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Flusskreuzfahrt auf der Donau

Mit der Adona von Passau nach Budapest und zurück Read more
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    April 16, 2026

    Tag 1: Anreise nach Passau

    April 16 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C

    Tag 1 – Anreise mit kleinen Stolpersteinen
    Unsere Reise begann in Velbert. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg Richtung Saldenburg. Die erste Pause legten wir in Höchstadt an der Aisch ein – ein typischer Autohof, könnte man meinen. Doch dort wurden wir positiv überrascht: Bei „Fifty’s“ gab es Fish and Chips, frisch, knusprig und wirklich empfehlenswert. Ein unerwartet guter Auftakt.

    Die Fahrt ging ohne weitere Staus. voran. DieJugendherberge in Saldenburg war unser Übernachtungsziel – und die hat es in sich. Sie liegt tatsächlich in einer Burg. Wir bezogen unser Quartier in einer kleinen Kammer, fast wie eine alte Kemenate, mit einem weiten Blick über die Landschaft. Ein Ort, der sofort etwas Besonderes hatte.

    Dann allerdings der Dämpfer: Wir stellten fest, dass wir ausgerechnet die wichtigsten Medikamente vergessen hatten. Ein unguter Moment. Ich fragte mich ernsthaft, wie ich die Nacht ohne meine Schmerz- Pflaster überstehen sollte.

    Ein paar Stunden Schlaf waren möglich – von Mitternacht bis etwa drei Uhr. Dann begann die Unruhe. Schmerzen, Wachsein, dieses Hin und Her, das die Nacht zäh macht.

    Am Morgen lag die Landschaft ruhig und schön vor uns, fast friedlich. Aber ehrlich gesagt: Genießen konnte ich das nur eingeschränkt.

    Gegen sieben Uhr begann Manfred zu telefonieren. Apotheken abklappern, Lösungen suchen. Schließlich gab es Hoffnung: Die Engel-Apotheke in Passau, wollte versuchen, das fehlende Medikament zu besorgen – mit Blick darauf, dass wir ja bald aufs Schiff gehen würden. Ob das klappt, war noch offen. Aber immerhin ein Lichtblick.

    Und dann war da noch etwas anderes: In der Jugendherberge waren zwei Grundschulklassen untergebracht. Laut, lebendig, ansteckend fröhlich. Erst dachte ich: Oh je. Aber genau diese Unbeschwertheit tat gut. Irgendwann mussten wir einfach mitlachen.
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  • Tag 2: Aufi geit's

    April 17 in Germany ⋅ ☀️ 12 °C

    Ab nach Passau.
    Das Telefonieren mit verschiedenen Apotheken schon ab 7 Uhr morgens, hat tatsächlich funktioniert. Eine Apotheke könnte das benötigte Medikament bis 14 Uhr besorgen. Die Rezepte wurden zu Hause fotografiert, mit WhatsApp verschickt und könnten nun als Nachweis vorgelegt werden. Damit steht dem Kauf der Medikamente eigentlich nichts mehr im Weg.
    Und trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl.
    Wird alles klappen?
    Müssen wir die Reise im schlimmsten Fall abbrechen?
    Schaffe ich es notfalls auch ohne die Medikamente?
    Wir werden sehen.
    Auf dem Parkdeck des Einkaufcenters fanden wir tatsächlich einen Parkplatz für unser Auto. Das war fast schon ein kleiner Glücksfall, denn Parkplätze sind in Passau eher Mangelware.
    Hier in der Stadtgalerie fiel mir auf, dass Barrierefreiheit wohl nicht oberste Priorität hatte. Viele Treppen machten das Vorankommen mühsam – etwas, das man in einer modernen Anlage eigentlich anders erwarten würde. Endlich draußen, konnten wir unseren Stadtbummel beginnen. Wir schlenderten durch die Gassen, vorbei an kleinen Geschäften und Cafés, hinein in die besondere Atmosphäre dieser Stadt zwischen den Flüssen. Vorbei auch an Häusern, die so gar nicht zum alten Bild von Passau passen wollten. Moderne Architektur, die versucht, sich anzupassen – aber es nicht wirklich schafft.
    Wir gingen weiter Richtung Altstadt und entdeckten ein sonnendurchflutetes Eiscafé. Genau richtig für eine Pause. Während wir unser Eis genossen, spielten Kinder um uns herum, einige planschten ausgelassen im nahegelegenen Brunnen. Es hatte etwas Leichtes, fast schon Urlaub vom ersten Moment an. Danach schlenderten wir weiter durch schöne kleine Geschäfte und kehrten schließlich zu unserem Ausgangspunkt zurück. Dort lag auch die Engel Apotheke. Nach kurzer Wartezeit konnten wir unsere Medikamente abholen – eine echte Erleichterung. Wir waren gerettet.
    Nun hieß es: zurück zum Parkplatz, das Auto holen und weiter zum Liegehafen unseres Schiffes, der MS Adora von Phoenix Reisen. Kaum waren wir dort, fing es – nach all dem Sonnenschein – ausgerechnet beim Einschiffen an zu nieseln. Nicht schlimm, aber typisch. Manfred setzte mich mit dem Gepäck ab und ließ mich im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen. Zum Glück kam ein freundlicher Steward, der mir half, die Koffer an Bord zu bringen.
    Unter einem kleinen Vordach suchte ich Schutz vor dem Regen und wartete, bis Manfred das Auto weggebracht hatte und ebenfalls an Bord kam. Gemeinsam standen wir dann unter Deck, bis wir unsere Kabine beziehen konnten. Unser Zimmer ist – wie gewohnt – schön geräumig und in den typischen Farben von Phoenix gestaltet.
    Dann hieß es: Leinen los.
    Während wir die ersten Kilometer flussabwärts zurücklegten, gab es das Gala-Dinner. Wir wählten das Menü – und insgesamt war alles wieder sehr schmackhaft. Auch unsere Tischnachbarn erwiesen sich als angenehm. Allerdings fiel mir auf, dass der Standard nicht ganz an unser vorheriges Schiff heranreicht. Es wirkt weniger luxuriös. Aber: alles ist ordentlich, gepflegt und funktional – und schließlich ist das Schiff noch recht neu, Baujahr 2019.
    Hier werden wir uns trotzdem gut erholen.
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  • Tag 3: Heute ist Wien-Tag

