• Michelle und Schnuckel
  • Michelle und Schnuckel

Sommertour 2024 🇫🇮🇸🇪

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  • Start på rejsen
    7. juni 2024

    Braunlage bis Höhe Gotland

    8. juni 2024, Baltic Sea ⋅ 🌬 15 °C

    Gefahrene Kilometer: ca. 350
    Fahrzeit: ca. 4 Stunde

    Es geht wieder los! Sommerurlaub 2024: Here we go! In den nächsten 3 Wochen geht es für mich wieder in Richtung Norden. Zuerst mit der Fähre nach Helsinki und von dort aus über den Polarkreis Richtung finnisch und schwedisch Lappland. Zurück geht es auf der schwedischen Seite vom bottnischen Meeresbusen. Und wer sich jetzt denkt: „Wie? Schon wieder Skandinavien? Hatte sie nicht gesagt, sie will mal wo anders hin?“. Ja…. Aber es gibt doch noch so viel zu sehen!? Und ich hatte einfach Lust darauf noch mal ein bisschen Zeit in Finnland zu verbringen. Und am 21./22. Juni ist Mittsommer in Schweden. 98 Das möchte ich gerne einmal miterleben.

    Die letzten Dinge sind in Schnuckel geladen, die Wohnung ist geputzt und nach ausgiebigen Streicheleinheiten kann ich mich auch von meinen Katzen losreißen. Und so mache ich mich am Freitagnachmittag auf den Weg. Spätestens um Mitternacht muss ich in Travemünde sein, dort fährt um 02.30 Uhr die Fähre Richtung Helsinki. Also, keine Zeit zum trödeln!

    Schnuckel ist in Bestform, alle Systeme an Bord laufen und nach über einem Jahr funktioniert auch endlich die Solaranlage. Hoffentlich… Die Stimmung ist entsprechend gut bei mir. Aber zu früh gefreut… Wer wäre ich, wenn ich einmal ohne Drama in den Urlaub fahren könnte?! Ich halte noch einmal kurz bei meinen Eltern in Braunschweig an. Und als ich dort kurz etwas aus dem Kühlschrank nehmen möchte, kommt mir die gesamte Kühlschranktür entgegen. Irgendein Metallstift hat sich gelöst. Nix geht mehr… Was soll denn dieser Mist jetzt! Verdammt der Schei… Ich will doch nur EINMAL ohne Probleme in den Urlaub fahren! 😤😭 Meine Stimmung hat sich gleich in den Keller verabschiedet… Aber Papa ist sofort zur Stelle und bekommt die Tür wieder eingebaut. Mit ein paar gezielten Hammerschlägen ist der Metallstift wieder an seinem Ort und die Tür funktioniert. Urlaub gerettet! Danke, Papa!!! (Und den Hammer nehme ich vorsichtshalber mit, wer weiß was noch alles passiert…)

    Nach dieser ganzen Aufregung bin ich eigentlich schon fertig für heute. Keine Lust mehr! Müde! Aber vor uns liegen noch ca. 4 Stunden Fahrt. Und so mache ich mich gehen 18 Uhr auf den Weg in Richtung Travemünde. Die Aussicht auf ein Bett auf der Fähre hält mich am Laufen. Die Fahrt Richtung Norden verläuft recht entspannt. Nur einmal komme ich ins Schwitzen. Bei Soltau geht plötzlich in einer einspurigen Baustelle nix mehr. Wir stehen ca. 30 Minuten still. Von hinten kommt die Polizei, die versucht durch die Baustelle zu kommen. Das sind keine guten Aussichten. Noch ist ausreichend Zeit, bis ich bei der Fähre sein muss, aber wenn das hier länger dauert… Lieber nicht drüber nachdenken! Letztendlich geht es doch zügig weiter. Ein defekter Linienbus der sich nach einiger Zeit hinter die Baustellenabsperrung retten konnte. Weiter geht es für uns!

    Am Hafen angekommen kann ich direkt einchecken und mich in die Reihe der wartenden Autos einreihen. Einschiffung ist für ca. 23.30 Uhr angesetzt. Hoffentlich geht es schnell, ich will ins Bett! Aber keine Chance, bis meine Reihe aufgerufen wird ist es fasst 1 Uhr morgens. Für meine Müdigkeit gibt es bald keine Worte mehr… Aber nun ist es ja so weit und wir dürfen drauf auf den Dampfer! Der Camper vor mir wird rückwärts in eine enge Lücke gelotst, ich soll wohl daneben ebenfalls rückwärts einparken. So wirken zumindest die Handzeichen des Einweisers. Als er jedoch an mein Fenster tritt begrüßt er mich mit den Worten: „Na, du willst doch bestimmt da nicht rückwärts einparken, oder?“ Na, dem zeigen wir´s jetzt mal. Rückwärts zwänge ich Schnuckel vorsichtig in die Lücke. Es klappt im ersten Anlauf ohne größere Probleme und beschert mir ein anerkennendes Nicken vom Einweiser. Na, danke dafür…

    Aber jetzt ab auf die Kabine. Schlafen! Diesmal muss ich mir die Kabine wieder mit einer Mitreisenden teilen. Letztes Jahr hatte ich das Glück, die Kabine für mich allein zu haben. Aber egal, ich habe es mir ja so ausgesucht. Mit schlafen wir es dann aber leider nichts. Der Dampfer brummt laut beim Ablegen und meine Kabinennachbarin ist lautstark am Schnarchen. Die Ohropax helfen nur ein bisschen. Geben 4 Uhr morgen fange ich an mich selbst zu verfluchen, dass ich nicht die 150 € mehr für eine Einzelkabine investiert habe! Ob man evtl. nachträglich noch ein Zimmerupgrade buchen kann? 😳

    Der nächste Tag verläuft entsprechend langsam. Ich nutze die Zeit zum Lesen, Kaffee trinken und schreibe diesen Text hier. Genügend Zeit habe ich ja. In Helsinki sind wir erst morgen Vormittag. Das Wetter ist gut und die See ruhig. Erst gegen Abend wird es ein wenig „rauer“ und der Dampfer schaukelt leicht. Aber nichts was sich nicht aushalten lässt. Und so lasse ich den Abend bei bestem Wetter und einem Bier ausklingen. Nebenan gibt es noch Cocktails… Mal sehen, was der Abend noch so bringt… 🤪 Gute Nacht und bis morgen!
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  • Nähe Gotland bis Helsinki

    9. juni 2024, Finland ⋅ ⛅ 15 °C

    Das stetige „wusch“ der Wellen gegen die Bordwand weckt mich heute Morgen gegen 4.30 Uhr. Hin und wieder rumst es mal ein bisschen lauter, das Schiff schaukelt sanft hin und her. Ein Blick aus dem Fenster (Ja, diesmal habe ich mir eine Kabine mit Fenster gegönnt.) zeigt: Nebel, Regen und Wellengang. Oder kurzgesagt: Mistwetter! Und da ich draußen scheinbar nicht viel verpasse, drehe ich mich nochmal um und schlafe noch ein paar Stunden weiter.

    Lange Zeit habe ich allerdings nicht mehr. Nach einer heißen Dusche und einem schnellen Kaffee an Deck kommen wir gegen 10 Uhr in Helsinki an. Also schnell die Sachen packen und runter zu Schnuckel! Dieser steht sicher in seiner kuschligen Parklücke und hat die Überfahrt ohne Blessuren überstanden. Kaum habe ich meine Sachen verstaut, kommt auch schon Bewegung in die Reihen vor uns und wir dürfen runter vom Schiff. Na, das ging ja flott!

    Finnland begrüßt uns allerdings mit Starkregen, die Straße vor mir ist kaum noch zu erkennen. Jetzt bloß nicht den Anschluss verpassen, nicht das hier auf dem Gelände noch verloren gehe. Aber kein Grund zur Panik! Kaum vom Schiff runter werden wir wieder säuberlich in Reih und Glied aufgereiht. Alle müssen warten! Was ist denn jetzt los? Gibt es in Finnland etwa wieder Grenzkontrollen oder auf was müssen wir hier warten? Sehen tue ich nichts, stehe fast am Ende der Reihe. Nach einiger Zeit geht es dann aber weiter. Keine Ahnung was das jetzt war… An der Grenze kommt die Kolonne dann nochmal ins Stocken, einige Fahrzeuge vor uns werden rausgewunken, wir dürfen aber kommentarlos passieren. Und jetzt endlich: Willkommen zurück in Finnland!
    Das Wetter ist allerdings immer noch bescheiden, teilweise steht das Wasser zentimeterhoch auf der Straße. Ich rette mich erstmal auf den Ikea-Parkplatz, hier kann ich ein bisschen Zeit totschlagen, denn bis ich auf dem Campingplatz einchecken kann dauert es noch eine Weile. Und bei dem Mistwetter kann ich beruhigt ein bisschen einkaufen gehen!

    Das Wetter wird allerdings nicht besser und so beschließe ich zum Campingplatz zu fahren. Eigentlich sind es noch 2 Stunden, bis ich offiziell einchecken kann, aber versuchen kann man es ja mal! Und es klappt, ich darf schon auf meinen gebuchten Platz. Und auch die Wetteraussichten werden besser. Gegen 15 Uhr soll der Regen aufhören. Na, mal sehen…

    Und tatsächlich! Als ich mich am Nachmittag mit meiner Freundin im Zentrum von Helsinki treffe ist es warm, trocken und die Sonne scheint kräftig. Und somit verbringen wir den Nachmittag in der Sonne, reden und trinken Kaffee. Nach einem Jahr gibt es auf alle Fälle genügend zu erzählen!

    Den Abend verbringe ich entspannt in Schnuckel, mache mir was zu essen und räume ein bisschen auf. Noch bin ich nicht so richtig „angekommen“. Einige Sachen sind noch nicht da, wo sie hingehören, und bei anderen Dingen kann ich mich nicht erinnern, wo ich sie hin gepackt habe… So viele Möglichkeiten gibt es in Schnuckel doch eigentlich nicht, oder? Aber das wird sich die nächsten Tage alles finden. Und da die Sonne immer noch scheint, hänge ich nochmal das Solarpanel vor die Tür und lade die Batterien auf. Schön wenn die Technik funktioniert!

    Gute Nacht & bis morgen!
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  • Helsinki bis Lappohja

    10. juni 2024, Finland ⋅ 🌬 14 °C

    Gefahrene Kilometer: 123 km
    Fahrzeit: 1 h 47 min

    Der Tag startet heute wieder mit starkem Regen. Laut prasseln die Tropfen auf das Dach von Schnuckel und reißen mich gegen 4.30 Uhr aus dem Schlaf. Himmel, so wie sich das anhört brauchen wir nachher Schwimmflügel. Aber egal, weiterschlafen! Als ich mich gegen 8 Uhr auf mache in Richtung Duschhaus, scheint die Sonne wieder aus allen Löchern und es ist angenehm warm. Verrückt dieses Wetter hier…

    Beim Frühstück überlege ich was ich heute machen will. Bleibe ich noch eine Nacht in Helsinki? Eigentlich ist es ja ganz schön hier und es gäbe noch ein paar Dinge, die ich gerne machen würde… Oder fahre ich weiter und suche mir irgendwo ein schönes Plätzchen in der Natur? Das ist manchmal echt das Schwierigste an dieser Art des Reisens. Jeden Tag aufs Neue entscheiden wo es als nächstes hin geht, man will ja nichts verpassen… Und die wichtigste Frage des Tages: Wo gibt es einen schönen Platz zum Übernachten? Dabei können echt Stunden vergehen.

