane. Der Baum stammt eigentlich aus Brasilien und blüht mit violetten Blüten. In Melbourne ist er sehr beliebt und in der ersten Zeit, als wir da waren hat er überall geblüht.

    Als ich auf unserer Stadtführung gesehen habe, dass es im Parliament Garden besonders viele davon gibt, habe ich beschlossen, nochmal in Ruhe zum fotografieren herzukommen.

    Besonders traditionsreich kann man in den beiden Arkaden shoppen gehen, der Block Arcade und der Royal Arcade.

    Neben der Flinders Station ist durch die Überbauung der Eisenbahn ein Platz entstanden, der Federation Square. Dort liegen verschiedene neue Museen, u.a. die NGV Australia. Auf dem Platz standen während unserer Zeit lauter Liegestühle und am unteren Ende gab es einen großen Bildschirm. Während der Australian Open wurden da die Spiele übertragen und die Liegestühle waren ständig besetzt.
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  • Mount Dandenong

    January 6 in Australia ⋅ ☀️ 29 °C

    Unser erster Autoausflug. Jocelyn, die Mutter unseres Schwiegersohns, hat freundlicherweise ihr altes Auto ein halbes Jahr für uns stehen lassen und nicht verkauft, damit wir hier nicht autolos unterwegs sind.

    Ohne Auto kommt man in Australien nicht sehr weit. Nur herrscht hier Linksverkehr und ich bin schon seit 5 Jahren nicht mehr Auto gefahren. Und jetzt musste ich wieder, und zwar in einer 4 Millionen-Stadt.

    Hea-Jee hat wie ein Luchs aufgepasst, dass ich auf der linken Seite bleibe. Wir haben auch im Land immer wieder Hinweisschilder gesehen, dass in Australien Linksverkehr ist. Touristen scheinen das wohl öfters zu vergessen.

    Das ist aber gar nicht das schwierigste, wenn man sich an den Linksverkehr gewöhnt. Das schwierigste für mich war, an Kreuzungen in die richtige Richtung zu schauen. Das habe ich bis zum Schluss nicht wirklich automatisch richtig gemacht. Aber es hat geklappt, alles ist gut gegangen. Nur ein Knöllchen wegen Falschparken habe ich mir eingefangen. In Deutschland wäre das korrekt gewesen.

    Mount Dandenong ist ein Berg mit 620m Höhe, nicht allzu weit weg von Melbourne. Auf dem Weg dahin gab es noch eine Wandermöglichkeit, die 1000 steps. Bergauf ging es durch einen dichten Farnwald. Der Wanderweg war eine Einbahnstraße, zurück musste man einen anderen Weg nehmen.

    Unterwegs und auch oben gab es einige Erinnerungsdenkmale an einen Kampf, den die Australier im zweiten Weltkrieg gegen die Japaner geführt haben. Und zwar in Neuguinea, wo die Japaner eine Position gewinnen wollten, die nur für eine Invasion in Australien sinnvoll gewesen wäre.

    Überhaupt ist die Erinnerung an den zweiten Weltkrieg an vielen Orten in Australien präsent. An Australien denkt man in Europa beim zweiten Weltkrieg zuallerletzt. Aber die Australier waren durchaus darin verwickelt, vor allem wohl durch Japan. Australien ist die einzige Gegend in diesem Sektor der Welt, wo die Japaner nicht hingekommen sind. Ganz Südostasien bis hin zu Teilen von Neuguinea haben sie besetzt.

    Auf den Mount Dandenong sind wir dann aber mit dem Auto gefahren, es war schon sehr heiß. Oben gab es einen Fernblick nach Melbourne.

    Auf dem Rückweg wollten wir noch in Miss Marples Tea Room einkehren, aber der war noch in den Weihnachtsferien.

    Zum Schluss gab es noch einen kurzen Wanderweg, auf dem es viele einheimische Vögel zu sehen geben sollte. Beim Parkplatz gab es einen Rastplatz, an dem man Picknick machen kann. Das Pärchen auf den Fotos wollte wohl genau das tun.
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  • Melbourne - NGV Australia

    January 8 in Australia ⋅ ⛅ 26 °C

    Auf einem Stadtspaziergang kamen wir am Yarra River entlang und sahen ein interessantes Gebäude von hinten. Man konnte von dort reingehen und innen entdeckten wir ein scheinbar interessantes Museum, in dem man u.a. Kunst der Aboriginal People zu sehen bekommt. Das kam gleich auf die Liste unserer Ziele.

    Wir fanden dann heraus, dass es der eine Teil der National Gallery of Victoria war, der Australische Kunst zeigt. Dieser Teil des Museums heißt auch das Ian Potter Centre. Daneben gibt es noch einen zweiten Teil für internationale Kunst.

    Das Gebäude liegt am Federation Square, einem recht neuen Platz, der erst durch die Überdachung der Eisenbahn neben dem Bahnhof Flinders Street entstanden ist. Er soll für Melbourne den zentralen Platz ersetzen, den es hier sonst nicht gibt.

    Das Gebäude hat etliche verwinkelte Strukturen. Es macht Spaß, sie mit einem Ultraweitwinkelobjektiv zu fotografieren. Sowas hat heute fast jeder in seinem Smartphone.

    Wir waren insgesamt wohl dreimal in diesem Museum, weil wir es so interessant fanden. Beim ersten Mal konnten wir uns gleich einer Führung anschließen. Ohne uns hätte sie nicht stattgefunden, es war sonst niemand dabei. Unser Guide, ein älterer Herr, konnte also gut auf unsere Fragen eingehen und wir haben vieles gelernt.

    Am Anfang der Tour gab es Kunst der Aboriginal People. Davon hatten wir zwar schon einiges zu Gesicht bekommen, die Erklärungen haben uns aber im Verständnis weiter gebracht. Mehr dazu in einem späteren Footprint.

    Dann kamen die ersten Bilder von Europäern, die australische Landschaften gemalt haben. Das war offensichtlich gar nicht so einfach. Die Planzen sehen anders aus und vor allem die Farben sind anders. Da hat man in seiner Kunstausbildung lange trainiert, wie man Farben für Bäume anmischt und dann stimmt das hier einfach nicht mehr. Das australische Grün ist anders.