    April 18 in Austria ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute ist Wien-Tag – und endlich auch ein Moment, um einmal durchzuatmen: Sachen ordnen, zurückschauen, und überlegen, was noch vor uns liegt.
    In der Nacht hatte die Donau noch einmal ihre ganz eigene Arbeit getan. Während wir schliefen – oder auch nicht – ging es durch mehrere Schleusen. Ich wurde davon wach. Dieses leise Gleiten, ein kaum hörbares Dröhnen, dann Stillstand. Und irgendwann merkte man: Wir bewegen uns, aber nicht vorwärts – sondern nach oben oder unten.
    Besonders eindrücklich war die Schleuse am Donaukraftwerk Jochenstein. Eine der größten auf dieser Strecke. Bis zu zwanzig Meter Höhenunterschied werden hier überwunden – eigentlich unvorstellbar, wenn man es nicht selbst erlebt.
    Mitten in der Nacht fühlte sich das an, als würde das Schiff ein Stockwerk nach dem anderen wechseln. Ganz ruhig, fast unmerklich – und doch mit einer Kraft dahinter, die man eher ahnt als sieht.
    Am Morgen war davon nichts mehr zu spüren. Die Donau lag wieder ruhig da, als wäre nichts gewesen..
    Nach jeder Schleuse wirkt das Wasser erst einmal unruhig, fast aufgewühlt. Ganz langsam fährt das Schiff an, dann beschleunigt es vorsichtig – und sobald wir wieder frei auf der Donau sind, geht es mit spürbar mehr Kraft weiter. Die meisten Gäste bekommen davon nichts mit. Sie schlafen. Ich nicht. Mir ist das viel zu spannend: die Lichter, die sich im Wasser spiegeln, entgegenkommende Schiffe, die Schleusen selbst – und diese dichte, dunkle Nacht, in der man das Ufer nur erahnen kann.
    Bisher hat uns der Kapitän sicher durch alle Windungen der Donau geführt.
    Nach einem reichhaltigen Frühstück erreichten wir gegen Mittag Wien. Der erste Eindruck war ehrlich gesagt ernüchternd. So hatte ich mir Wien nicht vorgestellt – es wirkte auf mich eher wie ein kleineres Frankfurt, mit Hochhäusern und wenig Charme.
    Doch um 14 Uhr begann unsere Bustour – und damit änderte sich das Bild. Nach und nach lernten wir auch die schönen Seiten von Wien kennen: die alten Gebäude, die großzügigen Straßen, die klassische Atmosphäre.
    Den geplanten einstündigen Fußmarsch zum Stephansdom habe ich mir erspart. wir setzten uns stattdessen in ein kleines Café. Eine Wiener Melange, dazu ein süßes Gebäck – das hatte seinen ganz eigenen Reiz. Manfred ist liebevoll bei mir geblieben – zumindest zunächst. Aber meine Beine machen einen längeren Weg nicht mehr mit. Ich kann mich zwar gut am Rolli festhalten, doch durch die dichten Touristenströme hatte ich schlicht keine Lust, mich hindurchzuschieben. Diese Gruppen mit ihren grünen Touristen-Schlüsselanhängern und den farblich passenden Rucksäcken – das ist einfach nicht meine Art zu reisen.
    Ein kleines Stück den Berg hinauf, nach der Wiener Melange und dem Kringel, bin ich dann doch noch gegangen. Manfred ist weiter bis zum Stephansdom.
    Ich dagegen habe mir Zeit genommen für die Schaufenster. Die Auslagen waren schön und aufschlussreich – allerdings auch die Preise, und die hatten es zum Teil in sich. Die Geschäfte waren trotz der hohen Preise dafür erstaunlich voll.
    Auf dem Rückweg zum Bus begegnete uns sogar ein Fiaker – dieses typische Wien-Bild, das man im Kopf hat. Um 17 Uhr waren wir zurück auf dem Schiff und nun lassen den Abend ruhig ausklingen.
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  • Tag 4: Hochzeitstag in Budapest

