• Simon Rossier
  • Fabienne Minder
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Panamerica Süd

A 714-day adventure by Simon & Fabienne Read more
  • Trip start
    August 2, 2023

    Papierkrieg und Containerwars

    August 8, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 33 °C

    Man sagt nicht ohne Grund, dass die Leute aus Cartagena zur Abkühlung in die Hölle in die Ferien fahren. Aber weil wir jetzt Backpacker sind, kann uns das egal sein, denn wir können getrost den ganzen Tag im klimatisierten Zimmer verbringen. Und das machen wir manchmal auch. Weil: der Bus steckt noch im Hafen. Um ihn da raus zu holen ist einiges an Administration und Papierkram zu erledigen. Glücklicherweise ist aber Fabienne gut vorbereitet, hat den Ablauf verinnerlicht und weiss was wie zu tun ist. Unglücklicherweise wird aber Fabienne durch eine Fiebersituation ausser Gefecht gesetzt und so ist es an Simon den Bus da raus zu holen. Und der weiss genau gar nichts. Zum Beweis seiner Inkompetenz vollführt er noch das folgende Spektakel. Um den Bus aus dem Hafen zu holen müssen wir sozusagen 900 Dollar Kaution bezahlen. Bar, weil mit Karte sind es 5% mehr. Also wird neben einer Mall ein Bankomat geplündert und die Bargeldbündel sachgerecht in der Unterhose versteckt, bis wir wieder in unserem Zimmer in Sicherheit sind. 200m später regnet und windet es auf einem Fussgängerstreifen 50'000er Nötchen aus Simons Hosenbeinen. Ein Polizist hilft uns beim Aufheben, sodass wir trotz Hirnzellendefizit keinen finanziellen Verlust erleiden.
    Doch irgendwie gelingt das Unmögliche und Simon kriegt den Bus nach fünf Tagen raus aus dem Hafen. Nur sind wir fürs erste illegal auf der Strasse, weil unsere Agentin ihre eigene Inkompetenz ebenfalls unter Beweis stellen will, indem sie es bis zu letzt nicht schafft unser Auto in Kolumbien zu versichern. Am Schluss kümmern wir uns daher selber darum.

    Auch in Cartagena besuchen wir eine 'Free Walking Tour', auf der wir von einem Schattenplatz zum nächsten huschen. Die Kolonialstadt gefällt uns indes sehr und so verbringen wir trotz der Hitze beachtlich viel Zeit in den farbigen Gässchen.
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  • Chicamocha Canyon

    August 13, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 26 °C

    Die stundenlange Fahrt von der Küste Kolumbiens hier her hat sich gelohnt. Wir sind in den Auswüchsen der Anden. Und mit steigender Höhe sinkt endlich auch die Temperatur. Wir schwitzen die Nacht nicht mehr durch. Unfassbar. 🥰 Auf diesen Moment haben wir zuletzt auch wortwörtlich hingefiebert. In all der Erleichterung werden wir gleich beide krank. Wahrscheinlich Corona aber darüber wird heute nicht mehr gesprochen. Wir saugen die kühle Luft genauso ein wie die Aussicht die sich uns von unserem Stellplatz aus bietet.Read more

  • Schmuckstück

    August 14, 2023 in Colombia ⋅ ⛅ 26 °C

    Barichara ist ein Schmuckstück umgeben von malerischen Landschaften. In dem kleinen süssen Dorf finden wir sogar ein richtiges Brot ❤️ Gleich daneben haben holländische Auswanderer eine Art Campingplatz errichtet, der seinesgleichen sucht. Wir bleiben zwei Nächte.Read more

  • Extrem

    August 16, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 27 °C

    San Gil ist bekannt für Extremsport. Extrem sind aber vor allem die Strassen hier. Auf der Suche nach einem Extremsportanbieter führt uns Google Maps durch Strassen, die ohne weiteres auch als Kletterwände dienen könnten. Wir verfahren uns und buchen anschliessend online.