    Letztendlich einige ich mich auf einen Kompromiss: vormittags verbringe ich noch ein bisschen Zeit in Helsinki und anschließen mache ich mich auf den Weg. Runter vom Campingplatz muss ich erst am Nachmittag und auch meine Metrokarte von gestern ist bis dahin noch gültig. Das passt also!

    Am frühen Nachmittag setze ich dann die Segel und nehme Kurs in Richtung Westen. Und ja, draußen ist es wieder ziemlich nass, die Terminologie passt daher sehr gut! Weit will ich nicht, ca. 120 Kilometer liegen vor uns. Für die Nacht habe ich einen kleinen Parkplatz mit Zugang zum Meer rausgesucht. Sieht vielversprechend aus. Also los!

    Bis ich aus dem Großraum Helsinki raus bin dauert es eine Weile, der Rest der Strecke verläuft dann aber entspannt und ereignislos. Und der erste Eindruck vom Parkplatz ist gleich gut, hier bleiben wir! Er liegt etwas abgelegen von der Hauptstraße umgeben von Pinienwäldern nicht weit weg vom Strand. Viel los ist auch nicht, nur ein anderes Wohnmobil hat es sich schon gemütlich gemacht. Und so suche ich mir mit ausreichend Abstand eine Ecke für die Nacht. Echt schön hier, die Anreise hat sich definitiv gelohnt! Und inzwischen ist auch die Sonne wieder aufgetaucht. Perfekt!

    Den Rest des Tages verbringe ich am Strand, lese und schreibe diesen Text hier. So langsam bin ich im Urlaub angekommen!

    Gute Nacht & bis morgen!
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  • Lappohja bis Kittuis/Houtskär

    11. juni 2024, Finland ⋅ ☁️ 13 °C

    Tag 5: Lappohja bis Kittuis/Houtskär

    Gefahrene Kilometer: 200 km
    Fahrzeit: ca. 5 Stunden

    Heute stehen spannende Dinge an und ich kann euch jetzt schon sagen, der Schlafplatz für heute Abend ist anders als geplant, aber ein Traum! Aber erstmal von vorne:

    Ich habe gut geschlafen und der Morgen begrüßt mich sonnig. Gestern Abend ist es noch recht „voll“ geworden, letztendlich standen hier vier Wohnmobile und ein Wohnwagengespann. Ganz allein war ich also nicht. Und auch heute morgen ist schon ordentlich Betrieb. Gassigänger kommen und gehen und nebenan wird ein Paar Pferde ausgeladen und gesattelt. Hatte mich schon gewundert, was hier so komische Geräusche macht… Inzwischen hat man mich auch ganz gut zugeparkt, hoffentlich kommen wir hier wieder raus!

    Nach einem schnellen Frühstück (gab nur Kaffee) manövriere ich uns aus der Parklücke und mache mich auf den Weg. Und wo geht es heute hin? Weiter im Westen gibt es die „Saariston rengastie“ oder im deutschen die „Schärenringstraße“. Diese Straße führt auf dem Land- & Wasserweg etwa 250 Kilometer durch das Schärenmeer westlich von Turku. Start und Ende ist jeweils in der Nähe von Turku. Rausgesucht habe ich mir einen kleinen Stellplatz auf der Insel Iniö. Sieht ganz nett aus da! Google-Maps spuckt allerdings ca. 6h Fahrzeit aus, das werde ich wohl mit den ganzen Fährfahrten erfahrungsgemäß nicht schaffen… Aber mal sehen was der Tag so bringt. Los geht´s!

    Bevor wir aber zum schönen Teil der Strecke kommen, liegen erstmal noch ca. 1 ½ Stunde Fahrt vor uns, um in die Nähe von Turku zu kommen. Die Strecke führt über Hauptstraßen und zum Teil über die Autobahn und ist entsprechend unspektakulär. Hin und wieder bremst uns eine Baustelle aus, ansonsten kommen wir gut voran. Aber Himmel, diese ganzen Blitzer können echt anstrengend sein! Gefühlt steht alle 2 Kilometer einer… Also bloß nicht zu schnell fahren, ansonsten ist man schnell mit mind. 200 Euro dabei!

    Die weitere Strecke und besonders die Fährfahrten sind dann wunderschön. Hier lasse ich mal die Bilder für sich sprechen! Und auch das Wetter ist sonnig und warm. Es kann also nicht besser laufen! Insgesamt dreimal fahre ich heute mit der Fähre. Und schnell wird klar: bis zu meinem rausgesuchten Schlafplatz werde ich es nicht schaffen. Die Fähre nach Iniö fährt wohl nur bis 16.30 Uhr und das schaffe ich niemals. Und eigentlich will ich es gar nicht schaffen. Viel zu schön hier, um es eilig zu haben! Aber jetzt muss Plan B her: Wirklich viele Möglichkeiten zum Freistehen gibt es hier nicht und wenn sind es Plätze, die nicht wirklich schön sind. Ist halt eine stark touristische Region, da ist es häufig schwieriger einen Platz zu finden. Aber eine Insel früher (Houtskär) gibt es einen Campingplatz direkt am Wasser. Mit 36 Euro pro Nacht definitiv nicht günstig, aber günstig sind die Campingplätze hier alle nicht…

    Und was soll ich sagen: Das Geld würde ich immer wieder ausgeben. Der Platz liegt direkt hinter dem Fähranleger mit Aussicht auf die Schären. Und ich bekomme sogar einen Stellplatz mit der wohl besten Aussicht auf dem Platz. Es hat definitiv Vorteile, dass Schnuckel so kurz ist, denn mit einem längeren Auto hätte ich hier nicht hingepasst. Zum Campingplatz gehört auch ein kleines Café mit bester Aussicht. „The Happy Camper Café“. Na, da gönne ich mir doch gleich mal ein Stück Kuchen und einen Kaffee. Herrlich!

    Den Rest des Nachmittages/Abend verbringe ich damit, die Aussicht zu genießen und ein wenig die Gegend zu erkunden. Hin und wieder kommen größere Schiffe (von/nach Turku) vorbei oder die Fähre legt an. Ich komme gar nicht dazu diesen Text zu schreiben, denn es gibt so viel zu gucken!

    Gute Nacht & bis morgen
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  • Kittuis/Houtskär bis Vuosnainen

    12. juni 2024, Finland ⋅ ⛅ 13 °C

    Gefahrene Kilometer: 70 km
    Fahrzeit: ca. 4,5 Stunden

    Den Campingplatz verlasse ich heute ein bisschen widerwillig. Es ist echt schön hier und ich habe eine ruhige Nacht verbracht. Ich würde jederzeit wiederkommen. Aber ich mache mich trotzdem auf den Weg, es gibt noch so viele andere schöne Plätze!

    Für heute Abend habe ich mir einen kleinen Parkplatz rausgesucht, der sicherlich nicht allzu schön werden wird, die Lage sieht aber vielversprechend aus. Und in der Nähe gibt es einen kurzen Wanderweg denn ich gerne laufen würde. Wirklich weit weg ist der Platz auch nicht, nur ca. 70 Kilometer. Google-Maps sagt allerdings eine Fahrzeit von 4,5 Stunden voraus. Und wenn man die Wartezeit an den Fähranlegern mit dazuzählt, wird es wohl noch länger dauern. Das zumindest zeigt die Erfahrung aus den letzten Jahren in Norwegen: Viele Fähren = lange Reisezeit. Und so ist es dann letztendlich auch. Insgesamt fahre ich 6x mit der Fähre, zwei davon dauern ca. 45 Minuten, der Rest ca. 5-10 Minuten. Für die gesamte Strecke habe ich am Ende 7 Stunden gebraucht. Hilfe…. Aber erstmal der Reihe nach:

    Ich mache mich recht pünktlich auf den Weg, denn teilweise fahren die Fähren nur viermal am Tag und wenn man da die falsche verpasst, bleibt man schnell irgendwo kleben. Die Straßen auf den Inseln werden auch zunehmend enger und unebener, wenn man da das falsche Schlagloch trifft, wird in Schnuckel mal eben umsortiert. Sehr unangenehm! Entsprechend langsam bin ich unterwegs. Die meisten Fähren klappen problemlos, sie warten im Grunde nur auf mich. Einen geregelten Fahrplan gibt es hier nicht, die Fähre fährt immer dann, wenn jemand da ist.

    Auf die Fähre rüber nach Iniö muss ich dann allerdings fast 2 Stunden warten, die letzte ist gerade weg. Aber egal, das war einkalkuliert! Und so nutze ich die Zeit, um zu frühstücken und ein bisschen die Umgebung zu erkunden. Schön hier! Irgendwann geht es dann weiter und wir bekommen auf der Fähre einen Platz in erster Reihe. Und da wir bis vorne an die Reling fahren müssen, sieht es fast so aus, als könnte Schnuckel plötzlich schwimmen! Ganz komisches Gefühl, wenn man im Auto sitzt und um sich plötzlich nur Wasser sieht… Diese Fähre ist übrigens auch die Einzige, die Geld kostet. Alle anderen Fähren auf der Ringstraße waren kostenfrei. Umso teurer war diese: 80 Euro wollen die für Schnuckel und mich haben!

    Auf die zweite längere Fähre muss ich dann leider ebenfalls knapp 1 ½ Stunden warten, denn auch die ist gerade weg. Das war nicht einkalkuliert… Und bei der Anfahrt mache ich leider den Fehler und sortiere mich in die Reihe für Einheimische ein. Die dürfen priorisiert auf die Fähre fahren, für mich zählt das natürlich nicht. Aber die Ausschilderung war irgendwie verwirrend… Da hilft nur umdrehen und wieder ganz ans Ende der Schlange fahren. Meinen Platz in der ersten Reihe habe ich jetzt wohl verspielt…. Na, mal sehen ob wir mit der nächsten Fähre rüberkommen, inzwischen ist es wieder gut voll geworden. Wenn nicht muss ich auf die nächste warten. In 1 ½ Stunden….

    Letztendlich schaffe ich es aber auf die Fähre und darf mitfahren. Aussteigen ist allerdings nicht, Schnuckel ist ringsrum so eng zugeparkt, dass es unmöglich ist auszusteigen. Und so genieße ich die nächsten 45 Minuten die Aussicht auf das Wohnmobil vor mir… Aber das faszinierende an so vielen Fährfahrten ist ja: Teilweise verbringt man den ganzen Tag mit den gleichen Leuten/Fahrzeugen. Spätestens am nächsten Fähranleger trifft man sich wieder! Erst als ich auf die letzte Fähre in Richtung meines Schlafplatzes abbiege muss ich meine „Reisegruppe“ verlassen. Gute Reise weiterhin!

    Mein Schlafplatz für die Nacht ist jetzt echt nicht so der Knaller, ein einfacher Parkplatz neben der Straße. Die Lage ist aber schön, direkt am Wasser mit einem Badestrand inkl. WC und Umkleide. Autos kommen auch nur alle 2 Stunden vorbei. Immer dann, wenn wieder eine Fähre aus Richtung Åland ankommt. Also eigentlich doch ganz schön hier & ich bleibe!

    Die kleine Wanderung, die ich geplant hatte, verschiebe ich auf morgen früh. Keine Lust mehr! Die Fahrt war doch anstrengender als gedacht und mein Kopf ist müde.

