Huayhuash Tag 1
September 14, 2024 in Peru ⋅ ☁️ 14 °C
Wir stürzen uns in ein Abenteuer, das grösser ist als wir selbst: den Huayhuash Trek. Die Mehrtageswanderung führt über 100km durch atemberaubende Landschaften und noch atemberaubendere Höhen. Da wir lieber unabhängig unterwegs sind, beschließen wir, den Trek ohne Gruppe zu bewältigen – und unser Gepäck nicht von Maultieren tragen zu lassen. Doch zunächst fahren wir einige Stunden in die Berge und machen in einem kleinen Dorf Halt. Mit zwei allzu schweren Rucksäcken setzen wir uns am nächsten Tag in einen Bus, der uns weitere zwei Stunden tiefer in die Berge und damit näher zum Ausgangspunkt bringen soll. Vorher wird aber noch der Tank mit frischem Diesel aus dem Kessel gefüllt.
Dann geht es los. Und wir sind noch gar nicht so lange unterwegs, da beginnt uns der Busfahrer Geschichten zu erzählen. Geschichten von Personen die auf dem Huayhuash Trek verunglückt und verstorben sind. Er erzählt uns wie sie gefunden wurden und wie ihre Leichen aussahen. Ihm fallen immer mehr ein und die Kommunikation findet zunehmend einseitig statt. Dann sind wir da, werden mit unseren Rucksäcken ausgeladen, der Typ wünscht uns viel Glück und fährt davon. Vor uns erhebt sich ein 4.700 Meter hoher Berg, den wir als erstes überwinden müssen. Wir schreiten los.
Oben angekommen, eröffnet sich uns eine kontrastreiche Landschaft über die gerade zwei Andenkondore dahinziehen. Fast schon zu romantisch. Kurz darauf beginnen wir den Abstieg und erreichen wenige Stunden später unser erstes Camp. Die Gruppenreisenden sind auch da, also suchen wir Zuflucht und Distanz in einem kleinen Canyon am Bach - weit weg vom Lärm der Menschen, ganz nahe am lauten Rauschen des Baches.
In der Nacht sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt und unsere Schlafsäcke kommen an ihre Grenzen. Immerhin halten uns unsere Luftmatratzen vom kalten Boden fern. Zumindest Fabienne. Meine Schlafzyklen werden von der sich stetig entleerenden Luftmatratze dirigiert. Alle 1.5h liege ich wieder auf hartem, kaltem Grund, wache auf, blase die Matratze wieder auf und schlafe zum leisen Zischen der aus dem Loch in der Matratze entweichenden Luft wieder ein.Read more













