Kite light
September 29, 2024 in Peru ⋅ 🌬 19 °C
Céline und Dario aus dem Thurgau überzeugten uns vor fast einem Jahr nach Paracas zu fahren und uns dort im Drachensurfen zu versuchen. Jetzt sind wir hier und geben dem Sport tatsächlich eine Chance. Fabienne's Bedingung hierbei ist aber, dass sie jederzeit aufhören darf, wenn sie nicht mehr weitermachen will. Dazu kommt es nicht. Trotz dem anfänglichen Gefühl, dass der Kite unfassbar gefährlich und kaum kontrollierbar erscheint, machen wir beide gefühlt rasch Fortschritte. Nach wenigen Tagen bereits brettern wir mit der Körperspannung und Eleganz eines Reissacks über den Ozean. Und so vergeht Tag um Tag an dem wir jeweils auf Wind hoffen und jede Gelegenheit packen uns durchs Wasser ziehen zu lassen. Als der Wind einmal nicht auftaucht unterbrechen wir unsere Ausbildung und machen einen Abstecher zur Huacachina Oase. Zwei Tage später sind wir zurück in Paracas und machen mit unserer Kiteschule einen Ausflug dem Wind entgegen durch den angrenzenden Nationalpark. Bei einem Fischerdorf werden wir fündig und verbringen den gesamten Nachmittag im und am Wasser während die Hunde am Strand unentwegt unseren ominösen Drachen hinterher rennen. Gegen Ende des Tages werde ich beim Versuch im seichten Wasser aufs Board zu stehen in den Oberschenkel geklemmt. Es fühlt sich an als hätte mich ein riesiger Hummer drei Mal sehr fest gezwickt. Dann schwimmt irgendwas schnell vor mir von mir weg. In Anbetracht der latenten Gefahr klappt das Aufstehen dann plötzlich schnell und ich ziehe hinaus ins offene Meer. Nach ein paar Minuten ist der Schmerz immernoch da - jetzt stärker. Also treibe ich zurück an den Strand und entledige mich des Kitematerials. Am Schmerzpunkt entdecken wir ein Loch im Wetsuit und darunter eine Einstichstelle, die offensichtlich von einem Stachelrochen stammen muss. Der Besitzer der Kiteschule hat hierfür eine Art umgekehrte Spritze dabei. 'The Extractor' wird auf der Einstichstelle platziert und dann so gut wie möglich das Gift des Rochen abgepumpt. Das ist zu Beginn dann noch schmerzhafter. Glücklicherweise ist der Stachel aber nicht allzu tief eingedrungen. Bald verteilt sich der brennende Schmerz aufs ganze Bein. Nach ein paar Stunden ist er aber auch wieder grösstenteils vorbei. Ein paar Tage später schmerzt nur noch die Einstichstelle. Für uns war das in Peru unser letzter Kitetag. Wir ziehen weiter in den Süden.Read more