    Wir haben uns für einen River Rafting Ausflug angemeldet und wählen hierfür die krassere Strecke im Rio Suárez. Dabei erwarten uns Klasse III - V Passagen. Was das bedeutet wissen wir nicht genau, nur dass die Skala bis Klasse VI geht und letztere Stromschnellen darstellen, die auf Grund ihrer Schwierigkeit in der Regel gar nicht erst befahren werden. Wir und unsere Gruppe besteigen das Gummiboot an einer Stelle, die wir bereits als aufregend bezeichnen würden. Der Guide meint das sei Klasse I. Wir sind gespannt. Aufgrund von Regenfällen ist der Fluss zusätzlich gerade einiges ruppiger als üblich, werden wir informiert. Und dann geht's los. Über den Zeitraum von etwas mehr als einer Stunde treiben wir und unser mikriges Boot durch tosende Wassermassen. Teilweise stehen die Wellen um uns so hoch, dass wir unter den lautstarken Anweisungen unseres Guides oberhalb unserer Köpfe paddeln. Irgendwann erklärt uns der Guide, dass wir soeben die zweitschwierigste Stromschnelle Südamerikas passiert hätten. Es ist einfach nur geil. Unsere Gruppe explodiert fast vor Adrenalin und Euphorie und wir geniessen jeden Moment dieser Irrfahrt. Fabienne bekommt sogar noch mehr fürs Geld und bleibt Abends länger wach und geniesst die anhaltende Vertigo.

    Für den nächsten Tag ist unser erster Gleitschirmflug angesagt. Dafür fahren wir an den Rand des Chicamocha Canyons und rennen nacheinander mit einem Piloten am Rücken die Böschung hinunter, bis wir von unserem Schirm in die Horizontale gezogen werden. Zusammen mit den Geiern, die wohl auf ein Unglück hoffen, schweben wir durch die Lüfte und Thermik bis uns schlecht wird. Nach der Landung ist uns immernoch schlecht. So sind wir uns dann gar nicht sicher ob es an uns liegt, als der Boden wackelt weil wir gerade ein Beben der Stärke 5.6 erleben. Offenbar sei der gegenüberliegende Berg (Mesa de los Santos), Ursprung der meisten Erdbeben in Kolumbien. Und auch in dieser Nacht wird Fabienne vom Schwindel in den Schlaf geschaukelt.
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  • Ein Stein

    August 21, 2023 in Colombia ⋅ 🌧 20 °C

    In der Nähe von Medellín gibt es einen ziemlich grossen Stein. Und weil eine Treppe bis zur Spitze des Steins führt müssen wir da unbedingt hin und die Treppe hoch! Wir streifen Medellín fürs Erste also nur kurz und erreichen die Attraktion pünktlich an einem Feiertag. So bleiben wir bei weitem nicht die einzigen, die der Anziehungskraft des Steins gefolgt sind. Vor lauter Entzücken über den Anblick des prächtigen Steins, verpasst sich Simon's Körper noch auf dem Parkplatz selbst einen Hexenschuss. Die anschliessenden 600 Treppentritte bezwingen wir dennoch mit Bravur. Die Aussicht auf den umliegenden Stausee lässt derweil kaum zu wünschen übrig.Read more

