Minchen unterwegs

Joined March 2019Living in: Sargans, Schweiz
  • Day61

    Immer höher hinaus

    October 11 in Japan ⋅ 🌧 21 °C

    Da uns der Tokyo Tower noch nicht hoch genug war, wollten wir am Donnerstag umbedingt noch auf das höchste Gebäude von ganz Japan, den Skytree.

    Wir haben uns mit vielen anderen Touristen in einen Lift gezwängt und sind in einem Wahnsinns Tempo in die Höhe gefahren. Der erste Halt war auf 350 Metern, wo wir bereits eine fantastische Sicht über ganz Tokyo hatten. Wir haben uns für mehr als 2h Stunden in das Turm Kaffee gesetzt und den Ausblick genossen. Nebenher haben wir auch angefangen Pläne zu schmieden wohin uns unsere Reise als nächstes bringen soll. Wir kamen zum Entschluss, dass wir noch eine Nacht länger in Tokyo bleiben würden, also bis am Samstag, und wir dann nach Nikko weiter fahren würden. Da der Plan soweit stand, ging es mit dem Lift weiter nach oben, bis auf 450Meter. Es war einfach gewaltig, denn egal wohin man schaute, man sah nirgends das Ende der Metropole. Einfach nur Häuser, Strassen und Blocks soweit das Auge reichte.

    Im Souvenir Shop ist mir Alex mit einem Shiba Ina Plüschtier entgegen gekommen, dieses war so kuschelig und gemütlich, dass wir es gleich adoptiert haben. Nun ist „Shibu“ teil unserer Reisetruppe und begleitet uns, zumindest bis wir wieder ein Paket Richtung Heimat senden. Nach dem Mittagessen haben wir den Skytree verlassen und als Alex die GoPro im Rucksack verstauen wollte habe ich mich nur ganz kurz auf eine Bank gesetzt. Als er sich wieder in meine Richtung umdrehte, war ich bereits eingeschlafen. So ein Mittagsschlaf ist aber auch was herrliches.

    Auf dem Rückweg haben wir noch einen kleinen Bummel beim Asakusa Schrein gemacht bevor wir, richtig Klischee mässig, in einem Katzenkaffee vorbei sind. Dieses war natürlich nichthalb so lustig wie das Hundekaffee am Vortag, da die Katzen den Franzosen haben raushängen lassen und uns die meiste Zeit einfach arrogant ignorierten.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day61

    Die tägliche Dosis Jööööhhhh

    October 11 in Japan ⋅ 🌧 21 °C

    Am Mittwoch sind wir bereits so früh am Morgen aus dem Haus, dass als wir im berühmten Jugendviertel „Harayuku“ angekommen waren, alles noch geschlossen war. Somit haben wir uns die Zeit genommen und in einem Kaffee in Ruhe „zmörgelet“ und konnten dann in unseren kunterbunten Tag starten.

    Das Harayuku Viertel ist der Ort welcher sozusagen der Jugend gehört. Alle Shops, Bars und Kaffees sind aussergewöhnlich farbig, schrill, glitzerig oder auch düster und Gohthic mässig, aber Hauptsache auffällig und anders. Es ist auch der Ort wo man die ganzen Mädchen mit ihren puppenartigen Kleidchen sieht, welche sie mit viel Stolz zur schau stellen. Man könnte stundenlang nur die Leute beobachten welche durch die Strassen gehen und es würde einem Garantiert nie langweilig werden.

    Das Highlight des Tages war jedoch ganz klar der Besuch in einem Hundekaffee. Dort konnten wir für eine halbe Stunde, nicht nur einen Kaffee schlürfen, sondern auch mit den zuckersüssen Shiba Inu Hunden Kuscheln und Spielen. In Japan sieht man ja fast überall nur diese eine Hunderasse. Dies liegt unter anderem auch daran, dass diese Hunde dem Fuchs ähnlich sehen und dieser ist eines der wichtigsten Schutztiere im Japanischen Glauben. Auf jeden Fall war es so ober mega süss, mit den flauschigen und kuscheligen Hunden Zeit zu verbringen. Vor allem Alex kam nicht mehr aus dem Schwärmen raus und strahlte nach dieser Tagesdosis Jööhhhh noch den ganzen Nachmittag übers ganze Gesicht. Das wir uns auch so einen Hund nach Hause holen steht nun ganz gross auf seiner Wunschliste.

    Nebst dem Hunde Kaffee waren wir auch noch in einem Monster Kaffee welches uns empfohlen wurde. Dieses hat in das Viertel gepasst, wie die Faust aufs Auge. Als wir durch den Eingang schritten, dröhnte uns bereits laute Pop Musik entgegen und vor lauter Farben, Formen und Figuren wussten wir gar nicht wohin wir zuerst schauen sollten. In der Raum Mitte stand zur Deko auch ein riesiger überdimensionaler Kuchen welcher sich gedreht hat und ein farbigeres WC haben wir noch nie gesehen. Die Fruchtcocktails waren überraschenderweise richtig gut und haben gar nicht Monster mässig geschmeckt.

    Da ich, wie bereits erwähnt, in der letzten Zeit etwas müde war sind wir früh zurück ins Hotel und um den Relax Faktor noch zu topen haben wir uns mit Uber Eats zum Abendessen McDonalds ins Hotel liefern lassen und danach blieb sogar noch Zeit für unser all abendliches Bad.
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  • Day61

    One Piece Tokyo Tower

    October 11 in Japan ⋅ 🌧 21 °C

    Der Dienstag stand bei uns komplett unter dem Motto „One Piece“. Dies ist eine Anime Serie welche 1999 das erste Mal im TV ausgestrahlt wurde und sich seit dem zur erfolgreichsten Anime Serie aller Zeiten gemausert hat.