    Das erste derartige Bild hier ist von einem Maler, der in Tasmanien große Liegenschaften gekauft hat von denen die Aboriginal schon vertrieben waren. Er hat möglicherweise nie welche zu Gesicht bekommen. Auch die merkwürdigen gebogenen Formen der Äste gibt es hier so nicht. Das ist also eher ein Phantasiegemälde.

    Das dreiteilige Bild zeigt links eine Szene wohl kurz nach der Ankunft neuer Siedler. Die Frau sichtlich verzweifelt, wohin es sie hier verschlagen hat. Im mittleren Teil ist schon ein Kind zu sehen und etwas Fortschritt bei der Urbarmachung eines Waldes. Rechts dann schaut vermutlich das Kind auf den Grabstein der Eltern und im Hintergrund sieht man eine Siedlung mit Eisenbahn.

    Auf einem Foto sind drei Bilder zu sehen. Es sind Aquarelle aus Hermannsburg. Dort wurde der Aboriginal Albert Namatjira in einer Lutheranischen Mission geboren und erzogen. Dabei lernte er einen englischstämmingen Australier namens Rex Battarbee kennen und von ihm die Technik der Aquarellmalerei.

    Namatjira begründete die Hermannsburg Schule, die als die bedeutendste Aborinal Kunstrichtung des zwanzigsten Jahrhunderts gilt, sagt jedenfalls das Queenslandmuseum auf seiner Website.

    Ein weiteres Highlight des Museums ist die Joseph Brown Collection. Joseph Brown stammte aus Polen und kam 1933 nach Australien. Er wurde reich durch die Produktion von Damenkleidern. Das Leben führte ihn dann aber in den Kunsthandel und er wollte eine eigene Sammlung aufbauen. Er merkte schnell, dass er für das Sammeln europäischer Kunst nicht genug Geld hatte und hat sich deshalb auf australische Kunst spezialisiert. Seine Sammlung hat er 2004 der NGV vermacht.
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  • Melbourne - NGV international

    January 13 in Australia ⋅ ☁️ 20 °C

    Die International Gallery der NGV ist ein ganzes Stück größer, als das Ian Potter Centre.

    Am Eingang gibt es eine große Glaswand, auf der ständig Wasser nach unten fließt. Gerade für Kinder ein unwiderstehlicher Ort. Ich habe mich von einem Foto in einem Buch über Melbourne inspirieren lassen, dass Scott mir gezeigt hatte und habe zur Abwechslung mal ein schwarz-weiß Foto gemacht.

    In den Ausstellungen gibt es nicht nur Bilder, sondern auch Designobjekte und eine Abteilung mit Kunst der Torres Strait. Die Torres Strait ist die Meerenge zwischen Australien und Neuguinea. Dort gibt es viele Inseln, die fast alle zu Australien gehören. Die Menschen dort bilden die zweite Gruppe von australischen Ureinwohnern, die mit den Aboriginal People nichts zu tun haben, sie sind eher mit den Polynesier verwandt.

    Wohl eines der bedeutendsten Bilder der Sammlung ist von Giambattista Tiepolo: The Banquet of Cleopatra 1743-44. Das Bild ist monumental, so etwa 3x2m. Die Australier haben es aus St. Petersburg gekauft, als man dort mal wegen Geldmangel Bilder verkauft hat und sonst niemand interessiert war.
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  • Melbourne Museum

    January 15 in Australia ⋅ ☁️ 25 °C

    Das letzte große Museum, dass wir besucht haben, war das Melbourne Museum. Es ist vor allem ein Naturkundemuseum. Es gibt aber auch eine Ausstellung über die Lebenswelt der Aboriginal People. Und natürlich gibt es einige Dinos zu sehen. Unter anderem haben sie einen fast vollständigen Triceratops, der gebührend gezeigt wird.

    Zum Museum gehört auch noch ein Imax-Kino. Das gibt es noch. Das in München wurde ja vor 20 Jahren geschlossen, aber IMAX lebt! Wir haben einen Film über die Geologie Australiens gesehen.
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  • Melbourne - Streetart

    January 20 in Australia ⋅ ☀️ 26 °C

    Melbourne ist berühmt für seine Street Art Szene. Als ich mir einen Tag Zeit zum fotografieren genommen habe, bin ich an die einschlägigen Orte gegangen.

    Man darf hier nicht einfach seine Wände bemalen, oder bemalen lassen. Das muss man sich erst genehmigen lassen. Street Art gibt es also nicht an jeder Hausecke. Wenn man an einen Spot kommt, sind oft noch andere Fotografen da.Read more

  • Polarlichter

    January 20 in Australia ⋅ 🌙 21 °C

    Die Familie hat uns am 20. Januar darauf hingewiesen, dass es wohl am Abend Polarlichter zu sehen geben wird. Ich konnte das erst nicht glauben, weil Melbourne vom Südpol etwa so weit entfernt ist, wie Athen vom Nordpol. Beim letzten mal, wo das angekündigt wurde, hat man aber wohl welche sehen können. Also haben wir uns überreden lassen.

    Wir haben dann einen Ort zur Beobachtung ausgesucht, der schon etwa 25km von Central Melbourne entfernt war. Für wirklich wesentlich bessere Bedingungen hätten wir mindestens dreimal so weit fahren müssen, das war uns zu viel.

    Wir waren deutlich vor dem Sonnenuntergang da, vor allem, weil ich nicht lange nach einem Parkplatz suchen wollte. Es war klar, dass wir da nicht die einzigen sein würden.

    Also gab es zuerst einen Sonnenuntergang und dann das lange Warten, bis es wirklich dunkel ist. Das dauert dann schon mal 1 1/2 Stunden. Dabei haben wir einmal auch die extrem dünne Mondsichel gesehen. Mit Mond wäre der Tag wahrscheinlich nicht so gut gewesen.

    Als es dann dunkel war, sahen wir erstmal nichts. Alle Leute um uns herum hatten ihre Smartphonebildschirme hell leuchten. Auch vom Parkplatz leuchteten einige Autoscheinwerfer hinüber. Wir dachten erst, dass das nicht optimal ist für die Beobachtung von Polarlichtern.

    Irgendwann fiel uns am Horizont aber so ein ganz schwaches Leuchten auf, dass wohl nicht mehr vom Rest-Tageslicht erleuchtete Wolken sein konnten. Also haben wir mal mit der Kamera drauf gehalten und siehe da, Polarlichter!