  • Medellín #1

    Aug 23–26, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 27 °C

    Was kann man von Medellín erwarten? Unsere Recherche hat bereits früh begonnen und zog sich über vier Staffeln lang. Wir erwarten verwinkelte Backsteinsiedlungen, amerikanische Agenten, Schiessereien und Drogen. Mindestens eine dieser Erwartungen wurde auch erfüllt.
    Wir übernachten mitten in der Stadt neben einem Hundepark. 200m weiter rechts wurde vor drei Jahrzehnten der (nach Shakira) vielleicht berühmteste Kolumbianer der Welt auf einem Hausdach erschossen. Einen Teil seines Vermächtnisses kriegen wir am nächsten Tag, auf einer Stadtführung in eines der einst gefährlichsten Viertel der Welt, erzählt. In vergangenen Tagen bildete die Communa 13 einen Brandherd in dem sich Sicherheitskräfte des Staates, rechte Paramilitärs und die linke FARC-Guerrilla bekriegten was das Zeug hält. Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt, es wurden überdachte Rolltreppen zwischen den Backsteinhäuschen gebaut und Touristenströme, die unter anderem für die Streetart anreisen, bringen indirekt zusätzliche Sicherheit. Das Gebiet wird aber nach wie vor von Gangs regiert, die bei den lokalen Geschäften Schutzgeld eintreiben. Unser in der Communa 13 aufgewachsene und nach wie vor hier lebende Guide meint, dass das mit eiserner Faust regierte Gebiet dafür nun extrem sicher sei. Falls z.B. tatsächlich einmal etwas gestohlen würde, würden die Diebe von den Gangs gefasst und verprügelt. Bei einem zweiten Vergehen blühten ihnen noch schwerwiegendere Strafen.

    Die Tage vergehen und wir besuchen mit der Metro und Seilbahn verschiedene Gebiete der Stadt. Wir wagen auch einen spontanen Abstecher in den nahegelegenen, ebenfalls per Seilbahn erreichbaren Parque Arvi. Ohne, dass wir uns auf den Ausflug vorbereitet hätten erfahren wir erst vor Ort, dass das Wandern im Park grundsätzlich nur mit Guide möglich sei. Eine ziemlich unnötige Regel wie wir finden. Wir schleichen uns davon und irren mehr oder weniger planlos durch das Unterholz. Irgendwo finden wir einen eiskalten Bach, in dem wir kurz baden und geniessen die Ruhe ausserhalb der Stadt bei einer Flasche CBD-Bier.

    In Medellín erfahren wir die Kolumbianer einmal mehr als maximal freundliche und aufgeschlossene Gesellen. Ausser im Strassenverkehr. Oder im öffentlichen Verkehr. Da ist sich jeder selber der nächste. Es wird gedrängelt, geschupst, gehupt und eingestiegen bevor man aussteigen konnte. Einmal setzen wir uns in der uBahn noch fast auf eine Frau, die sich aus dem Nichts in Sekundenschnelle unseren Sitzplatz hinter unseren Hintern weggeschnappt hat.
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  • Medellín #2

    August 24, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 28 °C

    Als wir Medellín verlassen wollen, bitten uns unsere kolumbianischen Vanlifenachbaren eine weitere Nacht zu bleiben, weil ein Journalist einer lokalen Zeitung noch ein Interview mit uns führen möchte. Der Typ kommt am nächsten Morgen dann tatsächlich auch vorbei und macht von uns ein paar Fotos in "natürlichen" Alltagsituationen. Ein offenbar in Kolumbien weltberühmter YouTuber bittet uns danach für eines seiner Videos hinzustehen. Auf seinen Videos bittet er unter anderem Pärchen so zu tun als wäre ein Teil fremdgegangen, um dann theatralisch dramatisch eine Trennung vorzuspielen. Ein ehrenwerter Job also. Obgleich seine Zielgruppe auf solchen Content angeblich abfährt, winken wir ab. Schliesslich lassen wir uns zu einem Vantourvideo überreden, dass aber seinen Weg ins grosse Netz wohl auch nie finden wird, weil der YouTuber darauf zum Beispiel die Umrisse seines Kontinents nicht erkennt und daher vielleicht nicht sonderlich geistreich wirkt.