    Gute Nacht & bis morgen!
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  • Vuosnainen bis Österö

    13. juni 2024, Finland ⋅ ☁️ 14 °C

    Gefahrene Kilometer: 350 km
    Fahrzeit: ca. 5 Stunden

    Trotz der Lage an der Straße habe ich super geschlafen. Nix los hier! Auch das Wetter ist wieder sonnig und warm. Läuft wettertechnisch echt gut bis jetzt. Also keine Ausreden und auf zu der Wanderung, die ich gestern verschoben hatte! Wobei Wanderung echt großzügig ist… Es ist ehr ein 1,3 Kilometer langer Spaziergang entlang der Küste. Aber definitiv wunderschön und echt lohnenswert. Ich hätte mal mein Frühstück mitbringen sollen! Das wäre definitiv ein „breakfast with a view“ gewesen… Aber seht doch selbst auf den Bildern!

    Den Rest des Tages passiert dann nicht mehr viel. Ich habe mich heute dazu entschieden, ein bisschen weiter zu fahren. Ca. 350 Kilometer liegen vor uns. Morgen wahrscheinlich auch nochmal. Mal sehen… Problem ist nämlich: Wenn ich weiter im bisherigen Tempo durch Finnland dümple, bin ich sicher nicht pünktlich wieder in Deutschland. Und wir wollen ja auch noch ein bisschen Zeit in Lappland verbringen. Rentiere sehen!

    Als Ziel für heute Abend habe ich mir einen Parkplatz etwas abseits der Hauptverkehrsrouten rausgesucht. Hoffentlich mit Seeblick. Mal schauen, ob der Plan aufgeht! Unterwegs halte ich nochmal beim Supermarkt an, ich brauche dringend noch ein bisschen Obst/Gemüse. Ich bin ja hart im Nehmen, aber jeden Abend Nudeln mit Tomatensoße ist dann auch mir ein bisschen zu viel… Auch Schnuckel könnte mal wieder ein bisschen was im Tank gebrauchen. Die Dieselpreise sind hier aktuell übrigens recht angenehm: So zwischen 1,65 € und 1,80€. Das hatte ich hier oben definitiv schon teurer!

    Das Wetter verlässt uns heute Nachmittag dann leider doch. Über uns hängen buchstäblich die dunklen Wolken… Während ich einkaufen bin, braut sich ganz in der Nähe ein Gewitter zusammen und es wird bedrohlich dunkel. Bloß weg hier! Weit komme ich allerdings nicht, bevor der Himmel die Schleusen aufmacht und uns in dichten Regen hüllt. Wirklich besser wird es dann auch nicht mehr. Na, da habe ich zumindest kein schlechtes Gewissen, den Rest des Tages im Auto zu sitzen!

    Mein Plätzchen für die Nacht ist dann echt schön. Ich kann direkt mit Aussicht aus Wasser parken. Top! Ganz alleine bin ich auch nicht, hier stehen aktuell noch zwei andere Wohnmobile. Auch das Wetter hat sich wieder ein bisschen beruhigt und es ist sonnig (Während ich das hier schreibe, zieht es sich wieder zu und es wird echt kalt gerade!). Inzwischen merkt man auch, dass die Tage mit jedem Kilometer weiter in Richtung Norden kürzer werden. Aktuell an meinem Standort: Sonnenuntergang um 23.43 Uhr und Sonnenaufgang um 3.19 Uhr. Durch die Dämmerung wir es somit jetzt schon nicht mehr richtig dunkel. Aber ich kann Schnuckel ganz gut von innen abdunkeln, sodass ich damit bis jetzt kein Problem hatte! Ob ich wohl in diesem Urlaub die Mitternachtssonne erlebe? Die letzten beiden Jahre hat es nicht geklappt…

    Gute Nacht & bis morgen!
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  • Österö bis Tornio

    14. juni 2024, Finland ⋅ ☁️ 14 °C

    Gefahrene Kilometer: 470 km
    Fahrzeit: ca. 6 Stunden

    Heute morgen bin ich echt ein bisschen planlos… In welche Richtung soll es weitergehen? Und wie weit will ich heute fahren? Keine Ahnung… Will ich hoch bis an die norwegische Grenze oder „nur“ bis zum Inari-See? Auch keine Ahnung… Und vor allem: Wie geht es von da aus weiter? Wie kommen wir rüber nach Schweden? So viele Straßen gibt es da oben im Norden dann auch nicht und wer keine unendlichen Umwege fahren will, sollte vorher definitiv mal auf die Karte schauen! Will ich überhaupt bis nach da oben? Schließlich war ich da schon… Letztendlich entscheide ich mich dafür, nach Tornio zu fahren. Eine Stadt, die direkt auf der Grenze Schweden/Finnland liegt. Somit habe ich die Entscheidung auf morgen verschoben. Top!

    Ziel für heute Abend ist ein offizieller Wohnmobilstellplatz. Das ist normalerweise nicht unbedingt meine erste Wahl, da diese häufig eingezäunt und eng sind und meist an irgendwelchen Hauptverkehrsstraßen liegen. Dieser Platz ist allerdings echt schön. Direkt am Wasser, weitläufig und mit Wiesenstellplätzen. Ein Traum! Und evtl. habe ich was von Mitternachtssonne gelesen….

    Die Strecke ist allerdings echt weit, 470 Kilometer mehr oder weniger nur geradeaus. Es gibt sicherlich Dinge, die spannender sind... Aber da die Wetterprognosen für heute nicht wirklich gut sind, kann ich auch ein bisschen „Strecke“ machen. Ich habe den Platz heute morgen online direkt gebucht, Planänderungen sind also nicht mehr! Und letztendlich war die Entscheidung gut. Fast die gesamte Fahrt regnet es stark, sodass Schnuckel mehr schwimmt als fährt… Unterwegs passiert nicht viel, nur einmal muss ich anhalten, weil Schnuckel NATÜRLICH wieder an der Windschutzscheibe undicht wird. Bei diesem Regen allerdings nicht ganz überraschend. Aber das Problem kenne ich ja schon und lasse mir davon nicht den Tag versauen. Schnell ein Tuch unter die Blende klemmen und weiter!

    Und ich bin echt froh als ich endlich am Stellplatz ankomme. Für heute reicht es echt mit dem Autofahren… Und der Platz hält was er verspricht und ich habe einen Platz direkt am Wasser. Viel los ist auch nicht. Besser geht es nicht! Der Hauptgrund, warum ich diesen Platz für heute Abend rausgesucht habe, ist allerdings ein anderer. Ich muss dringend einen kleinen „Versorgungs-Stop“ einlegen. D.h. Frischwasser auffüllen, WC leeren, Abwasser leeren, Müll wegbringen. Also die weniger romantische Seite vom Reisen mit dem Wohnmobil… Aber auch das muss sein! Und die Anlagen hier sind neu und ordentlich, da ist die Sache schnell erledigt. Auch eine Dusche gibt es hier, da kann ich mich auch gleich ein bisschen frisch machen und somit die nächste Dusche in Schnuckel um ein paar Tage verschieben.

    Im Anschluss gönne ich mir erstmal eine kleine Pause und mache es mir mit Zimtschnecken und Tee draußen gemütlich. Herrlich! Es ist zwar schon fast 8 Uhr am Abend und eigentlich ehr Zeit fürs Abendessen… Aber egal! Wenn es so lange hell ist, verliert man sowieso ein bisschen das Gefühl für die Tageszeit. Abendessen geht auch später noch! Und vielleicht gibt es ja tatsächlich Mitternachtssonne? Die Prognose ist nicht wirklich gut, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!

    Gute Nacht & bis morgen!
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  • Tornio bis nördlich von Rovaniemi

    15. juni 2024, Finland ⋅ ☁️ 14 °C

    Gefahrene Kilometer: 240 km
    Fahrzeit: 3,5 Stunden

    Mit Sonne war es gestern Abend leider nichts mehr. Hin und wieder hat es kurz aufgeklart, dass war es dann aber auch. Draußen sitzen war irgendwann auch nicht mehr schön, denn hier sind ne Menge Mücken und kleine Fliegen unterwegs. Absolut nervig… Die „Abendstimmung“ war trotzdem schön und die Aussicht herrlich. Diese genieße ich dann allerdings lieber in der Sicherheit von Schnuckel… Wenn ich sämtliche Fliegengitter runter mache, lässt es sich aushalten. Das erste Bild von Schnuckel in der Galerie ist übrigens gegen 23.30 Uhr aufgenommen. Draußen ist es taghell und von Müdigkeit noch lange nichts zu spüren. Echt verrückt, wie „abhängig“ der Körper vom Tag/Nacht-Rhythmus ist. Heute Nacht halten mich allerdings andere Dinge vom Schlaf ab: Eine einzelne Mücke hat es wohl doch geschafft einzubrechen und summt mir immer wieder ums Gesicht. Sssssss…. Mistvieh! Irgendwann muss ich sie dann wohl doch erwischt haben, denn es herrscht himmlische Ruhe. Endlich!

    Der Morgen begrüßt mich dann genauso durchwachsen: Nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht. So ungefähr sehen auch die Wetterprognosen für die nächsten Tage aus… So richtig schön ist es nirgendwo hier im Norden. Oder mit anderen Worten: Eigentlich ist es egal, wohin ich fahre. Entscheiden kann ich mich trotzdem nicht… Verschieben wir die Entscheidung also wieder auf später!

    Bevor ich mich heute auf den Weg mache, will ich noch zu einem Outdoor-Outlet hier in der Nähe. Habe ich zufällig bei Google-Maps gefunden und an sowas kann ich ja selten vorbeigehen. Auf dem Weg dahin komme ich allerdings zufällig an einem RIESIEGN Süßigkeiten-Geschäft vorbei. Eigentlich wollte ich hier nur parken, denn auf den kleinen Parkplatz vom Outlet wollte ich mit Schnuckel nicht. Hier ist allerdings schon gut was los und die Leute kommen mit vollgepackten Einkaufwägen aus dem Geschäft. Na, dass schaue ich mir mal an! Und das kann sich echt keiner vorstellen! Haufenweise abgepackte Süßigkeiten und in der Mitte meterlange Tische, wo man sich bunte „Tüten“ (oder Eimer) selbst zusammenmischen kann. Angepriesen wird: Kaufe 3 kg und bezahle nur 2 kg! Ja, ist klar… Und dieser Geruch! Mit ganz leeren Händen gehe ich dann auch nicht raus. 3 kg habe ich dann aber nicht gekauft. Versprochen!

    Jetzt aber zurück zu den gesunderen Dingen: Dem Outlet-Store. Hier stehe ich allerdings vor verschlossenen Türen. Hä!? Es steht doch an der Tür, dass die um 10 Uhr aufmachen und es ist doch schon 10.45 Uhr… Ein Blick auf die Uhr zeigt: Nee, es ist erst 9.45 Uhr. Die Verwirrung ist maximal. Wo ist die letzte Stunde hin verschwunden? Aber ist ja eigentlich klar… Wir sind hier in Schweden und nicht mehr in Finnland und somit wieder in der gleichen Zeitzone wie Deutschland. Finnland dagegen ist eine Stunde voraus, wobei die Grenze nur wenige Meter entfernt ist. Himmel, daran soll einer denken… Letztendlich macht der Laden pünktlich auf und ich kann rein. Auch hier komme ich nicht mit leeren Händen raus. Aber das ist ein anderes Thema…
    Und da ich immer noch nicht weiß, wie es weiter geht, verbringe ich die nächste Stunde auf dem Parkplatz und schmiede Pläne. Und irgendwann steht die grobe Richtung: Hoch bis zum Inari-See, ein kleines Stück durch Norwegen, dann rüber nach Schweden zum Dreiländereck Schweden/Norwegen/Finnland und dann wieder Richtung Süden. Dabei halte ich mich aber primär an Strecken, die ich die letzten Jahre noch nicht gefahren bin. Mal sehne… Alles ein bisschen abhängig vom Wetter. Aber ich bin ja flexibel!