    Mit dem bloßen Auge sieht man bei so wenig Licht die Farben nicht mehr und in grau-schwarz haben Polarlichter keinen hohen Wiedererkennungswert. Kameras reagieren auf wenig Licht mit Rauschen, aber nicht mit Farbverlust. Man muss dann nur lange genug belichten.
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  • Ballarat

    January 22 in Australia ⋅ ☀️ 19 °C

    Unser zweiter Autoausflug, es gibt eine Autobahn dorthin. Unterwegs sahen wir immer wieder Schilder für Radfahrer. Ja, auf vielen Autobahnabschnitten in Australien darf man Fahrrad fahren. Eigentlich immer dann, wenn es einen Seitenstreifen gibt. Nur bei Ein- und Ausfahrten muss man als Radfahrer aufpassen, wenn man die Einbiegespur kreuzt. Die Geschwindigkeit auf der Autobahn war auf 110km/h beschränkt. In Deutschland darf man auf Landstraßen mit 100km/h Beschränkung Fahrrad fahren und hat dort oft keinen Seitenstreifen. Das dürfte wesentlich gefährlicher sein. Einen Radfahrer gesehen haben wir aber kein einziges Mal.

    Ballarat ist eine kleine Stadt nordwestlich von Melbourne. Ballarat war Mitte des 19. Jhdts. ein Zentrum des Goldrauschs, der den Bundesstaat Victoria reich und Melbourne groß gemacht hat.

    In Ballarat gibt es heute ein Freilichtmuseum, das einem einen sehr lebendigen Eindruck der damaligen Zeit vermittelt. Am Ende kann man auch selbst die Pfanne in die Hand nehmen. Man findet wohl auch winzige Partikel. Es gibt das Gerücht, dass die dort verteilt werden, um die Besucher bei Laune zu halten.

    Während des Goldrauschs sind auch viele Chinesen nach Australien gekommen und geblieben. Sie bilden heute die größte Minderheit im Land. Sie sind sicher mit großen Hoffnungen hergekommen und mussten erstmal lernen, was Kapitalismus ist. Den Transport mussten sie per Kredit finanzieren und vor Ort mit ihrer Arbeit abbezahlen, was fast nicht möglich war. Dafür wurde u.a. mit einem „Chinese Regulation Act“ gesorgt.

    In der Stadt selbst gibt es noch viele prächtige Viktorianische Häuser aus der Zeit.
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  • Wilsons Promontory

    January 25 in Australia ⋅ ☁️ 19 °C

    Wir haben mit Eva und Finn ein Wochenende in dem Ferienhaus in Inverloch verbracht, das Scotts Familie gehört. Eva hat uns sehr gedrängt, von dort aus allein einen Tag in ein Naturschutzgebiet zu fahren, das etwa 100km östlich lag, Wilsons Promontory.

    Man kann dort sicher sehr schön mehrtägige Wanderungen machen. Für einen Tag habe ich zwei Berge gefunden, die man hätte besteigen können, von Eva kannten wir den Squeaky Beach und am Ende gab es noch etwas, was auf der Karte wie eine Ortschaft aussah.

    Es kann dort sehr voll werden, und dann hat man ein Problem, einen Parkplatz zu finden. Ich habe mir daher auf der Karte einen Parkplatz ausgesucht, von dem aus wir sowohl zu Squeaky Beach wandern konnten, als auch einen Berg besteigen. Und wir sind so früh gefahren, dass wir noch Chancen auf einen Parkplatz hatten. Das hat auch geklappt.

    Der Berg war allerdings in den Wolken und das wurde über den Tag auch nicht besser. Wir sind zuerst zu Squeaky Beach gewandert und konnten dabei unterwegs einen Blick auf diesen Ort werfen. Eigentlich wollte ich da ja nicht hin.

    Der Weg zu Squeaky Beach führte uns durch eine schöne Landschaft, in der immer wieder Reste von Waldbränden zu sehen waren. Die gehören hier zum normalen Ökosystem. Eukalyptusbäume brauchen Feuer zur Fortpflanzung und tragen mit ihren Ölen sehr zur Ausbreitung der Feuer bei. Durch das Feuer platzen die Samen auf. Baumschädlinge überleben das Feuer nicht und die Konkurrenz braucht auch länger, um sich zu erholen.

    Das Phänomen des quietschenden Sandes hatten wir in Queensland schonmal. Aber es ist immer wieder lustig.

    Auf dem Rückweg sind wir einen anderen Weg gelaufen, der uns näher an den Ort führte. Der entpuppte sich als große Campinganlage. Das Besondere dort ist ein kleiner Fluss, der über den Strand ins Meer fließt. Der Sandstrand zieht sich entlang des Flusses einen Kilometer ins Land. Für die Kinder eine schöne Spielfläche.

    Wir haben dann dort zu Mittag gegessen und uns die Gegend genauer angeschaut. Auf den Berg sind nicht mehr gestiegen.

    Hea-Jee:
    Über den Waldbrand. In Australien stießen wir überall auf Wälder, die vom Feuer bedroht waren. Der ausgedörrte Wald wirkte, als habe er sich sorgfältig vorbereitet und warte nur darauf, dass ein Funke überspringt. Die in Fetzen herabhängende und schwankende Baumrinde sowie die pechschwarz vertrockneten Farnblätter und Sträucher, die den Boden bis zu einem Meter Höhe wirr bedeckten, wären wohl erstklassiges Zündmaterial gewesen. Wenn hier ein Feuer ausbräche, schien es unmöglich, es mit menschlicher Kraft zu löschen. Dazu kam, dass stets Wind vom Meer her wehte. Als ich diesen Wald betrachtete, der förmlich auf einen Brand wartete, verstand ich zutiefst das Naturgesetz, dass der Tod ein neuer Anfang ist.
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  • Phillip Island & Mornington Peninsula

    January 26 in Australia ⋅ 🌬 25 °C

    Wir konnten einen Tag später von Inverloch aus nach Hause fahren und haben den Tag für zwei Unternehmungen genutzt. Am Abend vorher sind wir zu der großen Touristenattraktion hier gefahren, der Pinguinparade. Am Heimreisetag sind wir noch etwas auf die Mornington Halbinsel gefahren. Das ist auf der Karte der östliche Streifen Land, der die Bucht von Melbourne umgibt. Dort hatten wir uns als Ziel einen Ausflugsberg ausgesucht, Arthurs Seat.