    Der Tokyo TV Tower hat anlässlich des 20 Jahre Jubiläums der Serie ein kleines Themenland innerhalb des Towers aufgebaut, in welchem man eine Ausstellung sowie eine LiveShow bestaunen kann und es gibt diverse kleine Spiele sowie ein Themen Restaurant und ein Fan Shop. Da wir am Morgen ausgeschlafen hatten, gingen wir genau zur Mittagszeit zum Turm, wo ich zum Zmorge-Zmittag einen hervorragenden Crêpes mit Erdbeeren, Bananen und Schoggi gegessen haben. Bevor wir uns dem „One-Piece“ Themenland widmen wollten, fuhren wir mit dem Lift erst einmal in die Höhe, um die Aussicht von Oben zu geniessen.

    So eine Sicht über eine mega Metropole ist jedes Mal beeindruckend und man fühlt sich so winzig klein. Leider war es ein wenig bewölkt, so das wir vom berühmten Mount Fuji nur den unteren Teil als Umriss erkennen konnten. Da wir aber noch vor hatten nach Hakone, einen berühmten Ort in der Natur mit bester Sicht auf den Berg, waren wir nicht so traurig. Beim Halloween Foto Stand haben wir es uns ganz klar nicht nehmen lassen, uns zu verkleiden und in eine Grusel Pose zu werfen. Halloween ist wirklich ein grosses Thema in Japan, seit unserer Ankunft Ende September sehen wir überall Alles rund um die Gruseligste Zeit des Jahres.

    Nachdem wir die Aussicht genossen hatten, ging es endlich ins „One Piece Wonderland“. Ich muss zugeben, so überhaupt keine Ahnung von dem ganzen Thema zu haben, aber Alex hat es sehr gut gefallen da alles mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet war und er den Anime gut kannte. Es waren auch ein paar Hardcore Fans da, die sich als ihre Lieblingscharakter verkleidet hatten, was dem ganzen noch etwas mehr Charme verliehen hat. Obwohl die Liveshow nur auf Japanisch war, hat es trotzdem viel Spass gemacht, der lauten und schrillen Truppe auf der Bühne zuzuschauen. Die Zeit verging wie im Flug und als wir wieder ins Freie gingen, war es bereits dunkel draussen und unsere Magen haben geknurrt wie verrückt. Alex hatte uns bereits ganz in der Nähe die angeblich beste Pizzeria in Tokyo herausgesucht und dort wollten wir Essen gehen. Die Pizza war dann auch verdammt lecker, sogar die beste seit wir von zu Hause los sind. Nach dem Essen konnten wir auch guten mit gutem Gewissen zustimmen, dass es die beste Pizza von Tokyo war.
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  • Day60

    Electro Town

    October 10 in Japan ⋅ ⛅ 22 °C

    Wenn es an jeder Ecke Ladekabel, Handyhüllen und Games zu kaufen gibt, dann ist man mit grösster Wahrscheinlichkeit im Akinhabara Distrikt, auch Electro Town, gelandet und genau dahin hat es uns am Montag verschlagen.

    Oftmals sieht man vor lauter Reklametafeln nicht einmal mehr die Gebäude und es gibt überall so viele Rolltreppen, dass man sich teilweise wie in einem Rolltreppen-Labyrinth fühlt. Wer aber denkt, dass man in Japan günstig an Elektronik Artikel kommt, der liegt völlig falsch. Warum genau weiss ich zwar nicht, aber in Japan kostet alles was in irgendeiner Art und Weise ein Kabel oder einen Akku hat, ein Stück mehr als bei uns. Selbstverständlich gibt es in Akinhabara auch wieder viele Anime Geschäfte, in welchen die ganzen Figürchen und Liebhaber Artikel verkauft werden und lustigerweise findet man auch ganz viele Sex Shops. Was es dort alles an verrückten Kostümen Perücken gibt, zB. Froschkönig, Küchenmädchen, Manga Prinzessin usw., glaubt einem kein Mensch. Diese Shops locken scharenweise Touristen an und so hört man dort nebst Französich, Italienisch und co. auch öfter mal Schwitzerdütsch.

    Nebst den Ständen mit allerlei Leckereien gibt es in Electro Town auch viele Kaffee‘s welche einem ganzen Thema gewidmet sind. Da Alex ein jahrelanger Fan der Final Fantasy Games ist, besuchten wir für eine kleine Stärkung ein „Final Fantasy Cafe“. Wie bei solchen Cafe‘s üblich, muss man zuerst ein Eintrittsticket kaufen, bevor man dann eine neue Welt betreten darf. Die Speisen und Getränke werden, wie der ganze Rest des Cafe‘s, dem Mottogerecht und es macht viel Spass unter gleichgesinnten seine Kunterbunten Getränke zu schlürfen. Zu erwähnen währen da auch noch die berühmten Maid Cafés welches an Wort wörtlich jeder Ecke gibt. In diesen wird man von hübschen kostümierten jungen Frauen bedient, welche eine Show mit viel Tam Tam und Gesang machen und einem wie König und Königin behandeln. Nein, bis jetzt waren wir in noch keinem solchen Maid Café.

