Henning Schaefer

Joined March 2019
  • Day97

    El Triunfo

    June 25 in Ecuador ⋅ ☁️ 24 °C

    Im Hochland schien mir alles sauber, klar und aufgeräumt. Jetzt bin ich in der Tiefebene angekommen. Die Menschen erscheinen mir hektischer, das Leben ist schneller und nicht mehr so gelassen. Wahrscheinlich müssen sich die Bewohner des Hochlands langsamer bewegen, um nicht außer Atem zu kommen und das scheint dann auch die Lebensweise zu prägen.
    Nach einem ruhigen Anfang mit den obligatorischen Steigungen, ging es in ein Tal, über dem man schon von Weitem die dicke Wolke sah, die alles zudeckte. Die ersten Minuten waren noch schön, aber dann folgte ein 3-stündige Fahrt durch diese dicke Suppe mit sehr schlechter Sicht und einem ständigen Nieselregen. Die Landschaft wechselte von karger auf üppige Vegetation, so wie ich mir den Urwald vorstelle. In der anschließenden Ebene ist es flach und überall werden Bananen angebaut.
    Nachdem ich im Hochland mit den Unterkünften verwöhnt wurde, gibt es hier wieder Zimmer, in denen nur wieder kalt Duschen möglich ist und die Farbe von den Wänden abblättert. Bei 5 $ Differenz ist der Qualitätsunterschied gewaltig.
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  • Day96

    Guamote

    June 24 in Ecuador ⋅ ☁️ 16 °C

    Ambato liegt auf einer Höhe von 2.577 m. Um aus der Stadt heraus zu kommen, ging es erst einmal eine halbe Stunde steil bergauf, anschließend 1 1/2 Stunden nicht mehr ganz so steil bergauf und dann nochmals ein 1/2 Stunde etwas flacher bergauf. Bei einer Kontrollstelle meinte der Polizist die höchste Stelle der Straße liege bei 3.750 m. Uwe kann bestimmt herausbekommen ob das stimmt.
    Zu Beginn der Fahrt habe ich mich wieder angezogen wie im Winter. Die Temperaturen lagen bei 3° Celsius, es regnete leicht und manchmal schien die Sonne. Nach 30 Kilometern auf dem höchsten Punkt angelangt, die 1. Akkuladung aufgebraucht, hatte ich eigentlich keine Lust mehr, aber bei der Abfahrt sah ich mich nach rechts um und erblickte ganz in meiner Nähe einen schneebedeckten Vulkan. Der Chimborazo ist mit seinen 6.258 m der höchste Berg Ecuadors. Alexander von Humboldt hatte versucht den Gipfel zu erreichen, scheiterte jedoch, da seine Helfer nicht bereit waren den heiligen Berg weiter zu erklimmen. So musste er die Besteigung abbrechen. Damals galt der Chimborazo als höchster Berg Südamerikas. Guamote liegt auf einer Höhe von 3.045 m. Nichts gegen diese Höhen, wenn ich nicht immer bergauf und bergab fahren müsste.
    Hier im Ort habe ich mich in einem stinkfeinen Hotel einquartiert. Die Übernachtung kostet ganze 15,- $. Die Dame an der Rezeption ist eine waschechte Indianerin. Hauptsächlich spricht sie Quechua und hat Sinn für Humor, hatte ich bisher noch nicht mitbekommen. Quechua und Spanisch sind zwei völlig unterschiedliche Sprachen. Sie wird auch in Peru, Bolivien und im Norden Chiles gesprochen.
    Letztendlich ist es doch ein schöner Tag.
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  • Day95

    Ambato

    June 23 in Ecuador ⋅ ⛅ 9 °C

    Wenn man seine Radetappe in der höchstgelegene Hauptstadt beginnt, erwartet man nicht auf den ersten 20 Kilometern immer bergauf fahren zu müssen. Aber Quito liegt in einem Talkessel, und die drumherum liegenden Berge sind fast alle über 4.000 m hoch. Somit muss man als Radfahrer erst einmal ein paar hundert Meter nach oben fahren. Trotz dieser Anstrengung habe ich den Blick auf die Stadt unter mir genossen.
    Aber die Autoabgase stinken gewaltig und nahmen mir die Luft zum Atmen. Dann war ich endlich aus der Stadt heraus. Weil es so kalt und windig war, zog ich mir den Flies und die orangene Jacke an, zusätzlich kramte ich noch die Handschuhe heraus und fror nicht mehr so stark. Die Temperaturen liegen knapp über Null Grad. Eigentlich hatte ich an diese Gegend andere Erwartungen: wesentlich höhere Temperaturen, schwüle Hitze, stark bewaldete Berghänge und auf gar keinen Fall einen ständigen Wind von vorne. Dass ich von diesen Vorstellungen Abstriche wegen der Höhe machen muss, war klar, aber das jetzige Wetter hatte ich nicht erwartet.
    Ambanto ist eine große Stadt, in der das Grau eines Gebäudes ins andere übergeht. Die Strassen sind so schlecht, dass ich bei Abfahrten immer wieder bremsen muss.
    Es scheint hier öfters kalt zu sein. Die Bettdecken sind dicker und bei den Duschen gibt es auch Warmwasser.
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  • Day94