    Die Pinguinparade ist ein großes durchorganisiertes Touristenereignis auf Phillip Island, einer Insel an der Südküste außerhalb der Bucht von Melbourne. Es ist die allabendliche Rückkehr der Pinguine zu ihren Küken. Man muss Tage vorher schon Tickets buchen, was Eva für uns gemacht hat. Wenn man dort ankommt, gibt es dort erstmal ein großes Gebäude, wo man viele Informationen bekommt, einkaufen und auch essen kann.

    Dann, eine gewisse Zeit vor Sonnenungtergang wird der Ausgang zum Strand geöffnet und man strömt mit hunderten von anderen Besuchern zu den Beobachtungsplätzen, die wie an einer Freilichtbühne am Strand angeordnet sind.

    Ordner sorgen dafür, dass alle Plätze belegt werden und später, dass niemand fotografiert. Das ist deshalb verboten, weil es manche (Smartphone-) Fotografen einfach nicht schaffen, ihren Blitz auszustellen und das kann dazu führen, dass die Pinguine umdrehen und wieder im Meer verschwinden. Als Ersatz gibt es eine Website, wo man sich Fotos herunterladen kann. Ich bin eigentlich für Fotografie mit sehr wenig Licht gut ausgerüstet, aber das hier wäre für mich zu dunkel gewesen. Insofern, schön dass man diese Fotos bekommt.

    Ganz so viele Pinguine wie auf den Fotos hatten wir aber nicht. Die meisten Küken waren jetzt im Spätsommer wohl schon ausgewachsen.

    Die Pinguine hier sind wohl die kleinste Art, die es gibt. Sie tauchen plötzlich einzeln aus dem Wasser auf und verstecken sich dann erstmal hinter irgendwas, was am Strand rumliegt. Dort warten sie auf andere. Wenn dann eine kleine Gruppe zusammengekommen ist, laufen sie alle zügig über den Strand und verschwinden im Gebüsch. Man geht dann später noch über hochgelegte Wege durch dieses Gebüsch und kann den einen oder anderen Pinguin nochmal von oben sehen, wie er nach seinem Küken sucht.

    Am nächsten Tag auf der Heimfahrt haben wir einen Umweg gemacht, um den Berg Arthurs Seat zu besuchen, von dem aus man einen schönen Blick auf den südlichen Teil der Bucht von Melbourne hat. Leider waren für diesen Tag Temperaturen über 40°C angekündigt. Deshalb sind wir auch nicht sehr lang dort geblieben.

    Man kann mit einer Seilbahn hinauffahren. Die war sicher von einem der üblichen Östereichischen oder Schweizer Unternehmen hergestellt. Sie fuhr aber so langsam, wie noch andere keine Seilbahn, die ich je gefahren bin. Sonst wäre man wahrscheinlich in unter 3 Minuten oben gewesen und hätte sich gefragt, warum das so teuer ist. So hat es 20 Minuten gedauert.

    Oben gab es einen Rundweg mit Aussichtspunkten, von denen aus man die Bucht bis zum östlichen Endzipfel sehen konnte.
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  • Australian Open

    January 29 in Australia ⋅ ☁️ 22 °C

    Genau zur Zeit unseres Aufenthalts in Melbourne fanden hier die Australian Open statt und unser Schwiegersohn arbeitet in diesen Stadien. Für uns Tennisbanausen die Gelegenheit, mal hineinzuschnuppern.

    Tickets für ein hochrangiges Spiel wollten wir uns aber doch nicht leisten, die sind nämlich extrem teuer. Die ganze Veranstaltung hat aber Volksfestcharakter und in die Spiele der ersten Runden kommt man umsonst, abgesehen vom allgemeinen Eintritt, den man zahlt, um aufs Gelände zu kommen.

    In der ersten Zeit war es aber wohl extrem voll mit entsprechend langen Wartezeiten. Scott hat für uns einen guten Tag ausgesucht und die Tickets beschafft. Am späten Nachmittag ging es los. Die Vorrundenspiele waren schon weitgehend abgeschlossen, an dem Abend gab es das erste Viertelfinale. Aber es gab noch Spiele im Rollstuhltennis, was natürlich interessant klingt. Dass es sowas überhaupt gibt, hätte ich mir gar nicht vorstellen können.

    Wir konnten mal einen Blick in eine der großen Arenen werfen, die gerade für das abendliche Viertelfinale vorbereitet wurde. Das Dach war zu, weil es kurz vorher geregnet hatte. Eigentlich finden die Australian Open im Freien statt, aber wenn es regnet, können sie die großen Stadien innerhalb von Minuten schließen!

    Wir waren dann ein bisschen in der Kia-Arena, wo ein Rollstuhldoppel stattfand. Wir hatten auch schon ein Damen-Einzel sehen können. Das war weniger interessant, weil ein einzelner Rollstuhlfahrer eigentlich nicht die ganze Breite des Feldes abhdecken kann. Längere Ballwechsel haben wir dort nicht beobachten können. Beim Doppel war das aber anders, da gab es durchaus längere Ballwechsel.

    Zur Vorbereitung hatte ich in der Wikipedia die Regeln nachgeschlagen, sonst hätte ich wohl nicht viel verstanden.

    Ich konnte mal meine neue Kamera ausreizen. Die kann nämlich über 100 Bilder pro Sekunde und da hat man dann auch eines dabei, wo der Ball nach dem Aufschlag noch zu sehen ist, auch wenn die Rollstuhl-Herren ihn auf 120km/h beschleunigen. In der Ecke des Spielfelds steht eine Anzeige, die die Geschwindigkeit des Balles anzeigt.

    Zum Schluss gab es draußen bei den Essensständen noch ein Abendessen. Hea-Jee und ich haben noch weiter die Stimmung genossen, während der Rest der Familie das Kind ins Bett bringen musste.
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  • The Grampians

    February 2 in Australia ⋅ ☀️ 21 °C

    Anfang Februar mussten wir für ein paar Tage unser Zimmer räumen, weil sich anderer Besuch angesagt hatte. Für uns die Gelegenheit, mal eine längere Exkursion zu machen. Unser Ziel war die Great Ocean Road und das Naturschutzgebiet The Grampians.

    Da es kurz zuvor in der Nähe der Great Ocean Road Waldbrände gegeben hatte, sind wir zuerst zu den Grampians gefahren.