    April 19 in Germany ⋅ ☁️ 12 °C

    Hochzeitstag in Budapest - Ich war schon ziemlich früh wach und schaut ziemlich ungewaschen in mein Smartphone. Die ersten Glückwünsch trudelten ein. Dann habe ich mich fotografiert, damit man sehen konnte, wie verwurschtelt ich am frühen Hochzeitstag-Morgen aussah. So konnte ich nicht zum Frühstück erscheinen, da muss noch "Hallo wach" dran. Aber wie? Ich schnappte mir den Tagesplan, um mal zu sortieren, was heute so auf mich zu kam und wie ich mich passend zum Anlaß anziehen könnte.

    Tagesplan
    Das Tagesprogramm für den Tag sah so aus und was mich da erwartete, war fast schon absurd, aber so waren letztendlich alle Tage getacktet:

    Sonntag der 19. April 2026
    Wettervorhersage: bis 22 Grad Sonne / ein bisschen bedeckt.

    Frühaufsteher-Frühstück von 6:30 bis 7:00 Uhr.
    Ankunft in Esztergom um 8:00 Uhr für die, die mit dem Ausflug starten wollen.
    8:30 Uhr Beginn des Ausfluges "Donauknie". Mit Audio-Geräte.
    Dann direkt das normale Frühstück bis 9:30 Uhr.
    Für alle, die es ruhiger angehen wollten: Spätaufsteher-Frühstück ab 9:30 Uhr in der Panorama-Lounge.
    Kaum verdaut, ging es weiter:
    Ab 11:00 Uhr eine Bouillon – nur für den kleinen Hunger zwischendurch.
    Und als wäre das nicht genug:
    Um 12:00 Uhr Einfahrt in Budapest mit Kommentar von Kreuzfahrtleiterin Beatrix Aretz: „Rechts sehen Sie jetzt das….und wenn Sie nach links schauen, sehen sie schon…., gleich fahren wir unter die Kettenbrücke durch und dann sind wir auch schon am Anleger. Den Platz müssen Sie sich merken, wenn Sie alleine durch Budapest laufen, denn hier startet unser Schiff um 21:45 Uhr die Rücktour.“
    Um 13:00 Uhr Anlegen – und gleichzeitig schon wieder Mittagessen im Restaurant „Vier Jahreszeiten“ oder etwas Kleines im Lido.
    Ankunft Budapest 13:00 Uhr Abfahrt gegen 22:00 Uhr. Und dazwischen? - Das sieht dann so aus:
    Nachmittags? Natürlich:
    Kaffee, Tee, Sandwiches, Kuchen von 14:00 bis 17:00 Uhr.
    Ehrlich gesagt: Man kam kaum dazu, überhaupt Hunger zu bekommen.
    Und:
    Am Nachmittag wollten auch wir los. Die „Stadtrundfahrt“ begann… sagen wir eigenwillig: Die Realität: Mit dem Bus sage und schreibe auf die andere Straßenseite. Dafür Rolli einpacken, Stufen hoch, hin setzten – eine 180° Kurve und nach vier Minuten wieder alles rückgängig. Spinn ich jetzt? Ein Moment zwischen Lachen und Kopfschütteln. Und ein trotziges Überlegen, ob ich zum Schiff zurück gehe. Nee – bin ich dann doch nicht, bin langsam hinter den Anderen hergetrottel – wohin? zur Markthalle.
    „Hallo? Sonntag!“ – dachte ich. Aber tatsächlich: Sie hatte geöffnet. Seit einiger Zeit wohl auch sonntags, wenn auch nur mit ein paar Ständen. Mehr Souvenirs als Markt, aber immerhin.
    Dann ging es wirklich los mit der Rundfahrt. Vieles kannten wir schon von Besuchen in Budapest. Am Heldenplatz ein kurzer Stopp – rein, raus, weiter. Und ich? Ich bin tatsächlich im Bus eingeschlafen. Das ist mir so auch noch nie passiert.
    Der Vorteil: Um 18 Uhr war ich wieder fit. Cocktail-Stunde. Ein kleiner Schwips und schwupps dann direkt weiter zum Abendessen. Kulinarisch sagen wir mal: ausbaufähig. Die Kartoffeln erinnerten eher an „noch nicht ganz fertig“.
    Hatte ich schon erwähnt, dass es zwischen 14:00 bis 17:00 Uhr Kaffee, Tee, Sandwiches oder Kuchen gibt. Der Hotelmanager meinte bei der Einführung: 5Tage Flusskreuz-Schifffahrt gleich 5kg mehr auf der Waage, mit den Gummibärchen an der Rezeption, die jeden Tag frisch aufgefüllt wurden: 6kg! 🤣
    Aber dann kam der Moment, der alles aufgewogen hat.

