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Panamerikana mit dem E-bike

von Vancouver an der Westküste Amerikas entlang bis nach Ushuaia auf Feuerland
  • Day87

    Rosas

    June 15 in Colombia ⋅ ⛅ 18 °C

    Die gestrige Entscheidung nicht mehr weiterzufahren war richtig. Einen Kilometer nach dem Hotel begann eine 60 kilometerlange Strecke, bei der ich das Gefühl hatte, es gehe mehr aufwärts als abwärts. Auf diesem Teil wurde ich mit einer schönen Landschaft belohnt, auch wenn nach eineinhalb Stunden der Akku leer war. Ich befürchtete schon nach 3 Stunden meinen Fahrradtag beenden zu müssen, aber dann konnte ich einige längere Abfahrten genießen. Leider sind die LKWs auf der Abfahrt zu langsam, und ich habe keine Lichthupe. Somit musste ich öfters bremsen. Zu Recht traue ich den hiesigen Strassen nicht. Immer wieder sind größere Löcher im Strasnbelag vorhanden. Bei höheren Geschwindigkeiten kann das für einen Radfahrer recht unangenehm werden.
    Pünktlich zum Nachmittag konnte ich dann den 20-minütigen Regen begrüssen. Er ist gerade so lang, dass ich nass werde. Hier in Rosas bin ich mit den letzten 7 % meiner 2. Akkuladung angekommen. Jetzt sitze ich hier in einem Hotel, in dem ich nicht frierend aus der Dusche steigen musste. Es kommt kein Wasser aus der Brause. Vielleicht ändert sich das noch im Laufe des Abends.
    Rosario liegt auf dem Bergrücken zwischen zwei Tälern. Wenn die Himmel klar ist, keine Wolken die Sicht versperren, dann kann ich zu zwei Seiten grüne Berge sehen. Draußen ist es frisch, aber für einen kleinen Spaziergang reicht es noch.
    Ich fahre die ganze Zeit in Stasse 25 in Richtung Pasto. Dieser Ort liegt 2.300 m hoch, Quito liegt noch etwas höher bei 2.850 m. Aber nachdem ich mit dem Fahrrad schon über 3.000 m war, werde ich das auch bewältigen.
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  • Day86

    Cachmibal

    June 14 in Colombia ⋅ 🌧 21 °C

    Cachmibal liegt 10 Kilometer hinter Santander de Quilichao bzw 80 Kilometer vor Popayán. Dies ist keine Ortschaft, sondern eine Tankstelle hinter der ein einfaches Hotel liegt. Drei Gründe führten dazu hier zu übernachten. Ich hatte schon 150 Kilometer in den Beinen und vor mir erhoben sich etwas kleinere Berge, dann war ungewiss wie weit der nächste Ort ist und letzendlich hat der Wind aufgefrischt und es regnete auf der anderen Seite. Das Hotel kostet 22.000 Pesos und ist somit günstiger als das letzte Hotel für 35.000 Pesos (8 $ zu 12 $). Dieses Hotel ist sehr schlicht und WLAN funktioniert bei Wind nicht. Eins haben alle Hotels gemein. Es wird behauptet, dass sie auf Warmwasser verzichten können, da es übers Jahr gesehen warm genug ist. Ich bin ein Warmduscher und freue mich in Deutschland mit nicht zusammengepressten Lippen unter den Wasserstrahl gehen zu müssen.
    Deshalb werde ich mir den Luxus erlauben etwas teurere Hotels zu nehmen. Kaum eines hat ein Swimmingpool, aber mache servieren ein Frühstück. Das erspart mir morgens den Weg nach draußen. Mittlerweile hat der Regen und das Gewitter unsere Seite der Berge erreicht. Mein Nachbar telefoniert in einer Lautstärke, dass ich das Gefühl habe, er sitzt neben mir im Bett. Die Schalldämmung ist nicht optimal.
    Zur Strecke: flach, schnell und im Hintergrund sind leichte Erhebungen zu sehen. Die Sonne scheint, ohne dass es heiß ist.
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  • Day85