    Die liegen noch einmal 100km hinter Ballarat. Hier soll man Kängurus und andere Tiere sehr einfach beobachten können.

    Unsere Unterkunft war ein kleines Häuschen auf einem etwas abgelegenen Campingplatz. Das war sehr gut, denn schon bei unserer Ankunft hatten wir Kängurus auf der angrenzenden Wiese und unser Haus war ständig belagert von Gelbhaubenkakadus. Emus kamen am zweiten Tag auch vorbei.

    In den zwei Tagen haben wir zwei Wanderungen gemacht. Zum einen sind wir durch eine ziemlich urtümliche Felslandschaft auf einen Berg geklettert, von dem aus man eine weite Aussicht hatte. Am zweiten Tag sind wir an einem kleinen Fluss entlang gewandert zu einem durchaus beeindruckenden Wasserfall. Dabei haben wir einmal kurz auf dem Weg ein wildes Känguruh erspät. Das war dann aber schnell in den Büschen verschwunden.
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  • Great Ocean Road

    February 5 in Australia ⋅ ☀️ 20 °C

    Die Great Ocean Road dürfte das wichtigste touristische Highlight in Victoria sein. Sie beginnt ungefähr am Südwestende der Bucht von Melbourne und zieht sich 243km entlang der Südküste .

    Sie wurde ab 1919 gebaut, und zwar von 3000 aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten. Erst 1932 war sie komplett fertig gestellt, der Bau war nicht einfach.

    Normalerweise fährt man sie von Ost nach West. Am Anfang hält sie sich immer eng an die Küstenlinie. Man fährt also mit wunderbarer Aussicht. Da Linksverkehr herrscht, fährt man auf der dem Meer zugewandten Seite.

    Später führt sie teilweise längere Strecken durchs Hinterland. Dafür kommen aber am Ende ein paar spektakuläre Aussichtspunkte dazu.

    Wir sind die Tour nun anders herum gefahren, weil wir zuerst zu den Grampians gefahren waren. Wir hatten also die spektakulären Dinge ganz am Anfang und dann wurde es immer ruhiger.

    Von den Grampians kommend sind wir zunächst in ein kleines Fischerstädtchen namens Port Fairy gefahren. Das liegt noch nicht an der Great Ocean Road. Dort gibt es eine der Hafenausfahrt vorgelagerte kleine Insel mit Naturreservat und einem hübschen Leuchtturm. Das haben wir uns erwandert. Es gab dort auch einen den nordeuropäischen Austernfischern sehr ähnlichen Vogel. Austerfischer waren eines der Lieblingsmalmotive meines Vaters. Er hat sie auf der holländischen Insel Terschelling kennengelernt.

    Auf dem Weg von Port Fairy zur Great Ocean Road kamen wir noch an einem lange erloschenen Vulkan vorbei. Das ist ein Krater von 2km Durchmesser mit einem Berg in der Mitte, Tower Hill. Rings um diesen Berg gibt es im Krater eine Ebene, die teilweise ein See ist. Es gibt aber keinen Abfluss.

    Abends haben wir eine Unterkunft in Port Campbell gehabt. Von dort sind wir noch am selben Abend zum Sonnenuntergang zur Loch Ard Gorge gefahren. Man muss bei Sonnenuntergang auf der Straße sehr aufpassen, weil einem gern mal ein Känguru vors Auto springt. Eigentlich sollte man wohl besser gar nicht fahren, aber hier mussten wir mal eine Ausnahme machen und sind langsamer gefahren, als alle anderen.

    Am nächsten Morgen sind wir dann zum Sonnenaufgang zu den zwölf Aposteln gefahren, der wohl spektakulärsten Felsformation hier. Der Ort war für große Touristenmengen gut ausgebaut. Als wir da waren, war aber nicht so viel los. Auf dem Rückweg haben wir nochmal bei der Loch Ard Gorge angehalten, weil das Licht morgens anders ist, als abends.

    Im weiteren Verlauf kamen wir noch bei Cape Otway vorbei, dem südlichsten Punkt dieses Abschnitts der australischen Küste. In Wilsons Promontory gibt es einen noch südlicheren Punkt.

    In Cape Otway gab es früher einen Leuchtturm und eine Funkstation. Der Leuchtturm sollte die aus dem Südpolarmeer kommenden Schiffe, vor allem Schiffe voll mit Einwanderern, vor der Küste warnen. Dazu gab es ein sehr helles Licht und ein weniger helles rotes Licht. Wenn die Schiffsbesatzung das weiße Licht sehen konnte, das rote aber nicht, dann war die Entfernung noch in Ordnung. Waren beide Farben sichtbar, waren sie zu nah an Land.

    Die Funkstation wurde 1859 errichtet und meldete alle Schiffsbeobachtungen nach Melbourne. Zu der Zeit, als dies betrieben wurde, gab es die Great Ocean Road noch nicht und die Versorgung der Menschen hier war ausgesprochen schwierig. Nur alle 6 Monate kam mal ein Schiff vorbei und warf in ein paar Kilometer Entfernung nützliche Güter ab. Die Leute betrieben Landwirtschaft, um sich zu ernähren. Es wurde berichtet von einem Stationsbetreuer, der hier 15 Jahre mit seiner Frau gelebt hat. In der Zeit haben die beiden 7 Kinder bekommen hat.
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  • Geelong

    February 7 in Australia ⋅ ☀️ 22 °C

    Auf der Südwestseite der Bucht von Melbourne gab es auch noch ein paar Orte, die wir sehen wollten. Deshalb haben wir nach der Great Ocean Road noch einmal im Hotel in Geelong übernachtet und uns am nächsten Tag die Gegend angeschaut.

    Geelong ist mit 180 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Viktoria und liegt am Südwestende der Bucht. Der Uferbereich ist eigentlich ganz schön. Nur die Seebrücke ist etwas merkwürdig. Während man sich an Nord- und Ostsee große Mühe mit den Seebrücken macht, um sie möglichst attraktiv zu machen, dient diese hier als Parkplatz. Sie ist auch sehr breit. Man konnte auch keine Menschen darauf sehen.

    Uns hat es dann eher wieder ins Kunstmuseum gezogen, das für eine Stadt dieser Größe recht interessant war.

