Tag 3: Wind, Basalt und gewaltige Schluchten
Jul 16–17 in Iceland ⋅ ☁️ 11 °C
Der dritte Tag unserer Reise führte uns weiter in den Norden Islands. Mit jedem Kilometer wird die Landschaft spektakulärer. Gleichzeitig zeigte sich das Wetter heute von seiner freundlicheren Seite. Immer häufiger brach die Sonne durch die Wolken und ließ die Landschaft in kräftigen Farben erstrahlen. Das satte Grün der Hügel, das dunkle Lavagestein und der blaue Himmel sorgten für beeindruckende Licht- und Schattenspiele. Man weiß kaum noch, wohin man zuerst schauen soll.
Unser erster Halt war Borgarvirki, eine der wenigen bislang entdeckten natürlichen Festungen Islands. Schon beim Aussteigen wurden wir von orkanartigen Windböen empfangen. Teilweise fiel das Laufen schwer, und für einen Moment fühlte man sich tatsächlich wie ein Blatt im Wind. Trotz der gewaltigen Kräfte des Windes war dieser Ort faszinierend. Kaum vorstellbar, dass Menschen diese natürliche Felsformation einst als Festung nutzten.
Als Nächstes führte uns die Route zum schwarzen Sandstrand von Hvítserkur. Mitten aus dem Meer erhebt sich der rund 15 Meter hohe Basaltfelsen, der wie ein riesiges, versteinerndes Wesen aus dem Wasser ragt. Die Kombination aus schwarzem Sand, den dunklen Basaltsäulen und dem ruhigen Meer verleiht diesem Ort eine beinahe mystische Atmosphäre.
Auf dem Weg zum nächsten Ziel wurden wir immer wieder von den isländischen Pferden begleitet. Besonders eine Koppel mit zahlreichen Fohlen direkt an der Straße ließ uns sofort anhalten. Die kleinen Pferde strahlten eine unglaubliche Ruhe aus. Ihnen eine Weile zuzusehen, ließ die Zeit für einen Augenblick stillstehen.
Auch wenn es im isländischen Sommer kaum dunkel wird, erinnert einen der Körper irgendwann daran, dass ein Tag nicht unendlich lang sein kann. Deshalb machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten Ziel.
Der Abschluss des Tages hätte kaum beeindruckender sein können: der Kolugljúfur Canyon. Tosende Wasserfälle stürzen hier in eine tiefe Schlucht, die sich zwischen mächtigen Felswänden hindurchzieht. Das blau-türkise Wasser bahnt sich seinen Weg durch grün bewachsene, braun-rötliche Basaltwände – ein Farbenspiel, das fast unwirklich wirkt. Die unbändige Kraft des Wassers ist überall spürbar und gleichzeitig strahlt dieser Ort eine besondere Ruhe aus. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie gewaltige Naturkräfte über Jahrtausende Landschaften formen und dabei eine Schönheit erschaffen, die kaum in Worte zu fassen ist.
Fazit des Tages:
Heute war ein Tag der Gegensätze. Gewaltige Sturmböen, stille Begegnungen mit den Islandpferden, mystische Küstenlandschaften und ein Canyon, der die Kraft der Natur eindrucksvoll sichtbar macht.Read more




