    Wo genau es heute Abend hingeht, weiß ich noch nicht. Mal sehen, wie weit ich komme und was sich unterwegs noch so ergibt. Und irgendwie ist heute ein bisschen der Wurm drin… Alles fängt damit an, dass meine Solaranlage wieder nicht funktioniert…. Gleiches Problem wie bei letzten Mal, irgendein Softwareproblem mit dem Solarregler. Ich versuche eine Weile das Problem zu lösen, gebe mich aber irgendwann geschlagen. Der Urlaub ist zu kurz, um sich zu ärgern! Auch Google-Maps will heute nicht so wie ich will. Immer wieder ändert es die Routen und schickt mich da hin, wo ich nicht hinwill. Ja, ich WILL FREILWILLIG diese hüglige Schotterpiste fahren! Die direkte Route von Rovaniemi bis zum Inari-See kenne ich schon, diesmal will ich ein bisschen abseits fahren.

    Den Polarkreis haben wir inzwischen auch hinter uns gelassen und die Landschaft wird jetzt deutlich karger, die Bäume schon fast „hager“. Viel Verkehr herrscht hier auch nicht mehr. Hin- und wieder trifft man mal auf ein anderes Fahrzeug, dass ich dann brav an mir vorbeiziehen lasse. Mit Schnuckel bin ich auf dieser Hügelpiste nicht so schnell, die nächste Bodenwelle kommt garantiert! Und als ich mal wieder anhalte, um Google-Maps davon zu überzeugen, dass ich hier richtig bin, passiert es plötzlich: Ein Rentier hat sich still und heimlich von hinten angeschlichen. Willkommen in Lappland!

    Mein Plätzchen für die Nacht wird dann ein kleiner Parkplatz entlang der Straße mit Aussicht auf einen Fluss. Keine Lust mehr weiterzufahren. Ist aber schön hier! Draußen sind allerdings wieder viele Mücken unterwegs und regnen tut es auch. Da mach ich es mir lieber mit einer Tasse Tee in Schnuckel gemütlich und schreibe diesem Text hier.

    Gute Nacht & bis morgen!
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  • Nähe Rovaniemi bis Nähe Inari

    16. juni 2024, Finland ⋅ ☁️ 16 °C

    Gefahrene Kilometer: 220 km
    Fahrzeit: ca. 4 Stunden

    Heute mal ein bisschen knapper, die Worte wollen nicht so richtig kommen….

    Diese blöden Mücken sind echt nervig! Sie finden irgendwie immer einen Weg ins Auto. Gestern Abend habe ich Dutzende erschlagen und trotzdem summt es die ganze Nacht um meine Ohren. Ahhhh! Ich verstecke mich also unter meiner Bettdecke und versuche zu schlafen. Klappt auch so halbwegs. Schön ist es allerdings nicht. Die letzten zwei Male war es hier nicht so schlimm…

    Der Morgen begrüßt mich dann recht freundlich. Nicht ganz trocken, aber sonnig. Weiter geht es also: Unsere Route führt uns heute weiter in Richtung Inari. Wohin genau weiß ich noch nicht. Mal sehen, wo wir so landen. Was ich allerdings jetzt schon weiß: Vor uns liegen einige Kilometer Schotterpiste:

    Die ersten Rund 50 Kilometer fahren wir noch auf befestigter Straße. Mehr oder weniger zumindest… Hier scheinen gerade Bauarbeiten zu sein und alle paar Kilometer kommt Schotterpiste ,die uns gut durchschüttelt. Das fordert auch schon bald ein erstes Opfer: Als ich nochmal anhalte, um mir einen Kaffee zu kochen, kommt mir die Kühlschranktür wieder entgegen. Super… Ich nehme es allerdings gelassen, den Hammer habe ich ja schließlich mitgenommen! Mit ein bisschen Geschick bekomme ich das Problem dann auch schnell gelöst. Weiter geht´s!

    Die nächsten Rund 100 Kilometer schleichen wir dann mit knapp 50 km/h über die Piste. Wobei diese Schotterpiste echt eine der Guten ist. Relativ wenige Schlaglöcher und keine Querrillen, dass lässt sich ganz gut fahren. Viel los ist hier auch nicht. Kaum Zivilisation, kaum Autos. So mag ich das! Hin und wieder treffe ich auf ein Rentier, dass war es dann aber auch.

    Die Strecke zieht sich dann aber doch ganz gut und ist anstrengend zu fahren. Irgendwann ist die Straße wieder asphaltiert, aber trotzdem eng und hügelig. Die Augen werden müde (was evtl. auch an der kurzen Nacht liegt) und ich habe nicht mehr wirklich Lust weiterzufahren. Eigentlich hatte ich vorgehabt, mir irgendwo nördlich von Inari ein Plätzchen zu suchen, soweit will ich heute aber nicht mehr fahren. Knapp 30 Kilometer vor Inari gibt es einen Campingplatz der schön aussieht. Den nehme ich!

    Für 30 Euro bekomme ich dann ein mückenverseuchtes Stückchen Wiese und eine Gruppendusche. Vllt. hätte ich doch noch weiterfahren sollen…. Ist bestimmt ganz nett hier, vor die Tür gehen ist allerdings nicht möglich. Ich gehe kurz mit Anti-Brumm bewaffnet an den See, rette mich aber schnell wieder zurück in Schnuckel. Da muss man echt aufpassen, dass man diese Mistviecher nicht einatmet. Na, Mahlzeit!

    Das Wetter ist auch wieder warm und sonnig. Eigentlich bestes Wetter, um draußen zu sitzen… Aber so keine Chance. Und da ich nun mehr oder weniger in Schnuckel gefangen bin, mache ich es mir gemütlich und koche was Leckeres. Die Mücken lauern dabei am Fliegengitter… Wie romantisch!

    Gute Nacht & bis Morgen!
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  • Nähe Inari bis Lakselv

    17. juni 2024, Norge ⋅ ⛅ 17 °C

    Gefahrene Kilometer: 230 km
    Fahrzeit: ca. 3 Stunden

    Das gute Wetter von gestern Abend hat sich tatsächlich gehalten und um Mitternacht war das Wetter nahezu klar. Mitternachtssonne! Damit hatte ich tatsächlich nicht mehr gerechnet, eine absolut magische Stimmung! So richtig genießen kann ich es allerdings nicht… Ich traue mich nochmal kurz vor die Tür, lange halte ich es aufgrund der Mücken allerdings nicht aus. Ach, wie gerne würde ich mich jetzt mit meinem Campingstuhl an den See setzten und die Sonne genießen… Trotzdem bin ich dankbar für diesen kurzen Moment!

    Der Morgen begrüßt mich dann grau und mit Regen. Passt irgendwie zur Stimmung… Die Mücken haben wieder für eine unruhige Nacht gesorgt und ich weiß mal wieder nicht, in welche Richtung es weitergehen soll… Hier in der Region zu bleiben ist eigentlich keine Option. Die Wetterprognosen sind nicht besonders gut und von den Mücken habe ich definitiv erstmal genug. Aber wohin dann? Ich entscheide mich dafür, erstmal die letzten Kilometer bis Inari zu fahren. Vielleicht habe ich mich bis dahin entschieden…

    In Inari nutze ich die „Zivilisation“ und kaufe ein paar frische Lebensmittel und tanke Schnuckel wieder voll. Auch in einem der Souvenir-Shops schaue ich vorbei. Die verkaufen allerdings das Gleiche wie die letzten beiden Jahre auch schon, also nicht wirklich interessant… Auch sonst ist in Inari nicht viel los, im Grunde ist es ein Touri-Ort der besonders im Winter beliebt ist. Im Sami-Museum war ich letztes Jahr schon, da muss ich auch nicht nochmal rein. Kurz überlege ich, eine Bootsfahrt auf dem Inari-See zu machen. Bei schönem Wetter bestimmt großartig. Draußen ist es allerdings immer noch bewölkt und regnerisch… Ihr seht also: Absolut planlos! Ich studiere also nochmal den Wetterbericht und Google-Maps und entscheide mich letztendlich dafür, hoch nach Norwegen an den Porsangerfjord zu fahren. Die Wetterprognosen für da oben sind heute Abend sonnig und ich habe mir einen Parkplatz rausgesucht, wo ich hoffentlich nochmal Mitternachtssonne sehen kann. Also los!

    Einige Kilometer hinter Inari halte ich nochmal kurz an. Auf einem Schild am Straßenrand steht „Café“. Frühstück hatte ich heute noch nicht, mal schauen was es so gibt! Und tatsächlich: In einer kleinen Hütte verkauft eine ältere Dame Kaffee und selbstgebackene Zimtschnecken. Mhhhh lecker, dass lasse ich mir nicht entgegen! Nebenan steht ein Zelt mit einem kleinen Lagerfeuer. Ich mache es mir also gemütlich. Draußen prasselt der Regen auf die Plane und durch den Rauch kommen keine Mücken. Das wahrscheinlich beste Frühstück im ganzen Urlaub!

    Kurz vor der norwegischen Grenze halte ich nochmal an einem Nationalpark an. Hier gibt es einen kurzen Rundweg (2km), sodass ich mir ein bisschen die Beine vertreten kann. Auf dem Parkplatz ist gut was los, unterwegs treffe ich allerdings keine Menschenseele. Scheint ein Ausgangspunkt für längere Wanderungen zu sein. Echt schön hier! Landschaftlich toll und hin und wieder stehen Schilder, die etwas über die Region erzählen. Auch der Regen hat inzwischen aufgehört. Und ein Blick Richtung Norden zeigt blauen Himmel. Mein Plan scheint aufzugehen!

    Und tatsächlich: Als ich am Parkplatz ankomme scheint die Sonne und es sind nur noch wenige Wolken am Himmel. Schön warm ist es auch. Und so nutze ich erstmal die laue Briese und lüfte einmal kräftig in Schnuckel durch. Alles was mehr als zwei Beine hat, muss jetzt RAUS! Diese Mistviecher sind mir die ganze Fahrt lang schon auf den Nerv gefallen… Der Parkplatz liegt recht nah an der Straße und ist daher etwas laut, aber die Aussicht direkt auf den Fjord ist unschlagbar. Ich bleibe! Auch den Rentieren scheint es hier zu gefallen, einige haben es sich am Strand in der Sonne gemütlich gemacht. Und das mache ich dann auch: Ich mache mir was zu essen und setze mich in die Sonne. Herrlich!

    Jetzt muss nur das Wetter heute Nacht mitspielen. Während ich diesen Text schreibe (ca. 19 Uhr) hat es sich wieder deutlich zugezogen und die Sonne ist hinterm Berg verschwunden. Aber bis Mitternacht ist es ja noch eine Weile hin. Ich habe Hoffnung!