    Zum Abschluss drücken wir uns in der Wohnung eines italienischen Auswanderers noch die beste Pizza, die wir je hatten, ins Gesicht. Kulinarisch und urban gesättigt machen wir uns auf den Weg in ländlichere Gebiete. Auf dem Weg raus aus der Stadt werden wir noch ein zwei Mal fast angefahren, so langsam gewöhnen wir uns daran.
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  • Jardín #1

    Aug 25–27, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 24 °C

    Wir folgen dem Ruf des roten Andenfelsenhahns. Er führt uns nach Jardin, einem malerischen Dorf umgeben von Grün. Wir verbringen ein zwei Tage im Ort und bekommen den Vogel auch zu Gesicht.

  • Jardín #2

    Aug 27–28, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 18 °C

    Dann machen wir uns auf den Weg in Richtung Süden. Die Strasse dorthin ist sehr sehr schlecht und führt durchs Gebirge. Hier kommen wir mit unserer spärlichen Bodenfreiheit das erste Mal auf dieser Reise fast an unsere Grenze. Wir übernachten in einem Wald und erleben am Abend ein 30-sekündiges Erdbeben. Zwei ominöse Typen fahren bei Eindämmerung mit ihrem Motorrad zu unserem Stellplatz im Wald, bleiben ein paar Meter von uns entfernt stehen und diskutieren miteinander. Als sie sich dann einen Joint drehen ist für uns klar, dass die beiden keine Gefahr darstellen. Eigentlich lustig. Lustig sind auch die Grashüpfer, die wir hier am nächsten Tag auf dem Waldboden entdecken.Read more

  • Los Nevados - Mehrtäger #1

    Aug 29–31, 2023 in Colombia ⋅ ⛅ 11 °C

    Wir wollen wieder einmal auf einen Mehrtäger und fassen hierfür den Los Nevados Nationalpark ins Auge. Wir recherchieren was möglich ist. Grosse Teile des Parks sind aufgrund vulkanischer Aktivitäten gesperrt und so beschränken wir uns auf den südlichen Teil des Parks. Ob wir ohne Guide losziehen dürfen bleibt bis Abmarsch ungeklärt. Wir packen unser Zelt etc. und marschieren im Valle de Cocora los. Rund 20 Sekunden nach Abmarsch werden wir darauf hingewiesen, dass wir ohne Guide nicht in die Hochebenen dürfen. Wir diskutieren mit der Rangerin bis sie uns widerwillig dennoch passieren lässt.
    Dann geht's kurz ein bisschen runter, über einen Fluss und danach sehr lange 1600 Höhenmeter hoch. Bis wir knapp unter 4000 m.ü.M. ziemlich erschöpft eine Finca mitten in der Wildnis erreichen. Ihre Bewohner bewirten uns mit Tee, Suppe und Abendessen für umgerechnet rund CHF 3.50/Person. Nach der Verpflegung ziehen wir weiter und schlagen unser Zelt in der Nähe eines Baches auf. In der Nacht wird es dann so kalt, dass wir den Komfortbereich unserer Schlafsäcke hinter uns lassen.
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  • Los Nevados - Mehrtäger #2

    August 30, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 10 °C

    Am nächsten Morgen traversieren wir den Bach und ein paar hundert Meter höher einen Felskamm und erreichen die Páramo, eine hochalpine Landschaft übersäht mit typischen uralten, langsam wachsenden Schopfrosetten. Irgendwann erreichen wir eine weitere Finca, bei der wir unser nächstes Nachtlager errichten. Den Rest des Tages ziehen wir mit leichterem Gepäck durch die fabelhaften Steppen und treffen unterwegs keine Menschenseele an. Nachdem wir den Vulkan "Nevado del Tolima" zu Gesicht bekommen und seinen Anblick verinnerlicht haben, machen wir uns auf den Rückweg. Bei der Finca gibt es wieder Abendessen und am nächsten Tag treten wir den Rückmarsch und Abstieg an. Nach insgesamt knapp 45km sind wir froh zurück an unserem Startpunkt zu sein. Eines der farbigen Jeep Taxis bringt uns anschliessend zurück nach Salento.Read more