    Gegen 21:45 Uhr das Auslaufen der MS Adora. Oben an Deck. Die Lichter von Budapest spiegelten sich glitzernd im Wasser, die Gebäude angestrahlt, die Stadt wie eine Bühne.
    Und dazu Musik: „Audemus“ von Charlotte und Jürgen Wending.
    Gänsehaut-Feeling pur. Mir kamen die Tränen, es war einfach nur schön.
    Ein solcher Moment trägt einen über alles andere hinweg.
    Und ich dachte:
    Ja, genau so darf ein Hochzeitstag enden.
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  • Tag 5: Bratislava -Tag

    April 20 in Slovakia ⋅ ☁️ 15 °C

    Die Nacht von Sonntag auf Montag verbrachten wir auf der Donau – unterwegs von Budapest nach Bratislava.

    Wie an jedem Morgen erwartete uns zwischen 7:00 und 9:30 Uhr ein reichhaltiges Frühstück: gekochte Eier, Krabbensalat, kleine Würstchen, Käse, Obst, dazu Kaffee und Orangensaft.
    Um 10:30 Uhr gab es wichtige Ausschiffungsinformationen für Mittwoch – Anwesenheit war Pflicht. Direkt danach folgte ein Frühschoppen nach bayrischem Vorbild an Bord der MS Andorra. Wetterbedingt fand er in der Panorama-Lounge statt, da es auf dem Sonnendeck zu kalt war. Neben Freibier wurden viele bayerische Spezialitäten angeboten – eigentlich zu viel, wenn man bedenkt, dass um 12:30 Uhr bereits wieder Mittagessen angesetzt war.

    Mittags entschieden wir uns daher gegen das Restaurant und gingen stattdessen ins Bord-Steakhaus, um nur eine Kleinigkeit zu essen. Währenddessen legten wir in Bratislava an.
    Um 14:30 Uhr startete der Busausflug. Der Fahrer lenkte den Bus durch erstaunlich enge Gassen – beeindruckend souverän. So bekamen wir einen ersten intensiven Eindruck von der Stadt. Der Guide erklärte viel über die Slowakei – politisch, historisch und wirtschaftlich.
    Geplant war anschließend ein Rundgang zu Fuß. Das war mir an diesem Tag zu viel, ich ging zurück aufs Schiff um die Zeit für mich zu nutzten. Aber der Schlüssel für die Kabine hat Manfred. Wieder ein Problem, was wir nicht einkalkuliert haben. Es liegt wohl an vielen Dingen die im Moment schief laufen. Schlechtes Zuhören und nicht ausreichende Planung gehören auch dazu.
    Jetzt ist es 16:30 Uhr. Bis 18:15 Uhr müssen alle wieder an Bord sein, dann heißt es wieder: Leinen los. Die MS Andorra nimmt Kurs auf Dürnstein in der Wachau.
    Um 19:00 Uhr folgt – wie gewohnt – ein reichhaltiges Abendessen. Danach klingt der Abend in der Panorama-Lounge aus, mit Tanz sowie einem Frage-und-Antwort-Spiel mit der Kreuzfahrtleitung.
    Fazit zum Tag:
    Bratislava wirkt auf mich wie eine Stadt, in der man gut leben und arbeiten kann.
    Persönlich bleibt:
    Die Auseinandersetzungen mit Manfred über mein Tempo machen mir zunehmend zu schaffen. Das trübt die Reise mehr, als mir lieb ist.
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  • Tag 7: Ausschiffung und Adieu Passau