    Quito 3

    June 22 in Ecuador ⋅ ⛅ 16 °C

    Zum 1. Mal habe ich richtig lange geschlafen und bin erst nach 9 Uhr aufgewacht, obwohl ich gestern schon vor 10 Uhr im Bett war. Es war auch das 1. Mal, dass es richtig ruhig war.
    Heute habe ich mir die Stadt von einem Doppeldecker aus angesehen. Etwas was ich eigentlich nicht so gerne mache, aber die Tour ging auch zum höchsten Punkt von Quito. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Oben auf dem Hügel, der über 3.000 m hoch liegt, hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Ähnlich wie in anderen Städten Südamerikas erhebt sich eine Skulptur. Sie ist 21 m hoch, heißt Vigen de Panecillo und ist aus einer Vielzahl von gebogenen Platten zusammengesetzt. Von der Seite wirkt sie etwas zweidimensional. Das war für mich der Höhepunkt der Bustour. Ansonsten wirkt diese Stadt auf mich wie viele andere Großstädte in Südamerika, hastig, laut, dreckige Luft, zu viele Autos, unruhig. Wenn dazwischen nicht immer die netten, freundlichen und hilfsbereiten Menschen wären.
    Die Höhe bereitet mir überhaupt keine Probleme.
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  • Day93

    Quito 2

    June 21 in Ecuador ⋅ ⛅ 17 °C

    Der Tag begann schlecht. Die Rezeption fragte mich wann ich das Zimmer verlassen würde. Auf meine Antwort hin, ich hätte für 2 Übernachtungen bezahlt, meinte sie, dass ich mit dem Geld nur für eine Nacht bezahlt hätte und letzendlich kam heraus, dass das Zimmer für diese Nacht schon an einen anderen Gast weitergegeben wurde. Weil es so im Computer vermerkt ist, muss ich einen Fehler gemacht haben. Zum Glück hatte ich einen Zeugen. Der Chef, der das verbockt hatte, glänzte durch Abwesenheit und ließ seine Angestellten das ausbaden. Ich hatte die Nase voll, habe meine Sachen gepackt und bin in die Altstadt umgezogen. Jetzt habe ich ein schönes, ruhiges Zimmer und fühle mich wohl und komme direkt zu den Sehenswürdigkeiten.
    In der Hauptkirche hatte ich das Glück von einem Angestellten über eine Stunde sehr informativ durch die Kirche geführt zu werden. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Spanier und und die ursprüngliche Bevölkerung es geschafft haben ihre Religionen zu vermengen. Aus seinem Mund klang dies so als wäre das einvernehmlich geschehen. Mit dem Führer über diese Darstellung zu streiten hätte nichts gebracht.
    Jedenfalls, Bilder und Statuen zeigen den Einfluss der Ureinwohner. So sehen bei der Geburt Jesu neben Schafen und Kühen auch Affen und Lamas zur Krippe. Nach dieser Kathedrale habe ich mir noch eine Basilika angesehen. Während das 1. Gotteshaus meiner Meinung nach überladen wirkte, hat mich im 2. die geradlinige Architektur begeistert.
    Da ich mir noch einiges ansehen möchte, habe ich einen weiteren Tag Zeit mich körperlich auf die hügelige Landschaft der kommenden Tage vorzubereiten.
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  • Day92

    Quito 1

    June 20 in Ecuador ⋅ ⛅ 19 °C

    Nachdem mein Gegenüber im Hotel auf der anderen Seite des Flures sich lautstark bei lauter Musik und geöffneter Tür unterhalten hatte, war um 6.30 Uhr die Nacht für mich beendet. Ich war bedient. Im Frühstücksraum wollte man mir einen Gefallen tun und machte den großen Fernseher sofort an. Auf mein bitten, wurde er ausgeschaltet. Alle später kommenden Gäste hatte es nicht gestört, sich beim Frühstück zu unterhalten statt fernzusehen.
    Nach der gestrigen Marathontour, hoffte ich gemütlich mit ausreichender Batterieladung in Quito anzukommen, aber die ganzen 3.000-er haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dazu kam noch ein starker Wind, der mich hinderte schneller zu fahren, denn ich hatte Angst von der Strasse geblasen zu werden.
    Wieder kam ich mit 2 leeren Batterien an. Da ich heute eine Stunde früher als gestern ankam, reichte es aus ein Hotel zu finden und schnell zu duschen.
    Morgen werde ich dann mit dem Fahrrad die Innenstadt erkunden. Die historische Innenstadt ist nicht weit entfernt.
    Da ich heute keine Fotos gemacht habe, kommen noch ein paar Fotos von der Kathedrale.