    Da mich der Tag in dieser extrem farbigen und auch lauten Umgebung so müde gemacht hat und ich blöder weise auch noch so starke Kopfschmerzen bekam, hat sich Alex um unser Abendessen gekümmert. Im Lawson Shop gleich beim Hotel um die Ecke hat er uns Salat, Seranschinken und Spagetti besorgt, welche wir dann ganz gemütlich vor dem Fernseher gegessen haben.
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  • Day59

    Die mega Kreuzung

    October 9 in Japan ⋅ ⛅ 21 °C

    Bei meinem letzten Bericht habe ich vor lauter Schreiben über das Öffentliche Bad, ganz vergessen von der Salsa Party zu erzählen. Eigentlich auch nur ein Detail am Rande, aber uns hatte es am Samstag Abend mega Spass gemacht, wieder einmal Tanzen zu gehen. Ausserdem waren wir sehr beeindruckt wie sehr die Salsa Szene in Tokio abgeht. Das Einzige worauf ich wirklich gut hätte verzichten können, war der Tritt eines Stilettos auf meinen Fuss, welcher genau unter dem Knöchel einen schönen blauen Fleck hinterlassen hat.

    Am Sonntag wollten wir uns so richtig ins Getümmel stürzen und sind mit der Metro nach Shibuya gefahren. Dieser Distrikt ist unter anderm für seine gewaltigen Shopping Möglichkeiten berühmt, aber auch für die Statue von Hachiko dem treusten Hund welcher noch nach Jahren an diesem Bahnhof auf sein verstorbenes Herrchen gewartet hat. Am berühmtesten ist der Ort jedoch definitiv wegen der riesigen Kreuzung. Bei jedem einzelnen Mal wenn die Ampel auf grün schaltet, überqueren mehr als 3000 Menschen die Strasse. Das ist echt ein Wahnsinns Gefühl und was man sich kaum vorstellen kann ist, dass einem kaum jemand im vorbeigehen berührt. Niemand schubst oder drängelt, es schlängelt sich alles schön ineinander, so dass wir auch einen coolen Videoclip drehen konnten.

    Die unzählige Shops liessen mein Fashionherz viel schneller schlagen, als es gesund wäre. Jedoch waren in fast allen Geschäften die Kleider nur in Uni Size zu vorhanden und da ich definitiv nicht die Figur einer kleinen, feinen Asiatin habe und es für Männer fast gar nichts gab, blieb unser Portmonee weitgehend verschont. Es war jedoch auch so ein Riesen Spass das kunterbunte Sortiment und die ganzen Menschen zu bestaunen. Lustig, beeindruckend, beängstigend, mega modisch und schräg sind nur einige Begriffe welche uns zu den Outfits welche wir gesehen haben einfallen. Auf jeden Fall fällt hier auf, wer nicht auffällt.

    Dazwischen waren wir im angeblich besten Sushi Restaurant von ganz Tokio beim Mittagessen. Das Sushi konnte man direkt vom Laufband essen, oder zusätzlich per Tablett bestellen. Die Bestellungen wurden jeweils von einem kleinen Zug, über ein Schienen Netzwerk welches durchs ganze Restaurant führte, direkt an den Tisch geliefert. Selbst ich, die keinen rohen Fisch mag, bin mehr als satt von dem leckeren Essen geworden und wir waren uns einig, dass sich das 30 Minuten warten vor dem Resti in einer mega langen Schlange wirklich gelohnt hatte.

    Am Nachmittag durfte sich dann Alex ein wenig austoben und wir waren haben VR Gaming gemacht. Für alle die keine Nerds sind: Man zieht eine Brille an, mit welcher man in eine andere Realität versetzt wird ( Virtual Reality) und dann muss man zB. ein Spiel spielen, oder eine Aufgabe lösen. Schon das anziehen dieser Brille ist sehr Gewöhnung bedürftig, denn man sieht sich selber nicht mehr und es fühlt sich echt an, als ob man in einem andern Universum ist. So habe ich die „Waffe@ welche ich halten sollte auch gleich mal der Spieleleiterin an den Kopf gehauen. Im Falle unseres Spieles standen wir auf Plattformen ganz weit oben in der Höhe und Alex und ich mussten als Team die anderen Plattformen erobern. Dies klingt alles ganz lustig und einfach, da es sich aber wirklich anfühlt als ob man in luftiger Höhe auf einer kleinen Fläche steht, haben meine Knie ziemlich gezittert und ich hatte Angst herunter zu Fallen. Das Spiel haben wir, Dank Alex seinen hervorragenden Gamer Fähigkeiten, gewonnen und dass dies die Zukunft des Gamen sein soll können wir nun noch besser verstehen, denn es macht ultra viel Spass.
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  • Day58

    Tokio, ein herzliches Willkommen

    October 8 in Japan ⋅ ⛅ 23 °C

    Wir hätten niemals gedacht, dass Reisen so anstrengend sein kann. Die vielen kleinen Pannen welche an den Nerven zehren, die vielen Glücksmomente welche verarbeitet werden wollen und natürlich die ganze körperliche Belastungen. Immer wieder das Rucksack schleppen, aber auch das Stundenlange gehen um möglichst viel zu sehen, das Temperaturen auf und ab (30Grad draussen und drinnen Sibirien wegen der Klimaanlage) und natürlich das immer auf Achse sein im generellen. So spüren wir beide unsere Knie so stark, dass ohne Knie Stützstrumpf nichts mehr geht, wir sind beide Erkältet und so richtig müde. Um nicht weiter Jammern zu müssen, haben wir es in Tokio ein wenig langsamer angehen lassen und ich habe mir mit Schreiben eine kleine Pause gegönnt. Nichts desto trotz möchten wir nun unsere Abenteuer der letzten Tage mit ein paar kürzeren Beiträgen noch mit euch teilen.

