Tag 14: Abschied von der Insel aus Feuer und Eis
27. juli, Island ⋅ ⛅ 11 °C
Der Rückflugtag war gekommen.
Von unserer gemütlichen Unterkunft hatten wir leider nicht mehr viel. Nur wenige Stunden Schlaf trennten uns vom frühen Aufbruch. Pünktlich zum Sonnenaufgang um 4:22 Uhr starteten wir in den letzten Tag unserer Reise.
Zum letzten Mal wurden die Koffer flugfertig gepackt, ein letztes Mal ins Auto geladen und schließlich machten wir uns auf den Weg.
Bevor wir den Mietwagen abgaben, wartete allerdings noch eine kleine Überraschung auf uns.
Für den Vaðlaheiðargöng-Tunnel, den 7,5 Kilometer langen Straßentunnel im Norden Islands, muss die Maut innerhalb von 24 Stunden nach der Durchfahrt online bezahlt werden. Wir hatten die Maut zwar überwiesen, unsere Zahlung wurde jedoch erst rund zwei Stunden nach Ablauf dieser Frist registriert. Dadurch erhielt unser Autovermieter automatisch eine Zahlungsaufforderung, die schließlich an uns weitergegeben wurde. Am Ende kostete uns die Tunneldurchfahrt fast das Dreifache der eigentlichen Maut – eine kleine, aber lehrreiche Erinnerung daran, dass Pünktlichkeit in Island manchmal auch digital zählt.
Am Flughafen in Keflavík angekommen, zeigte sich schnell, wie beliebt Island inzwischen geworden ist. Das Terminal war mit unzähligen Reisenden gefüllt. Trotzdem verlief alles erstaunlich ruhig und organisiert. Der Check-in funktionierte reibungslos und schon wenig später saßen wir im Flugzeug nach Berlin.
Ein letztes Mal wurden wir auf Isländisch begrüßt, informiert und verabschiedet.
Kurz nach dem Start hob sich das Flugzeug langsam über die Reykjanes-Halbinsel. Fast schien es, als würde Island uns den Abschied bewusst hinauszögern.
Unter uns lagen noch einmal die tiefschwarzen Lavafelder der Vulkanausbrüche von 2021, 2022 und 2023. Daneben zeichneten sich die älteren Lavafelder bereits deutlich heller und grau ab. Aus der Luft wurde noch einmal sichtbar, wie jung diese Landschaft eigentlich ist.
Auch die weiten Küstenebenen mit ihren verstreuten Farmen, Pferdekoppeln und Feldern waren hervorragend zu erkennen. Dahinter erhoben sich erneut Krater, Bergketten und die ersten Ausläufer des Hochlands.
Hier und da lagen einzelne Höfe inmitten riesiger Flächen. Dazwischen grasten friedlich die letzten Islandpferdeherden, die wir auf dieser Reise sehen würden.
Dann verschwand die Küste langsam hinter den Tragflächen. Unter uns lag nur noch der endlose Atlantik.
Die Insel aus Feuer und Eis wurde immer kleiner, bis sie schließlich vollständig aus unserem Sichtfeld verschwand.
Mit nach Hause nehmen wir unzählige Bilder, die sich tief eingeprägt haben. Wasserfälle, Gletscher, Vulkane, Lavafelder, Fjorde, Islandpferde, Wale und Papageitaucher – aber vor allem dieses unbeschreibliche Gefühl von Weite.
Wir nehmen auch etwas mit, das sich auf keinem Foto festhalten lässt: eine tiefe innere Ruhe. Die Stille der Landschaft, das Rauschen der Wasserfälle, der Wind über den Lavafeldern und die scheinbar endlosen Horizonte haben etwas hinterlassen, das uns hoffentlich noch lange durch den hektischen Alltag begleiten wird.
Fazit:
Vierzehn Tage waren viel zu kurz, um Island wirklich kennenzulernen – und gleichzeitig lang genug, um sich in diese Insel zu verlieben. Kaum ein anderes Land vereint Feuer und Eis, Stille und Naturgewalten, Einsamkeit und Lebendigkeit auf so eindrucksvolle Weise.
Island ist kein Reiseziel, das man einfach besucht. Island ist ein Ort, den man erlebt – und der noch lange in einem weiterlebt.
Für alle, die endlose Weiten, raue Natur und das Gefühl suchen, der Erde ganz nah zu sein, ist Island ein absolutes Muss.Læs mere