    Ich freue mich immer alle eure Kommentare zu lesen. Sie motivieren mich beim Schreiben und Radfahren. Danke
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  • Day91

    Ibarra (2.210 m)

    June 19 in Ecuador ⋅ ⛅ 21 °C

    In der Nähe von Ipiales ist eine Kathedrale in einem sehr engen Tal über den Fluss gebaut worden. Die grün bewachsenen Seitenwände des Tals gehen fast senkrecht zum Fluss hinunter. Der Felsen bildet die Rückwand des Gotteshauses. Bis auf die weiße Farbe an der Außenfassade, bin ich von der Kirche begeistert.
    Durch den kleinen Umweg, bin ich recht spät an die Grenze gekommen.
    Ich wünsche mir, das alle Reisepässe so einheitlich wie Android wären. Somit müsste ich nicht immer erklären wo mein Name steht. Selbst wenn die Zollbehörden den Pass in den Händen halten, fragen sie mich nach meiner Nationalität.
    Nach einer Stunde Zollformalitäten durfte ich nach Ecuador einreisen.
    Eigentlich wollte ich nur bis zur nächsten Stadt fahren, aber die Strassen waren so gut, das Wetter und die Landschaft so schön, dass einfach weitergefahren bin. In einer Höhe von über 3.000 m merke ich schnell wie wenig Sauerstoff ich trotz meines wochenlangen Höhentrainings zu mir nehme. Die Muskeln werden ganz schnell müde. Aber mit jedem Meter abwärts wird es besser. Wenn man dann auf einer autobahnähnlichen Strasse ins Tal sausen darf, vergisst man schnell alle Anstrengungen und fährt weiter. Dabei habe ich einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt., über 70 km/h.
    Nach Ibarra wurde es leider mit den Batterien eng. Mit dem letzten Prozent bin ich im Dunkeln in der Stadt angekommen. Morgen werde ich die 100 Kilometer nach Quito schaffen und mir die Stadt ansehen. Sie liegt ja als höchstgelegene Hauptstadt nicht sehr weit über dem Meeresspiegel.??
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  • Day90

    Ipiales

    June 18 in Colombia ⋅ ⛅ 12 °C

    Heute morgen beim Frühstück prasselte der Regen gegen die Scheiben. Es war windig und kalt. Zudem sagten alle in Ipiales sei es kalt. Sie hatten recht, es ist kalt und meine Finger sind taub. Ich liege im Bett und versuche mich unter einer dicken Decke aufzuwärmen. Die Strecke war wieder einmal sehr schön und nicht so anstrengend wie gestern. Obwohl Pasto auf 2.500 m liegt, bin ich nochmal 15 km aufwärts gefahren. In Mexiko war es auf dieser Höhe nicht so kalt. Ipiales liegt auf einer Höhe von 2.900 m.
    Jetzt sind es nur 5 km bis zur Grenze, aber dann nochmals 5 km bis zur nächsten Stadt. Lieber fahre ich morgen ausgeruht über die Grenze.
    Gestern habe ich den Zeitungsartikel aus Pereira gelesen. Aufgrund des Interviews hatte ich einen anderen Artikel erwartet, aber der Reporter hat wahrscheinlich mehr an seine Leserschaft gedacht und hat unter anderem auch etwas über die Entwicklung des Fahrrads geschrieben. Heute bei meiner Ankunft in Ipiales bin ich schon wieder einem Reporter über den Weg gelaufen. Dieser war aber vom Radio und hat mich, nachdem ich nach dem nächsten Hotel gefragt habe, über meine Eindrücke über Kolumbien befragt. Bis das gesendet wird, bin ich in Ecuador. Vielleicht erhalte ich einen Zusammenschnitt und werde mich dann ganz tief verbuddeln.
    Morgen besuche ich die katholische Kirche Santuario de las Lajas 5 km außerhalb von Ipiales. Teile der Kirche sind über einen Fluss gebaut. Am Mittwoch weiß ich dann mehr. Und dann geht es nach Ecuador, vorbei an den langen Schlangen von Venezuelanern, die in das Nachbarland einreisen wollen. Durchreisende wie ich werden durchgewunken.
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  • Day89