    Tokio hat, wie so oft, mit einer kleinen unnötigen und nervigen Geschichte begonnen. Wir sind am Freitag (Alex seinem Geburtstag) mit dem Shinkansen von Nagoya nach Tokio. Wie Voll-Profis haben wir unseren Weg vom Bahnhof zur Subway Station und zu unserem Hotel gefunden. Wir hatten uns die selbe Hotelkette wie in Nagoya gebucht, einfach mit mehr m2, damit wir endlich einmal wieder etwas Platz für uns hatten. Dort angekommen waren wir jedoch etwas verwirrt, denn bereits die Lobby wirkte nicht halb so schön wie in Nagoya und der Lift wirkte ebenfalls alles andere als einladend. Das Zimmer war dann auch wirklich gross und der Ausblick super, nur von sauber oder gemütlich konnte keine Rede sein. Und ich spreche hier nicht von ein paar Haaren am Fussboden, nein ich spreche von Spermaflecken auf den Zierkissen und Fussnagel stücke auf dem Sessel. Da kein anderes Zimmer Verfügbar war und sie es nicht auf die Schnelle putzen konnten, mussten wir uns eine neue Bleibe für die folgende Woche suchen. Auf Booking fand Alex nur 126 Meter entfernt ein hübsches Hotel in welchem wir sogar ein luxuriöses 20m2 Zimmer buchen konnten. Das Hotel hat sogar ein, in Japan sehr beliebtes, öffentliches Bad. So viel Luxus wollten wir uns eigentlich gar nicht gönnen, aber in diesem Fall sind wir froh, ist die Geschichte so passiert und wir zum Glück gezwungen worden sind.

    Am Samstag wurden wir dann ganz offiziell in Tokio Willkommen geheissen und zwar von Seiko und ihrer Familie. Seiko ist eine langjährige Freundin meiner Schwester, welche sie vor mehr als 10 Jahren bei einem Sprachaufenthalt in New York kennen gelernt hat. Seiko hat uns an der U-Bahnstation zusammen mit ihrem grossen Sohn abgeholt und uns ganz herzlich Begrüsst. Zusammen sind wir zu ihrer Wohnung gegangen, welche ganz in der Nähe war, und ihr Sohn der zu Beginn noch ganz scheu war, taute bereits auf und fing an mit Alex zu spielen. Bereits vom Balkon winkte uns ihre Schwiegermutter und ihr kleinster aufgeregt zu. Nach einer weiteren herzliche Begrüssung und einem Glas gekühltem Tee, trafen auch noch die Schwägerin und Nichte ein, welche umbedingt ihr Englisch üben wollten. Alle zusammen gingen wir in den nahegelegenen Supermarkt um für das Mittagessen einzukaufen und man glaubt es kaum, in dem Shop gab es tatsächlich Schweizer Schoggi!!! Natürlich zu völlig horrenden Preisen, CHF 6.- für eine Tafel, aber ich konnte nicht widerstehen und wir haben nebst den Kägifrets für unsere Gastgeber auch noch Toblerone und Lindt Schoggi gekauft. Seiko hat dann angefangen eine leckere Spezialität zu kochen (es tut mir so leid, aber ich weiss nicht mehr wie es geheissen hat) und ich habe in wenig mit der Nichte geplaudert. Die Jungs indessen hatten einen riesigen Spass mit Alex zu spielen und der grosse hat immer zu auf Japanisch mit ihm gesprochen, ganz so als ob Alex jedes Wort verstehen würde. Das Essen war dann wirklich mega, mega lecker und es war äussersts amüsant zu sehen, wie Tomashy mit seinen Kindern-Chopsticks gegessen hat. Nach einem gemeinsamen Ausflug zu einem Tempel, bei welchem die sehr berühmten 47 Ronin (siehe Film mit Keanu Reeves) beerdigt sind und einem Besuch auf dem Spielplatz, war es schon wieder Zeit sich zu verabschieden. Es war mega schön solch einen gemütlichen Tag zusammen mit der Familie verbracht zu haben und es war auch mega spannend, da wir viele Antworten zu Fragen bekamen, welche wir uns immer wieder während der Reise gestellt hatten. In dem Sinn, nochmal ein herzliches Dankeschön liebe Seiko und Familie.

    Am Abend war ich dann noch im öffentlichen Bad unseres Hotels, was in der Japanischen Kultur und Tradition tief verwurzelt ist. Frauen und Männer haben jeweils ein separates Bad. Dort wird sich zuerst ausgiebig auf Sitzhöckern gewaschen, bevor es nachher nackt ins gemeinsame Becken geht. In diesen Public Bath‘s trifft sich jeweils Jung und Alt und es wird sich nicht nur gewaschen und die Haar gemacht, sondern auch geplaudert und relaxt. Man könnte fast sagen, wofür sich die Frauen in Europa zum Kaffe treffen, treffen sich die Japanerinnen im Onsen (Badehaus). Und natürlich schläft es sich nach solch einem Bad gleich doppelt so gut.
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  • Day54

    Dracula im Vergnügungspark

    October 4 in Japan ⋅ ⛅ 26 °C

    Als wir am Dienstag unsere Rucksäcke schulterten, fühlten sie sich zunächst wirklich leichter an, als noch das Mal bevor wir Ballast los wurden. Lange hielt das Gefühl jedoch nicht an, denn nach 10 Minuten fühlte ich mich wieder an meiner Körperlichen Grenze und mit wackeligen Knien und Schweiss der zwischen den Schulterblättern hinunterläuft kann es schonmal passieren, dass ich ein (ganz kleines) bisschen zickig werde. Aber da muss Alex mit mir durch.
    Wir hatten geplant den Shinkansen Hakari nach Nagoya zu nehmen, dass ist einer der schnellsten Züge der Welt. Wie alles in Japan, ist auch das Zugsystem perfekt durch organisiert und es ist auf Anhieb klar ersichtlich wo man Einzusteigen, wo Auszusteigen oder wo zu warten hat. Während die Landschaft bei rund 280km/h an uns vorbei zog, haben wir nebst unseren üblichen Sandwichs aus dem Lawson Shop auch noch eine Bentobox zum Zmorge gegessen.

