Tag 7: Ausschiffung und Adieu Passau
April 22 in Germany ⋅ ☀️ 16 °C
Um 6 Uhr klingelte der Wecker. Eigentlich überflüssig – ich war längst wach. Zu viel Bewegung im Kopf, zu viele Eindrücke, die noch nachklangen. Die Reise war zu Ende.
Die letzten Dinge wanderten in Taschen, Rucksack und Koffer. Alles ging plötzlich schnell. Ein letztes Frühstück – fast wie eine kleine „Henkersmahlzeit“, weil man weiß: Danach ist Schluss.
Der Abschied fiel unterschiedlich aus. Manche gingen einfach, fast beiläufig. Andere mussten schlucken, und bei einigen glänzten Tränen in den Augen.
Da wir nicht auf einen Bus warten mussten, konnten wir uns Zeit lassen. Die Koffer hatte die Besatzung schon früh an Land gebracht. Ich blieb noch eine Weile auf dem Oberdeck sitzen, mit meinem restlichen Gepäck, und wartete auf Manfred, der das Auto holen ging.
Dann sah ich ihn kommen. Ein stiller Moment – und gleichzeitig der Punkt, an dem klar war: Jetzt ist es wirklich vorbei.
Schweren Herzens verließ ich das Schiff. Ein letzter Blick zurück.
Adieu. Und wie so oft blieb Musik:
„Audemus“ von Charlotte und Jürgen Wending lief in Gedanken weiter.
Zuerst ging es in Passau zum Tanken, dann auf die Autobahn. Der Alltag meldete sich langsam zurück.
Ich hatte endlich Zeit, an meinem neuen Häkel-Pullover-Schal weiterzuarbeiten. Etwas Vertrautes inmitten des Übergangs.
Manfred steuerte ein weiteres Ziel an: die Walhalla. Für ihn ein Muss – für mich eher ein „mal sehen“. Die Entscheidung fiel schnell. Vom Parkplatz aus wären es noch etwa zwei Kilometer Fußweg gewesen. Für mich an diesem Tag zu viel. Also blieb ich im Auto.
Mein stiller Kommentar dazu: My car is my castle.
Und ehrlich gesagt – häkeln war in dem Moment die bessere Wahl. Mit der Zeit wurde ich etwas ungeduldig. Ein ganz praktisches Problem rückte in den Vordergrund: die nächste Toilette ließ auf sich warten. Die Walhalla selbst – ein imposanter Bau, hoch über der Donau gelegen, im Stil eines antiken Tempels errichtet unter König Ludwig I. Ein Ort für große Namen und große Geschichte.
Aber an diesem Tag war meine Welt kleiner. Und das war auch in Ordnung.
Nach unserem Halt bei der Walhalla ging es weiter. Etwa zwei Stunden lagen noch vor uns – gut zu schaffen, auch wenn die Müdigkeit langsam spürbar wurde.
Unser nächstes Ziel: Himmelstadt. Schon der Name macht neugierig – und tatsächlich fanden wir dort ein kleines „Himmelreich“. Direkt am Main, ruhig gelegen und ganz in der Nähe unseres eigentlichen Ziels, entdeckten wir einen kleinen Biergarten. Kein großes Spektakel, sondern einfach ein angenehmer Ort zum Durchatmen. Genau das Richtige nach der Fahrt. Von dort war es nur noch ein kurzes Stück bis zur Pension Ullrich in Rieneck, wo wir später ankamen.
Rückblickend: Dieser Zwischenstopp war kein Umweg, sondern eine gute Entscheidung. Manchmal sind es gerade diese kleinen, ungeplanten Orte, die einer Reise ihren eigenen Klang geben.Read more