  • Valle de Cocora

    August 31, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 23 °C

    Unsere Mehrtägige Wanderung startete und endete im Valle de Cocora. In diesem Tal wächst eine der höchsten Palmenart der Welt: die bis zu 60 Meter hohe Wachspalme.
    Auf unserer Wanderung durch das Tal sehen wir nebst den Palmen auch diverse bunte Vögel (z. B der Maskentrogon) und unzählige interessante Insekten.Read more

  • Kolibri Inflation #1

    Sep 2–4, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 22 °C

    Wir erreichen Cali mittags. In Cali ist es heiss und gemäss nicht überprüfbaren Quellen auch nicht ganz ungefährlich. Wir suchen uns also einen etwas höhergelegenen, kühleren Übernachtungsplatz in der glücklicherweise angrenzenden Bergkette. Fündig werden wir in einer Kolibrigassenküche. Alfonso, der Besitzer füttert hier seit Jahren Kolibris und andere Vogelarten. Mittlerweile lassen sich von seinem Restaurant aus 359 Vogel- und davon 42 Kolibriarten beobachten. Das sind eine ganze Menge. Tatsächlich fliegen uns ununterbrochen unzählige Kolibris in allen Farben und Formen um die Ohren. Auch der rare Quetzal (hier ein Vogel - in anderen Ländern eine Währung) schaut vorbei. Nachdem wir eine halbe Milliarde Fotos geschossen haben, verbringen wir zwei Wochen damit auszuwählen welche 20 wir hier hochladen wollen.Read more

  • Silencio

    Sep 4–15, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 24 °C

    Für 10 Tage dreht sich für uns alles rund ums Schweigen, Meditieren, Schmerzen ertragen und Schlafen. Wir haben uns für einen Vipassana-Meditations Retreat angemeldet und bekommen das ganze Programm zu spüren. Das tägliche Highlight ist der aufdringliche Labrador, der sich immer wieder in den Meditationssaal schleicht, um danach an den Pfoten gepackt apatisch herausgezogen zu werden. Die ersten Tage wird unsere Konzentrationsfähigkeit auf ein Maximum trainiert. Danach werden Sinneseindrücke und Gefühle nicht wertend beobachtet. Zehn Stunden täglich. Und auch ausserhalb der zehn Stunden Meditation soll beobachtet werden. Still. Eine unglaubliche Erfahrung aus der wir mehr mitnehmen als wir auf Papier bringen könnten. Ohne Worte schliessen sich unterwegs auch Freundschaften, die uns noch weit über den Kurs begleiten werden.Read more

  • Cali

    Sep 15–21, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 29 °C

    Mit ein paar Freunden aus dem Meditationsretreat (Sam, Nada, der andere Sam, Nadav, Fabian und David) erkunden wir Cali. Einige von ihnen reisen die Tage weiter und am Schluss bleiben nur noch wir zwei und Sam übrig. Zu Dritt möchten wir eine Ayahuasca Zeremonie besuchen. Wir recherchieren tagelang auf der Suche nach einem vertrauenswürdigen Ort hierfür und passen währenddessen unsere Diät den Ayahuasca-Empfehlungen an, entdecken die Stadt, besuchen einen Salsakurs und geniessen die Zeit in einem Hotelzimmer mit warmer Dusche.Read more

  • Camping Bonanza

    Sep 22–29, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 21 °C

    Von Cali aus fahren wir in Richtung Süden und halten für eine Nacht auf dem Camping Bonanza. Danach haben wir eine Ehrenrunde Richtung Osten und wieder hoch in den Norden geplant, um in zwei Wochen in der Nähe von Medellín an einem Ayahuasca Retreat teilzunehmen. Eine Woche später sind wir immernoch auf dem Camping Bonanza. Wer hätte gedacht, dass unsere monatelang restlos entladene Zweitbatterie irgendwann tatsächlich den Geist aufgeben würde. Und so hätten wir uns wohl doch besser früher darum gekümmert unsere defekte Solaranlage auszutauschen. In der Konsequenz sitzen wir nun abendlich mit Stirnlampe im Bus und essen lauwarme Salate aus dem Nicht-mehr-Kühlschrank. Die Tage verbringen wir mit der Recherche nach neuen Solarpanels sowie einer neuen Batterie, was sich für uns Spasselektriker als eine rechte Herausforderung herausstellt. Lustigerweise sind auch unsere Reifen hin und so wird auch in diese Richtung nach Ersatz recherchiert.