    Wir hatten das MyStays in Ngoya gebucht, wo wir sogar nur noch 13m2 zur Verfügung hatten. Da wir nur 3 Nächte dort waren, war es in Ordnung, dass immer nur eine Person im Zimmer stehen konnte und die andere entweder im Bett oder im Klo sein musste. Nagoya selbst ist auch nicht umbedingt das typische Reiseziel in Japan. Es gibt zwar das Schloss mit einer hübschen Anlage dazu und eine recht typisch japanische Einkaufsstrasse, aber abgesehen von unserem Geheimtipp war es das dann eigentlich schon.

    Zu unserem Geheimtip, der dieses Mal auch wirklich einer ist: Ich bin mir sicher, fast jede Person hatte als Kind einmal davon geträumt wie es wohl wäre einen Vergnügungspark für sich alleine zu haben, oder zumindest bei keiner Bahn anstehen zu müssen und genau diesen Traum haben wir uns erfüllt. In der Nähe von Nagoya gibt es das Nagashima Resort, eine Anlage mit einem Outlet, einem Wasserpark, einer Spa Landschaft und tadaaaaa einem Vergnügungspark. Speziell bei Touristen ist dieser kaum bekannt, was ziemlich sicher auch daran liegt, dass kaum Informationen auf Englisch zu finden sind. Davon haben wir uns aber nicht aufhalten lassen und uns dem sehr komplizierten Anfahrtsweg, mit 3 Mal Umsteigen, gestellt. Als wir den Park erreichten, 1 Stunde vor Öffnung da die Anfahrt sonst noch komplizierter geworden wäre, fanden wir es aber schon ein wenig seltsam, dass alles wie ausgestorben wirkte. Wir haben dann die Wartezeit mit dem Essen unserer (einmal mehr) Lawson Sandwiches und einem kurzen Videochat mit meiner Schwester überbrückt, aber selbst kurz vor Eröffnung waren es nicht mehr als 10 Personen die am Ticketschalter am warten waren. Einen ganzen Park für uns, wir konnten es kaum glauben und hatten immer ein wenig Angst, dass wir am falschen Eingang standen. Dies war dann glücklicherweise doch nicht der Fall und wir konnten um 9.00 Uhr unsere Tickets erwerben. So dass wäre geschafft gewesen, nun galt es noch eine Lösung für das Problem mit Alex seinem Tattoo (ein Heartagram im Nacken) zu finden, denn was wir vorher nicht gewusst hatten war, dass es Menschen mit Tattoos nicht gestattet ist den park zu betreten. Upppsss! Da Japan sehr strikt ist, was die Einhaltung von Regeln betrifft und das Verbotsschild ganz gross an mehreren Stellen platziert war, mussten wir schnell kreativ werden. Bis zum ersten Souvenir Shop hatte er sich einfach sein Jäckli um die Schulter gelegt und dort hat er sich ein Spiderman Schweiss Tüchlein gekauft, wie sie in Japan ganz oft um den Hals gelegt werden. Der Versuch scheiterte jedoch sehr schnell, da das Tattoo immer noch zwischen T-Shirt und Schweiss Tuch immer noch zu sehen war. So blieb ihm keine andere Lösung, als das Vampir Cape in Kindergrösse zu kaufen. So kam es dazu, dass Alex den ganzen Tag wie Dracula durch den Vergnügungspark stolzierte und auch so manchen Blick auf sich zog.

    Der Park an sich hatte wirklich unglaubliche Attraktionen, Die Achterbahnen waren so unglaublich crazy, zB. Die Steel Dragon 2000 Achterbahn war über 90Meter hoch und hatte eine Geschwindigkeit von 153km/h wohingegen der berühmte Silverstar aus dem Europa Park nur 73Meter misst und nur 127km/h schnell ist. Die Loopings waren so krasse, dass ich teilweise nur noch schwarz vor Augen hatte und danach jeweils am ganzen Körper gezittert habe. Bei der Acrobat war man dann wieder auf dem Bauch fliegend unterwegs für den extra Kick und bei der grünen Bahn wurde man zusätzlich in einem rasanten Tempo um die eigene Achse geschleudert. Das ganze war komplett ohne einmal in einer Warteschlange stehen zu müssen, einfach unglaublich! Leider wurde mir das dann auch ein wenig zum Verhängnis, denn keine Warteschlange bedeutet auch, keine Pause für den Körper und so habe ich ziemlich schnell bemerkt, dass ich das Ganze nicht mehr so gut vertrage wie als ich noch „jünger“ war. Der „Giant Frisbee“ war schlussendlich mein Todesschuss. Dieser funktionierte wie ein riesengrosses Pendel, das mit einer gewaltigen Kraft eine rotierende Scheibe hin und her schwingt. Ich glaube einmal hätte ich es wahrscheinlich noch ausgehalten, aber wir waren gleich zweimal nach einander auf der Bahn. Danach war mir so schlecht und ich hatte so Kopfschmerzen, dass ich den ganzen restlichen Tag auf keine Bahn mehr konnte und nur noch gejammert habe.

    Alex hat das ganze ganz locker genommen und hat die anderen Bahnen ohne mich gemacht. Bei der einen Bahn hat er eine Gruppe Jungs, welche meinten er sei wegen Halloween verkleidet, geschockt in dem er ihnen gezeigt hat, dass er das Cape nur wegen dem Tattoo trägt. Die wollten dann nicht mehr mit ihm reden ;-) Zum Abschluss ging es noch durch das Gruselkabinet, dieses war so alt und so schlecht gemacht, dass es schon fast wieder gruselig war. Lustigerweise, gab es für den Rückweg einen direkten Bus in die Stadt und so mussten wir nur einmal umsteigen bis wir wieder in unser Hotel kamen. Also Alles in Allem würden wir diesen Park wirklich jedem Adrenalin Junkie ans Herz legen, denn abgesehen vom „Grotten schlechtem“ Essen, war der Park wirklich der Hammer und wir hatten einen Riesen Spass.
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  • Day51

    Geishas und der Bambuswald

    October 1 in Japan ⋅ ⛅ 29 °C

    Was man sich in Kyoto auf keinen Fall entgehen lassen sollte, ist ein Spaziergang durch die Altstadt und genau dies haben wir am Sonntag gemacht.