    Dann sind wir aufgebrochen nach Portarlington. Dort endet eine Fähre aus Melbourne, die wohl Ausflügler hin und her bringen soll. Sie kommt am späten Vormittag hier an und fährt nachmittags wieder zurück. Was kann man hier machen? Wir haben zu Mittag Muscheln gegessen, die hier angebaut werden. Sie waren sehr lecker. Ansonsten kann man sich wohl noch an den Strand legen.

    Nach dem Essen sind wir weiter gefahren nach Queenscliff. Dort ist die westliche Seite der Ausfahrt der Bucht von Melbourne. Das wird bewacht von einer militärischen Befestigungsanlage. Betreten strengstens verboten. Das ist hier die Südseite Australiens, gegen wen muss man sich da denn verteidigen?

    Außerdem ist das ein Städchen mit viel historischer Bausubstanz, wo man mal ruhig durchschlendern kann. Wir sind aber immer in der Nebensaison unterwegs und da ist nicht viel los.
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  • Melbourne - Botanischer Garten

    February 15 in Australia ⋅ ☀️ 28 °C

    The Royal Botanic Garden wurde gegründet 1846 unweit des Yarra Rivers. Von Anfang an lag der Fokus auf Pflanzen und Bäumen aus der gesamten Welt. Das hat auch dazu beigetragen, diese Pflanzen in Australien zu verbreiten.

    Aber der Park ist wunderschön. Wir waren zunächst einmal mit Jocelyn und Finn dort. Es gibt dort einen großen Childrens Garden, den wir mit Finn besuchen wollten. Leider war er an dem Tag geschlossen.

    Später bin ich noch einmal zum Fotografieren hingegangen.
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  • Melbourne - Straßenbahnmuseum

    February 18 in Australia ⋅ ☀️ 23 °C

    In Melbourne kann man sehen, wie amerikanische Städte aussehen könnten, wenn sie ihre Straßenbahnen nicht abgeschafft und die Zerstörung durch die mitten durch die Stadt geschlagenen Freeways nicht stattgefunden hätte.

    Wenn man der Geschichte der Straßenbahnen näher kommen will, ist das Straßenbahnmuseum ein Ziel, dass man unbedingt besuchen sollte.

    Das alte Foto von der Flinders Station zeigt, wie Verkehr noch in der Anfangszeit des Automobils stattgefunden hat. Die Fußgänger waren schon etwas an den Rand gedrängt. Vor dem Automobil bevölkerten sie auch die Mitte der Straße. Aber das überqueren der Straße war immer noch problemlos ohne Ampeln und dergleichen möglich, weil die Geschwindigkeit der Fahrzeuge einheitlich war und das heißt, man war so schnell wie die Pferdekutschen.

    Auf dem Foto sind zwei verschiedene Straßenbahnen, quasi zwei verschiedene Straßenbahnepochen sichtbar. Von unten links kommt eine Bahn, die hinten (links) einen geschlossenen Wagen hat, der nur ein gezogener Anhänger ist. Die Zugmaschine ist der kleinere offene Wagen vorn (rechts). Diese Zugmaschine hat keinen Motor, sondern sie koppelt mit dicken Zangen an ein Stahlseil, das entlang der gesamten Strecke im Straßenboden verläuft und von einem zentralen Motor bewegt wird. Anfangs war das eine Dampfmaschine. Auf dieser Zugmaschine, genannt Dummy, ist ein kräftiger Fahrer stationiert, der an Haltestellen die Zange entkoppelt und zum Abfahren wieder ankoppelt. Diese Kombination ist in der Ausstellung zu sehen.

    Von links und rechts kommen Bahnen ohne solche Zugmaschinen. Dafür erkennt man elektrische Stromabnehmer.

    Diese beiden Systeme koexistierten längere Zeit nebeneinander. Man hat wohl lieber in neue Linien investiert, als die alten Cable Cars auf elektrischen Antrieb umzurüsten. Die letzte Strecke wurde 1940, als letzte der Welt umgerüstet. In San Franzisko gibt es bis heute drei Linien.

    Die Uhren am Eingang der Flinders Station, die die nächsten Abfahrtzeiten anzeigen, sind auch hier schon zu sehen.

    In der Ausstellung gab dann wohl alle Typen von Straßenbahnzügen zu besichtigen, die jemals in Melbourne herumgefahren sind. Mir hatte es besonders ein Modell angetan, das weit heruntergezogene Fenster hatte. In der Beschreibung stand, dass das eine amerikanische Konstruktion war, die besonders günstig herzustellen war, also nichts gehobenes. Aber man fühlte sich weniger beengt darin.

    An manchen Zügen gab es Bleiglasfenster und kunstvoll gestaltete Messingelemente. Die Innenausstattung war komplett aus Holz und typischerweise sehr schön. Ein Wagen war komplett offen, vielleicht ein Sommerwagen?
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  • Zugfahrt nach Adelaide

    February 23 in Australia ⋅ ⛅ 27 °C

    In der letzten Februarwoche mussten wir wieder aufbrechen. Wir hatten ein Visum für 90 Tage und mussten ja wieder die riesige Strecke bis Darwin zurücklegen. Diesmal sollte es durchs Zentrum von Australien gehen mit Besuch von Uluru, früher Ayers Rock genannt.

    Die erste Teilstrecke brachte uns nach Adelaide in Südaustralien. Dorthin fährt von Melbourne aus einer der zwei Fernzüge Australiens, der sich nicht an gehobene Kundschaft richtet, die für ein Vergnügen ein Vermögen auszugeben bereit ist. Wir hätten das Vermögen vielleicht auch ausgegeben, um von Adelaide nach Darwin mit dem Zug zu fahren, nur fährt der im Sommer nicht.

    Unser Zug heißt The Overland und war sicher auch mal ein Luxuszug. Er ist aber mittlerweile arg in die Jahre gekommen. Der andere bezahlbare Fernzug fährt die Ostküste in Queensland von Brisbane nach Cairns.

    Unsere Strecke führt durch die Landschaft Victorias und später Südaustraliens, die jetzt im Spätsommer geprägt ist durch abgeerntete, vertrocknete Felder mit vereinzelten Busch- und Bauminseln. Die Farben sind Ocker dominiert mit etwas australischem Grün.
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  • Adelaide

    February 24 in Australia ⋅ ⛅ 29 °C

    Für uns war Adelaide nur eine Durchgangsstation. Wir kamen abends mit dem Zug aus Melbourne und unser Bus nach Alice Springs fuhr am nächsten Abend. Also hatten wir einen Tag, um die Stadt zu besichtigen.