    Das Haus auf dem Campingplatz erzählt im starken Kontrast zu unserer Batterie eine Geschichte voller Spannung. Einst gehörte das von einem brasilianischen Architekten erdenkte Haus dem Cali Kartell und wurde für wilde Partys, die mit dem Hubschrauber erreicht wurden, verwendet. Und noch heute befindet sich auf dem Grundstück ein Fluchttunnel.
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  • Hinreissende Natur im Tal der Tränen #1

    October 6, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 23 °C

    Wir verziehen uns für ein paar Tage ins Hinterland. Der Weg dahin ist stotzig und schwer. Wir bestreiten ihn sitzend, sodass mehrheitlich unser Bus zu den Leidtragenden gehört. Der Abstecher lohnt sich aber allemal. Wir finden einen Übernachtungsplatz am Fluss mit persönlichem natürlichem Whirlpool. Die Thermalquelle ist zwar nur knapp über lauwarm, aber wenn man vorher im eiskalten Fluss badet, ist der Kontrast hoch genug, um den Whirlpool zu geniessen. Am Abend machen wir ein Feuer, legen Schlangenbrot darüber und Fabienne fängt ein Stückchen Glut. Mit ihrer Iris. Etwas später eilen wir sofort zum Wasserhahn und schütten ordentlich Wasser ins Auge in die Glut. Bei genauerem Betrachten fällt uns dann auf, dass im Auge nun ein milchiger Fleck sitzt, der vorher da noch nicht sass. Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Verbrennung handelt. Diese Theorie hält sich bis heute. Am nächsten Tag war der Fleck dann aber wieder weg.
    Einen weiteren Tag später taten wir es ihm gleich und steuerten ein höher gelegenes Wachspalmental an.
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  • Hinreissende Natur im Tal der Tränen #2

    October 7, 2023 in Colombia ⋅ 🌧 19 °C

    Die Strasse ins Wachspalmental war nicht sonderlich gut aber machbar. Bis wir eine etwa fünf Meter lange Passage erreichten, die aus irgend einem Grund gerade betoniert wurde. Wir fragten den Typen der mit dem Betonieren beschäftigt war, wie lange es von hier aus zu Fuss bis zu den Palmen sei und er meinte noch ein ziemliches Stück. Also fragten wir ob er uns sein Motorrad leihen würde. Er willigte ein. Zuerst müsse er aber sein Gepäck zu Hause abladen. Eine halbe Stunde später kommt uns ein anderer Typ mit Pferd und Motorrad entgegen und fragt ob wir ein Motorrad bestellt hätten. Etwas später erklärt uns der andere Typ in einer fünfsekündigen Fahrstunde wie ein Motorrad mit Gangschaltung funktioniert. Wir nicken ihm wissend zu und setzen uns auf die Maschine. Nachdem wir das Motorrad ein knappes Dutzend Mal abgwürgt haben, nehmen wir plötzlich Fahrt auf und der andere Typ galoppiert hinter uns her (bzw. sein Pferd). Irgendwo treffen wir dann wieder den ersten Typen und zusammen fahren wir den Palmen entgegen. Der Rest ist Geschichte und die Palmenhügel eine Augenweide, was man von Simon's Augen nicht behaupten kann. Auf dieser Höhe blüht irgend ein Gewächs, das ihn weinen lässt. Rotz und Wasser heulend und im Fünfsekundentakt niessend machen wir uns auf den Rückweg.Read more