    Die wunderschönen alten Holz Häuschen reihen sich der Kopfsteinpflaster Strasse entlang, kleine Tempel und Altare finden dazwischen Platz und überall sieht man Frauen in Kimonos die Strasse entlang gehen. Wir waren ganz fasziniert mit wie viel stolz die Frauen aber auch Männer die traditionellen Gewänder trugen. Wären da nicht die vielen Touristen gewesen, hätte man meinen können, in einem Japanischen Film von längst vergangener Zeit zu sein.Vor lauter Schnick Schnack der überall verkauft wird, fiel es teilweise schwer sich nur auf die Schönheit der Altstadt zu konzentrieren.

    Früher war es noch ein Geheimtip, mittlerweile weiss es jeder, dass es den wohl schönsten Starbucks der Welt in der Altstadt von Kyoto gibt. Um das kurz klar zu stellen: wir sind keine Fans von Starbucks, wegen dem ganzen Abfall und von wegen die Amerikaner können doch keinen guten Kaffee machen, aber diesen Shop muss man einfach gesehen haben. Er ist in einem dieser wunderschönen alten Häuser, welches man so in seiner vollen Pracht auch von Innen bestaunen kann, und sitzt gemütlich auf Tatami Matten oder Kissen am Boden um die kleinen Tische herum. Ein weiterer Geheimtip der noch ein bisschen geheimer ist, ist das Macha Haus in welchem es wiederum diverse Schnausereien, wie zB. Macha Tiramisu oder Macha Cocktails gibt und die den perfekten Nachmittag Snack darstellen.

    Es wird ebenfalls gemunkelt, dass im Gion District (auch Diplomaten Viertel) um 17:00 Uhr herum, die Wahrscheinlichkeit am grössten ist einen Blick auf eine richtigen Geisha oder Maiko (Geisha Lehrling) zu erhaschen. Da man in diesem Viertel nicht Velo fahren darf und es in Kyoto oftmals schwierig ist einen Velo Parkplatz zu finden, haben wir unsere einfach mitgenommen und sie die ganze Zeit gestossen. Es wäre zwar so sehr schwierig gewesen, eine Hand fürs Fotografieren einer Geisha frei zu haben, allerdings hatten wir leider so wie so kein Glück und uns hat sich keine gezeigt. Ich muss aber zugeben, dass ich am Abend vorher durch einen Vorhang in ein Edel Restaurant „gespannert“ hatte und dort einer Maiko beim servieren zuschauen konnte.

    Eine kleine Warnung an alle Vegetarier, hier bitte nicht weiter lesen. Die japanische Küche ist nebst Fisch, auch sehr Fleisch lastig. Fast jeder hat schon einmal von dem berühmten Kobe Fleisch, das beste, saftigste und zarteste Fleisch der Welt gehört und auch von Wagyu Beef (fast genau das selbe nur eine kleine Bürokratie Sache). Solch edles und gutes Fleisch wollten wir umbedingt auch probieren und so haben wir uns in einem netten kleinen Restaurant eine Fleischplatte und eine paar Beilagen bestellt und diese auf dem kleinen Grill vor uns selbst grilliert. Bereits nach dem ersten Bissen dieses zarten Fleisches hatten wir einen Fleischgasmus und waren im Himmel des guten Geschmackes angekommen. So saftig und zart, es zerfiel im Mund und dann auch noch diese perfekt abgestimmte Sauce und der knackig frische Salat an Sesam-Dresing. Ich muss aufhören, ich bekomme schon wieder Hunger.

    Dieses ganze Essen wollten wir uns am Montag gleich wieder abtrainieren und so sind wir um kurz nach 6 Uhr mit den Fahrrädern los um auch noch die letzten zwei Sehenswürdigkeiten auf unserer Kyoto-Liste abzuhacken. Die ersten 10 Kilometer bis zum Bambuswald gingen eigentlich noch ganz gut, auch wenn wir immer im Kopf hatten, wie anstrengend es wohl später in der glühenden Hitze sein würde, wenn wir wieder nach Hause radeln wollten. (Wetter der letzten Tage: Sonne und immer ca. 30 Grad) Beim Bambuswald hatten wir dann aber zuerst mal ganz andere Sorgen, denn wieder fanden wir nirgends einen Parkplatz für unsere Drahtesel. Auch dieses Mal versuchten viele Japaner uns mit Händen, Füssen und Übersetzungsappszu helfen (Englisch wird hier nur sehr wenig gesprochen). Solch eine Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft haben wir bis jetzt in noch keinem anderen Land je erlebt, selbst der Service in Restaurants ist auf einem ganz anderen Level als was wir ihn bis jetzt gekannt hatten. Zurück zum Bambuswald, welcher eigentlich nur ein kleines Stück Land ist, dass mit sehr viel Bambus bepflanzt wurde und als beliebter Fotospot dient. Auch wir haben uns eingereiht und einige (hoffentlich) schöne Aufnahmen gemacht, nach dem wir das Velo einfach (verbotenerweise) irgendwo hingestellt hatten. Danach ging es die nächsten 10 Kilometer, in mittlerweile brütender Hitze bis zum Goldenen Tempel. Irgendwie hatte es Alex auch dort geschafft Fotos zu machen, auf welchen es aussieht als ob wir alleine dort waren. Es war aber genau das Gegenteil der Fall und er musste sich die Plätze fürs Fotografieren regelrecht erkämpfen, da es gerade sehr viele Reisegruppen vor Ort hatte.