    Adelaide ist eine durchaus sympathische Großstadt. Die Metropolregion hat etwa 1,35 Millionen Einwohner und ist damit nur etwas kleiner als München.

    Benannt ist die Stadt nach Queen Adelaide, die mal Adelheit von Sachsen-Meiningen hieß und eine deutsche Prinzessin war.

    Die Lage der Stadt und der Stadtgrundriss wurden geplant durch William Light, einen Offizier, der damit beauftragt worden war. Teil des Plans war ein 600m breiter Parkring, der die Stadt umgibt und im wesentlichen bis heute erhalten ist.

    Die von diesem Park umgebene City of Adelaide hat nur etwa 25000 Einwohner und ist mehr ein Verwaltungs- und Geschäftsbezirk. Dieser Bereich ist, wenn man will, auch zu Fuß erlebbar. Es gibt eine Fußgängerzone und darin auch zwei schöne Arkaden.

    Am Nordrand der City liegen die State Library, Museen und die Universität.

    Wir wollten zum botanischen Garten und sind dafür ein Stück durch den Parkring gelaufen. Dabei kamen wir an einer baumbestandenen Wiese vorbei, wo eine große Kolonie von Flughunden lebt. Auf einem Foto sind sie in einem Baum hängend zu sehen, aber davon gab es vielleicht 20 Bäume.

    Im botanischen Garten haben wir u.a. das kleine Museum of Economic Botany angeschaut. Hier wurden Sammlungen von konservierten oder künstlich nachgemachten Pflanzen gezeigt, die für Menschen eine ökonomische Bedeutung haben.
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  • Art Gallery of South Australia

    February 24 in Australia ⋅ ⛅ 29 °C

    Dieses Museum war für mich das absolute Highlight in Adelaide, weil es so ungewöhnlich war. Man kann in diesem Museum nicht mit superteuren Einzelobjekten prunken. Statt dessen hat man sich eine sehr ungewöhnliche Präsentation ausgedacht, die das Museum sehr lebendig wirken lässt.Read more

  • Reise zum Uluru

    February 25 in Australia ⋅ ☁️ 24 °C

    Das Australienhighlight auf unserer Rückreise ist dieser gigantische Stein im Zentrum des Landes. Früher wurde er Ayers Rock genannt. Heute, nachdem das Gebiet an die Aboriginal People zurückgegeben worden ist, heißt er wieder Uluru.

    Er liegt etwa 450km südwestlich der nächsten größeren Stadt Alice Springs. Es gibt ein Touristenresort mit diversen Hotels, Restaurants und Camping, Yulara.

    Durchs Zentrum von Australien fährt ein Greyhound Bus und es gibt eine Eisenbahnlinie. Die Eisenbahnlinie dient wohl vor allem dem Transport von Bodenschätzen, die hier abgebaut werden. Es fährt auch ein Touristenzug von Adelaide nach Darwin. Wenn man da die Variante haben will, bei der man auch noch unterwegs Dinge anschauen kann, dann kostet das Zugticket allein 2800€ pro Person. Wir kamen aber nicht in Versuchung, da der Zug im Sommer nicht fährt. Da ist es den meisten Menschen einfach zu heiß.

    Also Bus. Das wussten wir schon bevor wir nach Australien kamen und haben uns deshalb ein 90 Tage All you can drive Paket für den Greyhound gekauft.

    Die erste Etappe von Adelaide nach Alice Springs ist fast 1600km lang und dauert 20 Stunden.

    In Alice Springs haben wir einmal übernachtet und sind am nächsten Morgen mit einem Mietwagen die 450km nach Yulara gefahren.

    Das Wetter auf dieser Reise war sehr ungewöhnlich. Es kann hier zu dieser Zeit immer noch sehr heiß und trocken sein, mit Temperaturen um 40°C. Wir aber hatten Regen, und zwar so viel, wie seit Jahrzehnten nicht.

    In Alice Springs gibt es ein Flussbett, den Todd River. Der ist aber eigentlich immer ausgetrocknet. Eine Woche bevor wir kamen, war er über die Ufer getreten. Auch die zwei Male, wo wir in der Stadt waren, war er gut gefüllt. Das hatte auch zur Folge, dass viele Gegenden in Nordaustralien, in denen Aboriginal Communities leben, nicht erreichbar waren, weil die Straßen unpassierbar waren. Viele Aboriginal People waren in Alice Springs gestrandet und mussten auf Besserung warten.

    Es gibt im Zentrum von Australien ein Netz von Flüssen, die alle letztlich in einem großen See enden, dem Lake Eyre. Der See hat keinen Abluss. Flüsse und See sind eigentlich fast immer ausgetrocknet. Dieses Jahr wird der See wohl einen Wasserstand erreichen, wie nur alle 50 Jahre.

    Etwas südlich von Alice Springs gibt es einen größeren Fluss, den Finke River. Dort haben wir gehalten und ein Australisches Ehepaar getroffen, dass in der Gegend lebt. Sie waren total aus dem Häuschen. Sowas hatten sie noch nie gesehen.

    Von Alice Springs nach Yulara fährt man zunächst 200km zurück nach Süden auf dem Stuart Highway. Dann biegt man nach Westen ab auf den Lasseter Highway. Beide Straßen sind gut ausgebaut und in gutem Zustand. Es gibt aber nur wenig Verkehr. Auf dem Lasseter Highway sind wir z.B. nur 80km/h gefahren, obwohl 110 erlaubt sind. Wir wollten die Landschaft genießen. Auf den gesamten 250km haben uns etwa 5 Autos überholt. Auch auf dem Stuart Highway sieht man vielleicht alle 10 bis 15 Minuten mal ein anderes Fahrzeug.

    Wir haben LKWs mit bis zu 4 Anhängern gesehen. Die heißen Road Trains. Wenn man die überholen will, muss man dafür ganz schon Zeit einplanen.
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  • Uluru Kata Tjuta National Park

    February 27 in Australia ⋅ ☁️ 31 °C

    Welch ein Felsen! Wie bei einem Eisberg ragt nur die Spitze 350m aus dem Boden. Geschätzte 6km hat er unterirdisch. Er besteht aus sehr eisenhaltigem Mineral, dass an der Luft schnell oxidiert (rostet) und dem Berg damit seine Farbe gibt.

