Physikabitur gerade so bestanden
9 dicembre 2023, Italia ⋅ ☁️ 5 °C
In Monaco hat es die ganze Nacht geregnet - merkt Euch das, es wird nochmals wichtig. Mit dem Anbruch des Tages, verschwinden die Wolken und die Sonne kommt heraus. Auf dem Weg zu Mickys Morgenkaffee müssen wir die Jacken schon ausziehen, weil es in der Sonne einfach zu warm ist. Ein Sweatshirt reicht vollkommen aus. Wir sind beide nicht so richtig fit, der gestrige, lange, Trip steckt uns beiden noch in den Knochen. Also schlendern wir wirklich nur noch einmal am Port Hercule entlang und machen uns dann auf den Weg nach Bardolino. Die Sonne spielt uns in die Karten. Wir fahren noch auf Sommerreifen und müssen auf Höhe Genua über eine Bergkette fahren. Die Autobahn führt dort genau am Treffpunkt der Ligurischen Alpen und des Apennin von der Riviera nach Norden. Es ist jetzt dort nicht superhoch , aber immerhin steigt man auf über 600 Meter und das ist höher, als München. Und in München liegt Schnee. Gut, unsere Engstelle liegt fast 1.000 Kilometer südlich, aber ein Versicherungsangestellter geht unnötigen Risiken gerne aus dem Weg .....außerdem spielt Bayern um 15:30 Uhr gegen die krisengeplagte Eintracht. Das will Patrick gerne sehen. OK, wollte er . Spoileralarm: hat er nicht und bekanntlich war das dann doch ganz gut.
Die Autobahn im Süden Italiens bietet wirklich einen tollen Blick auf die Küste. Und da stehen keine spanischen Hochhäuser. Es ist schön hier. Gut, die maroden Brücken machen Patrick Angst ( Höhenangst und Versicherungsangestellter!), aber das geht schon irgendwie.
Bis wir in den Stau kommen. Nicht irgendwo, sondern wir kommen auf der Todesbrücke zu stehen. Patrick nennt die Brücke zumindest so, weil sie (er ist sich sicher ) mind 894 Meter hoch ist und die Leitplanken italienisch verrostet sind. Jetzt wird er immer stiller , während Micky wieder einmal "genervt" ist. Gut, das ist sie öfter und was ist ihr Genervtsein schon gegen Patricks Todeskampf. Patrick versucht auszurechnen, bei welchen Abstand der Fahrzeuge im Stau die Resonanzkatastrophe eintreten wird. Das ist immerhin eine italienische Brücke und wer schon mal in einem Fiat gefahren ist, weiß, warum Patrick rechnet. Nascha hatte übrigens mal einen Fiat Panda, dessen klappernden Auspuff haben Patrick und Nonno mit einer alten Coladose repariert, das hat besser gehalten, als die Originalkonstruktion der italienischen Ingenieure. Patrick scheitert mit der Berechnung, zu lange ist das Physikabitur schon her und zu schlecht war sein Abschneiden schon damals. Aber die halbe Stunde Stau auf der Todesbrücke ist so schneller vergangen und es geht weiter.
Immer noch bei strahlender Sonne und 16 Grad. Kurz vor Genua kommen dann Wolken auf, der Himmel wird dunkel und wir fahren in Richtung Norden. In Richtung Berge. Die Temperatur fällt schneller als eine Aktie nachdem Patrick sie gekauft hat und das "Ping" des Eiswarners zeigt an, dass es jetzt weniger als 4 Grad hat. Dazu hätten wir kein Ping gebraucht, wir sehen es am Schnee auf der gesperrten Fahrspur direkt neben uns. Als es gestern Nacht in Monaco geregnet hat, hat es hier geschneit. Die Temperatur fällt auf 1 Grad und alle 5 Kilometer macht uns ein Schild darauf aufmerksam, dass aktuell Winterreifenpflicht besteht. Alternativ können Schneeketten genutzt werden. Das würden hier zwar nicht einmal die Holländer machen, aber auf Sommerreifen ist es jetzt trotzdem uncool. Wir fahren wie auf rohen Eiern und vergrößern den Abstand zum Vordermann. Das fordert die Italiener heraus. Wir werden angehupt, es wird von hinten aufgeblendet und riskanten Überholmanövern, folgt der Austausch von Höflichkeiten mittels Zeichensprache. Patrick will eigentlich durchfahren, weil ein Stopp das Risiko birgt, dass wir mit den Sommerreifen auffliegen. Micky besteht dann aber auf die technische Pause und sie wird durchgeführt. Dabei stellen wir fest. Es ist wirklich richtig glatt. Gut, dass es jetzt in tiefere Regionen geht. Richtig warm wird es heute nicht mehr , dazu liegt der Nebel zu bleiern über der Poebene. Aber wir bekommen 5 Grad angezeigt und damit fühlen wir uns sicher.
Nach 6 Stunden kommen wir in Bardolino an. Die erste Halbzeit ist vorbei und Patrick stimmt einem Besuch des Weihnachtsmarkts in Bardolino zu. Fußball wird ja überbewertet.
Es ist klamm am See, die feuchte Kälte geht wirklich bis auf die Knochen durch und deswegen sitzen wir um 18:15 Uhr schon am Kamin und essen sehr lecker zu Abend.
Morgen kommen Anna und Georg mit unserem Reifen zu uns und wir stellen den Bulli auf geeigneteres "Schuhwerk", um am Montag die letzte Etappe unserer unglaublichen Reise anzutreten.
Jetzt haben wir einen Tag zum Durchschnaufen und wir freuen uns auch auf Anna und Georg und einen gemeinsamen Abend.Leggi altro





















ViaggiatoreUnd soll ich euch zweien mal was sagen: ich freue mich ganz narrisch euch in meine Arme in natura zu schließen! Wellcome back home mami