    Die letzten 8 Kilometer zurück zum Appartement waren dann noch einmal Nervenkitzel pur, denn auf den Hauptstrassen von Kyoto geht es schnell zu und her und man muss immer aufpassen, speziell da wir kurz vor der grossen Mittags Rush Hour unterwegs waren. Nach einer kurzen Mittagspause, mit Nudeln welche wir auf der Grillplatte in der Tischmitte selbst gebraten hatten, ginge es in der Unterkunft unserem Gepäck an den Kragen. Wir haben endlich unsere Drohung war gemacht und unser Gepäck ausgemistet und konnten so ein 8.5kg Paket auf die Post bringen. Da wir es per Schiff geschickt haben, da es ansonsten nicht 67.- sondern 160.- gekostet hätte, werden unsere Sachen erst in ca. 2 Monaten bei meiner Schwester zu Hause ankommen. Wir sind gespannt, ob es überhaupt bis nach Hause kommt, aber wir waren einfach nur froh am Dienstag mit leichteren Rucksäcken nach Nagoya reisen zu können.
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  • Day50

    Essen am Laufmeter

    September 30 in Japan ⋅ 🌙 26 °C

    In Kyoto gibt es den berühmten Nishiki Markt, dies ist eine Strasse in welcher sich ein Stand mit Leckereien an den nächsten reiht. Genau dort haben wir uns den ganzen Freitag herumgetrieben und uns die Bäuche so voll geschlagen, dass wir fast nicht mehr in unser mini Appartement gepasst haben. Zu kaufen gab es kleine mini Oktopuse am Spiess, eingelegte Gurken, heisse Marronis, Kobe Beef, Fische, Austern und ganz schlimm, grillierte Spatzen. Andere Länder, andere Sitten wie man so schön sagt, aber leid tat es uns trotzdem. Es gab einfach alles aus Macha (junger Grüntee, eine Spezialität aus Kyoto) , Glace, Pralinen, Waffeln, Tiramisu selbst Schoggi. Vieles haben wir probiert und besonders lecker fanden wir die gerösteten Sesambällchen welche mit einer roten Bohnenpaste gefüllt waren. Am aller besten haben uns jedoch die Riesen Krabenbeine geschmeckt, welche frisch mit dem Bunsenbrenner grilliert und mit ein wenig Chillipulver verfeinert wurden, etwas vom besten dass wir je gegessen haben.

    Eine Seitenstrasse weiter gibt es viele Geschäfte und Boutiquen durch welche ich natürlich umbedingt durchstöbern wollte. Es gibt in Kyoto sehr viele „edel“ Second Hand Shops, welche alle mit sehr viel Stil betrieben werden. Dort gibt es Raritäten aus den 40er und 50er Jahre wie perfekt erhaltene Kleidchen mit passenden Handschuhen und Hüten, original Schlaghosen und Seidenhemden aus den 60er und 70er Jahren usw. Ich konnte mich kaum satt sehen an all den hübschen Kleidern, speziell ein hell gelbes Kleid im Stil der 50er hatte es mir angetan, aber da unsere Rucksäcke eh schon zu schwer waren habe ich mich mit Müh und Not zurückgehalten. Die Shops machen aber auch ohne Einzukaufen viel Spass, da es in jedem Geschäft etwas gibt, dass wir noch nie gesehen hatten zB. Windeln für Hunde oder kleine Sumo Ringer die mit den Köpfen wackeln. Da Alex ein grosser Fan der ganzen Manga und Anime Kultur ist, kamen wir auch an keinem Anime Shop vorbei ohne hinein zu gehen. Die ganzen Charakter welche man als Figuren zum Sammeln und Aufstellen kaufen kann, sind überraschenderweise sehr kostspielig und daher meist hinter den Glasvitrinen. Ein Besuch in einem Anime Shop hat uns besonders zum Schmunzeln gebracht, denn auf einmal standen wir nichts ahnend neben einer Reihe „real Love Dolls“ (Gummipuppen die wie echte Frauen gemacht sind) und ein Schild wies uns darauf hin, dass Fotografieren erwünscht sei. Was für eine verrückte Welt, wenn man bedenkt, dass wir in einem Shop mit vielen Comicfiguren und Plüschtieren standen.

    Den Samstag haben wir sehr ruhig angehen lassen, unter anderem auch weil mein armer Schatz, wie viel Pech kann man nur haben, eine üble Erkältung eingefangen hatte. So haben wir gemütlich ausgeschlafen und danach entschieden unseren Aufenthalt bis am Dienstag zu verlängern. Später waren wir noch kurz im Waschsalon bevor wir zu unserem Termin beim Coiffeur gingen. Natürlich waren wir weiterhin immer mit unseren Velos unterwegs. Der Coiffeur hatte seinen Salon in einem alten, traditionellen Holzhaus in welchem man sich sofort in eine andere Zeit versetzt fühlte. Alle Möbel waren wie von Früher, es spielte Klassische Musik und da er immer nur einen Kunden auf einmal hat und er während des Schneidens nicht redete, war es der wohl entspannendste Friseur Besuch aller Zeiten. Zumindest für mich, denn Alex hatte die ganze Zeit mit seinen Taschentüchern und dem Niesen zu kämpfen. Um den Abend dann perfekt entspannt abzuschliessen war ich noch Einkaufen und habe ein kleines Buffet auf unsern Tisch, Mangels solchen haben wir das Bett genommen, gezaubert und wir haben dazu noch ein Paar Episoden auf Netflix geschaut. Fast wie zu Hause.
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  • Day48