    Pasto

    June 17 in Colombia ⋅ ⛅ 16 °C

    Mir war heute Morgen klar, dass dieser Etappenabschnitt sehr anstrengend wird, aber ich dachte, ich hätte schon einige anstrengende Etappen hinter mich gebracht, da werde ich diese auch meistern. Cumbitara liegt auf 1.722 m, Pasto auf 2.527 und Rosas auf 1.582 m. Wenn man diese Höhen sich ansieht, dann wirkt das Alles ganz unspektakulär, leider liegen zwischen diesen Orten tiefe Täler. Etwas ganz besonderes sind Tunnel. Ich bin mir nicht ganz sicher, inwieweit die anderen Verkehrsteilnehmer auf mich eingestellt sind, denn ich bin der einzige Radfahrer, der da lang fährt.
    Da brennen die Beine trotz des Elektromotors. Nach 40 km war die 1. Batterie leer und bei der 2. musste ich die Batterieladung sehr Strecken. Trotzdem waren Batterien 10 km vor dem Ziel leer gefahren.
    Muskelkater kriege ich seit der 2. Reisewoche nicht mehr, aber manchmal sind die Beine schrecklich müde. Landschaftlich bin ich von dieser Region begeistert und würde mir wünschen, dass auch andere diese Besonderheiten erleben könnten. Bei den kleinen Ortschaften muss man Abstriche in Bezug auf Schönheit und Sauberkeit machen, die Hotels würde ein deutscher Reiseveranstalter nicht mal mit keinem Stern bewerten, aber die Menschen sind sympathisch und offen. Vielleicht kriegen sie das mit dem Müll auch noch hin.
    Heute, vielleicht die letzte Übernachtung in Kolumbien, habe ich ein Hotel gewählt, in dem es auch Heißwasser gibt. Seit den USA endlich wieder warm Duschen, wunderbar.
    Abends ist es auf dieser Höhe erstaunlich kalt. Um ein bisschen in der Stadt herumlaufen zu können, musste ich meine dickere Jacke anziehen.
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  • Day87

    Cumbitara

    June 15 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

    Heute gegen 8.20 Uhr ging es auf der anderen Seite des Berges über 20 km bergab. Leider hatte sich das Vorderrad etwas verschoben und machte komische Geräusche bei der Abfahrt. Bis ich die Ursache herausgefunden hatte, war ich schon einige Kilometer weiter unten. Dann habe ich auch gleich die Hinterradbremsen ausgetauscht.
    Oben in Rosas war es empfindlich kalt, unten in Tal angenehm warm. Die Fahrt war anstrengend und lang, obwohl ich lange Abfahrten hatte. An solchen Tagen vergesse ich zu essen. Am Morgen habe ich keinen Hunger und denke mir 'in ein paar Stunden wird dann richtig gefrühstückt', aber dann vergesse das Essen und bin dann auf einmal am Ziel. Hier habe ich dann auch keinen Hunger, weil ich so fertig bin. Aber ich muss mich dann zwingen eine vernünftige Mahlzeit einzunehmen. Das Trinken geht leichter. Wenn der Mund trocken wird, ist es höchste Zeit für das Getränk.
    Gegenüber des Hotels habe ich dann gespeist und konnte somit auch die Tankstelle beobachten.
    An Tankstellen und an Ampel laufen immer Leute mit einem hölzernen Knüppel herum, und wenn man nicht aufpasst, dann schlägt der Betreffende auf die Reifen und überprüft so den Reifendruck, Pkws werden meist verschont. Andere laufen mit einem Eimerchen herum und säubern während der Ampelrotphase die Windschutzscheibe. Beide Tätigkeiten wollen natürlich bezahlt werden. Diese Helfer wissen genau wie viel Zeit sie haben.
    Dieses Hotel hat ein Schwimmbad. Ich warte nur bis die meisten Badenden gegangen sind, dann kann ich in aller Ruhe meine Bahnen schwimmen. Das lockert meine Beinmuskultur.
    Ich war schwimmen. Das Becken entsprach genau meinen Vorstellungen. Leider meinen einige Besucher, dass der Pool auch zur Müllentsorgung gedacht ist, und schmeißen Flaschen und Becher hinein. Wenn Kinder da machen, sollten die Eltern etwas sagen, bzw den Scheinkram rausfischen. Der Besitzer meinte resigniert, dass das jeden Tag vorkommt.
    Die letzten Bilder sind vom morgigen Tag.
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