  • Cali zum Vierten

    October 17, 2023 in Colombia ⋅ ⛅ 31 °C

    Wir sind zum gefühlt fünften Mal in Cali; dabei ist es erst das vierte. Anlass unserer Rückkehr ist einerseits eine Autobatterie, die wir als Ersatz für unser defektes Exemplar hier hin bestellt haben. Vor dem Kauf soll aber noch geprüft werden ob die knapp bemessene Batterie auch wirklich da hin passt wo sie hin soll: unter den Fahrersitz. Sie passt nicht. Wir kaufen sie trotzdem und hoffen, dass wir sie irgendwie hinter dem Sitz verbauen können. Danach geht es zum Reifenhändler. Hier hin haben wir fünf neue Reifen bestellt. Von den vor zwei Wochen bestellten fünf Reifen sind auch fünf angekommen und davon sind zwei korrekt. Die drei anderen sind lustigerweise von einer anderen Marke. "Unsere" Reifen liegen irgendwo in einem Lager in Bogota - zehn Fahrstunden entfernt. Der Händler will uns deshalb andere Reifen andrehen aber Fabienne, die ca. 3 Wochen in die Recherche, welche Reifen sie haben möchte, gesteckt hat, haut auf den Tisch und gibt dem Händler zu verstehen, dass sie sich mit dieser lächerlichen Option nicht zufrieden gibt. Und so bleiben wir eine weitere Nacht in Cali und am nächsten morgen sind die gewünschten Reifen tatsächlich da und ruckzuck montiert. Glücklich verlassen wir Cali noch am selben Tag ein für alle Mal.Read more

  • Camping Bonanza & Markt in Silvia

    Oct 19–24, 2023 in Colombia

    Wir stellen uns endlich unseren Problemen und attackieren sie frontal. Die defekten Solarpanels werden durch ein Neues ersetzt und auch die kaputte Zweitbatterie weicht einem neuen Exemplar. Bei der Montage helfen uns zwei französische Aus- bzw. Einwanderer, wovon einer in unserer Narrensicht einem Elektrikergenie gleich kommt. Probleme werden gelöst, bevor sie überhaupt entstehen. Eine Arbeitsweise die im direkten Widerspruch zu jeder anderen bisher auf dieser Reise besuchten Werkstatt steht. Bei Tagesende produzieren wir dann tatsächlich wieder Energie und sind auch in der Lage diese in chemischer Form aufzubewahren. Zur Feier unserer Überlegenheit öffnen wir unseren Kühlschrank und kühlen unseren Bus auf eine angenehme Innentemperatur.

    Während wir uns auf dem Campingplatz der Finca Bonanza langsam aber sicher wie zu Hause fühlen verfliessen die Tage. Irgendwann neigt sich unser Visum für Kolumbien seinem Ende. Aus den einst geplanten vier bis fünf Wochen für Kolumbien wurden somit schnell fast drei Monate. Wir machen uns also auf den Weg in Richtung Grenze.

    Vorher besuchen wir aber noch (mit einer Art Clownauto) einen Markt im nahegelegenen Ort Silvia. Die in der Gegend lebenden und mit Hüten markierten Indigenen bieten hier dienstags jeweils Früchte, Gemüse und weitere Früchte an. Wie so oft auf solchen Märkten verfallen wir einem Shoppingwahn und verlassen den Ort mit einem Vitaminüberschuss.
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  • Auf dem Weg ins Amazonasbecken

    October 26, 2023 in Colombia ⋅ ☁️ 27 °C

    Auf unserem Weg in südlicher Richtung steigen wir auf etwa 3000 m.ü.M. und begegnen dort dem altvertrauten Páramo und seinen Frailejones (Schopfrosetten). Ein paar hundert Kilometer weiter, finden wir uns ein paar tausend Meter tiefer und streifen die Grenze zum Regenwald des Amazonas. Das Klima wird schwül und warm.Read more