    Gute Nacht & Bis morgen!
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  • Lakselv bis Kautokeino

    18. juni 2024, Norge ⋅ ☁️ 16 °C

    Gefahrene Kilometer: 228 km
    Fahrzeit: 3,5 Stunden

    Die Sonne hat es gestern Abend noch echt spannend gemacht! Ich war schon kurz davor ins Bett zu gehen, denn bis kurz vor Mitternacht war der Himmel noch bedeckt und die Sonne versteckte sich weiterhin hinter den Bergen. Meine Hoffnung schwindet so langsam… Aber dann! Auf die Minute genau um Mitternacht kommt die Sonne hinter den Bergen hervor und der Himmel klart auf. Jackpot! Schnell koche ich mir einen Tee und mache es mir draußen gemütlich und genieße den Moment. Für norwegische Verhältnisse ist es auch noch richtig warm. Herrlich! Dieser kleine Abstecher nach Norwegen hat sich definitiv gelohnt! Als ich gegen 2 Uhr endlich ins Bett gehe, scheint die Sonne immer noch kräftig und auch die Verdunkelung in Schnuckel kann sie nicht ganz aussperren. Jetzt ins Bett zu gehen ist ein bisschen surreal…

    Den Morgen lasse ich dann ruhig angehen, bis ich aus dem Bett krieche ist es nach 11 Uhr. Mit meinem Schlafrhythmus geht es langsam bergab... Seit Tagen gehe ich nicht vor 1 Uhr ins Bett. Die meisten Nachbarn sind bereits verschwunden und so habe ich den Platz fast für mich allein. Gestern Abend ist es echt noch recht voll geworden, rund 10 Fahrzeuge standen mit mir hier heute Nacht. Das Wetter ist weiterhin schön und so gönne ich mir erstmal ein Frühstück in der Sonne. So langsam wird es dann aber doch mal Zeit weiterzufahren. Und so mache ich in Schnuckel alles abfahrbereit und fahre los. Ein wirkliches Ziel für heute habe ich nicht, Fakt ist allerdings: Wir machen uns offiziell auf den Rückweg! Vor uns liegen noch 10 Tage Urlaub und rund 3000 Kilometer. Also los!

    Der Rest des Tages verläuft dann genauso entspannt wie der Morgen. Wir schnuckeln ganz gemütlich durch das Land. Als grobe Richtung habe ich Kiruna gewählt, bis dahin werden wir es heute aber nicht schaffen. Viel zu weit! Mal sehen, wo es uns heute so hintreibt… Die Landschaft ist schön und so halte ich immer mal wieder an und erkunde die Umgebung. Letztendlich schaffen wir es bis kurz vor die Grenze Norwegen/Finnland. Mein Schlafplatz für heute Nacht ist definitiv nicht der schönste, ein einfacher Parkplatz neben der Straße. Aber egal, keine Lust mehr weiterzufahren… Das Wetter ist inzwischen auch regnerisch und draußen gibt es wieder unzählige Mücken. Vor die Tür bekommt mich hier keiner!

    Problem ist allerdings: Die Mücken finden irgendwie immer einen Weg ins Auto. Eigentlich müsste ich sie irgendwann mal alle erschlagen haben... Aber nein, es werden immer mehr! Und letztendlich ist die Erklärung ganz einfach: Ich habe ein Dachfenster mit Zwangsbelüftung (weil Gasherd) und da kommen die problemlos durch. Ich versuche zunächst die ganze Sache mit Küchenrolle abzudichten, das funktioniert allerdings nicht. Scheiße! Und so klebe ich kurzerhand das Fenster mit Panzertape ab. Nicht schön, aber effektiv! Dachte ich zumindest… Irgendwie schaffen sie es immer noch einen Weg zu finden. Na gut… ICH HABE NOCH MEHR VON DEM PANZERTAPE!!! Langfristig muss ich mir da aber mal was überlegen. Solange die Mistviecher draußen bleiben, kann ich damit leben. So macht es aber keinen Spaß….

    Gute Nacht & bis Morgen!
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  • Kautokeine bis Vittangi

    19. juni 2024, Sverige ⋅ ☁️ 13 °C

    Gefahrene Kilometer: ca. 200 km
    Fahrzeit: ca. 3 Stunden

    Die Nacht heute war absolut Horror… Mein Kopf hat einfach keine Ruhe gegeben und das Summen der Mücken hat nicht wirklich geholfen. Wann immer ich das Licht angemacht habe, schwirrte ein neuer Schwarm Mücken an der Decke. Dabei habe ich sie doch gerade alle erschlagen! Schnuckel gleicht langsam einem Schlachtfeld… Es ist mir ein Rätsel, wo die herkommen. Gegen 4 Uhr am Morgen klebe ich die Lüftungsschlitze meiner Dachklimaanlage ab, da summt es auch verdächtig hinter. Bei nächster Gelegenheit kommt das Ding raus, braucht kein Mensch! Vorerst ist hier aber Ruhe. Auch am Dachfenster kommen die Mücken weiterhin durch, obwohl ich das mit Panzertape gründlich abgeklebt hatte. Kurzerhand klebe ich das gesamte Fenster mit einer Plastiktüte ab. Das scheint tatsächlich zu helfen! Und ganz allein bin ich mit diesem Problem wohl nicht. Von den Nachbarn hört man regelmäßiges Fluchen und alle sind erstaunlich früh am nächsten Morgen verschwunden. Wir hatten wohl alle keine wirklich entspannte Nacht…

    Zwei, drei Stunden muss ich dann wohl doch noch geschlafen haben, denn plötzlich ist es nach 10 Uhr. Trotzdem bin ich wie gerädert… Nach einer heißen Dusche und einem Kaffee regen sich die Lebensgeister dann zumindest ein bisschen. Also, bloß weg hier! Mal sehen, wie weit wir heute kommen, bevor ich einschlafe… Nach einigen Kilometern halte ich nochmal kurz an. Ich schulde euch ja noch den Bericht von gestern! Dafür hat das Mobilfunknetz gestern Abend nicht ausgereicht. Sorry!

    Das erste Ziel für heute ist das Besucherzentrum von einem Nationalpark hier in der Nähe. Dort gibt es ein kleines Museum über die Sami-Kultur hier im Norden und ein Café. Das Wetter ist grau und nass, da passt ein Museumsbesuch definitiv. Und vielleicht bekomme ich ja auch noch was zum Frühstück! Der Plan geht leider nicht so ganz auf, denn das Café öffnet erst wieder Ende Juni. Ist wohl noch nicht genügend los hier. Aber das Museum ist echt interessant! Und da inzwischen der Regen aufgehört hat, laufe ich noch zu einem Aussichtspunkt auf einem kleinen Berg direkt hinter dem Besucherzentrum. Bei gutem Wetter hat man von hier oben bestimmt eine herrliche Aussicht, heute stehe ich allerdings größtenteils im Nebel. Aber egal, trotzdem schön hier. Weiter geht´s!

    Kurz vor der schwedischen Grenze lege ich nochmal einen Stopp ein. Ich brauche eine Essenspause und auch Schnuckel könnte mal wieder ein paar Liter Diesel gebrauchen. Frischwasser gibt es hier auch, also machen wir den Tank auch gleich mal wieder voll. Frischwasser habe ich übrigens völlig problemlos und kostenfrei an der Tankstelle bekommen. Danke dafür! Frisch gestärkt machen wir uns anschließend wieder auf den Weg. Auf Wiedersehen, Finnland! Hallo Schweden!

    Wirklich weit fahren wir aber nicht mehr. Die kurze Nacht hängt mir in den Knochen und auch das Wetter wird immer schlechter. Draußen braut sich aktuell ein kleines Unwetter zusammen und es regnet immer stärker. Und so suche ich mir den nächstbesten Parkplatz für die Nacht. Etwas abseits der Straße, die Aussicht auf den See ist schön und scheinbar gibt es nicht allzu viele Mücken. Hier bleiben wir! Und da es draußen weiterhin regnet und auch gewittert mache ich es mir erstmal in Schnuckel gemütlich. Ich brauche dringend ein kleines Nickerchen!

    Irgendwann traue ich mich dann doch mal vor die Tür. Es regnet immer noch leicht, aber ich muss zumindest einmal schauen, wo ich hier gelandet bin. Und der Platz ist echt schön und einer dieser „Freihsteh-Highlights“! Manche Plätze sind wie der von heute morgen: praktisch, aber nicht besonders schön. Und dann hat man Plätze wie diesen, der einen positiv überrascht! Ein schmaler Plankenweg für ca. 1 km rund um den See, am Ende steht eine kleine blaue Hütte mit einer Feuerstelle. Die Schweden wissen, wie man die Natur genießt! Und das fast ohne Mücken. Herrlich! Ich genieße jeden Moment und auch der stärkere Regen kann mich nicht aufhalten. Bis ich zurück bei Schnuckel bin, bin ich nass bis auf die Haut. Ich drehe also die Heizung hoch, koche mir einen Tee und mache es mir gemütlich, um diesen Text hier zu schreiben. Die etwas graue Stimmung von heute morgen ist definitiv verflogen!

    Gute Nacht & bis Morgen!
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  • Vittangi bis Luleå

    20. juni 2024, Sverige ⋅ ☀️ 15 °C

    Gefahrene Kilometer: 400 km
    Fahrzeit: 4,5 Stunden

    Der Abend gestern war echt noch ziemlich nass. Der Regen prasselt laut auf das Dach von Schnuckel, hin und wieder donnert es auch mal leise. Eigentlich ganz gemütlich! Und so schlafe ich die ganze Nacht wie ein Stein. Was eine Wohltat, nach der blöden letzten Nacht! Der Morgen begrüßt mich dann mit strahlendem Sonnenschein und in Schnuckel wird es schon richtig warm. Also schnell anziehen, Kaffee kochen und vor die Tür! Herrlich! Eine Kleinigkeit zum Frühstück mache ich mir auch schnell noch. Jetzt aber wirklich los! Ich laufe nochmal am Seeufer entlang zu der kleinen blauen Hütte auf der anderen Seite des Sees. Dort lasse ich mir den Kaffee und mein Frühstück schmecken. Traumhaft! Irgendwann kann ich mich dann aber von der traumhaften Aussicht losreißen und gehe zurück zu Schnuckel. Schnell noch den Müll wegbringen, in Schnuckel alles wieder an seinen Platz verstauen und die Route für heute ins Handy programmieren. Los geht´s!

    Das erste Ziel für heute ist der kleine Ort Jokkmokk, Zentrum der samischen Kultur hier in Schweden. Na, mal schauen was es dort alles zu sehen gibt! Weit komme ich allerdings nicht, ein Schild am Straßenrand sagt was von Bäckerei. Die werden doch sicherlich eine Zimtschnecke haben, oder?! Ich halte also nochmal kurz an und erkunde die Lage. Und tatsächlich: Zimtschnecken und andere schwedische Köstlichkeiten. Und so gönne ich mir schnell noch ein zweites Frühstück. Lecker!

    Anschließend geht es weiter Richtung Jokkmokk. Der Ort scheint Hochburg der deutschen Wohnmobilfahrer zu sein. Hier ist der Teufel los! Naja, bin ja einer von denen… Jokkmokk selbst ist dann nicht sonderlich spannend. Es gibt einige Geschäfte, zwei Kirchen, die ganz nett aussehen und ein Museum über die samische Kultur. Das spar ich mir allerdings, war ja bereits in dem Museum in Inari. Wirklich lange halte ich mich hier also nicht auf und mache mich schnell wieder auf den Weg. Kurz hinter Jokkmokk lassen wir dann den Polarkreis und damit auch die Mitternachtssonne wieder hinter uns. Den die ist nur nördlich vom Polarkreis zu sehen. Richtig dunkel wird es nachts natürlich trotzdem im Moment noch nicht: An meiner aktuellen Position ist der Sonnenuntergang um 00:11 Uhr und Sonnenaufgang um 00.58 Uhr. Im Grunde ein ehr unspektakulärer Ort mit ein paar Toiletten und einem Souvenir-Shop. Das obligatorische Foto muss dann aber doch sein!

