Tag 5: Wale, Papageitaucher und die raue Schönheit
July 18 in Iceland ⋅ ☁️ 17 °C
Heute stand eines der Highlights unserer Reise auf dem Programm: Whale Watching in Húsavík – der Walhauptstadt Islands.
Am Morgen fuhren wir in das kleine Hafenstädtchen Húsavík. Bevor es an Bord ging, bekamen wir warme Thermoanzüge – eine gute Entscheidung, denn auf dem offenen Meer ist es trotz Sonnenschein deutlich kühler. Gemeinsam mit einigen anderen Abenteurern stiegen wir auf ein nahezu lautloses Elektroboot und verließen langsam den Hafen in Richtung offener Ozean.
Schon kurz nach dem Auslaufen wurden wir belohnt. In einiger Entfernung tauchte ein kleiner Schwarm Delfine auf. Immer wieder durchbrachen sie mit ihren typischen, eleganten Sprüngen die Wasseroberfläche – ein wunderschöner erster Eindruck.
Nur wenig später wurde es plötzlich ganz still an Bord. Dann hörte man ein kräftiges Ausatmen – direkt neben unserem Boot. Nur wenige Meter entfernt trieb ein schlafender Buckelwal an der Wasseroberfläche. Da Wale zum Atmen auftauchen müssen, ruhen sie immer wieder an der Oberfläche. Das laute Auspusten und anschließende Einatmen war deutlich zu hören und sorgte bei allen für Gänsehaut. Den gewaltigen dunklen Körper konnte man unter der Wasseroberfläche nur erahnen.
Als wäre das nicht schon beeindruckend genug, zeigten sich wenig später mehrere Zwergwale (Minke Whales). Deutlich aktiver als der Buckelwal tauchten sie links und rechts neben dem Boot auf, präsentierten immer wieder ihre Rücken und Schwanzflossen und verschwanden ebenso schnell wieder in den Tiefen des Meeres.
In diesem Moment wurde mir bewusst, wie einzigartig diese Kulisse eigentlich ist: Vor uns der endlose Ozean, links schneebedeckte Bergketten, rechts sattgrüne Hügel und hinter uns das bunte Hafenstädtchen Húsavík. Ein Panorama, das man kaum schöner hätte malen können.
Ein Stück weiter draußen liegt die kleine Insel Lundey, besser bekannt als "Puffin Island". Bereits auf dem Weg dorthin begleiteten uns Papageitaucher und Möwen rechts und links des Bootes. Die kleinen schwarz-weißen Vögel mit ihren bunten Schnäbeln und orangefarbenen Füßen sind einfach unverwechselbar.
An der Insel selbst herrschte reger Betrieb. Überall flatterten und schnatterten Papageitaucher. Riesige Schwärme flogen zwischen Meer und Felsen hin und her, landeten auf dem Wasser, tauchten nach Nahrung und erhoben sich Sekunden später wieder in die Luft. Ein ständiges Kommen und Gehen – lebendig, laut und faszinierend.
Zurück an Land führte uns die Reise noch zu einem Aussichtspunkt am Öxarfjörður. Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis. Weite Lavafelder säumten die Straße. Das schwarze, zerklüftete Gestein wirkte wie riesige Kleckerburgen aus erkalteter Lava. Kaum vorstellbar, dass diese friedliche Landschaft einst ein glühendes Inferno gewesen ist.
Am Aussichtspunkt angekommen, bot sich uns erneut ein atemberaubendes Panorama: Basaltfelsen, eine tiefe Schlucht, kleine Wasserfälle, der weite Ozean und auf der gegenüberliegenden Seite des Fjords schneebedeckte Berge. Wieder einmal zeigte Island seine unglaubliche Vielfalt auf engstem Raum.
In den steilen Felswänden brüteten unzählige Papageitaucher und Möwen. Besonders schön war es, die Jungvögel zu beobachten. Viele wagten heute ihre ersten eigenständigen Flugversuche. Manche starteten noch sehr zögerlich und wirkten bei den Landungen herrlich unbeholfen. Ein amüsantes Schauspiel, das uns lange fesselte.
Während die Altvögel unermüdlich zwischen Meer und Nest pendelten, wurden sie jedes Mal von lautstark rufenden Jungvögeln empfangen. Doch irgendwann blieb die erwartete Futterlieferung aus. Nun begann für den Nachwuchs ein neuer Lebensabschnitt: selbstständig werden und das Jagen lernen.
Viele der jungen Papageitaucher kuschelten sich nach ihren ersten Flugversuchen erschöpft in die weichen Graspolster auf den Felsvorsprüngen, putzten ihr Gefieder oder ruhten sich einfach aus.
Fazit des Tages:
Heute gehörte Island ganz den Tieren. Delfine, Buckelwale, Zwergwale, Papageitaucher und Möwen machten diesen Tag zu einem unvergesslichen Naturerlebnis. Es zeigte sich einmal mehr, wie harmonisch sich die Tierwelt in diese spektakuläre Landschaft aus Vulkanen, Fjorden und Basaltfelsen einfügt. Es war einer dieser Tage, an denen man die Kamera irgendwann sinken lässt, weil man den Moment einfach nur mit den eigenen Augen genießen möchte.Read more






