    Mit dem Velo durch Kyoto

    September 28 in Japan ⋅ ☀️ 28 °C

    Am Mittwoch haben wir uns, wieder sehr schwer bepackt, auf den Weg nach Kyoto gemacht. Wir haben uns sowas von geschworen in Kyoto endlich ein Paket nach Hause zu senden mit all den Sachen die wir nicht mehr brauchen. Die Zugfahrt von Osaka nach Kyoto hat nur knapp eine halbe Stunde gedauert, was uns nicht einmal genügend Zeit für ein Mittagsschläfchen gegeben hat. Da die Gastgeberin von unserer Unterkunft uns eine „Tubeli sicheri“ Anleitung für den Bus zum Appartemente gegeben hatte, haben wir uns wie Profis im japanischen ÖV gefühlt.

    Unser Appartement, welches wir zunächst für 4 Nächte und später für 6 Nächte gebucht hatten, hatte keinen Schlüssel. Zuerst muss man im Eingangsbereich einen Code eingeben, dann geht es mit dem Lift hoch und die Zimmertür möchte nochmals einen Code. Wenn man diesen eingetippt hat, erscheinen jeweils, wie in einem Game, ein paar zufällige Zahlen und diese muss man dann in der richtigen Reihenfolge wieder eingeben. Also ganz klar, wer in Kyoto zuviel Alkohol trinkt wird nie wieder in sein Zimmer kommen. Unser Zuhause auf Zeit hat 17m2, inklusive Küche, WC, Badezimmer und Balkon (1m2 mit einem Geländer bis zum Hals und die hälfte des Platz ist für die Klimaanlage) dass es so klein und eng ist hat definitiv auch seine Vorteile, denn so können wir vom Bett aus alles erreichen, egal ob Waschbecken, Kühlschrank oder Lichtschalter.

    Kyoto ist eine sehr traditionelle Stadt und es gibt an fast jeder Ecke einen schönen Tempel, Schrein oder eine Gartenanlage zu entdecken. Wir haben uns entschlossen Velos zu mieten und uns einige der Sehenswürdigkeiten so anschauen zu gehen. Für mich mit meinen Storchenbeinen war es jedoch gar nicht so einfach ein Velo zu finden bei welchem ich die Knie nicht beim Kinn hatte, aber bei einem Shop der mit extra grossen Fahrrädern geworben hatten wurden wir doch noch fündig.

    Am Donnerstag haben wir uns um kurz nach 6:00Uhr aus dem Haus gemacht, da wir den berühmten Fushimi Irani Shrine vor den grossen Massen besuchen wollten. Das bis dorthin Fahren hat viel Spass gemacht, obwohl der Linksverkehr so seine Tücken hatte, und die „sportliche“ Betätigung tat uns richtig gut. Es hatte sich gelohnt so früh aufzustehen, denn zu Beginn waren wir noch fast alleine beim Shrine was wir für ein paar schöne Fotos genutzt haben. Der Fushimi Irani Shrine ist sehr bekannt und besteht aus tausenden orange-roten Holzschreinen auf welchen in Schriftzeichen die Familiennamen der „Sponsoren“ eingeschnitzt wurden. Der Weg durch die Schreine führt durch den Wald einen langen Weg den Berg hinauf. Wir hatten das Glück einen Kranich beobachten zu können und zwei Katzen haben uns auch ganz freundlich gegrüsst. Am Weg entlang gibt es viele Altare, dort gibt es Geländer an welchen in Form von beschrifteten Zetteln oder Holzplättchen Wünsche angebracht werden, ganz selbstverständlich, dass auch wir einen Wunsch hinterlassen haben.
    Beim Abstieg kamen uns immer mehr Leute entgegnet, einige in Geisha Kostümen für noch beeindruckendere Fotos, und unten beim Hauptschrein war richtig viel los und wir fühlten uns in unserer Entscheidung früh los zufahren nochmals bestätigt.

    Die nächste Station war der Tofukuji, ein Zen Tempel aus dem 12. Jahrhundert, der wegen Grossbränden mehr als einmal wieder aufgebaut werden musste. Die Anlage ist vor allem für seine Aussicht von der Terrasse, welche gerade wegen Renovation geschlossen war, über die Wälder von Kyotos bekannt, aber auch für seinen Steingarten und die lange Holzbrücke. Zu der Anlage gehören auch diverse alte, sehr grosse und beeindruckende Holzgebäude, bei welchen wir fast nicht mehr aus dem Staunen herauskamen. Nach einem kurzen Mittagsimbiss in einem kleinen Lokal am Strassenrand fuhren wir noch zu der buddhistischen Tempelanlage Toji, auf welcher unter anderem die grösste Pagode (Art von Turm) von Japan steht. Selbstverständlich war auch dies beindruckend, da wir in China bereits viele solche gesehen hatten, haben uns die Gebetshallen mit den uralten Buddhas ( teils von 600JnC.) viel mehr imponiert.

    Nach dem Tempel war ich dann auch langsam müde vom vielen Wandern, Velo fahren und Tempel schauen und Zeit fürs Abendessen war es auch schon bald. Meine innere Uhr ist da ziemlich genau. In der Nähe von unserer Unterkunft gibt es ein beliebtes Ramen Restaurant und wie in Japan üblich muss man für fast alles das gut ist Schlange stehen, so also auch für unser „Znacht“. Die Ramen, eine Art Nudelsuppe, war sehr fein, aber an die Schlürf-Geräusche von den Tischnachbarn werden wir uns wahrscheinlich nie gewöhnen.
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