Melbourne - Straßenbahnmuseum
February 18 in Australia ⋅ ☀️ 23 °C
In Melbourne kann man sehen, wie amerikanische Städte aussehen könnten, wenn sie ihre Straßenbahnen nicht abgeschafft und die Zerstörung durch die mitten durch die Stadt geschlagenen Freeways nicht stattgefunden hätte.
Wenn man der Geschichte der Straßenbahnen näher kommen will, ist das Straßenbahnmuseum ein Ziel, dass man unbedingt besuchen sollte.
Das alte Foto von der Flinders Station zeigt, wie Verkehr noch in der Anfangszeit des Automobils stattgefunden hat. Die Fußgänger waren schon etwas an den Rand gedrängt. Vor dem Automobil bevölkerten sie auch die Mitte der Straße. Aber das überqueren der Straße war immer noch problemlos ohne Ampeln und dergleichen möglich, weil die Geschwindigkeit der Fahrzeuge einheitlich war und das heißt, man war so schnell wie die Pferdekutschen.
Auf dem Foto sind zwei verschiedene Straßenbahnen, quasi zwei verschiedene Straßenbahnepochen sichtbar. Von unten links kommt eine Bahn, die hinten (links) einen geschlossenen Wagen hat, der nur ein gezogener Anhänger ist. Die Zugmaschine ist der kleinere offene Wagen vorn (rechts). Diese Zugmaschine hat keinen Motor, sondern sie koppelt mit dicken Zangen an ein Stahlseil, das entlang der gesamten Strecke im Straßenboden verläuft und von einem zentralen Motor bewegt wird. Anfangs war das eine Dampfmaschine. Auf dieser Zugmaschine, genannt Dummy, ist ein kräftiger Fahrer stationiert, der an Haltestellen die Zange entkoppelt und zum Abfahren wieder ankoppelt. Diese Kombination ist in der Ausstellung zu sehen.
Von links und rechts kommen Bahnen ohne solche Zugmaschinen. Dafür erkennt man elektrische Stromabnehmer.
Diese beiden Systeme koexistierten längere Zeit nebeneinander. Man hat wohl lieber in neue Linien investiert, als die alten Cable Cars auf elektrischen Antrieb umzurüsten. Die letzte Strecke wurde 1940, als letzte der Welt umgerüstet. In San Franzisko gibt es bis heute drei Linien.
Die Uhren am Eingang der Flinders Station, die die nächsten Abfahrtzeiten anzeigen, sind auch hier schon zu sehen.
In der Ausstellung gab dann wohl alle Typen von Straßenbahnzügen zu besichtigen, die jemals in Melbourne herumgefahren sind. Mir hatte es besonders ein Modell angetan, das weit heruntergezogene Fenster hatte. In der Beschreibung stand, dass das eine amerikanische Konstruktion war, die besonders günstig herzustellen war, also nichts gehobenes. Aber man fühlte sich weniger beengt darin.
An manchen Zügen gab es Bleiglasfenster und kunstvoll gestaltete Messingelemente. Die Innenausstattung war komplett aus Holz und typischerweise sehr schön. Ein Wagen war komplett offen, vielleicht ein Sommerwagen?Read more