    Überall gibt es Wunden und Narben, die die Aboriginal People als Zeichen mit den Geschichten ihrer Traumzeit verbinden. Sie sehen sie als Beweise dafür, dass diese Geschichten wirklich stattgefunden haben. Manche Teile des Bergs soll man nicht fotografieren, weil sie zu heilig sind.

    Am Abend unserer Ankunft sind wir zu einem Beobachtungspunkt für den Sonnenuntergang gefahren. Ein ewig langer Parkplatz, bei dem alle Plätze in der ersten Reihe sind. Den Sonnenuntergang selbst hat man im Rücken. Aber das rote Abendlicht taucht den Berg in einen rötlichen Schein.

    Wir hatten nicht viel Hoffnung, dass wir diese Farberscheinung zu sehen bekommen, es gab zu viele Wolken. Aber wir lagen quasi genau auf der Wettergrenze. Im Westen lockerte es auf und am Horizont konnte man einen schmalen Spalt blauen Himmel sehen.

    In dem Moment kurz vor Sonnenuntergang, als die Sonne in diesen schmalen Streifen eintrat, glühte der Berg förmlich auf und war für 2-3 Minuten in ein magisches Licht getaucht. Das Bild ist echt und nicht mit dem schönfärbenden Smartphone aufgenommen.

    Am nächsten Morgen hatten wir beide einen Ausflug gebucht, der uns einmal rund um den Berg führte. Ich bin die 11km zu Fuß gelaufen, Hea-Jee hat die kürze Wanderung mit anschließender Autotour rund um den Berg gewählt. Die Hoffnung war, von den Guides etwas zu erfahren über die Mythologie, die diesen Berg umgibt. Das Geld hätten wir uns sparen können. Die Erklärungen waren nicht allzu ergiebig und die Wanderung hätten wir auch allein unternehmen können.

    Ein Grund für die nicht so ergiebigen Erläuterung ist, dass in den Aboriginal Communities das Wissen um die Mythologie mehr oder weniger geheim ist und die Menschen im Laufe ihres Lebens erst nach und nach die Geschichten von ihren Ältesten erfahren. Auch gibt es Geschichten, die nur die Männer oder nur die Frauen erfahren. Wir Touristen befinden uns da auf dem Status der kleinen Kinder und mehr wird man uns nicht erzählen. Es wird immer gesagt, dass die Mythologischen Geschichten und das Wissen um das Leben in dieser kargen Gegend extrem komplex ist und man viele Jahre benötigt, um es zu verstehen.

    Gut, zu ein paar der Dinge, die man auf den Felsen sehen kann, gab es eine Geschichte dazu.

    Seit 1985 liegt das Eigentum an dieser Gegend wieder bei den Anangu genannten Aborignal People. Bis 2019 konnte man den Berg noch besteigen und bekam anschließend eine Urkunde. Spuren des alten Pfades sind noch zu sehen. Für die Anangu war das natürlich schwer zu ertragen. Man hatte sich mit den Anangu in den 1990er Jahren darauf geeinigt, den Pfad zu schließen, wenn der Anteil der Touristen, die hinaufklettern unter eine bestimmte Marke fällt. Darauf hat man dann mit Informationen und Werbung hingearbeitet und 2017 diese Marke erreicht.

    Wir wollten noch zwei touristische Highlights mitnehmen und hatten die auch gebucht. Aber sie wurden wegen schlechtem Wetter abgesagt.

    So haben wir noch in der Siedlung ein paar Informationsveranstaltungen mitgenommen, u.a. eine Einführung in das Didgeridoo genannte Musikinstrument.

    Am zweiten Tag sind wir dann zu dem 30km entfernten zweiten Bergmassiv gefahren, den Kata Tjuta. Dies ist nicht ein Berg, sondern eine ganze Reihe von Bergen und sie bestehen auch nicht aus einem Einzelstein. Mich erinnerte das Material an den Nagelflu, eine Gesteinsart, die in einer Gegend der Allgäuer Berge vorkommt.

    Da wir erst nach dem Frühstück hingefahren sind und die Temperaturen während des Vormittags immer weiter kletterten, sind wir nicht die ganze Runde gelaufen, sondern nur bis zu einem ziemlich spektakulären Aussichtspunkt und dann wieder umgekehrt.

    Am Tag der Abfahrt haben wir noch die Gallerie mit Kunst der Aboriginal People von verschiedenen Communities in den Northern Territories besucht und eine Führung mitgemacht.

    Viele der Kunstwerke werden nicht von einzelnen Künstlern angefertigt, sondern von Gruppen. Es gibt etliche Communities, in denen Kunst gepflegt wird. Die Kunst der Aboriginal People wird international anerkannt und die Kunstwerke werden international gehandelt.

    Die Kunst basiert zum Teil auf uralten Techniken wie der Körpermalerei oder Malerei auf Höhlenwänden oder Baumrinde des Eukalyptusbaums. Im Verlauf des zwanzigsten Jahrhunderts sind aber verschiedene neue Techniken hinzugekommen, z.B. das Dot-Painting.

    Die Wikipedia bietet eine Reihe von sehr guten Artikeln zu dieser Geschichte:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Indigenous_Austra… (Englisch)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst_der_Aborigines (Deutsch)
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  • Nach Darwin

    March 3 in Australia ⋅ 🌧 27 °C

    Von Yulara sind wir zunächst mit unserem Mietwagen wieder nach Alice Springs gefahren. Die Situation dort war unverändert. Der Todd River voll, viele Aboriginal People saßen nach wie vor fest. Wir hatten eine Übernachtung im Hotel und mussten dann bis zum Abend auf unseren Bus warten. Die meiste Zeit haben wir in Cafes gesessen und ich habe Fotos sortiert.

    Der Bus fährt die 1500km bis Darwin in 21,5 Stunden. Die Landschaft verändert sich dabei sehr langsam. Die ersten Termitenhügel tauchten nicht weit nördlich von Alice Springs auf. Dann wurde es dunkel. In Tennant Creek gab es wieder um Mitternacht einen längeren Aufenthalt. Hier hätte man auch, wie wir auf der Hinreise, in einen Bus zur Ostküste umsteigen können.
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    Trip end
    March 3, 2026