    Für die nächsten Rund 60 Kilometer folgen wir dann der E45 in Richtung Süden. Autofahren ist hier super entspannt: Tempomat auf 100 km/h, Podcast an und los! Einmal werden wir von einem Rentier ausgebremst, ansonsten passiert nicht viel. Irgendwann biegen wir dann aber auf kleinere Nebenstraßen ab, Ziel ist ein Campingplatz in der Nähe von einem Naturreservat mit Wasserfällen. Der Plan ist: Auf dem Campingplatz für die Nacht einchecken und dann zu Fuß zu den Wasserfällen laufen. Diesen Plan hatten wohl andere auch schon, der Campingplatz ist rappelvoll. Ok, das hat sich erstmal erledigt! Ich fahre also direkt zum Parkplatz der Wasserfälle, einen Schlafplatz suche ich mir dann später.

    Der Stopp bei den Wasserfällen (bzw. Stromschnellen) hat sich dann echt gelohnt. Es gibt einen schön angelegten Rundweg, die Umgebung ist schön und die gigantischen Wassermassen sind beeindruckend. Nicht ganz trocken kehre ich irgendwann zu Schnuckel zurück. Und wohin jetzt? Auf dem Parkplatz hier wäre eigentlich ausreichend Platz zum Übernachten, allerdings ist dies hier verboten. Überall stehen entsprechende Schilder. Dem ein oder anderen scheint das egal zu sein, die haben sich bereits häuslich eingerichtet. In erster Reihe sitzt ein Paar in Bademänteln und Gummischlappen vor ihrem Riesen-Wohnmobil und lässt sich das Abendessen schmecken. Na, wie romantisch… Aber wir sind ja gesetzestreue Freisteher und fahren weiter. In meiner Camping-App habe ich einen Parkplatz am See gefunden. Ca. 30 Minuten entfernt. Also weiter!

    Der nächste Parkplatz ist dann aber auch nicht so richtig gut… Wahrscheinlich könnte ich hier übernachten, aber es ist recht eng und ich kann mich nirgends so richtig hinstellen, ohne im Weg zu stehen. Auch sind ein paar Wohnhäuser in der Nähe. Freistehen bedeutet ja auch immer Rücksicht zu nehmen. Fühlt sich irgendwie nicht richtig an... Also suche ich mir Plan B und fahre weiter. Wirklich Lust habe ich nicht mehr und auch der Hunger meldet sich langsam, inzwischen ist es nach 18 Uhr. Aber es hilft ja nichts und auch das gehört zum Freistehen dazu. Manchmal braucht es einfach mehrere Anläufe, bis man einen guten Platz findet… Wir fahren also nochmal knapp 40 Kilometer weiter. Plan B klappt dann aber: Ein großzügiger Parkplatz an einem Naturreservat abseits der Hauptstraße. Nicht der schönste Ort, aber ruhig und sonnig. Hier bleiben wir!

    Gute Nacht & bis Morgen!
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  • Bjuröklubb bis Docksta

    22. juni 2024, Sverige ⋅ ⛅ 17 °C

    Gefahrene Kilometer: 272 km
    Fahrzeit: ca. 3,5 Stunden

    Nochmal kurz zu gestern: Ich habe mir morgens die Altstadt (im schwedischen Gammelstad) von Luleå angeschaut. Dort gibt’s auch ein Freiluftmuseum, dass ich gerne besucht hätte. Heute ist allerdings Mittsommer in Schweden und in dem Freiluftmuseum gab es einige Veranstaltungen. Entsprechend voll war es. Ich habe zwar noch einen Parkplatz mit Schnuckel bekommen, sodass ich mir die Altstadt anschauen konnte, anschließend bin ich aber wieder gefahren. Auf so viel Trubel hatte ich keine Lust!

    Stattdessen bin ich noch knapp 200 Kilometer weitergefahren und habe mir schon am frühen Nachmittag einen schönen Parkplatz am Strand rausgesucht. Dieser war dann schon mehr ein Campingplatz als ein Parkplatz, einige Schweden hatten sich schon mit ihren Wohnwagen häuslich eingerichtet, um den Mittsommerabend zu feiern. Ich habe mich also frech einfach dazu gestellt. Na, nicht ganz… Habe vorher gefragt, ob es ok ist! Den Rest des Tages habe ich dann mit ganz viel Nichtstun verbracht. Habe gelesen und einige Stunden in der Sonne am Strand verbracht. Herrlich, diese Pause habe ich echt gebraucht! Der Abend ist dann lau und ich habe bis nach Mitternacht draußen gesessen. Um mich herum wurde gefeiert und Musik gespielt. Inkl. tanzen um eine etwas provisorische Mittsommerstange. War ein schöner Abend!

    Als ich heute Morgen in Schnuckel aufwache, scheint die Sonne draußen schon wieder kräftig. Das Wetter hält echt was es verspricht die letzten Tage! Schnell beseitige ich das Chaos von gestern, dass sich in Schnuckel angesammelt hat und mache mich auf den Weg. Weit fahre ich aber erstmal nicht: Runter vom Parkplatz, einmal links abbiegen und 2 Kilometer geradeaus und schon sind wir da. Man munkelt, ich hätte die Strecke auch zu Fuß gehen können… aber, egal! Hier gibt es einen Aussichtspunkt und einen Leuchtturm, den ich mir anschauen möchte. Schnell koche ich mir noch einen Kaffee und los! Und was das für eine Aussicht ist! Fast eine Stunde sitze ich neben dem gelben Leuchtturm, trinke meinen Kaffee und genieße die Aussicht. Noch ist hier nichts los und ich habe den Ort für mich. Einfach ein Traum! Einen Kaffee hätte ich hier oben tatsächlich auch bekommen und sicherlich auch was zum Frühstück. Das Schild habe ich am Parkplatz aber leider nicht gesehen und natürlich KEIN Portemonnaie mitgenommen… Und so muss ich mich mit einem schnellen Frühstück in Schnuckel zufriedengeben.

    Anschließend stellt sich die gleiche Frage wie an jedem Tag: Wo fahren wir heute hin? Und wo gibt es einen schönen Ort zum Übernachten? Heute ist noch Mittsommer-Feiertag und viele Schweden haben frei. Entsprechend voll wird es überall sein…. Letztendlich suche ich mir einen kleinen Stellplatz in einem Fischerdorf raus. Der Stellplatz selbst sieht auf den Bildern nicht so ganz toll aus, die Umgebung ist aber traumhaft. Mal sehen, wie die Realität dann aussieht. Los geht´s, vor uns liegen rund 200 Kilometer!

    Die Strecke führt uns hauptsächlich über die gut ausgebaute E4 immer weiter in Richtung Süden und verläuft ereignislos. Erst auf den letzten 20 Kilometern verlassen wir die Hauptstraße und fahren auf engen Nebenstraßen, entlang einiger Buchten und vielen bunten Häuser. Leider kann man nirgends so richtig anhalten, um sich die Umgebung anzuschauen. Einzige Möglichkeit wären Privatgrundstücke, und dass macht man dann ja auch nicht unbedingt… Und so schaue ich mir die Umgebung aus dem Auto aus an, wirklich schnell fahren kann ich eh nicht. Am Fischerdorf angekommen steht dann schnell fest: hier werden wir die Nacht sicherlich nicht verbringen. Viel zu eng und trubelig! Man merkt definitiv, dass heute Feiertag ist. Das Dorf schaue ich mir natürlich trotzdem an, parken geht hier dann doch mal. Und das Dorf sieht aus wie gemalt: Eine kleine Bucht mit vielen roten Holzhäusern drum herum. Eine Weile laufe ich über die felsige Küste und erkunde die Umgebung. Auch hier gibt es einen Leuchtturm und eine grenzenlose Aussicht auf die Ostsee. Ja, wer hier wohnt ist echt zu beneiden…

    So, und wo fahren wir jetzt hin? Einen wirklich guten Schlafplatz gibt es in der Nähe nicht. Zumindest nicht um freizustehen. Und jetzt unnötig kilometerweit in die „falsche“ Richtung zu fahren nur um einen Platz zu finden, finde ich jetzt auch nicht so sinnvoll… In knapp 30 Kilometer Entfernung gibt es einen Wohnmobilstellplatz an einem See. Der könnte passen! Und so ist es dann auch: Recht großzügig und nicht zu voll. Einfach am Automaten bezahlen und Platz aussuchen. Hier bleiben wir! Das Wetter ist auch weiterhin sonnig, und so mache ich es mir mit meinem Laptop draußen gemütlich, um diesen Text hier zu schreiben.

    Gute Nacht & bis Morgen!
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  • Docksta bis Hudiksvall

    23. juni 2024, Sverige ⋅ ☀️ 17 °C

    Gefahrene Kilometer: 200 km
    Fahrzeit: 2,5 Stunden

    Guten Morgen! Ich habe geschlafen wie ein Stein heute Nacht. Langsam merkt man, das mit jedem gefahrenen Kilometer in Richtung Süden, die Nächte wieder länger werden. Gestern war es um Mitternacht schon deutlich dunkler als die Tage davor. Ist vielleicht ganz gut… So langsam muss ich meinen Schlafrhythmus mal wieder in normale Bahnen lenken. Ein Blick vor die Tür zeigt: Die meisten Nachbarn sind auch schon abgereist. Habe ich nix von mitbekommen… Haben die es alle eilig? Ist doch gerade erst kurz nach 9 Uhr. Na ok, dann machen wir uns auch auf die Socken. Schnell noch einen Kaffee trinken, alles zusammenpacken und los! Bevor es aber endgültig losgeht, nutze ich noch die Entsorgungseinrichtungen hier am Stellplatz und leere den Schmutzwassertank von Schnuckel. Ist zwar lange noch nicht voll, aber was wir nicht mehr brauchen, müssen wir ja auch nicht nutzlos durch die Gegend fahren!

    Weit fahren wir aber auch heute erstmal nicht. Läuft fast wie gestern: Zwei Mal links abbiegen und gleich wieder auf den nächsten Parkplatz drauf. Hier gibt es noch ein Naturreservat, dass ich mir anschauen möchte. Evtl. ein bisschen wandern gehen. Theoretisch hätte ich direkt vom Stellplatz hier hinlaufen können, allerdings hätte ich dort nur noch bis 12 Uhr stehen dürfen, ohne ein weiteres Ticket zu lösen. Hier auf dem Parkplatz ist das Parken kostenfrei. Also musste Schnuckel mit! Angekommen schaue ich mich erstmal um. Vom Parkplatz aus gibt es verschiedene Wege auf den Skuleberget, ein Berg von dem man eine schöne Aussicht auf die Umgebung hat. Ja, da müssen wir auf jeden Fall hoch! Und so entscheide ich mich für den direktesten Weg nach oben: Rund 250 Höhenmeter auf einer Strecke von 600 Metern. Na, hoffentlich bereue ich das auf halber Strecke nicht… Schnell noch was frühstücken, die Wanderschuhe anziehen und dann los!

    Und ich kann euch sagen, der Weg hat es echt in sich… Gefühlt geht es senkrecht den Berg hoch und schnell bin ich schweißgebadet. Man gut, dass das Wetter heute ehr bedeckt ist. Ansonsten wäre es wahrscheinlich unerträglich. Aber aufgeben zählt nicht und so krabbele ich wie eine Bergziege Meter für Meter weiter den Berg hoch. Das sowas überhaupt erlaubt ist… Die Aussicht macht die Mühe aber wert, trotz des trüben Wetters kann man herrlich weit schauen. Sogar Schnuckel kann ich von hieraus sehen! Und irgendwann ist es dann geschafft und wir kommen oben an. Das war doch ein wenig anstrengender als gedacht! Zur Belohnung gibt es erstmal einen Kaffee und was Süßes. Lecker! Für den Rückweg wähle ich dann einen etwas einfacheren, längeren Weg. Ist wahrscheinlich besser für meine Knochen! Letztendlich komme ich wieder sicher bei Schnuckel an und mache mich auf den Weg. Inzwischen ist es schon nach 14 Uhr und ein paar Kilometer will ich heute noch machen!

