• Nähe Inari bis Lakselv

    17. juni 2024, Norge ⋅ ⛅ 17 °C

    Gefahrene Kilometer: 230 km
    Fahrzeit: ca. 3 Stunden

    Das gute Wetter von gestern Abend hat sich tatsächlich gehalten und um Mitternacht war das Wetter nahezu klar. Mitternachtssonne! Damit hatte ich tatsächlich nicht mehr gerechnet, eine absolut magische Stimmung! So richtig genießen kann ich es allerdings nicht… Ich traue mich nochmal kurz vor die Tür, lange halte ich es aufgrund der Mücken allerdings nicht aus. Ach, wie gerne würde ich mich jetzt mit meinem Campingstuhl an den See setzten und die Sonne genießen… Trotzdem bin ich dankbar für diesen kurzen Moment!

    Der Morgen begrüßt mich dann grau und mit Regen. Passt irgendwie zur Stimmung… Die Mücken haben wieder für eine unruhige Nacht gesorgt und ich weiß mal wieder nicht, in welche Richtung es weitergehen soll… Hier in der Region zu bleiben ist eigentlich keine Option. Die Wetterprognosen sind nicht besonders gut und von den Mücken habe ich definitiv erstmal genug. Aber wohin dann? Ich entscheide mich dafür, erstmal die letzten Kilometer bis Inari zu fahren. Vielleicht habe ich mich bis dahin entschieden…

    In Inari nutze ich die „Zivilisation“ und kaufe ein paar frische Lebensmittel und tanke Schnuckel wieder voll. Auch in einem der Souvenir-Shops schaue ich vorbei. Die verkaufen allerdings das Gleiche wie die letzten beiden Jahre auch schon, also nicht wirklich interessant… Auch sonst ist in Inari nicht viel los, im Grunde ist es ein Touri-Ort der besonders im Winter beliebt ist. Im Sami-Museum war ich letztes Jahr schon, da muss ich auch nicht nochmal rein. Kurz überlege ich, eine Bootsfahrt auf dem Inari-See zu machen. Bei schönem Wetter bestimmt großartig. Draußen ist es allerdings immer noch bewölkt und regnerisch… Ihr seht also: Absolut planlos! Ich studiere also nochmal den Wetterbericht und Google-Maps und entscheide mich letztendlich dafür, hoch nach Norwegen an den Porsangerfjord zu fahren. Die Wetterprognosen für da oben sind heute Abend sonnig und ich habe mir einen Parkplatz rausgesucht, wo ich hoffentlich nochmal Mitternachtssonne sehen kann. Also los!

    Einige Kilometer hinter Inari halte ich nochmal kurz an. Auf einem Schild am Straßenrand steht „Café“. Frühstück hatte ich heute noch nicht, mal schauen was es so gibt! Und tatsächlich: In einer kleinen Hütte verkauft eine ältere Dame Kaffee und selbstgebackene Zimtschnecken. Mhhhh lecker, dass lasse ich mir nicht entgegen! Nebenan steht ein Zelt mit einem kleinen Lagerfeuer. Ich mache es mir also gemütlich. Draußen prasselt der Regen auf die Plane und durch den Rauch kommen keine Mücken. Das wahrscheinlich beste Frühstück im ganzen Urlaub!

    Kurz vor der norwegischen Grenze halte ich nochmal an einem Nationalpark an. Hier gibt es einen kurzen Rundweg (2km), sodass ich mir ein bisschen die Beine vertreten kann. Auf dem Parkplatz ist gut was los, unterwegs treffe ich allerdings keine Menschenseele. Scheint ein Ausgangspunkt für längere Wanderungen zu sein. Echt schön hier! Landschaftlich toll und hin und wieder stehen Schilder, die etwas über die Region erzählen. Auch der Regen hat inzwischen aufgehört. Und ein Blick Richtung Norden zeigt blauen Himmel. Mein Plan scheint aufzugehen!

    Und tatsächlich: Als ich am Parkplatz ankomme scheint die Sonne und es sind nur noch wenige Wolken am Himmel. Schön warm ist es auch. Und so nutze ich erstmal die laue Briese und lüfte einmal kräftig in Schnuckel durch. Alles was mehr als zwei Beine hat, muss jetzt RAUS! Diese Mistviecher sind mir die ganze Fahrt lang schon auf den Nerv gefallen… Der Parkplatz liegt recht nah an der Straße und ist daher etwas laut, aber die Aussicht direkt auf den Fjord ist unschlagbar. Ich bleibe! Auch den Rentieren scheint es hier zu gefallen, einige haben es sich am Strand in der Sonne gemütlich gemacht. Und das mache ich dann auch: Ich mache mir was zu essen und setze mich in die Sonne. Herrlich!

    Jetzt muss nur das Wetter heute Nacht mitspielen. Während ich diesen Text schreibe (ca. 19 Uhr) hat es sich wieder deutlich zugezogen und die Sonne ist hinterm Berg verschwunden. Aber bis Mitternacht ist es ja noch eine Weile hin. Ich habe Hoffnung!

    Gute Nacht & Bis morgen!
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