Blaue und kleine Löcher
April 17, 2023 in Belize ⋅ ☁️ 29 °C
Im Meer vor Belize befindet sich das Tauchermekka „Blue Hole“. Um dort hin zu kommen muss man mittlerweile aber ordentlich in die Brieftasche greifen. Wenn man dann gerne noch tauchen würden, legt man die Brieftasche selbst zusätzlich auch noch dazu. Wir verzichten. In Belize waren aber kreative Namensgeber am Werk, sodass wir einiges günstiger dennoch ein Blue Hole besuchen können: und zwar im Blue Hole NP. Wie beim anderen Blue Hole ist auch hier eine Cenote für den Namen verantwortlich. Diese hier befindet sich aber im Urwald und nicht im Meer. Lustigerweise sollte uns der Ort aber nicht aufgrund der Cenote in Erinnerung bleiben sondern wegen weit kleinerer Löcher.
Im Cockscomb Basin hat sich auf Fabienne’s Rücken ein Mückenstichquartett eingerichtet. Die vier Buckel haben sie auch auf der Insel begleitet. Und auch jetzt etwa. 1.5 Wochen später weichen sie nicht von ihrer Seite. Mittlerweile sind die Buckel auch etwas grösser und jucken und stechen noch immer wie am Anfang. Grund genug einen der Blue Hole NP Ranger (Yanik) zu fragen was das soll. Yanik weiss Bescheid: das sind Botflies. Oder genauer deren Larven, die über Hautporen in den Körper eingedrungen sind und sich jetzt genüsslich davon ernähren. Wir übergeben uns eine Runde und fragen was zu tun sei. Yanik und die anderen Ranger kennen sich aus und zeigen uns wo sie bereits überall Botflies hatten. Manche davon wurden nur getötet und nicht entfernt, sodass man sie unter der Haut noch als Verhärtung spürt. Die Ranger zeigen uns auch noch Videos wie ziemlich grosse Larven aus der Kopfhaut eines Anwesenden gedrückt werden. Prima.
Als erstes müssten wir die Larven töten, damit man sie später ausdrücken kann, sagt Yanik. Erst wenn sie tot sind, lassen sie sich ausdrücken, da sie an ihren Köpfen Härchen haben, die ihnen als Widerhaken dienen. Und am besten tötet man die Larven indem man sie erstickt. Dazu werden die kleinen Löcher auf den Buckeln für ein paar Stunden mit Klebeband zugedeckt. Die Larven würden sich dann etwas wehren und beissen, aber das sei normal. Zur Sicherheit geben wir noch etwas Nagellackentferner auf die Löcher, damit die kleinen auch wirklich für immer einschlafen. Nach ein paar Stunden nehmen wir das Klebeband wieder ab und versuchen die Larven auszudrücken. Einer kommt halb raus. Ein anderer spickt Yanik direkt auf den Arm, lebt aber noch und die restlichen beiden bewegen sich kein Stück. Also noch einmal zukleben. Dieses Mal wird zuerst Nikotin aufgetragen. Ein paar Iterationen später sind drei der vier Würmer raus. Einer will ums Verrecken nicht. Also lassen wir ihn, in der Annahme, dass auch er tot ist. Fabienne, fortan halb Wurm halb Mensch, gibt sich mit diesem Ergebnis einigermassen zufrieden.
PS: Yanik nimmt uns eines frühen Morgens noch auf einen Vogelbeobachtungsrundgang mit. Wir sehen und hören unzählige, darunter unsere ersten Tukane.Read more











TravelerWääää isch jo auso scho chli grüsselig🙈😖die würmli🪱
TravelerIhr nehmet aber au gad alles mit uf dem Reiseabschnitt...Mensch, armi Fabienne 😔