    Ein genaues Ziel für heute Abend habe ich noch nicht und so fahren wir erstmal zu einem großen Einkaufszentrum in der Nähe von Sundsvall. Wir haben fast keine Milch mehr an Bord! Und keine Milch bedeutet auch keinen Kaffee mehr. Nein, nein, nein, das kann ich nicht riskieren! Und möglicherweise gibt es hier noch einen von diesen riesigen Süßigkeiten-Geschäften. Der, bei dem ich auch schon vor einer Woche war…. Da hatte ich mich ja noch zurückgehalten und habe mir keine bunte Tüte geholt. Diesmal kann ich aber nicht dran vorbei gehen… Und es gibt so viel Auswahl! Mhhhhh…

    Und wo übernachten wir heute? Gute Frage… Ich bin eine ganze Weile damit beschäftig etwas zu finden. Ist echt nicht so ganz einfach hier in der Region was passendes zu finden. Und auf einen Campingplatz habe ich keine Lust. Zu teuer, dafür das ich außer einem Platz zum Parken nichts benötige... Ich entscheide mich letztendlich für einen Stellplatz an einem See etwas abseits der E4. Ist wohl ein Angelgebiet und für 50 Kronen (ca. 4,50 €) kann man dort übernachten. Ja, das sieht doch gut aus! Der Platz ist dann auch echt schön, ich würde gerne bleiben. Allerdings muss man die Platzgebühr über eine App bezahlen. Maximal kompliziert! Trotz der Hilfe eines netten Schwedens bekomme ich es nicht hin. Schade! Und wohin jetzt? So schön das Campen auch ist…, wenn man keinen gescheiten Platz für die Nacht findet, kann es manchmal ein wenig nervig werden.

    Wir suchen also weiter und landen am Ende auf einem Wohnmobilstellplatz im Zentrum von Hudiksvall. Nicht besonders schön, aber ich habe keine Lust mehr weiterzufahren. Inzwischen ist es halb sieben und ich habe Hunger. Und für 100 Kronen/Nacht ist es preislich völlig in Ordnung. Bezahlung funktioniert problemlos mit der Visa-Karte über eine Webseite. Wir bleiben hier!

    Gute Nacht & bis Morgen!
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  • Hudiksvall bis Kalmar

    24. juni 2024, Sverige ⋅ ☀️ 19 °C

    Gefahrene Kilometer: 700 km
    Fahrzeit: 8 Stunden

    Gestern Abend war es noch ein wenig unruhig, der Parkplatz hier scheint der zentrale Treffpunkt für die Jugend zu sein. Andauern kamen laute Autos mit noch lauterer Musik. In Schweden gibt es die Regel, das Jugendliche schon mit 15 Jahren Auto fahren dürfen. Voraussetzung: Einen Mopet-Führerschein, dass Auto muss auf 30 km/h gedrosselt und die Rückbank ausgebaut sein. Laut dem Gesetz sind die Autos dann keine Autos mehr, sondern Traktoren… Und die darf man dann mit 15 Jahren fahren. Bisschen kurios, die ganze Sache… Meist sind es ältere oder aufgemotzte Autos, die einfach nervig laut sind. Von denen gab es gestern Abend hier einige… Irgendwann war dann aber Ruhe und ich habe trotz der zentralen Lage sehr gut geschlafen.

    Heute Morgen muss ich mir dann so langsam mal Gedanken über den Rückweg machen. Ungern, aber es hilft ja nichts! Die wichtigste Frage ist dabei: Wie kommen wir wieder nach Hause? Nehmen wir die Fähre von Trelleborg nach Travemünde oder fahren wir über die Brücken via Dänemark? Ein Blick auf die Webseite der Rederei bringt schnell die Lösung. Noch gibt es auf den Fähren ausreichend Platz für uns. Rund 160 € kostet mich die Überfahrt. Günstiger kommen wir nicht nach Hause! Wahrscheinlich am Donnerstag oder Freitag. Ich lasse es für den Moment nochmal offen.

    Und wo fahren wir heute hin? Ich würde gerne noch ein oder zwei Tage auf Öland verbringen. Das Wetter ist für die nächsten Tage warm und sonnig angesagt. Also das beste Wetter um nochmal einen Tag irgendwo am Wasser zu verbringen. Ich war letztes Jahr zu Ostern schon mal auf Öland und habe ein perfektes Plätzchen gefunden. Das wäre genau das richtige für ein entspannten Tag am Meer. Problem an der Sache: Bis dahin sind es noch über 700 Kilometer und so langsam geht uns die Zeit aus. Aber egal! Lieber ziehe ich die Strecke heute durch und habe dafür die nächsten Tage ein bisschen mehr Zeit vor Ort. Also, einmal volltanken und los!

    Für uns geht es also zurück auf die E4 vorbei an Uppsala und Stockholm. Der Verkehr läuft gut und wir kommen zügig voran. Bei Norrköping wechseln wir dann auf die E22 und fahren immer weiter in Richtung Süden. Tempomat auf 110 km/h und immer weiter gerade aus. Spannend ist definitiv was anderes… Letztendlich schaffen wir es dann aber bis nach Öland. Fast zumindest. Sehen kann ich es schon! Heute Nacht parke ich nochmal auf dem Festland, direkt unter der Brücke nach Öland. Es ist inzwischen recht spät und möglicherweise mein Plätzchen auf Öland schon belegt. Sind ja nur 3 kleine Stellplätze. Und da jetzt noch ewig nach einem anderen Platz suchen, will ich nicht. Keine Lust mehr! Müde! Und Schnuckel hat sich nach dieser langen Fahrt definitiv seine Pause verdient!

    Unter der Brücke gibt es einen großen Parkplatz, auf dem man kostenlos stehen kann. Von hier aus sind es nur noch ein paar Kilometer bis rüber nach Öland und auch bis nach Trelleborg ist es nicht mehr allzu weit. Perfekt! Als wir ankommen sind die meisten „offiziellen“ Plätze schon belegt und so suche ich mir einen Platz etwas abseits. Mindesten 20 andere Fahrzeuge stehen hier schon. Naja, schön ist was anderes… Aber egal, ich fahre heute keinen Meter mehr! Und die Aussicht ist eigentlich ganz schön, bis zum Wasser sind es nur ein paar Meter und es gibt sogar einen kleinen Strand. Also halb so wild. Und nach der langen Fahrt läuft heute Abend eh nicht mehr viel. Abendessen, diesen Text schreiben und ab ins Bett! Ach ja, und die Fähre nach Hause habe ich dann schnell noch gebucht. Freitag, 10 Uhr geht es von Trelleborg wieder nach Deutschland. Die Deadline steht also!

    Gute Nacht & bis morgen!
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  • Tag auf Öland

    25. juni 2024, Sverige ⋅ ☁️ 14 °C

    Gefahrene Kilometer: 55 km
    Fahrzeit: 1h

    Meine Nacht unter der Brücke war ein bisschen laut… Wann immer ein Auto über die Brücke gefahren ist, hat man es deutlich gehört. Aber nichts, was mich vom Schlafen abgehalten hätte. Gut voll ist es gestern Abend auch noch geworden, ich habe nicht allein unter der Brücke geschlafen. Und heute morgen stellt sich heraus: Augen auf bei der Parkplatzwahl! Während die meisten auf dem Parkplatz bereits seit Stunden in der prallen Sonne stehen, ist es in Schnuckel noch angenehm kühl. Die Brücke spendet uns Schatten. Dieser etwas unruhig Platz hatte also doch seine Vorteile!

    Viel vor habe ich heute nicht. Ziel ist es eigentlich nur, einen schönen Platz irgendwo am Wasser zu finden und den Rest des Tages die Seele baumeln zu lassen. Weit ist es nicht, knapp eine Stunde brauchen wir bis zu dem Stellplatz, denn ich mir gestern rausgesucht hatte. Also, los geht´s! Der Weg führt uns zunächst über die Ölandbrücke, von der man eine herrliche Aussicht auf den Kalmarsund hat. Bei diesem schönen Wetter heute echt herrlich! Anschließend wackeln wir eine ganze Zeit über die engen Straßen von Öland. Wirklich viel los ist hier in der Region nicht…

    Am Stellplatz angekommen, stellt sich schnell Ernüchterung ein: Alles belegt! Mist! Zwei andere Wohnmobile haben sich so breit gemacht, da ist für uns kein Platz mehr. Und die sehen jetzt auch nicht so aus, als würden die demnächst wegfahren. Jetzt brauchen wir Plan B: In der Nähe gibt es noch einen weiteren Platz am Meer. Mal schauen, ob es da ein Plätzchen für uns gibt. Und tatsächlich, hier ist noch ausreichend Platz. Nicht ganz so nah am Meer, wie der andere Platz, aber auch superschön. Es gibt WC´s, eine große Liegewiese, Sitzmöglichkeiten, Zugang zum Wasser und sogar Trinkwasser aus einem Brunnen. Gegen eine kleine Spende von 80 Kronen (ca. 7 Euro) dürfen wir hier übernachten. Was will man mehr? Wir bleiben!

    Den Rest des Tages mache ich dann genau das, was ich geplant hatte: Nichts. In der Sonne sitzen, lesen und was Leckeres zu Essen kochen. Seele baumeln lassen. Einfach entspannen. Herrlich! Am Abend erkunde ich noch ein wenig die Umgebung. Viel gibt es allerdings nicht zu sehen, hier ist kilometerweit außer ein paar Häuser nicht viel. Und so laufe ich ein paar Kilometer die Straße entlang, bevor ich wieder umdrehe. Hier hätte ich echt ein Fahrrad benötigt! Und Zack, ist der Tag schon wieder vorbei! Ich sitze noch eine Weile draußen und schaue mir den Sonnenuntergang an. Lange halte ich es allerdings nicht mehr aus, denn kaum ist die Sonne weg, wird die Luft plötzlich unangenehm feucht. Die Feuchtigkeit zieht in dichten Schwaden über die umliegenden Felder. Und so mache ich es mir in Schnuckel gemütlich.

    Gute Nacht & bis Morgen!
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  • 2. Tag auf Öland

    26. juni 2024, Sverige ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute mal wieder nur ein paar Bilder. Habe mich kurzfristig dazu entschieden, noch eine Nacht hier zu bleiben. Der Platz ist schön und das Wetter gut und ich habe die Umgebung noch ein bisschen erkundet. Morgen geht es dann aber weiter, denn bis zur Fähre am Freitagmorgen müssen wir noch ein paar Kilometer fahren.

    Gute Nacht & bis Morgen !
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  • Öland bis Trelleborg

    27. juni 2024, Sverige ⋅ ☁️ 28 °C

    Gefahrene Kilometer: 339 km
    Fahrzeit: 5 Stunden

    7.00 Uhr, der Wecker klingelt. Was eine urlaubsfeindliche Uhrzeit! Ich muss echt meinen Schlafrhythmus wieder unter Kontrolle bekommen… Nächste Woche ist wieder frühes Aufstehen angesagt! Aber es hilft ja nichts… Raus aus dem Bett! Nach einer Dusche und einem Kaffee bin ich zumindest halbwegs lebensfähig. Nachdem ich gestern spontan noch eine zweite Nacht auf Öland geblieben bin, haben wir heute eine etwas längere Strecke vor uns. Wir müssen noch bis in die Nähe von Trelleborg kommen, denn die Fähre fährt am Freitagmorgen um 10 Uhr. Und ich will mir noch das IKEA-Museum in Älmhult anschauen. Das liegt jetzt nicht so ganz auf unserem Weg in Richtung Trelleborg, es ist aber auch kein riesiger Umweg. Also, los geht´s!