    Tuluá

    June 13 in Colombia ⋅ 🌫 20 °C

    In den letzten 3 Tagen habe ich mich recht gut von den Strapazen der Berge erholt. Das Fahrrad wollte auch in der Ebene nicht richtig schnell werden. Ich dachte, dass irgendein Teil der Mechanik schleift oder der Motor einen Defekt hat, ich habe alles überprüft und nichts gefunden. Nicht ganz, heute habe ich den Störfaktor gefunden. Es waren meine Beine, die so müde waren, dass fast nicht mehr ging, denn heute lief das Fahrrad wie am 1. Tag. Nachteil einer längeren Pause ist, dass sich der Körper wieder ans Radfahren gewöhnen muss. Deswegen habe ich für den heutigen Tag auch eine kürzere Strecke gewählt, um mich einzufahren. Nach 5 Stunden hatte ich Tuluá erreicht.
    Gestern wurde ich mich mit einem Kirchgang und einem guten Essen auf die nächsten Etappen verabschiedet. Ich war gerührt, wie besorgt die Mutter einer Freundin war.
    Das Problem ist immer, wenn man von überall hört was alles passiert ist und was passieren kann, dann möchte man gar nicht emehr losfahren. Aber die Strassen sind breit und sauber, die meisten Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll, es gibt einen breiten Seitenstreifen, und die Menschen sind freundlich. Vielleicht sieht die Situation auf Nebenstraßen anders aus. Trotzdem passe ich höllisch auf. Das gilt nicht nur für den Verkehr. Wenn ich zu Fuss unterwegs bin, achte ich immer darauf, dass ich Abstand zu anderen Personen habe, in kein Gedränge gerate und meine Wertsachen an unterschiedlichen Stellen untergebracht habe.
    Die heutige Stadt, ich habe ein Hotel im Zentrum, ist sehr hektisch und die Grünflächen sehen auch nicht besonders toll aus. Morgen möchte ich Cali hinter mir lassen.
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  • Day83

    Pereira 2

    June 11 in Colombia ⋅ 🌧 29 °C

    Gestern war auf der Plaza der Fototermin für den Artikel, der in der hiesigen Zeitung am Wochenende herauskommen soll. Dann werde ich schon wieder auf dem Fahrrad sitzen und in Richtung Cali unterwegs sein und muß mir keine Gedanken machen was in dem Artikel steht. Ich hatte am Vortag eine nette Unterhaltung mit dem Reporter und war mir nicht klar wie er aus den wenigen Informationen, die er von mir bekommen hat eine Reportage machen will. Es ist sein Beruf, und ich wollte ihm nicht dazwischen reden. Gestern hatte ich noch einen weißen Bart, heute nach dem Friseurbesuch sehe ich nach gekürztem Bart jünger aus.
    Heute ging es in eine Ferienhaussiedlung aufs Land. Hier ist die Musik nicht so laut.
    Wenn man ein paar Kilometer aus der Stadt heraus fährt wird die Vegetation wieder dichter und die großen Blätter der Bäume hängen in die Strasse hinein. Aufgrund des Fahrstils der Bus- und Lastwagenfahrer müssen die nicht gekappt werden.
    Hier leben die Menschen mit der Befürchtung jederzeit von anderen bestohlen zu werden. Die Türen werden mit mehreren Schlössern gesichert, aber die Scharniere sind nicht die besten. Im Bus sichert man seine Taschen und packt sie zwischen die Beine. Ansonsten sichert man sich immer mit einem Blick ab.
    Aufgrund meiner Größe und der Hautfarbe werde ich als Ausländer schnell erkannt. Ich habe auch schon diesen Blick.
    Morgen, also Donnerstag geht es weiter. Laut meiner Planung könnte ich in 1 1/2 Wochen in Quito sei. Dies entspricht etwas mehr als 900 Kilometern. Mein abgefahrener Hinterreifen ist ersetzt. Nun muss ich sehen wie gut sich dieser fährt. Mittlerweile weiß ich auch, dass ich meine Tagesetappen bis 16.00 Uhr beendet haben muss, sonst werde ich naß.
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  • Day81

    Pereira 1

    June 9 in Colombia ⋅ 🌫 25 °C

    Die Strassen von Medellín nach Pereira wird ausgebaut. Das heißt unzählige Baustellen und somit viele schlechte Strassenabschnitte führten zu langen Warteschlangen vor jedem Bauabschnitt. Mit dem Fahrrad mußte ich mich nicht hinten anstellen, sondern bin gleich nach vorn gefahren. Somit habe ich immer wieder die anderen Fahrzeuge eingeholt. Die Strecke war wieder ein einziges Hoch und Runter, aber nicht so schlimm wie an den anderen Tagen
    Die Landschaft gefällt mir nicht mehr so gut, wie am den letzten Tagen.
    Heute kam ein befreundeter Reporter ins Haus. Für die nächste Wochendausgabe will er eine einseitige Reportage über mich schreiben. Den Artikel kann ich mir dann über das Internet herunterladen. Morgen sollen noch ein paar Bilder gemacht werden. Hoffentlich schaffe ich es ein einigermaßen intelligenten Gesichtsausdruck hinzukriegen.
    Falls jemand den in Spanisch lesen will, ich kenne da eine sympathische Spanischlehrerin.