    April 22 in Germany ⋅ ☀️ 16 °C

    Um 6 Uhr klingelte der Wecker. Eigentlich überflüssig – ich war längst wach. Zu viel Bewegung im Kopf, zu viele Eindrücke, die noch nachklangen. Die Reise war zu Ende.
    Die letzten Dinge wanderten in Taschen, Rucksack und Koffer. Alles ging plötzlich schnell. Ein letztes Frühstück – fast wie eine kleine „Henkersmahlzeit“, weil man weiß: Danach ist Schluss.
    Der Abschied fiel unterschiedlich aus. Manche gingen einfach, fast beiläufig. Andere mussten schlucken, und bei einigen glänzten Tränen in den Augen.
    Da wir nicht auf einen Bus warten mussten, konnten wir uns Zeit lassen. Die Koffer hatte die Besatzung schon früh an Land gebracht. Ich blieb noch eine Weile auf dem Oberdeck sitzen, mit meinem restlichen Gepäck, und wartete auf Manfred, der das Auto holen ging.
    Dann sah ich ihn kommen. Ein stiller Moment – und gleichzeitig der Punkt, an dem klar war: Jetzt ist es wirklich vorbei.
    Schweren Herzens verließ ich das Schiff. Ein letzter Blick zurück.
    Adieu. Und wie so oft blieb Musik:
    „Audemus“ von Charlotte und Jürgen Wending lief in Gedanken weiter.
    Zuerst ging es in Passau zum Tanken, dann auf die Autobahn. Der Alltag meldete sich langsam zurück.
    Ich hatte endlich Zeit, an meinem neuen Häkel-Pullover-Schal weiterzuarbeiten. Etwas Vertrautes inmitten des Übergangs.
    Manfred steuerte ein weiteres Ziel an: die Walhalla. Für ihn ein Muss – für mich eher ein „mal sehen“. Die Entscheidung fiel schnell. Vom Parkplatz aus wären es noch etwa zwei Kilometer Fußweg gewesen. Für mich an diesem Tag zu viel. Also blieb ich im Auto.
    Mein stiller Kommentar dazu: My car is my castle.
    Und ehrlich gesagt – häkeln war in dem Moment die bessere Wahl. Mit der Zeit wurde ich etwas ungeduldig. Ein ganz praktisches Problem rückte in den Vordergrund: die nächste Toilette ließ auf sich warten. Die Walhalla selbst – ein imposanter Bau, hoch über der Donau gelegen, im Stil eines antiken Tempels errichtet unter König Ludwig I. Ein Ort für große Namen und große Geschichte.
    Aber an diesem Tag war meine Welt kleiner. Und das war auch in Ordnung.
    Nach unserem Halt bei der Walhalla ging es weiter. Etwa zwei Stunden lagen noch vor uns – gut zu schaffen, auch wenn die Müdigkeit langsam spürbar wurde.
    Unser nächstes Ziel: Himmelstadt. Schon der Name macht neugierig – und tatsächlich fanden wir dort ein kleines „Himmelreich“. Direkt am Main, ruhig gelegen und ganz in der Nähe unseres eigentlichen Ziels, entdeckten wir einen kleinen Biergarten. Kein großes Spektakel, sondern einfach ein angenehmer Ort zum Durchatmen. Genau das Richtige nach der Fahrt. Von dort war es nur noch ein kurzes Stück bis zur Pension Ullrich in Rieneck, wo wir später ankamen.