    Ursprünglich hatte ich geplant, diese Strecke auf zwei Tage aufzuteilen und in der Nähe von Älmhult noch eine Nacht zu verbringen. Bei meiner Planung gestern Morgen, habe ich allerdings nicht so wirklich einen schönen Platz für die Nacht gefunden. Daraufhin habe ich alle Pläne einfach über Bord geworfen und bin nirgends hingefahren. War auch eine gute Entscheidung! Zwei Tage an einem Ort zu bleiben, war mal super entspannt und das Wetter weiterhin sommerlich warm. Herrlich! Jetzt heißt es aber endgültig Abschied nehmen, denn die Fähre fährt mit oder ohne uns! Danke Öland, es war schön hier. Ich werde sicherlich wiederkommen!

    Knapp 3 Stunden Fahrt liegen vor uns bis nach Älmhult. Der größte Teil der Strecke führt uns dabei über engere Nebenstraßen, sodass max. 70 - 80 km/h erlaubt sind. So ganz wach bin ich dann wohl doch noch nicht und die Fahrt zieht sich wie Kaugummi… Anstrengend! Wirklich was Spannendes zu sehen gibt es auch nicht. Auf halber Strecke lege ich eine kurze Pause ein. Kaffee muss her! Anschließend geht es weiter. Auch die Temperaturen draußen steigen mit jedem Kilometer, die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. Als wir in Älmhult ankommen, zeigt Schnuckel 30 Grad an. Da bin ich irgendwie nicht drauf vorbereitet… Die letzten Tage war es zwar schön warm, aber hauptsächlich in der Sonne. Die Temperatur selbst lag „nur“ bei knapp über 20 Grad. Na, im Museum wird es wohl eine Klimaanlage geben…

    Älmhult ist sowas wie der Geburtsort von Ikea. 1958 eröffnet hier der erste IKEA (in diesem Gebäude ist heute das Museum) und auch der Gründer ist hier in der Region geboren. Man erfährt ein bisschen was über die Geschichte und die „Design -Entwicklung“ von Ikea. Auch gibt es hier eines der typischen IKEA-Restaurants. Inklusive Köttbullar, natürlich. War es den Umweg wert? Wahrscheinlich nicht. Der geschichtliche Teil ist ganz interessant, ansonsten wirkt es ehr wie eine große Werbeplattform… Aber wenn man in der Nähe ist, kann man mal vorbeischauen. Und für knapp 6 Euro Eintritt + einen gratis Kaffee ist es preislich auch in Ordnung. Den Kaffee spare ich mir allerdings. Es ist wohl gerade Mittagspause und alle Mitarbeiter aus den umliegenden Unternehmen (scheinbar alles IKEA) sind zum Essen gekommen. Nee, für einen kleinen Becher Kaffee werde ich mich jetzt sicherlich nicht ewig anstellen! Auch wenn er umsonst ist…

    Für uns geht es jetzt noch knapp 2 Stunden weiter in Richtung Trelleborg. Draußen ist es weiterhin heiß, zeitweise steigt das Thermometer von Schnuckel auf 33 Grad. Die Klimaanlage läuft weiterhin im Dauerbetrieb. Ziel ist ein Parkplatz ca. 30 Minuten vom Harfen entfernt. Hier war ich letztes Jahr schon Mal für eine Nacht vor der Fahrt nach Hause. Der war gut, da fahren wir wieder hin! Und so ist es dann auch: Der Parkplatz ist verlassen und wir haben freie Platzwahl. Der ganze Platz ist von hohen Bäumen umgeben und so kann ich mir ein Plätzchen im Schatten sichern. Ja, so lassen sich diese Temperaturen aushalten! Solange man sich nicht zu sehr bewegt, zumindest… Ich mache es mir also mit meinem Laptop vor Schnuckel gemütlich. Die etwas kühleren Temperaturen am Abend nutze ich dann, um in Schnuckel ein bisschen aufzuräumen und ein paar Dinge für die Fähre morgen zusammen zu packen.

    Gute Nacht & bis Morgen!
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  • Trelleborg bis Braunschweig

    28. juni 2024, Tyskland ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute Morgen hat der Wecker sogar schon um 6.30 Uhr geklingelt… Igitt! Gestern Abend ist es dann doch noch ein bisschen später geworden, Regen und Gewitter haben mich eine ganze Weile wachgehalten. Unangenehm warm war es auch. Wirklich wach bin ich also nicht... Aber es ist ja nicht weit bis zur Fähre und auf dem Schiff habe ich ja dann genügend Zeit noch ein bisschen zu schlafen. Also raus aus dem Bett! Schnell ein bisschen frisch machen, Kaffee kochen und los!

    Am nächsten Supermarkt halte ich nochmal kurz an, ich habe noch ein paar Pfandflaschen, die ich zurückgeben muss und ein bisschen was zu Essen für die Fähre könnte ich auch noch gebrauchen. 1 Krone gibt es hier übrigens pro Flasche, das sind ca. 8 Cent. Viel gibt es für mich also nicht zurück… Aber egal, die Nervennahrung für die nächsten 9,5 Stunden auf der Fähre muss trotzdem noch her! Anschließend geht es weiter in Richtung Anleger in Trelleborg. Mein Handy scheint heute Morgen aber scheinbar auch noch nicht ganz wach zu sein… Völlig konfus versucht es mir alle 200 Meter einzureden, ich müsste „bitte wenden“. Ne, ne, ne, die Straßenschilder sagen ganz deutlich was anderes! Inzwischen kenne ich den Weg zum Fähranleger aber auch ohne Navigation. Man gut, denn auf Google-Maps ist heute Morgen kein Verlass…

    Am Anleger angekommen herrscht erstmal ein wenig Verwirrung… Es gibt hier so Self-Check-Ins: Einfach mit dem Auto ranfahren, Ticket scannen und fertig. Bei dem Fahrer vor mir scheint das nicht zu funktionieren, es dauert ewig. Der Fahrer neben mir lässt sein Auto einfach in der Schlange stehen und geht zu Fuß zum Schalter. Hä, was macht das den für einen Sinn? Das Auto muss dann doch auch da noch durch… Ich komme somit jetzt aber auch nicht mehr weiter. Zugeparkt! Eigentlich gäbe es noch andere freie Schalter… Aber egal, irgendwann geht es dann weiter. Mein Ticket lässt sich dann auch nicht scannen, mit der Buchungsnummer funktioniert es dann aber problemlos. Terminal E, Reihe 21 ist die Ansage. Jup, das kennen wir ja schon vom letzten Mal. Einmal quer über das Hafengelände bitte! Das Schiff (Peter Pan) ist auch schon da, die Autos/Lkws werden gerade abgeladen und kommen mir entgegen. Das Terminal finde ich hier wie immer problemlos und sortiere mich in die Richtige Reihe ein. Viel los ist auch noch nicht, ein paar Autos und 4 Wohnmobile stehen mit mir bis jetzt an. Aber bis zur Abfahrt dauert es ja noch knapp 2 Stunden. Ich habe also erstmal Zeit für Frühstück. Und den Bericht von gestern muss ich auch noch hochladen! Das Internet hat gestern dafür am Parkplatz nicht ausgereicht.

    Nur wenige Minuten nachdem ich angekommen bin, bricht plötzlich Panik aus: Ich bin gerade zum Klo verschwunden, da setzt sich die Reihe vor mir plötzlich in Bewegung. Schnell zurück zu Schnuckel, wir dürfen schon aufs Schiff! Frühstück muss also erstmal warten… Diesmal gibt es auch keine schwierigen Parkmanöver, wie auf der Hinfahrt. Ich parke Schnuckel also auf Deck 5 und suche mir anschließend einen Weg nach oben. Nach zwei Fehlversuchen, finde ich dann aber den Weg aufs Oberdeck. Manchmal gar nicht so einfach auf diesen Schiffen…

    Das Wetter ist weiterhin sehr warm und sonnig, durch den starken Regen heute Nacht ist es allerdings auch sehr schwül. Über Trelleborg hängt trotz der Sonne noch ein dichter Nebelschleier. Pünktlich um 10 Uhr verlassen wir dann den Hafen. Und es ist echt wenig los auf dem Schiff, die meisten Sitzplätze sind noch frei. Aber wahrscheinlich fahren die Leute jetzt zu Beginn der Ferien ehr in die andere Richtung. Als ich letztes Jahr in Richtung Schweden gefahren bin, war kaum noch ein Sitzplatz zu bekommen. Einer entspannten Überfahrt steht also nichts im Wege!

    Als wir den Hafen verlassen, wird der Nebel nur noch dichter. Bald sieht man außer dem Schiff nichts mehr. Irgendwie ein ganz komisches Gefühl… Es dauert aber nicht lange bis es wieder aufklart und man eine herrliche Aussicht auf das Meer hat. Dafür wird es plötzlich minimal windig… Auf dem obersten Deck pustet es mich fast aus den Schuhen! Ne, bloß wieder weg hier! Aber solange man sich ein windgeschütztes Plätzchen sucht, lässt es sich draußen in der Sonne gut aushalten. Und so vertreibe ich mir die Zeit mit kaffeetrinken, lesen und dem ein oder anderen Nickerchen.

    Pünktlich kommen wir dann irgendwann in Travemünde an. Hier dauert es meist eine Weile, bis der Kapitän das Schiff in die Parkposition manövriert hat und so habe ich noch einen Moment Zeit das Treiben in Travemünde zu beobachten. Und dann schwimmt plötzlich ein Delfin im Hafenbecken! Im ersten Moment dachte ich, es ist ein verirrter Seehund… Aber es ist tatsächlich ein Delfin. Und wohl nicht das erste Mal, dass zumindest sagt Google.

    Und dann geht es wieder ganz schnell: Wir legen an, die Türen zu den Autodecks gehen auf und ich darf zurück zu Schnuckel. Der hat die Überfahrt genauso entspannt überstanden wie ich. Schnell alles wieder an seinem Platz verstauen und schon geht vorne die Lucke auf und wir dürfen raus. Punkt 19.30 Uhr rollen wir runter vom Schiff. Was eine Punktlandung! Auf dem Hafengelände herrscht der übliche Trubel, von überall her kommen die LKW-Trailer die vom Schiff abgeladen werden. Wer hier nicht bremst hat verloren, denn die LKW-Fahrer bremsen jedenfalls nicht! Wir kommen aber ohne Blessuren davon und auch die Polizei, die am Ausgang steht, will nichts von uns. Also ab nach Hause!

    Vor uns liegen noch knapp 3 Stunden Fahrt bis nach Braunschweig. Die Straßen sind frei und so kommen wir zügig durch. Kurz vor Braunschweig staut es sich dann nochmal kurzzeitig. Die A2 ist hier voll gesperrt… Aber egal, auch hier kommen wir irgendwann durch und kommen gegen 23 Uhr in Braunschweig an. Morgen geht es dann weiter nach Braunlage.

    Und somit geht auch dieser Urlaub vorbei. Insgesamt sind wir rund 5500 Kilometer gefahren. Es war wieder sehr schön, auch wenn mal wieder die technischen Mittel nicht zu hundert Prozent funktioniert haben. Aber das kenne ich ja schon… Montag gibt es dann für Schnuckel mal wieder einen Termin in der Werkstatt!

    Vielen Dank fürs mitlesen und bis zum nächsten Mal!
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    Slut på rejsen
    29. juni 2024