    Ich werde für ein paar Tage das Schreiben zurücksetzen und mit meiner Gastgeberin einiges unternehmen.
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  • Day80

    Irra

    June 8 in Colombia ⋅ 🌧 23 °C

    Heute morgen ging es wieder 20 Kilometer den Berg hoch, um dann in den Wolken auf einem Berggrat durch verschiedene kleine Städte zu fahren. Landschaftlich wieder wunderschön. Zwischenzeitlich habe ich mir überlegt doch meine Jacke anzuziehen, weil es oben in den Bergen doch recht frisch ist. Wenn man ins Tal fährt, merkt man doch recht deutlich wie die Temperaturen mit jedem Meter Runterfahren ansteigen. Wenn der andere Baustil nicht wäre, könnte man sich teilweise in die Alpen versetzt fühlen. Heute haben die Bremsbeläge wieder eigenwillige Geräusche gemacht. Es war Zeit ganz die alten gegen neue zu ersetzen.
    Während ich das schreibe, sitze ich im 2. Stock des Hotels und blicke auf die Plaza ,die auf der anderen Straßenseite liegt. Um 6 Uhr hat ein Laden die Plaza mit wahnsinniger Lautstärke beschallt. Mittlerweile um 8 Uhr sind es mindestens 5 Schallquellen. Jedes Mal bitte ich in den Hotels um ein ruhiges Zimmer. Immer scheitere ich. Heute nicht. Es ist überall unmenschlich laut. In Räbke könnte ich die Fahrzeuge zählen und wenn jemand etwas lauter Musik macht, dann informiert es die Nachbarschaft. Hier ist das unnötig. Alle drehen ihre Anlage bis zum Anschlag auf.
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  • Day79

    Caldas

    June 7 in Colombia ⋅ ⛅ 16 °C

    Mir wurde zugesichert, dass die Strecke von San Jerónimo nach Medellin flach sei. Ergebnis: 20 Kilometer steil Bergauf und dann wurde ich vor einem Tunnel aufgehalten. Der ist über 5 Kilometer lang und besitzt keine Be- und Entlüfungsanlage und alle Halter von offenen und langsamen Fahrzeugen dürfen auf Grund einer eventuellen Erstickung den Tunnel nicht befahren. Also bin ich in einen Bus gestiegen und habe mich bis nach Medellin fahren lassen. Mit dem Fahrrad wäre ich schneller gewesen.
    Der 1. Eindruck von Medellin war nicht positiv und hat sich in den folgenden Stunden nicht geändert. Vielleicht liegt es daran, dass ich große, laute und schmutzige Städte nicht mag und dann schon abwinke und der Stadt keine Chance mehr gebe. Zumindest habe ich im Zentrum Bremsscheiben für das Fahrrad gekauft, denn die alten musste ich bei der gestrigen Abfahrt austauschen, als sie komische Geräusche machten.
    Auch die Hotels haben mir nicht gefallen. Wenn alle mir sagen, ich solle bloß aufpassen, sonst werde ich bestohlen, hat meinen Eindruck nicht verbessert. Ich wollte nur noch raus aus der Stadt. Spätestens seit Mexiko-City komme ich mit 8-spurigen Strassen zurecht. Da ich wie alle 2-rädrigen Fahrzeuge die Auto rechts oder links überhole, bin ich im Verkehr teilweise schneller als Busse.
    Also, von Medellin gibt es keine Bilder, aber bis zum Tunnel schon.
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  • Day78

    San Jerónimo

    June 6 in Colombia ⋅ ⛅ 30 °C

    Eigentlich wollte ich heute nach Medellin, hatte aber nach der gestrigen Fahrt hatte ich meine Bedenken, ob ich das kräftemäßig schaffen würde. In Santa Fe de Antioquia wollte ich dann Schluss machen, aber die Stadt gefiel mir nicht und es war noch nicht einmal 14.00 Uhr. Die 50 Kilometer müssten ja noch zu schaffen sein. Aber nach einer halben Stunde fingen wieder die lästigen Steigungen, die im Vergleich zum Rest des Tages harmlos waren, an und dann kam zusätzlich die Nachmittagsdusche, die mir den letzten Nerv raubte. Also San Jerónimo. Beim Hotel wieder die Frage, was alles im Preis inbegriffen sei, war ich dann doch überrascht. Abendessen und Frühstück und SCHWIMMBAD. Das Schwimmbadwasser ist wärmer als die Dusche.
    Hier in Kolumbien gibt es nur kaltes Wasser. Es ist tagsüber so warm, da braucht man kein Warmwasser, so die Aussage eines Hotelbesitzers. Auch wenn die Fahrt anstrengend war, die Landschaft ist fantastisch. Teilweise bin ich in den Wolken gewesen. Ich muss wohl über 2000 Meter hoch gewesen sein.
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  • Day77

