• Uluru Kata Tjuta National Park

    February 27 in Australia ⋅ ☁️ 31 °C

    Welch ein Felsen! Wie bei einem Eisberg ragt nur die Spitze 350m aus dem Boden. Geschätzte 6km hat er unterirdisch. Er besteht aus sehr eisenhaltigem Mineral, dass an der Luft schnell oxidiert (rostet) und dem Berg damit seine Farbe gibt.

    Überall gibt es Wunden und Narben, die die Aboriginal People als Zeichen mit den Geschichten ihrer Traumzeit verbinden. Sie sehen sie als Beweise dafür, dass diese Geschichten wirklich stattgefunden haben. Manche Teile des Bergs soll man nicht fotografieren, weil sie zu heilig sind.

    Am Abend unserer Ankunft sind wir zu einem Beobachtungspunkt für den Sonnenuntergang gefahren. Ein ewig langer Parkplatz, bei dem alle Plätze in der ersten Reihe sind. Den Sonnenuntergang selbst hat man im Rücken. Aber das rote Abendlicht taucht den Berg in einen rötlichen Schein.

    Wir hatten nicht viel Hoffnung, dass wir diese Farberscheinung zu sehen bekommen, es gab zu viele Wolken. Aber wir lagen quasi genau auf der Wettergrenze. Im Westen lockerte es auf und am Horizont konnte man einen schmalen Spalt blauen Himmel sehen.

    In dem Moment kurz vor Sonnenuntergang, als die Sonne in diesen schmalen Streifen eintrat, glühte der Berg förmlich auf und war für 2-3 Minuten in ein magisches Licht getaucht. Das Bild ist echt und nicht mit dem schönfärbenden Smartphone aufgenommen.

    Am nächsten Morgen hatten wir beide einen Ausflug gebucht, der uns einmal rund um den Berg führte. Ich bin die 11km zu Fuß gelaufen, Hea-Jee hat die kürze Wanderung mit anschließender Autotour rund um den Berg gewählt. Die Hoffnung war, von den Guides etwas zu erfahren über die Mythologie, die diesen Berg umgibt. Das Geld hätten wir uns sparen können. Die Erklärungen waren nicht allzu ergiebig und die Wanderung hätten wir auch allein unternehmen können.

    Ein Grund für die nicht so ergiebigen Erläuterung ist, dass in den Aboriginal Communities das Wissen um die Mythologie mehr oder weniger geheim ist und die Menschen im Laufe ihres Lebens erst nach und nach die Geschichten von ihren Ältesten erfahren. Auch gibt es Geschichten, die nur die Männer oder nur die Frauen erfahren. Wir Touristen befinden uns da auf dem Status der kleinen Kinder und mehr wird man uns nicht erzählen. Es wird immer gesagt, dass die Mythologischen Geschichten und das Wissen um das Leben in dieser kargen Gegend extrem komplex ist und man viele Jahre benötigt, um es zu verstehen.

    Gut, zu ein paar der Dinge, die man auf den Felsen sehen kann, gab es eine Geschichte dazu.

    Seit 1985 liegt das Eigentum an dieser Gegend wieder bei den Anangu genannten Aborignal People. Bis 2019 konnte man den Berg noch besteigen und bekam anschließend eine Urkunde. Spuren des alten Pfades sind noch zu sehen. Für die Anangu war das natürlich schwer zu ertragen. Man hatte sich mit den Anangu in den 1990er Jahren darauf geeinigt, den Pfad zu schließen, wenn der Anteil der Touristen, die hinaufklettern unter eine bestimmte Marke fällt. Darauf hat man dann mit Informationen und Werbung hingearbeitet und 2017 diese Marke erreicht.

    Wir wollten noch zwei touristische Highlights mitnehmen und hatten die auch gebucht. Aber sie wurden wegen schlechtem Wetter abgesagt.

    So haben wir noch in der Siedlung ein paar Informationsveranstaltungen mitgenommen, u.a. eine Einführung in das Didgeridoo genannte Musikinstrument.

    Am zweiten Tag sind wir dann zu dem 30km entfernten zweiten Bergmassiv gefahren, den Kata Tjuta. Dies ist nicht ein Berg, sondern eine ganze Reihe von Bergen und sie bestehen auch nicht aus einem Einzelstein. Mich erinnerte das Material an den Nagelflu, eine Gesteinsart, die in einer Gegend der Allgäuer Berge vorkommt.

    Da wir erst nach dem Frühstück hingefahren sind und die Temperaturen während des Vormittags immer weiter kletterten, sind wir nicht die ganze Runde gelaufen, sondern nur bis zu einem ziemlich spektakulären Aussichtspunkt und dann wieder umgekehrt.

    Am Tag der Abfahrt haben wir noch die Gallerie mit Kunst der Aboriginal People von verschiedenen Communities in den Northern Territories besucht und eine Führung mitgemacht.

    Viele der Kunstwerke werden nicht von einzelnen Künstlern angefertigt, sondern von Gruppen. Es gibt etliche Communities, in denen Kunst gepflegt wird. Die Kunst der Aboriginal People wird international anerkannt und die Kunstwerke werden international gehandelt.

    Die Kunst basiert zum Teil auf uralten Techniken wie der Körpermalerei oder Malerei auf Höhlenwänden oder Baumrinde des Eukalyptusbaums. Im Verlauf des zwanzigsten Jahrhunderts sind aber verschiedene neue Techniken hinzugekommen, z.B. das Dot-Painting.

    Die Wikipedia bietet eine Reihe von sehr guten Artikeln zu dieser Geschichte:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Indigenous_Austra… (Englisch)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst_der_Aborigines (Deutsch)
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