    Rückblickend: Dieser Zwischenstopp war kein Umweg, sondern eine gute Entscheidung. Manchmal sind es gerade diese kleinen, ungeplanten Orte, die einer Reise ihren eigenen Klang geben.
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  • Tag 8 – Zwischenstopp mit Blick auf die Burg

    April 23 in Germany ⋅ ☀️ 19 °C

    Von Passau aus ging es über die A3 Richtung Rieneck. Unser Ziel war ein Zwischenstopp auf dem Heimweg – und der entpuppte sich als kleiner Glücksgriff.
    Am Mühlrain fanden wir die Pension Ullrich. Wir waren die einzigen Gäste. Das Zimmer: hell, freundlich, mit Sonnenbalkon – und auf der anderen Seite der direkte Blick hinauf zur Burg. Ruhig, fast ein bisschen wie aus der Zeit gefallen.

    Am nächsten Morgen erwartete uns ein gutes Frühstück, begleitet von einem netten Gespräch mit den Gastgebern. Genau diese Mischung aus Ruhe und persönlicher Atmosphäre macht solche Orte aus. Drei Sterne – und diesmal wirklich verdient.

    Gut gestärkt machten wir uns noch auf den Weg zur Burg Rieneck. Hoch über dem kleinen Spessartstädtchen gelegen, mit dicken Mauern und Zinnen, wirkt sie schon von außen beeindruckend. Drinnen spürt man schnell: Das ist kein Museum, sondern ein lebendiger Ort. Heute dient die Burg als Zentrum des Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Besonders ungewöhnlich ist die Turmkapelle, die direkt in den Bergfried eingebaut ist – so etwas findet man selten.
    Dann ging es endgültig nach Hause. Über die A45 fuhren wir über die neue Talbrücke Rahmede – ein moderner Ersatz für die alte Brücke, die wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Ein Stück Strecke, das inzwischen fast schon selbst Geschichte erzählt.
    Um 14:30 Uhr waren wir wieder zu Hause. Gesund, müde – und mit einem Briefkasten voller Post.

    Und vor allem: mit vielen Eindrücken im Gepäck, die bleiben.
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  • Unser Schiff, unser Zimmer

    April 27 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    So haben wir das Schiff vorgefunden. Alle Fotos sind aus dem Katalog, aber so sah es auch tatsächlich aus. Auszug aus dem Reisekatlog: Die ADORA wurde im März 2019 mit der Baunummer 3557 von der Werft Den Breejen im niederländischen Hardingveld an die bulgarische Reederei Dunav Tours übergeben. Das Schiff ist langfristig an den Bonner Reiseveranstalter Phoenix Reisen verchartert, der damit Reisen auf der Donau anbietet.

    Phoenix Reisen bietet auf der ADORA 95 Passagierkabinen in sieben verschiedenen Kabinenkategorien an. Das Servicepersonal an Bord stammt hauptsächlich aus Osteuropa und Südostasien, ist aber größtenteils deutschsprachig. Generell ist die Bordsprache deutsch. Phoenix Reisen stellt einen deutschsprachigen Kreuzfahrtleiter. Tagesprogramme, die tägliche kleine Tageszeitung sowie alle Speise- und Getränkekarten sind ebenso durchweg in deutscher Sprache.
    Der Dresscode an Bord ist leger bis sportlich elegant. Zu Galaabenden wird gerne auch etwas elegantere Kleidung, aber keine festliche Abendgarderobe, getragen. An Bord herrscht eine sportlich-elegante Wohlfühlatmosphäre.
    Die schick und geschmackvoll gestalteten Räumlichkeiten der ADORA sind lichtdurchflutet und hell. Das warme Ambiente ist äußerst modern, schlicht, nicht überladen und hochwertig. Es ist durchgängig in allen Bereichen sehr geschmackvoll, stimmig und vermittelt ein durchaus gehobenen Standard. Das Mobiliar ist weitest-gehend in heller Naturholzoptik gehalten. Die Polster sind in aktuellen cremefarbenen Farbtönen gestaltet.
    Mobil eingeschränkte Gäste können problemlos alle Decks der ADORA erreichen. Ein Aufzug verbindet alle innenliegenden Decks miteinander. Einzig das Sonnendeck ist nicht per Aufzug erreichbar. Dieses kann aber per Treppenlift, der an der vorderen Außentreppe (führt zum Außenbereich der Panorama-Lounge am Bug des Schiffes) zu finden ist, erreicht werden. -Ende Katalog-
    Stimmt zwar, aber den Treppenlift habe ich nie in Aktion gesehen, außerdem, war das Personal nicht so wirklich auf Gäste mit Behinderungen eingestellt. Die Rollis durften aber in der Rezeptionsebene stehen bleiben. Dort gab es auch einen Tisch mit Haribo-Gläsern, die ordentlich nachgefüllt wurden.
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    Trip end
    April 24, 2026