    Uramita

    June 5 in Colombia ⋅ 🌧 22 °C

    Morgen komme ich hoffentlich in Medellin, einer Stadt, die auf Karten zu finden ist, an. Da ich mich gestern eingerollt habe, konnte der heutige Tag beginnen. Mit 10 Kilometer im hügeligen Gelände fing die Tour los. Die Landschaft ist wunderschön und lässt einen vergessen, dass das ständige Hoch- und Runterfahren sehr sehr anstrengend ist. Die anschließenden 100 Kilometer ging es steil hoch und runter, wobei ich den Eindruck hatte, es geht mehrheitlich nach oben. Bei 771 m Höhe habe ich noch keine Probleme mit der Luft, aber mit den Beinen. Obwohl ich versuchte den Akku zu schonen, war er 10 Kilometer vor dem Ziel leer. Dann merkt man wie schwer Fahrrad und Gepäck sind. Leider hatte es angefangen zu regnen, als ich auf der anderen Seite der Bergkette angekommen bin.
    Als Belohnung für die Anstrengung, habe ich mich im teuersten Hotel des Ortes einquartiert. Dafür habe ich 30.000 Pesos bezahlt. Anschließend bin ich für 20.000 Pesos Essen gegangen.
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  • Day76

    Bejuquillo (nicht auf der Karte)

    June 4 in Colombia ⋅ 🌧 29 °C

    Nach Bootsfahrten, bei denen ich vorher nicht wusste wann sie starten, bzw ob sie überhaupt losgehen und auch das Fahrrad mitgenommen wird, war die anschließende Fahrt von Turbo bis hierher recht entspannend. Das Radfahren ist noch etwas anstrengend nach über einer Woche Pause. Die Muskeln müssen sich wieder an diese Belastung gewöhnen.
    Obwohl ich mein Fahrrad nach der 1. Überfahrt gereinigt hatte, scheint es langsamer geworden zu sein. Ich muss es heute Abend nochmal reinigen, damit ich nicht so stark treten muss.
    Heut hat sich unsere 3er Gruppe endgültig getrennt. Der Amerikaner Weston hat ein anderes Boot genommen und erkundet mit dem Fahrrad den Norden des Landes. Der Franzose Basile hat mit mir das gleiche Boot nach Turbo genommen. Er will nach Ecuador trampen. Auf der Karte ist die heutige Route zu sehen. Diese Schnellboote kennen nichts. Mit Höchstgeschwindigkeit jagen sie durch Nebelbänke, Regenschauer und flaches Wasser. Als Passagier wird man richtig durchgeschüttelt.
    Nach 100 Kilometern suchte ich nach einer Stadt mit einem Hotel. In einem Restaurant neben der Straße wollte ich nur eine Auskunft. Stattdessen übernachte ich jetzt in einem ihrer schönen Zimmer des noch nicht fertigen Hotels. Glück gehabt. Abendessen und Frühstück muss ich zusätzlich zählen, aber bei 600.000 Pesos, die ich in Turbo abgehoben habe..?
    An was ich mich noch nicht gewöhnt habe ist dieser irre Wechselkurs. Für 1 Dollar, der etwas weniger Wert ist als der Euro, erhalte ich 3000 Pesos (Kolumbien). Um nicht immer zur Bank rennen zu müssen, habe ich heute 600.000 Pesos abgeholt. Ein Essen kostet zwischen 15.000 und 20.000 Pesos. Um überhaupt eine Übersicht zu erhalten wie mir die 10.000er zwischen den Fingern zerrinnen, habe ich als Faustregel gewählt, 10 $$ entspricht 30.000 Pesos. Mein heutiges Abendessen bestehend aus 2 Getränken, einer Suppe und dem Hauptgericht, kostet 6 $$. Die heutige Übernachtung kostet knappe 7 $$. Das ist sogar noch günstiger als in Mexiko.
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